Warum ich schreibe

Was ist es, das mich dazu bringt, Geschichten zu erfinden und aufzuschreiben? Was bringt mich dazu, sie auch öffentlich zu machen wie „Am Rand des Strömungsabrisses“ und den „Howard-Goldstein-Vortex“? Die Aussicht auf großen Erfolg ist es nicht, der Erfolg und Zuspruch selbst ist es auch nicht, auch wenn der Zuspruch einiger gut tut – ebenso, wie insbesondere harsche und ganz besonders natürlich berechtigte Kritik schmerzt.

Zu meinem Geburtstag habe ich ein Buch über „Ikigai“ bekommen, eine wohl verhältnismäßig wissenschaftliche Annäherung an einen Begriff, den ganz genau zu definieren schwer fällt. Ich werde mich nun nicht in die Nesseln setzen und mich an einer Definition versuchen. Was ich aus dem Buch allerdings mitgenommen habe ist, dass das Schreiben für mich etwas erfüllt, was Ken Mogi als eine Quelle von Ikigai, als sinnstiftend und Lebensfreude generierend definiert: Ich tue es um seiner selbst willen, nicht, um zu gefallen. Ich gehe darin auf, verliere den Wunsch, meinen Namen irgendwo unbedingt stehen zu haben, in der Freude am Erschaffen von Charakteren, Bedingungen, Beziehungen, Handlungen. Meist fange ich klein an mit ein paar Gestalten und deren Lebenswegen.

Ich lese gerne, was ich so geschrieben habe – nicht nur das, das ich öffentlich gemacht habe. Die für mich selbst geschriebene Geschichte um eine Gruppe von Nerds und Außenseitern, die Modell-U-Boote bauen und das teils für Spiele, teils auch für Naturbeobachtung und irgendwann auch für wissenschaftliche Projekte verfolgen, habe ich vor kurzem mal wieder gelesen und mich daran erfreut. Geschichten, die Fanfics im Bereich von Star Trek oder anderen Welten sein könnten, oder die Komödien und Dramas über andere, oft eher ganz normale, fiktive Personen mit meist einem kleinen oder größeren „Twist“ in Persönlichkeit oder Leben, ich denke sie mir aus, erfreue mich, sie wieder zu durchdenken, schreibe sie auf, lese sie nach langer Zeit wieder. Ein breiter Schatz von Geschichten, die ich immer wieder gerne lese und durchdenke, manchmal Freunden erzähle, hat sich so gebildet. Daraus schöpfe ich zum Beispiel beim „Howard-Goldstein-Vortex“, die Gestalten der „Esther Goldstein-Howard“ und ihres Bruders „Eli Goldstein“ entstammten ursprünglich einem Lamento, wo meine Motivation geblieben sei – sie liege in Waikiki Beach am Strand und lasse sich von einem muskulösen, braungebrannten Mann den Rücken eincremen, schrieb ich damals einer Freundin. Aus meiner Motivation, die im schwarzen Bikini am Strand liegt, wurde dann die lustige Milliardärswitwe, hinter der aber noch viel mehr steckt – der Widerspruch einer Pazifistin auf der einen und einer durchaus militanten Umweltschützerin auf der anderen Seite, und noch mehr.

So etwas zu basteln, meinen flüchtigen Traumbildern und Visualisierungen ein Leben, einen Namen, weitere Aufgaben, Hintergründe, Motivationen zu geben, das erfüllt mich mit Freude und gibt mir Kraft. Es hat mich über das Autopendeln nach Stuttgart – sieben Jahre lang! – gerettet. Gelegentlich sind die Geschichten die, die mir einzuschlafen helfen, manchmal sind’s auch die, die mich wach halten. Auf jeden Fall sind sie nicht wegzudenken. Wenn ich den Howard-Goldstein-Vortex und Am Rand des Strömungsabrisses (sowie in unbestimmter Zukunft vielleicht ein Sequel) schreibe und anderen zugänglich mache, so tue ich das vor allem, weil diese Geschichten wichtig für mich sind. Ken Mogis Definition von Ikigai anhand dessen, was Hobby-Manga-Zeichner in Japan an- und auf eine Messe treibt, darin habe ich mich mit meinen Geschichten wieder gefunden.

Ich tue das nicht für Euch. Aber ich freue mich, wenn ich es mit Euch und zu Eurer Freude tun kann. Wenn das, was ich schreibe, nicht gefällt – ist es immer noch Teil meines Lebens. Wenn ich nicht gerade ganz schlimm drauf bin, weiß ich, dass mir das reicht und alles andere Bonus ist.

Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne…

Heute habe ich mit etwas angefangen, was ich noch nie zuvor getan habe. Nur durch die Corona-Krise war dies möglich, denn meine Kollegen und ich werden nun ad hoc ermutigt, von Zuhause zu arbeiten. Und so war es heute mein allererster Tag im Homeoffice.

