Die Grundversorgung sicherstellen

Derzeit hat – wie kaum anders zu erwarten – das rennwerk zu. Die Filiale in Karlsruhe mit Petar und Mario ist ja der Laufladen, den ich nach Mittagspausenläufen gerne mal auf einen Plausch und wann immer ich neue Schuhe brauche, besuche. Allerdings steht insbesondere bei meinen Vibram Fivefingers ein Generationenübergang an. Außerdem will ich, dass das rennwerk die Zu-Phase überleben kann. Zum Glück haben sie mit dem Shop4Runners auch ein Angebot, wie man außerhalb des Ladens zu deren Schuhen kommt.

Normalerweise kommt das für mich nicht in Frage. Warum nicht? Ich möchte die kompetente Beratung, das Probieren von Alternativen zu meinen vielfach eingefahrenen Wegen und den netten Plausch nicht missen, auch die Begegnungen mit anderen Läufern im Laden – egal, ob die oder ich Schuhe kaufen – ist mir wichtig. Aber im Moment geht es nicht. Also habe ich meine Gutscheine hier liegen gelassen, um sie später mal einzulösen, und online beim Shop für Läufer des Rennwerks bestellt. Es war natürlich nur die Grundversorgung – Altra Escalante, fünftes Paar und Vibram FiveFingers V-Run, drittes Paar.

Ein Drei-Generationen-Gruppenbild: Altra Escalante, Paare Nummern 3, 4 und 5, Vibram FiveFingers V-Run Paare Nummern 2 und 3.

Das jeweils vorderste, teilweise umgedrehte Paar ist gerade im Straßeneinsatz. Man sieht’s den FiveFingers an, dass sie bald durch sind – die schwarze und die gelbe Schicht sind schon durch, das Innenmaterial der Sohle liegt an einer Stelle frei. Das laufe ich noch durch, dann haben sie ihre Schuldigkeit getan.

Die grünen Escalantes (ich hatte vorher schon so ein Paar) sind gerade im Straßeneinsatz und wohl schon über die Hälfte ihrer Lebensdauer belaufen, die blauen Escalante 1.5 belaufe ich gerade indoor auf dem Laufband und habe sie im Fitnessstudio an. Sobald die grünen durch sind, kommen die blauen auf die Straße. Indoor, im Fitnessstudio und in Reserve rücken dann meine fünften, die gelbgrünen Escalante 2.0 nach.

Ein wenig fasziniert realisiere ich, dass ich tatsächlich meine Vorfuß-Lauferei deutlich sehen kann: Aufkommzone an der Außenkante des Vorfußes, Abdruck über die große Zehe. Insbesondere der Abnutzung auf der großen Zehe bin ich mir gerade erst so richtig bewusst geworden, wo ich das Schwarze bei den Altra Escalante und das gelbe bei den V-Runs durchschimmern sehe.

Dass ich auf diesen Schuhmodellen 50% meiner Laufkilometer bestreite, rechtfertigt durchaus, immer ein Modell in Reserve und eventuell sogar eines im Halleneinsatz auf Wartestellung zwischen Reserve und Straßeneinsatz zu haben.

Gewonnene Schuhe

Meine neuen Trail-Sauconys stehen auf meinen alten, ziemlich am Ende ihres Lebenszyklus befindlichen Saucony RideIso.

Beim Regio Cup gab es für mich einen Schuhgutschein – ein kostenloses Paar Saucony Laufschuhe. Eigentlich wollte ich die Saucony RideIso ersatzlos streichen, aber in den letzten Wochen, vor allem nach dem Marathon, kam ich davon ab. Zudem hatte ich mich bei der Wanderung im Murgtal aus Mangel an Profil unter meinen Schuhen mal auf den Hintern gesetzt.

