Zu offen?

An manchen Stellen gehe ich, glaube ich, recht offen mit Problemen oder Dingen um, die mich beschäftigen. Ich schreibe einfach darüber, wie zum Thema epilieren oder zum Thema Körper. Natürlich sind da dann noch die Gedanken über meine Vergangenheit, meine Kopfschmerzen und die Colitis Ulcerosa.

Natürlich beschäftigen mich diese Themen, ganz klar. Sie beeinflussen mein Leben, manchmal zum Besseren, manchmal auch eher nicht, also sind sie es wert, darüber nachzudenken. Ich unterstelle eigentlich, dass ich mit meinen Problemen meistens nicht die Einzige auf der Welt bin, die dieses Problem hat – wahrscheinlich bin ich nichtmal die Einzige mit diesem ganz spezifischen Cocktail von Problemen.

Bei sehr offenem Umgang mit der Beinenthaarung schlug mir schon einmal ein „das will doch keiner lesen!“ entgegen, andere Dinge wie Krankheiten, damit mache ich gewissermaßen die Tür auf, und Leute könnten herausfinden, was mit mir los ist – vielleicht auch Leute, die das im Grunde nichts angeht. Dennoch betrachte ich mein Blog als eine Art Tagebuch mit bewusstem Zugriff für andere. Als ich vor einiger Zeit über Post-Privacy-Ideen einiger Mitglieder der Piratenpartei gelesen habe, fand ich das Konzept seltsam. Ich schreckte instinktiv zurück. Auf der anderen Seite habe ich das schon damals mehr oder minder selbst so betrieben. Inzwischen ist mir das auch sehr bewusst.

Ich habe auf diese Frage „Zu offen?“ keine schlüssige Antwort. Diese Antwort liegt wohl im Empfinden des Lesers oder Bloggers. Aber der Gedanke kam mir, und wahrscheinlich ist er es wert, darüber nachzudenken.

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