Um ehrlich zu sein: ich hatte den Horror davor, weil ich mich darauf freute. Ich fürchtete all die Ablenkungen und all den Komfort, den ich zuhause habe, und der so richtig gar nichts mit der Arbeit zu tun hat. Ich fürchtete, nichts auf die Reihe zu bekommen, mich in Ablenkungen zu verlieren.

Einen ganzen Stapel Schreiben hatte ich mit nach Hause genommen, die zu prüfen und in die elektronische Erfassung einzutragen ich über so viel Aktuelles, Hereinkommendes im Büro nicht geschafft hatte. Sie lagen, sie lagen lange, sie lagen hinter meinem Schreibtischstuhl auf der Arbeit auf dem Boden, weil im Regal kein Platz war. Clear Desk ist viel einfacher, wenn man elektronisch arbeitet, aber wir auf der Behörde tun das noch nicht. Ich befürchtete, kaum ein kleines Stück davon abarbeiten zu können, weil Ablenkungen, die Kaffeemaschine, mein privater Rechner…

Eben weil all das da ist. Indes: Ich habe konzentrierter gearbeitet als auf der Arbeit! Binnen kürzester Zeit stellte sich eine Routine beim Abarbeiten dieser drei Typen von Meldungen ein. Ich las sie, glich den „Ist“-Inhalt mit dem „Soll“ in unserer Datenbank ab, machte Notizen, trug es in die Tabelle ein, wo für jede Arbeitsstätte der Arbeitsaufwand der Überwachung erfasst wird, machte Markierungen, in welches Heft die Schreiben geheftet werden sollen, wenn ich sie wieder mit ins Büro genommen habe – wie am Fließband. Diese Arbeit, bei der ich normalerweise recht schnell die Lust verliere, zog mich in den Bann. Klar, ich machte meine Pausen, aber danach ging’s frisch weiter.

Nun bin ich einerseits begeistert, dass es so gut geklappt hat, und ich nur drei Vorgänge unerledigt wieder mitnehme, weil ich für deren Bewertung auch die umfangreichen Papier-Akten auf Arbeit brauche. Andererseits aber betrachte ich die Kehrseite des in der Überschrift verwendeten Hesse-Zitats: Wird sich auch hier eine Routine, eine größere Anfälligkeit für Ablenkungen einstellen? Ich hoffe nicht.

Für’s erste aber kappte ich die VPN-Verbindung, fuhr das Arbeits-Notebook herunter, stand von meinem Stuhl auf – und war im Wochenende. Da ich vom Sport heute eh einen Ruhetag machen wollte und auch mache, war das super, dass kein Arbeitsweg mehr vor mir lag.

Homeoffice. Das erste Mal. Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.

Es nicht zu weit treiben …

Es ist allgemein eine gute Idee, „es nicht zu weit zu treiben“. Das lehrt mich (auch) das Laufen, es gilt aber genauso für andere Dinge.

Ich bin vergangene Woche über 120 Kilometer gelaufen. Viele Leute werden jetzt fragen: „Wie jetzt? Es nicht zu weit treiben und dann das? Hast Du Dich verletzt und gemerkt, dass es zu viel ist?“

Nein, habe ich nicht. Es blieb bei der Erkenntnis, dass es viel war und in den Beinen zog, von Verletzung kann keine Rede sein. Meine Kilometerleistung im Jahr 2017 betrug 1400 Kilometer, im Jahr 2018 waren’s 2400 Kilometer, im Moment zeigt die Prognose für 2019 in Richtung 3800. Vor der 120er-Woche hatte ich schonmal eine 115er. Es gibt die Faustregel, nicht mehr als 10% pro Woche zu steigern, in Trainingsplänen sind stets Ruhewochen eingeplant, meist eine in vier Wochen. Dasselbe Prinzip gilt auch für anderes – geistige Arbeit, Feiern, eigentlich für alles. Aus dem Stand auf Höchstleistung und auf Dauerstrom Sein tun nicht gut, der Absturz danach kostet mehr Zeit und Kraft und erreichte Leistung, als der Sprint gebracht hat – wenn es überhaupt ohne bleibende Schäden bleibt.

Das Laufen lehrt mich, mit meinen Kräften zu haushalten – erstens über zum Beispiel einen Wettkampf, bei dem man auf längeren Wettkampfstrecken langsamer losläuft. Zu schnell starten kostet hintenraus unglaublich viel Zeit oder zwingt sogar zum Aufgeben. Zweitens lehrt laufen mich aber auch, generell mit meinen Kräften zu haushalten. Ich kann meinen geplanten langen Lauf am Sonntagmorgen nicht schaffen, wenn ich am Samstagabend spontan oder aus schlechtem Gewissen wegen Trainingsausfall am Freitag ein bretthartes Intervalltraining laufe. Ich kann auch nach einer 120-Kilometer-Woche nicht gleich eine 130er laufen, wenn’s die allererste Woche mit so viel Laufleistung war.