Also ging ich sofort drauf ein, als Petar vom Rennwerk mir statt des Ersatzes der alten RideIso durch neue RideIso die oben gezeigten, wasserfesten, trail-profilierten Schuhe hinstellte. Sobald die alten Sauconys „fertig“ sind, werden dann wohl im Winter gerne die neuen Trail-Schuhe benutzt. Beim Probelaufen auf einem vom eigenen Laufen gesteuerten Laufband beim Rennwerk und einem Spaziergang durch den Schlossgarten danach fühlten sich die neuen Schuhe schon angenehmer an als die alten – es könnte doch etwas werden – oder bleiben, mit mir und Saucony. Die gezeigten Peregrine 8 Ice jedenfalls mag ich gerne! Das ändert nichts an meiner gestählten Liebe zu den Altra Escalante und der neuen Liebe zu den Mizuno WaveShadows sowie meiner innigen Beziehung zu meinen FiveFingers … aber … wie gesagt: Es könnte auch etwas bleiben mit mir und Saucony, so wie sich das anfühlt. Nur die Kinvara 9, die waren ein tolles Experiment, aber die WaveShadows sind mir lieber.

Dampf im Schritt

Uff! Das ist eine Überschrift, nicht?

Noch besser: es war ein Mann, der mir sagte, ich hätte Dampf im Schritt. Genaugenommen sagte er, es (das ich gleich näher definieren werde) sei kein Wunder, da ich so viel Dampf im Schritt habe.

Ihr werde es kaum glauben: Die Unterhaltung war völlig unschuldig und harmlos! Es ging nämlich um die mittlerweile schon recht deutlichen Abnutzungserscheinungen an meinen Saucony RideIso. Die sehen an der Spitze und an der vorderen Außenkante schon recht zerkaut auf – was daran liegt, dass ich als Vorfußläuferin auf der vorderen Schuh-Außenkante aufkomme, auf die Spitze abrolle und dann abstoße – und das mit Schmackes. Eben mit „Dampf im Schritt“. Genau das meinte Mario vom Rennwerk auch, und erst, als ich die Szene jemandem (meinem Mann) erzählte, wurde mir die mögliche zweite Bedeutung klar –

Und dann fand ich es nicht nur schmeichelhaft, sondern auch sehr lustig.

Die Lehre

Ich hatte mich ja gestern am Fuß verletzt. Daraus habe ich mehrere Lehren gezogen, die ich heute, wo es schon wieder besser wird, recht klar sehe:

  1. Feldwege sind kein Asphalt. Klingt banal – aber sollte sich im Schuhwerk niederschlagen.
  2. Ich bin eher keine Trailrunnerin, sondern auf Straße und Bahn ausgelegt. Ich sollte nicht so tun, als wäre ich es – und auf unebenem, schrägem Untergrund hinreichend vorsichtig laufen.
  3. Mein Laufstil, der vor allem auf dem Vorfuß aufkommt und von ihm wieder abspringt, benutzt intensiv die Muskeln, Sehnen und Knochen des Fußes, insbesondere des Gewölbes.

Und so freue ich mich, dass bereits gestern Abend das Humpeln weniger wurde, mein linkes Fußgewölbe wieder zunehmend tragfähig wird, ohne wehzutun. Mit dem ganzen Gewicht drauf ist es immer noch am schmerzen – deswegen habe ich das Laufen heute unterlassen. Morgen früh schaue ich mal wieder in mich hinein und gucke, ob ich zum Lauftreff gehe – die zwei Mal siebzehn Kilometer am Freitag und die dreißig Kilometer, die ich für Sonntag geplant habe, sind aber definitiv passé.

Ich habe allerdings das Gefühl, dass ich eine solche Verletzung schon einmal hatte – ich kann nicht sagen, ob links oder rechts, aber das Gefühl kommt mir bekannt vor. Es ist so ein Gefühl, wie man es manchmal bei Verspannungen hat – man müsste nur ein bisschen stärker anspannen oder dehnen, dann knackt’s und ist besser. Das werde ich aber nicht ausprobieren, da ich mir sicher bin, damit etwas kaputt zu machen. Auch letztes Mal, wenn ich die indifferenten, dumpfen Erinnerungen deute, ging’s recht schnell mit der Genesung, danach kam ich recht schnell wieder ans Laufen. Für die Zukunft gilt allerdings: Wenn ich Feldwege laufe, brauche ich definitiv weniger direkte, besser gedämpfte, mehr stützende Schuhe als den superschnellen Kinvara 9. Mit den Escalantes, dem RideIso oder einem Mizuno WaveRider wäre das vermutlich nicht passiert. Außerdem ist es besser, ein bisschen die harten Halme und Zweige auf der geraden Trekker-Rad-Spur gegen die nackten Schienbeine zu bekommen, als sich auf der schrägen, halm- und zweigfreien anderen Trekker-Rad-Spur den Fuß zu vertreten.

