Unglaublich müde…

…bin ich zur Zeit. Ich schlafe etwas mehr als in den letzten Monaten, freilich, es ist immer noch nicht reichlich. Aber ich bin unheimlich müde am Abend, habe mich auch öfter mal über den Tag mal ein paar Minuten oder eine Stunde hingelegt.

Ich glaube, ich bin einfach urlaubsreif. Meine Inspiration hier und auch die Arbeit am Howard-Goldstein-Vortex wollen mir nicht recht von der Hand gehen. Acht Arbeitstage sind es noch, in die vielleicht auch noch ein Überstundenabbautag hineinfallen kann.

Bis dahin muss ich mich noch aufrecht halten, ein bisschen mehr und vielleicht ein bisschen besser zu schlafen versuchen… und dann sind erstmal drei Wochen Urlaub. Ich war lange nicht mehr so urlaubsreif!

Abschaffen – Abschlaffen

„Sich abschaffen“ ist ja ein bekanntes und gerne in beiden Bedeutungen gerne verwendetes Verb. Seit Herrn Sarrazin ist denke ich jedem klar, dass man damit „etwas abschaffen“ meinen kann und auch „bis zur Erschöpfung arbeiten“. Zumindest kenne ich das aus dem Süddeutschen so.

In der vergangenen Woche habe ich mich abgeschafft im Sinne von „bis zur Erschöpfung arbeiten/aktiv sein“: Es gab noch einiges vor Weihnachten zu erledigen, und gelaufen bin ich auch eine Menge: 85 Kilometer bis zum Freitag. Heute kam dann das Abschlaffen. Ich war unglaublich müde – als wir vom Fisch Kaufen wieder zurückkamen, dann einkaufen gingen, merkte ich schon, dass ich nur noch am Gähnen war. Nach dem Frühstück war ich dann so am Ende, dass ich mich nach einigem Hin und Her doch dazu durchrang, trotz Besuch einen Mittagsschlaf zu halten. Nach einer geplanten Dreiviertelstunde, aus der eher eine ganze Stunde wurde, war es etwas besser. Dann lüfteten wir die Wohnung, und schließlich ging ich Intervalle laufen. Nun fühle ich mich um Welten wacher. Die nächsten drei Tage werden ein wenig verrückt: Am Sonntag bereiten wir viele Dinge für meine beiden Feiern vor – die Reinfeier am 23.12. abends und die Feier am Heiligabend. Vierzig werde ich – und immer mehr merke ich, wie sehr die beiden Feiern ausufern. Außerdem haben wir für morgen Abend Kinokarten für Star Wars.

Es geht rund! Ich habe aber dennoch vor, zumindest jeden Tag ein KuK zu posten, nachdem ich aus akutem Zeitmangel schon den gestrigen Post beim Howard-Goldstein-Vortex auslassen musste.

Geliebte Regeneration

Nach dem heftigen Intervalltraining gestern habe ich heute der vielleicht tollsten Regenerationshilfe gefrönt, die ich mir vorstellen kann: Ich war in der Sauna. Nach der Arbeit stürzte ich zuhause auf einen Happen Essen und eine (meinem Mann und mir bereits bekannte, aber zum gemeinsam dasitzen doch angenehme) Folge The Big Bang Theory durch, packte meinen Rucksack und fuhr zum Thermalbad mit Saunapark.

Gegen 19:30 war ich dort, bis zum Schließen um 22:00 war noch genug Zeit für den einen oder anderen Saunagang und etwas im Whirlpool vor der Massagedüse sich räkeln, die Eisgrotte besuchen und dreimal im Tauchbecken abkühlen.

Normalerweise meide ich den Damentag im Saunapark wie die Pest – ich fühle mich da manchmal beobachteter als bei gemischtem Publikum. Wahrscheinlich bilde ich mir das nur ein – ich glaube, wenn ich wacher bin und nicht nach der Sauna müde wie ein Stein, der nur noch in eine Kuhle rollen und liegenbleiben will, muss ich meiner Haltung zum Thema „Damentag im Saunapark“ mal ein paar Gedanken widmen. Aber nicht heute – jetzt geht es ins Bett, bevor ich noch auf der Tastatur einschlaffghhdfhj…

Müdigkeit

Es gibt diesen Moment, in dem alles neu ist. In dem man gespannt auf jede neue Sache lauert, in dem man neue Aufgaben sieht, noch nicht weiß, was vor einem liegt und bei vielen Dingen auch noch nicht weiß, wie man sie angehen sollte.