Ähnliches gilt für’s Feiern – mit zwei Geburtstagsparties am vorvergangenen Wochenende, einer gestern und einer Hochzeit am vergangenen freue ich mich schon auf ein ruhiges, völlig feierfreies Pfingstwochenende. Für’s Arbeiten gilt das natürlich auch – und wenn Druckaufbau und Frust zu groß werden, steigt die Leistung maximal kürzestfristig, kurz- und mittelfristig sinkt sie so, dass fraglich ist, ob der Sprint sich gelohnt hat – und langfristig kostet das mindestens Motivation.

Im Englischen sagt man: „Don’t push (yourself) too hard“. Für mich funktioniert die Übersetzung „Es/sich/andere nicht zu weit treiben/zu hart antreiben“ ganz gut.

Begeisterung

Es ist so ein Ding, das ich in Bewerbungen geschrieben habe, das ich als eine meiner hervorstechenden Eigenschaften empfinde – ich bin begeisterungsfähig. Eigentlich will jeder begeisterungsfähig sein, sich für etwas erwärmen, ja für etwas brennen können. Ich kann das – aber meist eben nicht konstant, jedoch immer wieder.

Begeisterung ist kein Dauertreibstoff. Irgendwann wird aus der Begeisterung Ernüchterung, denn begeistert zu sein ist auch eine Art Rausch. Das bringt sicher den einen oder anderen dazu, Begeisterungsfähigkeit als nicht zu positive Eigenschaft zu empfinden. Irgendwann ist die Begeisterung durch und dann muss man mit Willen, mit „Kraft“ durchhalten. Zwangsläufig flacht dann alles etwas ab. Bei mir kommt es aber meistens wieder!

So freue ich mich auf so manche Herausforderung, obwohl ich weiß, dass sie mir auf Dauer auf die Nerven gehen wird – aus Erfahrung. Dennoch, Begeisterung ist der Anfang, Durchhalten die Mitte, Befriedigung über das Geschaffthaben das Ende. Das trägt mich dann wieder zur Begeisterung für das nächste „Ding“. Natürlich gibt es auch die „Abturner“: der Fortgang stockt, alles ist komplizierter als gedacht, man bekommt – berechtigt oder nicht – eine Rüge, die Bedingungen lassen nicht zu, dass man so schnell vorankommt, wie man das möchte. Am Ende muss es doch – und dafür versuche ich, oft erfolgreich, meine Begeisterung wieder zu zünden. Denn auch wenn sie selten durch das ganze Projekt trägt, hilft sie doch fast immer, einen Start zu produzieren, an den man gerne anknüpft, wenn die Inspiration ausgegangen ist und es die Transpiration braucht, um fertig zu werden.

Das Ganze hier bezieht sich nicht nur auf den Howard-Goldstein-Vortex, sondern auch auf einiges mehr – auf Arbeit, im Privaten, im Sport. Denn wie man durchkommt, ist letztlich nicht so sehr vom Projekt abhängig, sondern vor allem vom Typus dessen, der sie beackert.

Motivation durch Ziele

Hallo zusammen!

Auch wenn ich, seitdem es den Blog hier gibt, etwas posten könnte, habe ich dies bisher noch nicht getan. Warum ich es jetzt mache, kann man mit einem Wort sagen: laufen! Es wird also ein Läuferbericht werden.

Vielleicht erst kurz etwas zu mir: Wie gesagt, habe ich hier noch nie etwas geschrieben – das ist mein erster Post. Wer also schreibt diese Zeilen? Holger ist mein Name. Ich bin mit Talianna verheiratet; daher auch die Befugnis hier schreiben zu dürfen. Da mal ein „vielen Dank“ an meinen Schatz! Aringus ist mein Nick-Name hier. Dieser Name existiert schon recht lange. Es war mein erster Name im Spiel Word of Warcraft, und zwar damals, als es frisch herausgekommen war. Dieser Name ist irgendwie hängen geblieben. Unter Aringus Ookami findet man auf YouTube auch meinen Let’s Play Kanal. Das ist ein großes Hobby von mir. Zwar nicht besonders erfolgreiches Hobby, aber doch immer noch mit Begeisterung. Aber das wäre, glaube ich, ein Thema für ein anderen Beitrag. Wenn überhaupt.

Aber jetzt zurück zum Thema.
Vor langer Zeit hatte ich einmal angefangen mit dem Laufen, aber es schnell wieder aufgegeben. Es tat mir in den Schienbeinen und vor allem im Knie weh. Es ging einfach nicht, ohne Schmerzen zu laufen. Und mit Schmerzen zu laufen ist keine gute Idee. Erst später hat sich herausgestellt, dass es doch ging. Und zwar mit anderen Schuhen und einem anderen Laufstil: dem Vorfußlaufstil. Damit konnte ich ohne Schmerzen (wenn man anfangs den Muskelkater in den Waden absah) gut laufen gehen. Da fing es also an. Dummerweise hat es nie wirklich sehr lange gehalten. Entweder durch Krankheit aufgehört und erst sehr viel später wieder angefangen oder der innere Schweinehund (diese fiese Sau – Entschuldigung – Hund) hat mich wieder davon abgebracht. Seit Anfang dieses Jahres laufe ich aber wieder; und bis jetzt habe ich es gut durchgehalten zumindest zweimal die Woche zu laufen.