Ganz am Ende des Tages ist aber auch noch eine Erkenntnis: Es ist für mich und für mein Umfeld ein Segen, dass ich recht robust bin gegen Laufverletzungen. Warum? Ganz einfach: Ich merke schon jetzt, wie ich unleidlich werde. Ich würde vermutlich die Wände hochgehen und mein gesamtes Umfeld unglaublich stressen, wenn ich länger nicht laufen könnte. Jetzt dürft Ihr gerne mit dem Schlagwort „Sucht“ kommen – allerdings behaupte ich, dass rein von der Biologie des Menschen das regelmäßige Laufen dem Bedürfnis nach Essen näher kommt als einer Sucht nach Alkohol oder Nikotin, zum Beispiel.

Killer Queen

Ich brauche kein Schießpulver, kein Dynamit und keinen Laserstrahl.

Von oben sehen sie noch nicht so fertig aus, meine zweiten Escalantes, hier im Bild mit den dritten.

Ich mache Dinge mit Ausdauer kaputt – zumindest Schuhe. Mein zweites Paar Altra Escalante zeigte gestern morgen schon leichte Anzeichen von … Degeneration. Etwa 1100 bis 1200 Kilometer haben die Freunde nun. Sie haben mich über fast ein Jahr getragen – am 09.06.2018 habe ich die alten, blauen der ersten Generation ausgemustert. Die sahen damals aber noch viel besser aus als die zweite Generation jetzt:

Unverkennbar, welches das belaufene Paar ist …

900 Kilometer habe ich dem ersten Paar Escalantes zugemutet. Dem zweiten habe ich es mit über 1100 Kilometern dreckig gegeben. Dementsprechend sehen sie auch aus. Gestern habe ich sie ausgemustert.

Von unten ist die Vernichtung an meinen abgeliebten Escalantes fast noch weniger beeindruckend als von der Seite.

Die Aufkommzone an der Außenkante, die Abdruckzone an der Spitze, viel ist jeweils nicht übrig. Am linken Schuh habe ich die Verbindung zwischen Sohle und Obermaterial auf drei Zentimetern Länge aufgerissen, auf der Fußspitze ist der Schuh an einer Stelle von innen aufgeschabt. Zwischen den grünen Segmenten wird die Sohle allmählich instabil, quietscht leicht, wenn ich sie beim Gehen stauche. Hinten sehen sie bei mir als Vorfußläuferin natürlich noch deutlich besser aus als vorne. Nichtsdestotrotz: sie sind fertig. Elf- bis zwölfhundert Kilometer intensivstes Training und einige Wettkämpfe sind durchaus ein Alter, in dem Laufschuhe die Flügel strecken dürfen. Getragen haben sie mich zu neuen Bestleistungen über 12 Kilometer (Campus Run Uni Stuttgart 2018, Köhlbrandbrückenlauf 2018), 10 Kilometer (Stadtwerkelauf Karlsruhe 2018, Neureuter Volkslauf 2019), 15 Kilometer (Winterlaufserie Rheinzabern 2018/2019, Rißnertlauf 2019) und Halbmarathon (Dämmermarathon 2019) und meinen ersten Marathon (Baden-Marathon 2018). Zweite Plätze haben sie mir öfter beschert – dreimal insgesamt, mehrfach in der Altersklasse.

Bye, bye, Escalantes, es lebe Escalante: The Next Generation!

Angelaufen, eingelaufen: Saucony RideIso

Und weiter geht die Gear-Woche!

Der Saucony RideIso war einer von zwei Schuhen, die in der engeren Auswahl waren, als ich meinen Mizuno WaveRider ersetzte. Die WaveRiders haben mich eine ganze Weile begleitet – und ich wollte einen angenehmen, komfortablen Schuh, in dem ich mir keine Gedanken machen muss. Petar vom rennwerk stellte mir (neben einigen anderen) den Mizuno WaveShadow und den Saucony RideIso hin. Zu den WaveShadows könnte es in einem halben Jahr was hier geben, die habe ich mir bestellen lassen. Im Moment des Kaufes „damals“, letzten Herbst, waren aber die RideIso meine Wahl – und sie haben sich bewährt. Einige hundert Kilometer sind schon drauf.