Das hatte ich damals, als ich mein Studium begann und nicht mehr bei meinen Eltern wohnte. Das hatte ich im Zuge der Diplomarbeit, im neuen Job nach der Promotion. Und jetzt habe ich es wieder. Es sind spannende, aufregende Zeiten – und sie fordern ihren Tribut. So gut und spannend neue Aufgaben sind, sie sind neben ihrer erfrischend neuen Note eben auch unheimlich anstrengend. Man steht unter Spannung, weil hinter jeder Ecke was Neues lauert, man nicht genau weiß, was erwartet wird und ob man sich in die sprichwörtlichen Nesseln setzt.

Das macht müde. Das ist anstrengend. Schön ist es allerdings auch, weil man neue Dinge kennenlernt. Ich merke sehr deutlich, dass das ergonomische Anpassen meines neuen Arbeitsplatzes – das heute hoffentlich komplett wurde – schon einiges geholfen hat. Ebenso hat es geholfen, dass ich heute erstmals nicht nur reines „Einlernen“ gemacht habe, sondern auch tatsächlich produktiv an etwas mitgeschrieben habe. Heute Abend beim üblichen Gaming-Abend allerdings habe ich gemerkt, dass neue Mechaniken von Bossen in Guild Wars 2 mich überfordert haben, weil ich einfach zu müde war. So schwer war’s gar nicht, aber ich habe das Ausweichen, das Verstehen der Mechaniken und einiges mehr einfach nicht mehr zeitgleich hinbekommen. Ich war und bin einfach müde – und doch zu geflasht von all dem Neuen, um früh ins Bett zu gehen. Aber solch spannende Zeiten halten selten so lange, dass sie einen überfordern. Meist spielt sich alles ein. Ich bin gespannt!

Schön ist allerdings: Meine Heimfahrt war total berechenbar. Keine Unsicherheit auf die Zeit, es dauerte so lange wie angezeigt. Danach noch ein Spaziergang mit meinem Mann zur Post, einen Brief einwerfen, ein bisschen Sport und dann Essen. Da kann man auch mal lang, neu und aufregend arbeiten. Auch mal öfter. Denn: Mehr noch als die kürzere Heimfahrt ist die zeitlich berechenbarere Heimfahrt ein massiver Gewinn an Lebensqualität.

Müdigkeit

Es ist verblüffend, wie heftig es einen trifft, wenn man ein bisschen mehr Sport treibt, das Wetter wieder etwas dunkler wird und man ein angenehmes Wochenende hatte. Plötzlich weicht das Aufgekratztsein einer Müdigkeit, und ehe man sich versieht, liegt man am Trek Monday unter einer Decke auf dem Sofa – mein Mann und ich unter meiner Bettdecke, der einzige Gast unter einer Wolldecke – und schaut gelassen, ruhig und gähnend Deep Space Nine. Ganz gelegentlich habe ich meinen Nacken über die Lehne des Sofas gerollt und ein bisschen genossen, wie die Wirbel zurück in ihre Ruhepositionen klicken. Ein Knacken war’s gar nicht.

Es mag verblüffend sein, aber in dieser Hinsicht empfinde ich Müdigkeit als einen Wert an sich. Nicht die bleierne Müdigkeit, die einen anfällt, wenn man Kopfschmerzen hat oder von einem Tag überfordert ist, sondern die wohlige Müdigkeit, wenn ein schöner, langer Tag nach einem schönen, langen Wochenende auf eine geruhsame Zielgerade geht. Die Augen werden schwer, die Gespräche ruhig. Es stellt sich nicht das Gefühl ein, müde, todmüde zu sein, aber noch etwas zu verpassen. Nein, superangenehm liegt man unter der Decke und weiß: Nachher kann ich ganz in Ruhe schlafen und das vielleicht etwas früher als sonst.

Wohlige Müdigkeit, wie ich dich manchmal vermisse, wenn nur die bleierne Müdigkeit nach hektischen Tagen zur Verfügung steht!