Warum laufe ich? Und warum halte ich es diesmal durch? Erst einmal sollte man etwas tun. Grade wenn man in mein Alter kommt (ein halbes Jahr älter als meine Frau). Es ist zumindest nicht verkehrt etwas für das Herz-Kreislauf-System zu machen. Die Wahrscheinlichkeit für einen Herzinfarkt wird im Grunde mit jedem Jahr größer. Vor allem, wenn man gar nichts macht und auch noch verschleckt ist, wie ich es bin. Da hilft das Laufen doch ganz gut zum vorbeugen. Natürlich nur, wenn man nicht übertreibt. Von 0 auf 100 auf einmal zu kommen, ist natürlich das Gegenteil von gesund. Aber sich langsam steigern – sprich trainieren – hilft. Das ist natürlich nur ein Grund. Ein anderer ist, etwas Gewicht zu verlieren und den Bauch schmaler zu bekommen. Verschleckt sagte ich schon einmal, oder?

Das sind gute Gründe. Doch helfen diese den inneren Schweinehund zu besiegen? Die ehrliche Antwort ist: schwer. Er ist immer noch da, und es fällt mir immer noch sehr schwer, mich aufzuraffen und laufen zu gehen. Trotz guter Gründe fühlt es sich an, als ob der Schweinehund sich mit seinen 367 kg auf einen draufsetzt und sagt: „Ich geh hier nicht weg!“. Durch die Regelmäßigkeit geht es besser – aber vorhanden ist er immer noch.

Seit einiger Zeit habe ich aber noch ein weiteres Ziel, und das hat es bisher geschafft mich am laufen zuhalten. Es handelt sich um den Ehrgeiz, auch endlich mal bei einem Wettkampf mitzumachen. Natürlich keinen Halbmarathon. Keine Ahnung ob ich jemals soweit sein werde für so etwas. Aber beim Hambrücker Lußhardtlauf kann man auch einen 5-Kilometer-Lauf mitmachen. Und genau das ist die Entfernung, auf die ich grade trainiere.

Anfangs bin ich ca. 3 km gelaufen. Seit Ende Januar habe ich die Strecke auf 4 km erhöht. Und bis heute laufe ich die 4 km und versuche die Zeit zu verbessern. Ich versuche auch, die Strecke ein wenig zu erhöhen; muss ich doch auf die 5 km kommen! Die erste Zeit hatte ich eine Pace von 9:00 bis 9:30 pro Kilometer. Mittlerweile bin ich auf eine Pace von 7:30 – 8:00 pro Kilometer gekommen. Wobei man dabei sagen muss, dass auf meiner Laufstrecke (grade im Winter, wenn man noch nicht wirklich durch den Wald kann) auch eine kleine Erhöhung dabei ist und nicht alles flach. Das ist gleich noch mal eine Trainigssteigerung. Heute ging es durch den Wald und hier hatte ich meine bisher beste Pace. Und zwar 7:27 min/km. Und das auf eine Entfernung von 4,63 km! Das ist mehr als meine normale Trainingsroute und schneller. Da sehe ich – dass ich doch auf den besten Wegen bin.

Jedenfalls hilft mir dieses Ziel – diesen Wettkampf vor Augen – nicht mit dem Training aufzuhören. Das Fazit daraus: Wenn man ein gutes Ziel vor Augen hat – dann kann man sogar seinen inneren Schweinhund besiegen.

Von mir aus …

Heute fährt meine Bahn ganz normal. Dennoch sitze ich gerade nach knapp acht Kilometern Lauf in der S2. Ganz von mir aus!

Warum ich das mache? Die Bedingungen sind heute toll. Sonnig, blauer Himmel, 18 Grad Celsius. Auch wenn ich die Hitze mag, gegen so schönes Laufwetter werde ich mich nicht wehren. Auch wenn ich bei Hitze weniger langsamer werde als andere, bei Temperaturen um die 15-20 Kelvin unterhalb meiner Körpertemperatur bin auch ich schneller als im Wüsten- oder Dschungelklima.

Am Ende des Laufs sah ich an der Merkurstraße, dass meine S2 vier Minuten vor mir war. Also beschleunigte ich für den Kilometer bis zur Römerstraße von 5:40/km auf 4:35/km und rief noch etwas Tempo ab. Aus purer Lust an der Bewegung! Eben ganz von mir aus.