Meine Saucony RideIso.

Mein Schuh und ich
Der RideIso ist nicht so ein spezieller, aktivierender Null-Sprengungs-Schuh wie der Altra Escalante und auch nicht so ein recht hartes, leichtes Wettkampfmaterial wie der Kinvara 9. Nein, es ist ein Schuh zum Wohlfühlen, das Laufschuh-Äquivalent einer weichen Bettdecke auf dem Sofa, zumindest für mich. Ich falle auf die Ferse runter – kein Problem. Ich tänzle auf den Ballen – geht auch. Ich experimentiere mit Stil oder irgendwas – ebenfalls in Ordnung. Gerade, wenn ich mit Rucksack unterwegs bin und ein bisschen mehr Zeug drin ist, laufe ich am liebsten den RideIso, weil das Zusatzgewicht auf dem Rücken den Zusatzkomfort am Fuß haben will.

Nochmal der RideIso.

Saucony RideIso und Laufstil
„Lauf doch, wie Du willst!“, das sagt der RideIso zu mir. Die Sprengung ist klein genug, um mein „leichtfüßiges Getänzel“, wie Lauftrefffreunde es nennen, auch mal mit schweren Beinen durchzuziehen, aber die Dämpfung erlaubt auch, mal schnell und hart über die Ferse zu laufen. Stabilität ist auch genug vorhanden, insbesondere wohl durch die Form der „Zunge“ und der Schnürung. Man kann mit dem Stil rumspielen – ein Allrounder. Nur so richtig schnell ist er nicht, und die Richtungswechselspritzigkeit, die ich beim Kinvara 9 so genieße, ist auch nicht da. Dafür verzeiht der Schuh ziemlich viel, was man sonst oder in anderen Schuhen nicht macht. Zum Wohlfühlen und nicht auf den Stil achten halt.

Mittlerweile habe ich an der Außenkante, meiner Aufkommzone, ein bisschen die Sohle abgenutzt.

Trainingstest
Auch beim RideIso gab’s keinen Wettkampftest. Da laufe ich Altra Escalante. Aber ich habe den RideIso bei Regen, Eis, Kälte, Wärme, Matsch, Asphalt eingesetzt, auch mal bei Experimenten mit Gewichtsmanschette, beim Heimlaufen mit Rucksack – nirgendwo weckt er den Wunsch, Wettkampf drauf zu laufen, aber immer tut er seine Pflicht, erfüllt seine Aufgabe und verzeiht, wenn man mal unaufmerksam ist. Insbesondere auf unebenen Feldwegen und Matsch oder Eis kommt einem die Mischung aus Dämpfung und Stabilität entgegen. Ein Trainingsschuh. Für alle Gelegenheiten. Kein Wunder, dass er von den heißgeliebten Escalantes abgesehen am schnellsten Kilometer gewinnt, mein RideIso.

Fazit
Bequemer Schuh für alle Trainingsanlässe. Funktioniert. Im Gelände, auf Asphalt, in platt oder frisch, mit Rucksack oder ohne, bei Eis, Schnee, Regen, Hitze. Dämpfung passt, Stabilität ist super. Wettkampf drauf laufen würde zumindest ich nicht. Da gibt’s schnellere, die immer noch bequem sind. Aber wenn ich so richtig gar nicht weiß, was auf mich zukommt, beim Loslaufen – oder beim Packen für eine Dienstreise, bei der nur ein Paar Schuhe in den Koffer passt – keine Frage: RideIso.

