1. Virtueller Lauf nach Bari

Eigentlich sind virtuelle Läufe ja nicht meine Sache. Klar, in diesen Tagen, in denen Massenstarts nicht akzeptabel sind, in denen die Dinge hoffentlich mit einer Impfung besser werden, aber das Impfen schleppend geht, kommt man nicht ganz drumherum, wenn man läuft und Wettkampf mag. Aber ein virtueller Wettkampf ist nicht dasselbe.

Jedoch habe ich nun an einem ziemlich speziellen virtuellen Lauf teilgenommen… der sonntägliche Lauftreff der LG Hardt, an dem ich recht konsequent, wenn auch nicht immer teilnehme, hat natürlich auch Federn gelassen. In Zeiten, in denen aus gutem Grund sogar größere Läufergruppen beim Outdoor-Sport nicht gestattet sind, der Lauftreff zerfasert und die Motivation leidet, da ist’s schon schwer für so eine Gruppe. Auch ein gemeinsames Ziel, nämlich der Wettkampf, in dem die Gruppe je nach Gusto Marathon, Halbmarathon oder Marathonstaffel läuft, aber gemeinsam hinreist, ist nicht vorhanden. Ebenso ist die gemeinsame Reise einiger Lauftreffmitglieder, die diese schon lange als Trainingslager jedes Jahr bestritten haben, nun das zweite Jahr in Folge ausgefallen.

Man hat’s deutlich gemerkt: Wir wurden nach dem Hochsommer nicht in der gewohnten Weise wieder mehr, und im Winter stellte sich kaum eine Routine ein, nach dem kältesten, schmuddeligsten Part ging’s auch nur langsam, dass die Leute sich wieder einfanden. Da präsentierte einer meiner Laufpartner aus der „schnellen“ Gruppe eine Idee: Wir können nicht echt ins Trainingslager nach Apulien, aber wir können die Strecke in der Gruppe an akkumulierten Kilometern zurücklegen! Schnell waren viele begeistert…

Es gab auch das volle Programm: Anmeldung per Email, regelmäßige Stichtage zum Melden der wöchentlich erlaufenen Kilometer, Startnummern…

Als wir virtuell in Österreich ankamen, fanden alle Läufer plötzlich Motivationskugeln (Mozartkugeln, vom Organisator bei uns vorbeigebracht) in den Briefkästen, um den Anstieg zum Brenner zu bewältigen, und in Italien angekommen, gab’s auf demselben Weg Cantuccini. Ebenso gab es jede Woche einen Bericht, wie weit wir gekommen waren, mit einem kleinen Reiseführer für die jeweilige Route. Und am Schluss gab es dann sogar noch eine Urkunde!

Urkunde und Startnummer.

Ich finde es total schade, dass wir Verrückten nur vier Wochen gebraucht haben, um die 1400 Kilometer nicht nur zu bewältigen, sondern mit 1628 Kilometern sogar deutlich zu übererfüllen!

Weingartener Lebenslauf

Ich tue mir recht schwer mit virtuellem Wettkampf, mit Spendenläufen und mit „personalisiertem Spenden“. Dafür gibt es in allen drei Bereichen unterschiedliche Gründe – beim virtuellen Lauf fehlt mir das Soziale vor Ort, das den verbissenen Wettkampf abmildert, bei Spendenläufen tue ich mir mit der Sponsorensuche schwer und bei personalisierten Spenden habe ich negative Erfahrungen gesammelt: Ein Spendensammler baute über immer wieder Fragen, wie es mir ginge, und direktes Überleiten auf das aktuelle Spendenprojekt Druck auf, der in mir Gegendruck weckte.

Nun bin ich dieses Jahr aber doch über meinen Schatten gesprungen… zuerst beim „GemeinsamRun“ des Veranstalter-Vereins des Badenmarathons (virtueller Lauf), nun beim Weingartener Lebenslauf des Blut e. V. zugunsten von Leukämie- und Tumorkranken.

Weingartener Lebenslauf

Der Weingartener Lebenslauf war bisher immer ein bisschen am Rande meines Bewusstseins vorhanden. Vor den Corona-Maßnahmen waren es drei Stunden Lauf im Stadion, jeder erlaufene Kilometer wurde von den Sponsoren der Läufer mit einem festgelegten Betrag an Spenden honoriert. Bereits 2020 wurde das Ganze auf einen Zeitraum virtuell erlaufene Strecke umgemünzt, und dieses Jahr ist es wieder so.