Vom Fehlermachen

„Das war falsch, das war falsch, verdammt – das war falsch!“

Metaphorisch, seltener buchstäblich rennen wir im Kreis, die Arme gen Himmel geworfen, da wir etwas „verbockt“ haben. Am besten noch gleich so, dass es ein größerer Personenkreis gesehen hat – und oftmals läuft’s dann auch noch so, dass wir nicht einmal mehr die Initiative haben, weil jemand anderes es merkt und mitteilt!

Ihr kennt das auch? Mies fühlt sich das an, und es nützt überhaupt nichts. Ich habe lang gebraucht, dieses aufwallende Gefühl der Demütigung zu begrenzen. Ich meine, es ist nur ein Fehler. Meist macht nur der, der gar nichts macht, keine Fehler. Es soll zwar nicht so sein, aber nicht selten schleichen sich auch Fehler ein, selbst wenn man sich kontrollieren lässt. Klar, man kann noch gewissenhafter rangehen, oft ist das sogar gar keine schlechte Idee.

Und da fängt es an. Ich lerne aus dem Fehler, beim nächsten Mal gewissenhafter drauf zu schauen. Ich sehe ihn, korrigiere ihn, kommuniziere das korrigierte Ergebnis. Ich renne nicht panisch im Kreis, die Arme hochgeworfen – vielleicht werde ich sogar nur noch rot im Gesicht, weil ich mich schäme, etwas übersehen zu haben. Vielleicht nicht einmal mehr das. Vielleicht lerne ich aus dem Fehler nicht nur etwas über meinen Umgang mit Qualitätssicherung, sondern auch über die Sache, in der ich einen Fehler gemacht habe.

Es heißt nicht, dass ich nicht kritikfähig bin, wenn ich mich von berechtigter oder unberechtigter Kritik nicht mehr persönlich angegriffen fühle. Aus dem interpretierten Angriff, den der Fehler – ob von anderen wahrgenommen oder nur von mir selbst gesehen – auf meine Gewissenhaftigkeit, meine Person darstellt, kann ich Wut auf den Überbringer der Fehler-Botschaft oder auf den Fehlermacher generieren. Ich kann – und sollte – es aber lieber lassen. Denn dass jeder mal Fehler macht, auch manche Fehler wieder macht, ist Fakt. Wut oder Scham machen weder den Fehler noch die Erkenntnis einer Gruppe, dass ich fehlbar bin, wieder rückgängig. Sie behindern mich sogar dabei, weiter zu machen und den Fehler zu beheben, erst recht, weil dann eine übersteigerte Angst vor einem erneuten Fehler hinzukommt.

Ich habe mal irgendwo gelesen, dass eine gute Fehlerkultur eine solche ist, in der man ausruft: „Faszinierend, ich habe einen Fehler gemacht.“ Ich halte das für Utopie. Aber je näher ich an dieses Ideal herankomme, um so weniger beherrschen meine Fehler mein Tun und meine Reflektion über mein Tun, sondern verbessern es.

Ich bin stolz darauf, mich dieser guten Fehlerkultur anzunähern. Langsam, in kleinen Schritten, manchmal auch mit Rückschritten. Aber zumindest bringen mich Fehler im Umgang mit meinen Fehlern weiter – im Umgang mit meinen Fehlern. Das ist doch mal ein Modell für den Umgang mit Fehlern in anderen Dingen als dem Umgang mit Fehlern, nicht wahr?

Zahlen-Magie

Es geht ein gewisser Zauber von Zahlen aus, der mich immer wieder in seinen Bann zieht. Es geht vom Offensichtlichen der eigentlichen Eigenschaften der Zahlen in einem weiten Bogen über die Wirkung, die Zahlen haben und jene, die ihnen zugeschrieben werden.

Letzteres, also der Zahlen-Mystizismus, Numerologie und vergleichbarer – sorry – Quatsch lässt mich vor allem verblüfft zurück, wie viele Menschen das unkritisch und nicht als Symbolik hinnehmen. Ich bemerke aber an mir selbst, dass ich auch da gewichte. Die Angst vor der 13, insbesondere verbunden mit dem fünften Tag der Woche, hinterlässt mich irritiert, während ich ganz gut akzeptieren kann, dass die „Vier“ im japanischen wie der Tod klingt und daher zu vermeiden ist, also bevorzugt drei oder fünf Gäste zu einer Teezeremonie einzuladen sind und nicht vier. Auch mit der Acht als Glückszahl, weil ihr Zahlzeichen sich in Richtung der Zukunft weitet und öffnet, komme ich besser klar als mit der Dreizehn als Unglückszahl. Dieser (überspitzt gesagt) Geringschätzung einheimischen Aberglaubens bei Akzeptanz vergleichbarer Strukturen in anderen Kulturen als „Konvention“ muss ich wohl mal ein paar Gedanken widmen.