Angelaufen, eingelaufen: Saucony Kinvara 9

Ich wollte mal wieder Abwechslung für die Füße – das war irgendwann letzten Frühsommer. Im Rennwerk empfahl mir Petar den Saucony Kinvara 9, da ich etwas recht direktes haben wollte – und so habe ich den Schuh auch erlebt. Direkt beim ersten Mal mit dem Schuh draußen kam ich in eine Situation, für die der Kinvara eigentlich nicht gemacht ist – auf dem geteerten Feldweg entlang der B36 und der neuen Bahnlinie zum Rastatter Tunnel hatten Baufahrzeuge eine fünf bis acht Zentimeter dicke Schicht aus sandigem Schlamm hinterlassen, zehn Meter breit. Daher hatte der nicht wasserdichte Schuh gleich mal eine sandig-dreckige Schicht drauf. Doch da kann natürlich auch der Schuh nichts für.

Mein Schuh und ich
Der Kinvara 9 hat verhältnismäßig wenig Sprengung, was mir als Vorfußläuferin entgegenkommt. Er ist leicht und – so schreibt es Saucony – dynamisch gedämpft. Ein tolles Erlebnis! Dass ich dennoch mit dem Kinvara 9 zwar warm geworden bin, er aber dennoch noch nicht so viele Kilometer drauf hat, liegt an der Konkurrenz – der Altra Escalante ist einfach mein Schuh. Dennoch: Der Kinvara 9 kommt meinem Laufstil, bei dem ich kaum die Ferse absetze, eigentlich sogar gar nicht, sehr entgegen.

Meine Saucony Kinvara 9. Vorne sieht man noch immer die Spuren, die eine Begegnung mit sandigem Bauschlamm auf dem ersten Auslauf mit den Maschinen hinterlassen haben.

Saucony Kinvara 9 und Laufstil
Petar vom Rennwerk hat mir den Kinvara 9 in die Hand oder besser an den Fuß gedrückt, weil er meinen vorfüßigen Laufstil kennt. Dem kommt er durchaus entgegen, weil er leicht, sehr direkt und mit verhältnismäßig wenig Sprengung behaftet ist. Man hat ein lockeres Laufen, das auch nicht das Gefühl macht, bei den häufigen, schnellen Richtungsänderungen des Fußes bei hoher Schrittfrequenz beschwert zu sein. Anfangs bin ich auf dem Kinvara 9 mit Slalom und übermütigen Haken durch die Gegend gefetzt, weil es einfach Laune macht – vom Laufgefühl ist der Schuh für mich spritziger bei Richtungsänderungen als meine anderen Schuhe – mehr als die stärker gedämpften, aber auch mehr als der spritzige Altra Escalante. Gerade bei schnellen Richtungsänderungen fand ich den Kinvara 9 auch etwas fester als meine anderen Schuhe.

Ich habe den Schuh sichtbar benutzt – mit Spaß dran!

Trainingstest
Einen Wettkampftest gab’s mit dem Kinvara 9 für mich bisher nicht. Ich habe da keine Experimente gemacht, für Wettkämpfe gibt es für mich nur den Altra Escalante. Aber von allen meinen Schuhen (Vibram Fivefingers, Saucony RideIso, Brooks Launch 6, Mizuno WaveRider plus die genannten) könnte ich mir insbesondere auf Strecken unterhalb der Halbmarathon-Distanz den Kinvara 9 am ehesten statt dem Escalante vorstellen. Zum Intervalltraining habe ich den Kinvara 9 oft und gerne an, da merkt man sehr deutlich das direkte, schnelle Ansprechen auf den Bodenkontakt. Insbesondere die etwas slalom-artige Umkurvung einer Schranke auf meiner typischen „außerhalb der Bahn“-Intervallstrecke macht mit dem Kinvara 9 besonders viel Spaß. Da schwimmt nichts! Etwas nervig fand ich anfangs, dass meine recht mächtigen großen Zehen – vor allem, wenn die Füße beim Laufen nach einem langen Tag schon etwas dick waren – in Berührung mit der Innenseite der Zehenbox bekamen. Das ist inzwischen nicht mehr der Fall, ich glaube, die paar Zehntelmillimeter, die das Einlaufen den Kinvara 9 gedehnt hat, haben das Problem gefixt. Da ich das Problem bei vielen, sehr vielen Schuhen habe – und viel stärker als beim Kinvara 9 – spricht das eher FÜR den Schuh als dagegen.

Der Kinvara 9 nach mehreren Hundert Kilometern an meinen Füßen. Sieht nach mehr Sprengung aus, als es ist oder sich anfühlt.

