[KuK] Gegen den Strom

Heute Morgen auf der B3 an der Anschlussstelle Kalsruhe Süd zur A5: Ich fahre von der Überleitung von der B3 aus Süden auf den weiteren Verlauf der B3, da die Bundesstraße hier vom Hauptstrang der autobahnartigen Straße abzweigt, die als L605 nach Karlsruhe führt. Mein Weg führt auf die A5 nach Norden. Ich kann also direkt auf dem Einfädelstreifen bleiben, von dem rechts der Ausfädelstreifen auf die A5 nach Süden abgeht und der nach unterqueren der Autobahn in die Auffahrt zur A5 nach Norden übergeht.

Kann ich?

Normalerweise schon. Heute nicht. Ein LKW-Fahrer hatte wohl nicht begriffen, dass die Auffahrt zur A5 Richtung Basel rechts ab geht. Er war bis zur Ampel vorgefahren, die dem Verkehr der Gegenrichtung bei Bedarf das Überqueren der zwei Fahrstreifen B3 und des einen zur Auffahrt auf die A5 erlaubt, um die Autobahn nach Süden zu erreichen. Er wollte wohl aber nach Süden, also Richtung Baden-Baden, Straßburg, Freiburg und Basel. Ich selbst würde unter diesen Umständen weiterfahren, an der nächsten Ausfahrt runter von der Bundesstraße, Wendemöglichkeit suchen und dann auf die A5. Alternativ auch weiter fahren bis zur Anschlussstelle Ettlingen, das sind ja nicht einmal zwei Kilometer, im schlimmsten Falle also vier Kilometer Umweg.

Was ich definitiv nicht tun würde, wäre auf einer an dieser Stelle mit Ausfädelstreifen zwei bis dreistreifigen, baulich getrennten Richtungsfahrbahnen rückwärts fahren. Nicht einmal, wenn ich es unglaublich eilig hätte, wovon man bei LKW ja leider imme ausgehen muss. Der LKW-Fahrer tat aber genau das: Bei grüner Ampel, von der autobahnartigen L605/B3 anrasendem Verkehr, der sich zudem durch die Verflechtung von L605 mit B3 und anschließender Aufteilung auf B3 und zwei Richtungen A5 nicht ganz unkompliziert gestaltet, legte er den Rückwärtsgang ein und setzte fünf Meter zurück, um dann recht spitz nach rechts auf die Auffahrt zur A5 nach Süden zu fahren.

Es blieb zum Glück bei einer Verkehrsstörung. Einen Unfall gab’s nicht. Ungefährlich war das aber nicht. Wie gesagt, ich würd’s nicht machen. Er tat es dann allerdings doch.

Drehwurm

Was macht denn „The Highway Tales“ auf dem Arbeitsweg am Bulacher Kreuz (L605 verknotet mit K9657 „Südtangente“)?

Äh. Google Maps hat noch immer nicht verstanden, dass die Anschlussstelle Karlsruhe Süd gesperrt ist, zumindest aus Richtung Süden auf die B3 und in Richtung Norden von der B3. Daher leitet es mich noch immer in den Stau auf der B3 zwischen Anschlussstelle Karlsuhe Süd und Anschlussstelle Ettlingen, da auf dem Teilstück auf der A5 fast nichts mehr los ist – der Rückstau der Baustelle und die Probleme in der Verengung auf zwei Fahrstreifen ab Anschlussstelle Rastatt Nord Richtung Frankfurt ist da längst abgehandelt. Als mir klar wurde, dass ich laut Routenplan in Karlsruhe Süd auf die A5 sollte, bin ich dann doch lieber auf den Zubringer gefahren, also auf die L605 Richtung Karlsruhe, um dann über die Südtangente zur Anschlussstelle Karlsruhe Mitte und dann über das Karlsruher Dreieck …

Lange Rede, kurzer Sinn:
Ich bin von hinten durch die Brust ins Auge auf die A8 Richtung Stuttgart gefahren – und diese Methode führt über das Bulacher Kreuz.

Nun ist aber auch am Bulacher Kreuz gerade eine Überleitung in Bau. Welche, fragt Ihr? Nun ja, wenn ich die von der L605 Richtung Norden auf die Südtangente Richtung Ost brauche, welche wird dann gerade in Bau sein? Na? Genau. Die Überleitung von der L605 Richtung Norden auf die Südtangente Richtung Osten. Allerdings kommt mir hier zupass, dass das Bulacher Kreuz zwar eine Landes- und eine Kreisstraße miteinander verknotet, aber eben doch als die beliebteste (süd?-)deutsche Autobahnkreuzform realisiert ist: Das Kleeblatt. Das Kleeblatt hat nämlich den Vorteil, dass man auf einem Kleeblatt drehen kann – die Geschwindigkeiten und der Platzbedarf sind nicht optimal, aber die Redundanz der Wege.

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Hier sehr Ihr als blaue Linie mit Pfeil drauf, wie ich fahren wollte. Die rote Schraffur deutet an, welche Überleitung gesperrt ist.

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Und hier seht Ihr als rote Linie mit Pfeilen drauf, wie ich dann tatsächlich gefahren bin. Erstmal an meiner (gesperrten) Überleitung vorbei, dann rechts ab auf die Überleitung Richtung Landau. Wie das bei einer planfreien Kreuzung so ist, dreht man dabei nicht 90° nach links, wenn man von Nordrichtung auf Westrichtung umschwenkt, sondern 270° nach rechts. Dann ging’s auf der Südtangente unter der L605 durch, zurück hoch auf die L605 Richtung Süden (wieder 270° nach rechts statt 90° nach links), über die Südtangente drüber, von der L605 Richtung Süden runter auf die Südtangente Richtung Osten (270° nach rechts, Ihr wisst schon … ) und dann unter der L605 durch.

Ich habe also 810° nach rechts gedreht, um an drei Stellen jeweils 90° nach links zu drehen, statt an einer Stelle 90° nach rechts zu drehen …

Ein Hoch auf planfreie Kreuzungen in Kleeblatt-Bauweise!