Aber ich wollte nicht in erster Linie darüber schreiben. Auch über die teils faszinierenden Eigenschaften von Zahlen als solche wollte ich nicht eigentlich hier schreiben, aber da ich das erwähnt habe … zum Beispiel ist es etwas, das einen verwundert zurücklassen kann, dass es beliebig große Primzahlen gibt. Man sollte mit „gesundem Menschenverstand“ (was für ein Euphemismus!) annehmen, dass bei hinreichend großen Zahlen immer mehr als zwei ganzzahlige Teiler zu finden sind. Indes, es ist nicht so. Auch die verschiedenen Mächtigkeiten von Unendlichkeit bei Zahlen versetzen mich immer wieder in Staunen.

Der eigentliche Anlass, die eigentliche Idee hinter diesem Post ist aber eine andere „Zahlen-Magie“. Es geht um die Rückwirkung von Zahlen auf mich selbst, von gesteckten Zielen, von über Zahlen erfassbaren Strukturen in meinem Leben. Ziele lassen sich hervorragend in Zahlen formulieren, die dann für physikalische oder ideelle Größen stehen. Zahl der gelaufenen Kilometer, in Zahlen ausgedrückte Geschwindigkeit (ob nun als Laufjargon-„Pace“ in Minuten pro Kilometer oder in Kilometern pro Stunde), Zahl der produzierten Seiten an Papier für einen Bericht – solche Dinge. Zahlen sind dabei hervorragend, um Ziele zu formulieren. 1500 Kilometer Laufen dieses Jahr als Jahreziel, dann mein momentanes Projekt: 500 gelaufene Kilometer vor Ende des ersten Quartals (13,1 Kilometer fehlen noch). 8000 Schritte am Tag.

Zumindest ich kann vieles in Zahlen ausdrücken und das motiviert mich dann in der Regel sehr. Was mir aber in letzter Zeit besonders auffiel und mich dazu gebracht hat, Zahlen als Magie zu bezeichnen: Hin und wieder beim Laufen denke ich irgendwelche willkürlichen Zahlen, meistens große Zahlen. Oft korrespondieren sie in irgendeiner, gelegentlich ziemlich weit hergeholten Form mit meinen Zielen. Oft bilden sie dann Mantras – die mich vorantreiben. Das ist dann Magie in ihrem besten Sinne: Ich benutze die Zahl, das Zahlwort als Mantra, dieses Mantra als Fokus, um meinen Willen, meine Gedanken, meine Leistung auf einen Punkt zu bringen, ohne dass die Zahl eine eigentliche Aussage über das hinaus hat, was ich in sie hineinprojiziere. Zahlenmagie eben.

Siebentausend!

Aber ich weiß es

Meine Serie ist weg und doch noch da. Welche Serie?

Achttausend Schritte am Tag wollte ich machen und mache ich auch, seit über neunzig Tagen. Zum Nachweis benutze ich meinen Schrittzähler und die zugehörige Handy-App. Theoretisch zumindest, denn praktisch stehen da nicht die 91 Tage, für die ich tatsächlich jeden Tag mindestens achttausend, meistens über zehntausend Schritte getan habe. Mein iPhone 5S hatte über viele Lade- und Benutzungsvorgänge, teils beim Joggen in ganz schöner Kälte, allmählich eine Akku-Laufzeit, dass man denken könnte, da wäre kein Lithium-Ionen-Akku mehr drin, sondern ein hübscher kleiner Kondensator. Nach Akkutausch hätte ich immer noch ein altes Telefon gehabt – also habe ich mir ein neues Telefon gekauft. „Bigger, Better, Faster, More“, könnte man meinen, aber ich bin da ein bisschen … äh … konservativ. Ein iPhone SE wurde es, denn bei dem kann ich davon ausgehen, dass es noch ein bisschen länger aktuell genug ist, um vernünftig mit allen Apps und Features zu funktionieren als das 5S, aber es hat dieselben Maße. Ich habe zwar große Hände, aber ich schätze es, wenn mein Telefon nicht zu groß für Bedienung mit einer Hand ist.

Was das mit meinen Schritten zu tun hat? Tja, mein Schrittzähler synchronisiert sich via Bluetooth mit dem Telefon, das Telefon synchronisiert sich dann mit der Datenbank von Runtastic. Dummerweise scheint mein akkuschwaches iPhone 5S das seit Mitte Februar nicht mehr richtig auf die Reihe bekommen zu haben. Somit habe ich seit dem 19.12.2017 jeden Tag einen grünen Balken von mindestens achttausend Schritten in der Statistik, die jäh am 10.02. enden. Seit dem 14.03. werden die vielen Schritte – bis zu siebenunddreißigtausend an einem Tag! – wieder angezeigt.

Aber auch wenn mein Telefon nun nur eine Serie von sechs Tagen in Folge achttausend Schritte oder mehr anzeigt, ich WEISS es, dass es 91 sind und heute 92 werden. Manchmal muss ich sagen, finde ich das super-ätzend, unverschuldet die motivierende Serien-Anzeige verloren zu haben. Aber so ist es nunmal – woran das nun genau lag, keine Ahnung. Ist auch egal, denn ich weiß ja, dass wenn ich nicht gerade richtig faul werde, noch vor Ostern einhundert Tage in Folge über achttausend Schritte auf meinem „Konto“ sind. Und das ist doch schon was, selbst wenn durch Datenverlust auf dem Telefon die Serie nur in meinem Kopf korrekt angezeigt wird.