Ich laufe also mit der Startnummer für den Zeitraum vom 08.05.2021 bis 22.05.2021 mit jedem Kilometer für einen festen Betrag Spenden für Blut e. V., darauf habe ich mich schon festgelegt. Ich nehme also teil! Neben einem ersten Sponsor (Oliver, der mich auf den Spendenlauf brachte) werde ich auch selbst einen Euro pro Kilometer spenden.

Nun kommt der Teil, mit dem ich mich wirklich schwer tue: Das Bewerben meiner Aktion. Ich möchte niemandem etwas aufdrängen, Eigenwerbung ist so eine Sache. Aber dennoch würde ich mich sehr freuen, wenn sich über mich selbst und Oliver (oben genannt) weitere Sponsoren finden würden. Wenn Ihr Interesse habt, würde ich mich sehr freuen, Euch auf meinem Läuferprofil als Sponsoren anzugeben.

Da ich ca. zehn Kilometer pro Tag laufen möchte, im Spendenzeitraum aber sicher motiviert sein werde, kommen wohl sicher über 150, vielleicht sogar über 200 Kilometer zusammen, und natürlich würde es mich sehr motivieren, wenn einige Leute einen (gerne auch kleinen) Betrag pro von mir erlaufenem Kilometer spenden würden. Gerne könnt Ihr Euch dafür bei mir melden!

Das Wichtigste in Kürze

Yay! Ich laufe beim Weingartener Lebenslauf mit und habe mich schon angemeldet. Über Sponsoren, die für jeden meiner in 15 Tagen erlaufenen, voraussichtlich 150 bis 200, vielleicht aber auch etwas mehr Kilometer einen festen, ggf. kleinen Betrag an Blut e. V. spenden möchten, würde ich mich freuen.

Aktionszeitraum sind die Tage vom 08.05.2021 bis 22.05.2021. Mehr findet Ihr auf der oben verlinkten Seite (Startseite zum Weingartener Lebenslauf auf der Webpräsenz von Blut e. V.).

Ich werde sicher das eine oder andere Mal Updates zum Thema hier schreiben.

GemeinsamRun „Lauf zum Rhein“

Der Badenmarathon in Karlsruhe veranstaltet dieses Jahr eine Laufserie mit virtuellen Läufen, aber offizieller Zeitmessung mit Chip in der Startnummer. Drei solche Läufe gibt es, sie laufen jeweils für drei Wochen, in denen man beliebig oft versuchen darf. Seit 01.04. ist der erste Teil „Lauf zum Rhein“ offen.

Meine Anfahrt zum und auch die Rückfahrt vom GemeinsamRun in Karlsruhe am Ostersonntag.

Am Karfreitag habe ich es direkt mal versucht – bin mit dem Rad nach Karlsruhe gefahren, gestartet, habe mich aber verlaufen und damit wohl eine Zwischenzeitnahme verpasst. Das war mir eine Lehre und ich habe somit erkannt, wo ich vom Weg abgekommen bin, indem ich die offizielle Strecke und meinen Lauf nebeneinander gelegt habe. Statt des üblichen Laufs am Sonntag mit dem pandemiebedingt verkleinerten Lauftreff gab’s diesen Sonntag dann den zweiten Versuch – im Rahmen des pandemiebedingt verkleinerten Lauftreffs. Ich reiste wieder mit dem Rad an, konnte aber dieses Mal meine Gepäcktasche im Auto des Laufpartners verstauen.

Da nun dieses Mal der Weg klarer vor mir lag und auch einer der Laufpartner Komoot als Backup dabei hatte, lief es dieses Mal ohne Wegfindungsprobleme ab. Die Strecke war – gefühlt – auch besser markiert als noch am Freitag, so dass wir den Weg problemlos fanden. Bereits auf der Hälfte zeichnete sich ab, dass ein Lauf in unter 1:45 drin sein würde – und das bewahrheitete sich auch! Allerdings wurden wir von insgesamt vier Läufern überholt: Drei Jungs von der LG Region Karlsruhe liefen scheinbar locker-flockig an uns vorbei, als würden wir stehen. Mit nicht ganz so viel höherem Tempo überholte uns kurz nach der Hälfte der Strecke noch ein großer Vorfußläufer auf FiveFingers. Aber ansonsten waren wir verdammt gut dabei, und so sah auch das Ergebnis sehr brauchbar aus:

Ich werde es die Tage wohl nochmal versuchen, aber für den Moment bin ich sehr zufrieden. Am Ende der Strecke zog mein Laufpartner nochmal an, auf dem Radweg entlang der Tramlinie 1 bergauf. Ich fühlte mich etwas herausgefordert und zog mit – und dann rollten die Schritte wie von selbst, die Brücke hinunter. Plötzlich war ich 10, 20 Meter weggespurtet… war noch genug Sprit im Tank, wie es scheint. Schauen wir mal, was beim nächsten Versuch drin ist.