Fazit
Für mich ist der Kinvara 9 ein Schuh, den ich auf verwinkelten Laufkursen bis 15 Kilometer gerne laufen werde – eher auf schnellen Strecken als beim gemütlichen Training. Insbesondere die Stabilität bei schnellen Richtungsänderungen habe ich zu schätzen gelernt, auch den direkten, sich wenig gedämpft anfühlenden Kontakt zur Straße. Der Kinvara 9 ist für mich ein Schuh für glatten, festen Untergrund – aber auf dem ist er der Verbündete, um alles zu geben.

Erkennungszeichen

Als ich heute Mittag von der Arbeit aus eine Runde laufen war, schaute ich nach vollbrachter, kurzer Runde beim Laufladen vorbei, den ich auf dem Weg vom Büro zum Schlossgarten fast unweigerlich passiere. Petar vom rennwerk meinte, er habe mich vorher schon gesehen … er erkenne mich immer, wenn ich vorbeilaufe, an meinem eleganten Vorfußlaufstil mit hoher Schrittfrequenz.

Analog dazu bekannte einer der Läufer vom Lauftreff am vergangenen Sonntag, es sei irritierend, zwischen mir und einem anderen der Läufer zu laufen. Denn er passe sich immer ein bisschen dem Laufstil der Mit-Läufer an – und der andere Läufer macht lange Schritte, kommt auf Mittelfuß oder Ferse auf, dafür ist die Schrittfrequenz deutlich niedriger als bei mir.

Zur Zeit merken also alle irgendwie wieder an, dass ich vorfüßig, mit hoher Schrittfrequenz und eher kurzen Schritten laufe. Im Wettkampf werden auch meine Schritte länger, aber die Schrittfrequenz geht nochmal hoch. Ich laufe also bei 185 bis 200 Schritten pro Minute, auf dem Vorfuß und mit verhältnismäßig kurzen Schritten, und das wird so auch von den anderen bemerkt. Mir war gar nicht so sehr bewusst, wie augenfällig das ist und wie verhältnismäßig selten. In dieser Hinsicht hat mich natürlich rot werden lassen, dass einer meiner Lauftreff-Kameraden anmerkte, er habe noch nie einen langsamen Vorfußläufer erlebt, und ich sei da keine Ausnahme. Auch, dass mein Laufstil nicht nur elegant, sondern auch ein Beispiel sei, wie man „richtig“ laufe, wurde mir schon gesagt. Dabei habe ich mir irgendwann nur anhand von Fivefingers, dem Gefühl, so schneller zu sein und der Erkenntnis, dass meine Knöchel und Knie es honorieren, diesen Stil angewöhnt. Da das so aus den Notwendigkeiten heraus war, fühlt es sich gar nicht wie etwas Besonderes an, und doch wird’s als etwas Besonderes honoriert.

Irgendwie komme ich mir da vor, als würde ich Lob abbekommen, das ich so gar nicht verdiene – aber die Leute, die mir diese Dinge sagten, haben viel Erfahrung mit dem Laufen. Mehr jedenfalls als ich. Da scheine ich was richtig zu machen und es gar nicht zu merken! Aber wenn sowas mein Markenzeichen als Läuferin ist, will ich mich nicht beschweren, alles andere als das!

[KuK] Tuning

Zu meinem Geburtstag schenkte mein Vater auch das, was viele öde finden – aber für ihn ein wichtiger Ausdruck seiner Unterstützung für seine Kinder ist: Geld. Ich widmete mich damit dem Tuning … neue Töpfe und neue Schlappen …

Natürlich bin ich nicht unter die Auto-Tuner gegangen. Das wäre auch nicht der Fall gewesen, wenn ich noch Auto-Pendeln würde. Es gab neue Töpfe für Selbst-Tuning durch tolle neue Gerichte in unserer Küche und die Freunde hier unten:

Aus fünf Paar Schuhen, die mir Petar vom rennwerk vorspielte, um meine abgefertigten Mizuno Wave Rider zu ersetzen, wurden es diese beiden Kumpel hier – ein Paar Saucony RideIso. Nun warten sie auf ihren ersten echten Laufeinsatz.