Radikale Maßnahmen?

Den (vorhandenen) aktuellen Anlass für einen Post dieser Thematik werde ich Euch nicht auseinandersetzen, zumal es sich dabei nicht um mein eigenes Problem dreht. Mir kommt nur zur Zeit ein allgemeines Problem bei der Lösung von problematischen Situationen wieder recht deutlich zu Bewusstsein.

Grundsätzlich gibt es im Leben eine ganze Reihe verschiedener Kategorien von Problemen. Kleine Probleme mit klaren Lösungen gibt’s zwar recht häufig, aber um die soll es hier nicht gehen. Das Leben ist sehr komplex und oft spielen ganz verschiedene Aspekte zusammen, die aus einer Menge kleiner Reibereien und Probleme, die allein lässig gelöst oder ertragen werden könnten, einen riesigen Knoten machen. Ganz konkret möchte ich meine Situation anführen: Sechs Jahre lang pendelte ich nach Stuttgart, fast 90 Kilometer eine Strecke, über eine zunehmend dauerverstopfte Autobahn. Dabei lag mein Lebensmittelpunkt weiterhin nahe Karlsruhe, die Arbeit meines Mannes nahe am Wohnort zwischen Karlsruhe und Rastatt. Dazu bin ich eine sehr auf soziale Interaktion gepolte Person, die rausgeht, Leute trifft, viele Leute kennen mag, während mein Mann ein ruhiger Typ ist, dem es eher zuwider ist, wenn zu viele Personen um ihn herum sind. Ganz langsam, schleichend, über ein paar andere Aspekte, die nicht so toll waren, schlichen sich immer mehr ungesunde Mechanismen in die Situation ein. Mein Mann veränderte sich im Unternehmen beruflich und wusste nicht, ob das gut oder schlecht war, ich laborierte zeitweise mit der Colitis ulcerosa herum, eine von mir gewollte Veränderung an anderer Stelle hing ein Jahr lang in der Luft und scheiterte dann. Aufgaben blieben zwangsläufig liegen und stauten sich an, zugleich wurde die Fahrt zur Arbeit nicht nur subjektiv, sondern auch objektiv immer länger und unentspannter.

Natürlich entwickeln sich in so einer Situation Momente, in denen man den anderen an die Wand klatschen will – für etwas, das einem sonst ganz egal gewesen wäre. Momente, in denen man sich fragt, ob’s allein nicht besser ginge, ob man nicht die Zwänge des Zusammenlebens abschütteln will. Ich habe das nicht getan, und ich wollte es auch nie wirklich. Aber einfacher wär’s an manchen Stellen schon erschienen, entweder spontan die Pendelei ohne neue Option an den Nagel zu hängen oder von der Beziehung weg, zur Arbeit hin zu ziehen. Nur: Das hätte kurzfristig Momente gelöst, aber neue Probleme geschaffen. Ich habe nicht ohne Grund damals meinen Mann geheiratet und nicht ohne Grund mit einer gemeinsam gekauften Wohnung und mehr Bindungen geschaffen. Vor ungefähr zwei Jahren, so genau kann ich das gar nicht sagen, war recht deutlich zu merken, dass ich immer unzufriedener wurde. Oft äußert sich das bei mir in Laune – und Musik. Ein Freund und mein Mann, mit denen ich regelmäßig Mittwochs am PC spiele, waren geschockt von meiner negativen Reaktion auf ein neues Spiel, das wir ausprobierten. Ich reagierte zwischen resigniert und sauer, wollte aber unbedingt dran bleiben. Ich bin noch immer der Ansicht, dass meine Reaktion überinterpretiert wurde, aber die beiden kennen mich schon lange – und nicht nur durch Spiele, sondern auch in vieler anderer Hinsicht sehr gut. Wenn sie eine „schockierende“ Reaktion sehen, dann ist das eine Warnung. Es gab noch mehr. In meinem Kopf vereinigten sich zudem an manchen Stellen Kleinigkeiten, die mein Mann tat (und die eigentlich gar nicht schlimm waren) zu einen vor-sich-hinsingen der Zeile „You know the bed feels warmer sleeping here alone“ aus Kelly Clarksons „Stronger“, weil ich vor lauter Druck das Schöne nicht mehr sehen konnte, all die wichtigen Dinge, die ich aus meiner Beziehung und meinen Freundschaften nehme.