Quartalsbilanz Sport I/2021

Ich wollte das hier ja überschreiben: „The State of Sports I/2021“, aber das erschien mir dann doch ein wenig übertrieben. Es geht ja schließlich nur um meinen eigenen Sport – Laufen, Radfahren, inzwischen auch Inline-Skaten und Schwimmen-Wollen (aber noch nicht tun).

Was also ist passiert in den ersten drei Monaten, dem ersten Viertel des Jahres 2021? Zunächst einmal gab es Neuerungen beim Material. Bei den Fahrrädern kam der „Red Flash“ hinzu, ein Trek 520. Damit erweiterte sich mein Fuhrpark und umfasst nunmehr das Mountainbike „Silver Surfer“ mit Alu-Rahmen, das Carbon-Rennrad „Green Scooter Killer“ (ein Focus Izalco Race) und eben den „Red Flash“ mit seinem Stahlrahmen. Ein weiterer wichtiger Schritt war, dass ich zum Üben mit Shimano SPD Cleats unseren Heimtrainer wieder ausgrub und auf Kombi-Pedale umrüstete, wie ich sie an „Red Flash“ und „Green Scooter Killer“ angeschraubt hatte. Das führte erstens dazu, dass ich im ersten Quartal 2021 erstmals Indoor-Radfahren aufführen durfte und somit schlechtes Wetter überbrücken konnte – und zweitens dazu, dass ich mich zunehmend auch traue, draußen Klick-Pedale zu fahren. Zu guter letzt kamen noch neue Inline-Skates dazu, die ich aber noch nicht getestet habe.

Bestellt, aber noch nicht angekommen sind zwei linke Kurbelarme für „Red Flash“ und „Green Scooter Killer“, die einen neuen Messwert einführen werden: Leistung. Ich habe mich da erstmal mit linken Kurbelarmen begnügt, weil die rechten, an denen ja die Kettenblätter fest dran hängen, erstens teurer sind und zweitens ich das dann damit verbinden würde, das Thema „Kompaktkurbel oder nicht Kompaktkurbel“ nochmal iterieren würde.

Aber kommen wir zu dem, was ich getan habe, denn kaufen ist ja noch keine Leistung! Zunächst der Überblick:

Es wird deutlich, dass mein Aktivitätsniveau sich nach schwachem Dezember und Januar während des ersten Quartals wieder auf Bereichen einpendelt, in denen ich allein durch Sport fast meinen nach Gewicht, Größe und Alter errechneten Energie-Grundumsatz zusätzlich verbrauche. Verbrauch durch ansonsten aktiven Lebensstil ist da allerdings nicht eingerechnet. Nach der Verletzung letzten April hat sich das Laufen als „Grundlast“ wieder bei ungefähr dreißig Stunden im Monat eingependelt. Die witterungsbedingten Schwankungen beim Radfahren habe ich durch den Heimtrainer ein bisschen nivelliert, aber die Konstanz des Laufens wird das wohl nicht erreichen – Laufen ist für mich einfach wetterunabhängiger und Indoor-Cardio ist nur ein ganz schlechter Ersatz, beim Laufen wie auch beim Radfahren.

Was die Intensität angeht, habe ich es ganz gut hinbekommen, weitestgehend im Grundlagenbereich zu trainieren. Das moniert meine Fénix zwar immer wieder ein bisschen und möchte mehr hoch aerobe und anaerobe Aktivität sehen, aber mir geht es gut mit diesem hohen Grundlagen-Anteil. Die erholsamen Aktivitäten im Bereich von 100 bis 120 Schlägen in der Minute habe ich weitgehend bei langsamen Inliner-Aktionen, einem flotten Regenerationsspaziergang und ein paar Fernsehguck- oder Telefon-Konferenz-Indoor-Radfahrten absolviert.