Nun hätte ich aus diesen Momenten, die durchaus nicht wenige waren, einen radikalen Schnitt ableiten können. Zeitweise hätte das vielleicht sogar richtig gewirkt. Es klingt einfach, schafft aber neue Probleme. Meistens kommen solche Probleme aus sich selbst heraus und aus den anderen heraus. Meistens stauen sie sich eine Weile an und lassen sich nicht oder nur mit massivem Kollateralschaden auch auf sich selbst schnell und radikal lösen. Das angesammelte Problem aus vielen kleinen, lösbaren Komponenten, die zu einem verstopfenden, unentwirrbaren Knäuel werden, nimmt man mit sich mit, wenn man es wie den Gordischen Knoten durchschlägt. Die losen Enden verknotet man doch wieder und die Hälfte des Knotens bleibt so unlösbar wie zuvor, durch das nonchalante Wiederverknoten vielleicht sogar noch unlösbarer als der ganze Knoten zuvor.

Liebgewonnenes und für das persönliche Leben und das Umfeld Wertvolles zu erhalten, das man im radikalen Schnitt verlieren würde, kann man aber schaffen. Oft sind die zugrundeliegenden Probleme schwer zu lösen – die Anfangseuphorie nach dem radikalen Schnitt überdeckt sie nur, dann kommen sie wieder. Man sagt ja gerne, dass Menschen doch immer wieder bei demselben toxischen Typus Partner landen, wie oft sie sich auch trennen. Es geht auch nicht darum, den Partner zu ändern, sondern einen nicht toxischen Umgang mit dem Typus Mensch zu finden, mit dem man sich instinktiv gerne verbindet, mit der Art Arbeit, die man gerne und gut macht, und den Hobbies und Freunden, die einem wichtig sind. Das ist unendlich viel schwerer und langwieriger als der radikale Schnitt, aber es ist auch nachhaltiger. Ohne tiefgreifende Analyse und Veränderung des Weges, der in die verfahrene Situation geführt hat, ändert sich nämlich auch nach Trennung nichts. Man wiederholt dann nur. Das Problem an diesen langwierigen, nachhaltigen Veränderungen ist, dass nach Erkennen des Problems erst einmal das Entwerfen von Veränderungen ansteht. Danach kommt das Umsetzen dieser Veränderungen – und insbesondere sich selbst zu verändern ist schwierig und dauert. Nach der Aufbruchsstimmung des erkannten Problems folgt die Ernüchterung: Es dauert, eine adäquate, nicht so viel Pendeln erfordernde Arbeitsstelle zu finden. Es dauert, bequeme und liebgewonnene Schuldzuweisungsmechanismen für eigene Unzulänglichkeiten abzulegen. Oft dauert es sogar, aus der Analyse der Komponenten der komplex-katastrophalen Situation die richtigen Veränderungen abzuleiten, das geht teils in Irrwege, teils ist es schlicht zäh.

Lange Rede, kurzer Sinn: Wenn eine Situation über lange Zeit und viele, langsam zusammenkommende Komponenten unerträglich geworden ist, braucht’s eine langfristige Veränderung, die nachhaltig ist. Im ersten Moment mag ein radikaler Schnitt wie die Lösung erscheinen. Wenn der Schnitt Raum für diese Veränderung gibt und man mit dem Verlust all der schönen und wichtigen Dinge leben kann, die einen nicht viel früher abhauen haben lassen, okay. Ansonsten ist es aber die Sache wert, durch das tiefe Tal, durch den Trog zu gehen und gemeinsam mit denen, die einen in das Tal begleitet haben, den anderen Hang wieder zu erklimmen.

Ist ein bisschen wie mit einer Diät oder einem Burnout. Wenn ich über Jahre, vielleicht Jahrzehnte in falscher Weise zu viel gegessen habe oder in toxischer Weise zu viel gearbeitet oder das zu sehr an mich herangelassen habe, wird das nicht mit zwei Monaten Diät oder Psychotherapie, neuen Klamotten oder einem neuen Job gelöst. Die Mechaniken sind weiter in uns drin. Sie werden uns wieder an den Punkt bringen, wenn die Euphorie und die Aufbruchstimmung des Schnitts vorbei sind. Zwei Monate lang nix essen und dann wieder Burger im Vorbeirennen und Berge von Schokolade am Schreibtisch lösen das Problem nicht. Mit Beziehungen, Familie, Arbeit und dem Konglomerat aus Sozialem und Lebenswandel ist es auch nicht anders.

Am Ende des Tages hat man aus der furchtbaren Situation und einem unendlich erscheinenden Tal Automatismen geschaffen, die einen oben halten, wo vorher welche waren, die einen runterzogen. Ich bin heute glücklicher, stärker und zugleich rücksichtsvoller, aber auch besser im Einfordern von Rücksicht als noch vor drei, vier Jahren. Auch das verdanke ich dem Willen zu bleiben und der Scheu vor dem Davonlaufen, die mich ZWANGEN, an mir und meinem Umfeld zu arbeiten. Vielleicht ist dieses Verändern dann doch die radikalere Maßnahme als das Davonlaufen oder Rauswerfen.