Beim Laufen sind meine langen Läufe länger geworden, zu sehen im Lauf-Quantil-Diagramm. Vor allem die obere gestrichelte Linie, die meine jeweils monatlich längsten Läufe anzeigt, macht deutlich, dass sich auch 2021 der Trend fortgesetzt hat, dass ich öfter mal Marathon laufe. Bei den Laufschuhen dominieren die Altra Escalante weiterhin und im abgelaufenen Quartal sogar deutlicher als früher. Den FiveFinger-Anteil will ich wieder etwas hochschrauben, dafür werden die Peregrines wohl bald ausgesondert werden und durch ein Altra-Trail-Modell ersetzt.

Angesichts des schmuddeligen Wetters nahm Indoor-Radfahren einen größeren Anteil ein, als ich das gerne hätte, draußen setzte ich auch vor allem den mit Schutzblechen versehenen „Red Flash“ ein, da man damit einfach die Dreck-Streifen auf den Klamotten vermeidet. Mit etwa einem Sechstel meiner Gesamt-Radfahr-Strecke nehmen die mit Klickpedalen im Freien gefahrenen Strecken derzeit noch nicht so viel Raum ein, aber im März ging das massiv hoch – das graue „ohne Klicks“-Kuchenstück zieht sich mehr und mehr zurück.

Es gibt natürlich noch einen Haufen mehr, das ich beobachte, für das ich Diagramme habe – aber an vielen Stellen ist die Entwicklung noch nicht schlüssig oder es hat sich nichts Interessantes getan, sondern ist einfach nur mehr vom Gleichen. Somit ende ich – nachdem ich ja vorgestern schon in anderem Zusammenhang den (durchaus ermutigenden) Stand der Zielerreichung 2021 dokumentiert habe, mit einem anderen Teil der Zielerreichung:

Fortschritte bei virtuellen Erdumrundungen insgesamt, mit dem Rad und zu Fuß sowie auf dem Weg zum Mond.

Nachdem ich im März das Intervalltraining beim Laufen wieder aufgenommen habe, könnte es sein, dass die zweite Quartalsbilanz dieses Jahr eher auf Tempo-Erfolge als auf Mengen-Erfolge fokussiert ist, aber man weiß ja nie, was passiert.

Gezähmt: Der innere Schweinehund

Mein innerer Schweinehund ist derzeit wohl ein ziemlich zahmes Tierchen. Ich mache recht viel Sport, meinen Jahres-Durchschnitts-Zielen bin ich (vom derzeit schwer zu realisierenden Schwimmen abgesehen) weit voraus:

Zielerreichung, Stand 30.03.

Beim Laufen sind’s fast zwei Wochen, die ich meinem Ziel voraus bin, beim (niedrig gesteckten) Skate-Ziel sogar fast zwei Monate. Generell läuft’s gut. Aber aus verschiedenen Gründen habe ich nun, in der letzten Halbwoche des ersten Quartals, mit dem Laufen ein bisschen langsam getan. Am Sonntag war’s „nur“ Halbmarathon-Distanz, gestern und heute bin ich gar nicht gelaufen. Freilich, für morgen sind Intervalle geplant, aber… die letzten Wochen war ich Stand Dienstag meistens schon bei 30 Kilometern.

Eine Ruhewoche manchmal tut einem gut. Das weiß ich, und ich beherzige es seltener, als ich es vielleicht sollte. Allerdings geht es mir gut dabei. Und wie gesagt: Ich bin meinen Zielen voraus, zumindest das Ende des Quartals mal ein bisschen ruhiger anzugehen, das ist durchaus drin. Erst recht, weil man ja über Ostern nicht viel anderes tun können wird als Sport zu treiben… Wahrscheinlich werde ich meinen vierten Marathon für 2021 schon an Ostern erledigen und somit auch den Grundstein für drei oder mehr Marathons oder längere Distanzen im zweiten Quartal legen.

Und dennoch ist da diese kleine Stimme, die in mein Ohr wispert: „Zwei Tage nicht gelaufen? Himmel, Tally, Du lässt es schleifen! Was, wenn das so anhält? Wie schnell verliert man diese prägende Gewohnheit?“

Ich werde wieder laufen, ich verliere nicht die Gewohnheit, und dick und fett werde ich auch nicht, immerhin bin ich gestern wie heute ein erkleckliches Stückchen Rad gefahren und jeweils auch auf Inline-Skates unterwegs gewesen. Aber es ist schon krass, wie sich mein Kopf meldet, wenn mal mehr als ein Lauf-Ruhetag dazwischen ist…

Koppeltraining

Heute habe ich es mal wieder getan: Koppeltraining im Modus Lauf-Radfahrt-Lauf, also im Duathlon-Format. Dieses Mal war für mich das Gleichgewicht recht stark in Richtung Radeln verschoben, da ich ja sonst meist zumindest vom Zeitaufwand her deutlich mehr gelaufen bin als geradelt. Dieses Mal war es umgekehrt:

Spaß hat es gemacht, mit dem Carbon-Rennrad mal wieder eine längere Strecke zu rollen. Auf dem Lauf habe ich auch noch einen ganz lieben Vereinskameraden getroffen, der gerade seine 50 Kilometer Inline-Skaten war. Das war richtig schön!

Die Laufaktivitäten – Treffen mit Vladimir ist der erste Einbruch von Pace und Herzfrequenz, der zweite Einbruch der Pace das Überqueren der Straße kurz vor zuhause, dann die „Wechselzone“… und dann der zweite Lauf.
Der Rad-Teil. Hat RICHTIG Laune gemacht!

Dienstag ist Intervalltag

Ich fange wieder an, Tempotraining zu laufen. Der Dienstag ist irgendwie schon traditionell mein Tag für Intervalle. So war es auch heute – nachdem das nun die dritte Woche in Folge ist, in der ich mich zu Intervallen aufraffen kann. Da unsere Bahn nicht offen ist (und wenn, dann würde immer noch der oberste Teil des neuen Belags fehlen), benutze ich meine „traditionelle“ Strecke um den Bauhof.

Nachteile sind: Hindernisse (Schranken und enge Kurven), Hundegassiführer und auf einem Abschnitt auch Autos.

Vorteile sind: Etwas länger, etwas profiliert – macht es weniger vergleichbar, aber härter.

Heute waren das dritte Mal Doppelrunden um den Bauhof angesagt – ca. 2300 Meter, inzwischen mit je einer Runde das kurze, nicht so steile Stück der „Langen Straße“, und in der zweiten dann volle Dröhnung mit dem steilen Stück und ein paar Metern mehr. Und so sieht das dann aus:

Bauhof-Intervalle.

Insgesamt fehlt es noch ein bisschen an Konstanz über die volle Länge, aber die Erholung in der Trabpause funktionierte dieses Mal schon besser, der Puls ging schneller runter als die letzten Male. Mal sehen, wie sich das weiter entwickelt, denn ich habe eigentlich vor, nun wieder jeden Dienstag Intervalle zu laufen – und das lohnt sich erfahrungsgemäß über die Zeit!

Bauhofintervalle. Am Ende der zweiten schnellen Runde ist jeweils der kleine Buckel des ansteigenden Teils der Langen Straße zu sehen. Tempo ist ausbaufähig, aber deswegen mache ich das ja!

[KuK] Im grünen Bereich

Dies ist kein Statement zur Landtagswahl in Baden-Württemberg. Nein, ich bin anderweitig „im grünen Bereich“. Meine Zielerfüllung bei Ausdauer- und Kraftsport für das Jahr 2021 verwalte ich ja über eine Liste, die automatisch aus meinem Trainingstagebuch die Daten des laufenden Jahres nimmt und mit dem Stand vergleicht, den ich erreicht haben müsste, wenn ich an meiner Zielerreichung genau jeden Tag ein Dreihundertfünfundsechzigstel Fortschritt machen würde.

Man könnte sagen, ich habe mir für meine verschiedenen Ziele virtuelle Pacer in Excel geschrieben. In jeder Zeile wird über bedingte Formatierung automatisch angezeigt, ob ich meinem Ziel voraus bin (hellgrün), es bereits ganz erreicht habe (dunkelgrün), dem Ziel höchstens 10% hinterherhinke (gelb) oder dem Ziel mehr als 10% hinterherhinke (rot). Habe ich mir kein Ziel definiert, erscheint die Zeile in blau.

…und wie soll ich sagen: Mit der Fahrt zur Arbeit, der Fahrt von dort heim und einer kleinen Tribbelei am Abend vor dem Voicechat mit den Leuten, mit denen ich außerhalb von Corona-Zeiten am Montagabend DVD schauen würde, habe ich heute das vorletzte Ziel „vor die Welle“ gebracht. Nur das Schwimmen dümpelt mangels Schwimmbädern und Badeseen weiterhin bei Null, alles andere ist im Plan. Nun gilt’s, vor der Welle zu bleiben!

[KuK] Jubiläum

Das zehnte Mal war’s heute. Das zehnte Mal Marathon oder mehr. Pandemiebedingt sind die Lauftreffs derzeit klein, aber zumindest ganz allein war ich dabei nicht. Nach zwei Wettkämpfen auf Marathon-Distanz (beides Mal beim Badenmarathon in Karlsruhe, einmal 2018, das zweite Mal 2019) bin ich im Jahr 2020 insgesamt fünfmal die Marathondistanz oder mehr gelaufen: Einmal im August, dreimal im Oktober, einmal im Dezember. Dann waren da noch zweimal im Februar 2021…

Bei Garmin Connect bekommt man ja Badges für absolvierte Marathons. Da aber eine meiner Marathon-oder-mehr-Strecken auch die 50 Kilometer überschritt, sind es nur neun Marathon-Badges und dazu noch ein 50k-Ultra-Badge.

Heute ging es wieder nicht besonders schnell, dafür in netter Gesellschaft mit Reden über Laufen, Training, Radfahren, Radfahrequipment, Beruf, Leben, Universum, Statistik und den ganzen Rest. Und so bin ich heute um ein neuntes Marathon-Badge reicher geworden und um das zehnte Marathon-oder-mehr-Badge. Das fühlt sich schon nach einem Jubiläum an…

…und so sah die Strecke aus.

Es wirkt…

Im vergangenen Sommer habe ich mir, weil ich insbesondere beim Radfahren, die Herzfrequenzmessung am Handgelenk als ungenau empfand, einen Herzfrequenz-Sensor in Form eines Brustgurtes gekauft. Den habe ich teilweise, später häufig getragen. Durch die genauere Messung schätzt meine Fénix nun auch die Laktatschwelle ab, wenn ich sie hinreichend oft bei meinen Trainings hoch- und runterwärts überstreiche, also vor allem bei Intervallen.

Daten zur Laktatschwelle, die meine Fénix liefert.

Die Daten zur Laktatschwelle beginnen also im Juni, denn ich kaufte mir den Gurt im Juni. Der zeitliche Zusammenhang mit dem Umstieg vom Mountainbike auf das Rennrad ist nicht zufällig – denn das Problem mit der Messung des Pulses am Handgelenk war bei der Handhaltung am Rennlenker deutlich schlimmer als bei der Handhaltung auf dem geraden Mountainbike-Lenker.

Nach den Daten, die Garmin mir lieferte – meine Fénix, aufgetragen in der Connect-App – sprechen eine deutliche Sprache: Es ging aufwärts, als generellen Trend, nur gelegentlich ein bisschen unterbrochen von kleinen Rückschlägen.

Im Januar und Februar 2021 bin ich viel lang und langsam gelaufen, gar keine Intervalle, höchstens mal Tempoläufe, bei denen eine Schwellenbestimmung durch die Uhr nicht stattfinden kann, weil ich die Schwelle zu selten überstreiche. Ich habe mir die Werte auch in meine Trainingstagebuch-Datei übertragen. Dort nehme ich für Monate ohne Messung jeweils die letzte Messung auf. Außerdem rechne ich aus den Messwerten – Schwellenpuls und Schwellenpace – auch meinen eigenen Leistungschätzer aus: Den Schwellen-Strecken-Puls in Herzschläge pro 100 Meter bei der Schwelle. Deswegen gibt es hier drei eigene Diagramme:

Die Werte, die meine Fénix für die Schwelle schätzt, und meine Leistungsentwicklung anhand meiner eigenen Schätzer sind weitgehend kompatibel, ich scheine also mit der Definition der „Herzschläge pro 100 Meter“, die ich Streckenpuls nenne, scheinbar keinen ganz schlechten Parameter für meine Leistungsentwicklung abgeleitet. Und obwohl ich im Januar und Februar 2021 eher langes, ruhiges Training gemacht habe, ist die Entwicklung offenbar dennoch eine gute in Richtung mehr Tempo, obwohl der Trainingscomputer laufend nach mehr hoch aerober und anaerober Aktivität ruft.