Wenn’s kratzt …

Da ich derzeit krank bin, sind natürlich Gedanken an’s Gesundwerden eine wichtige Sache für mich. Ich plage mich mit einer Erkältung herum – neben viel Trinken, viel Schlafen und viel Ruhe sowie ordentlich natürlichem Vitamin C hilft da noch eins: Inhalieren. Gerade bei Husten, verlorener Stimme, Halsschmerzen und dergleichen wirkt das bei mir Wunder.

Der eine oder andere hat ein Inhaliergerät, bei uns tut’s ein Topf mit Wasser und etwas Pinimenthol. Über diesem Topf, mit einem Handtuch über Kopf und Topf, hing ich heute eine Weile in der Küche und ließ mir Perry Rhodan vorlesen, bevor ich mit meinem Mann tauschte. Vorher glaubte ich, ein Reibeisen verschluckt zu haben, jeder Atemzug fühlte sich wie eine Qual an, bei jedem dritten oder vierten musste ich husten, aber nichts löste sich. Nach dem Inhalieren fühlte ich mich so gut wie seit Dienstagabend nicht mehr. Versteht mich nicht falsch: Matt und erkältet fühle ich mich immer noch, aber es ist nicht mehr das Gefühl von „Ich will raus aus meiner Haut!“, sondern die Gewissheit, dass es besser wird.

Langsam wird es realistisch, dass ich kommende Woche – vielleicht ab Dienstag – wieder seit zwei, drei Tagen symptomfrei gewesen sein werde und somit wieder auf die Laufstrecke gehen kann und mich auch wieder dem Bauch-, Rücken-, Hintern- und Bein-Eigengewichts-Krafttraining zuwenden kann. Das ist ein gutes Gefühl!

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Ausfall

Vorgestern Abend habe ich schon geschrieben, dass es mir anfing, nicht gut zu gehen. Gestern hätte ich den vorgeplanten Beitrag nicht mehr stoppen können, selbst wenn ich es gewollt hätte – ich lag den ganzen Tag nur im Bett, vom Besuch beim Arzt mal abgesehen.

Ich bin mir recht sicher, dass ich nicht immer nach einem Wettkampf so etwas erleben werde – es kamen mehrere Dinge zusammen: Mein Mann war schon eine Weile am leicht kränkeln, dazu war es am Wettkampftag kühler als mein Optimum, da schlug das „offene Fenster“ für Infektionen natürlich deutlich mehr rein. Gefühlt war die Anstrengung beim Campus-Run im Juli deutlich heftiger, als es beim Halbmarathon beim Baden-Marathon der Fall war, das offene Fenster für Infektionen sollte da auch wesentlich weiter offen gewesen sein – aber passiert ist nichts.

Mittlerweile bin ich nur noch sehr matt und erschöpft, die Erkältung ist langsam auf dem Rückzug. Ich hoffe, dass es bei „kurz, aber heftig“ bleiben wird, denn erstens habe ich kommende Woche sehr viel zu tun – unter anderem Dinge nachzuholen, die durch Krankheit diese Woche ausfielen, zweitens heiratet am Samstag meine Schwester und dann ist da – drittens – auch noch der Köhlbrandbrückenlauf am 03.10.. Ich hoffe inständig, dass ich über den heutigen und morgigen Tag wieder fit werde, um all diese Programmpunkte und ab drei Tage nach Ende der Erkältungssymptome auch wieder Training bestreiten zu können.

Offenes Fenster

Ein genau solches hat mich wohl getroffen, nach dem Halbmarathon. Nach dem massiven Verausgaben kommt ja oft ein Moment, in dem das Immunsystem ein wenig heruntergefahren ist. In dieser Phase wird man leicht krank.

Ob es bis zum heutigen Tage, nachdem ich diesen Beitrag gestern Abend verfasst habe, wieder besser ist, weiß ich noch nicht. Jedenfalls schlug drei Tage nach dem Wettkampf nun eine Erkältung zu, oder zumindest deren Anfang. Auf dem Weg nach Hause von der Arbeit begann es – dieses widerliche Gefühl von Schleim, einseitig hinten oben im Rachen. Zuhause begann dann, die Nase zu laufen. Mittlerweile ist alles ein bisschen besser, weil ich eine Menge Tee getrunken habe, außerdem scharf gegessen, was bei mir immer recht gut tut. Ob ich nun für drei Tage ausfalle und somit das erste Mal dieses Jahr das Training gesundheitsbedingt unterbrechen muss, weiß ich noch nicht – ich hoffe es nicht, befürchte es aber.

Letztlich weiß ich, dass es für mich am Sonntag beim Lauf etwas kühl war, aber vermutlich war’s vor allem der anstrengende Wettkampf, der dem Immunsystem ein bisschen das Genick gebrochen hat – aus den verschwitzten Klamotten kam ich schnell genug raus. Nun hoffe ich, dass dieser Beitrag online geht, während ich wenig oder gar nicht krank auf der Arbeit sitze – und nicht, während ich krank im Bett liege.

Erkältung

Eine Erkältung nervt. Nicht nur den Sportler, aber den Sportler insbesondere, da – ob nun nach Trainingsplan oder nach Gusto – das normale Training unterbrochen wird. Es gibt ja eine Menge Faustregeln, Training zu reduzieren – ich versuche meistens, das Training ganz zu lassen und statt des Laufens während der Symptome und mindestens drei Tage – oder lieber nochmal so viele Tage, wie ich Symptome hatte – in der wieder symptomfreien Zeit die Sache ruhig angehen zu lassen. In meinem Umfeld während meines Aufwachsens wurde mir von einer Frau erzählt, der Mutter eines Klassenkameraden, die sich über schwere körperliche Arbeit auf dem Bauernhof trotz Erkältung eine tödliche Herzmuskel-Entzündung eingefangen hatte. Das macht vorsichtig. Es macht ja auch Sinn – Belastung während der Krankheit, egal, ob mit Fieber oder ohne, verlängert das Problem, selbst wenn nichts Schlimmes passiert.

Was mir an der derzeitigen leichten Erkältung – seit Samstag und bei Onlinegehen dieses Beitrages hoffentlich schon wieder abgeklungen – sehr deutlich auffällt: Es haut mich weniger rein. Hinter dieser saloppen Formulierung verbirgt sich die freudige Erkenntnis, dass meine Erkältungssymptome dieses Mal tatsächlich wesentlich schwächer ausgeprägt sind als viele Male davor. Mag sein, dass das ein Ausrutscher nach oben ist. Ich möchte es aber viel lieber als Bestätigung dessen sehen, dass regelmäßiges Sporttreiben die gefühlte Heftigkeit und auch die insgesamte Schwere von leichten Erkältungsinfekten reduziert.

Wenn es einfach nicht geht …

Vergangene Woche war eine regelrecht verlorene Woche für mich. Das ist um so schlimmer, da ich viel zu tun hatte und manche Dinge einfach nicht getan werden konnten – an vielen Stellen.

Es ist seltsam, das so offen zu schreiben, aber manchmal ist es einfach so: Es ist nicht unbedingt die Hitze. Es ist irgendwie die Gesamtheit der Dinge, und plötzlich, nach einem verlängerten Wochenende, das man eigentlich als eine Erholung designt und umgesetzt hatte, schlägt es zu: Man schläft schlecht, denkt über Dinge nach, über die man nicht nachdenken muss und nicht sollte, kann sie aber nicht wegschieben. So sehr man es trainiert hat, manchmal geht es einfach nicht. Dann kommt es, dass man nicht so gut schläft. In einer Woche, in der nicht all zu viele Dinge miteinander kollidieren, kann man das noch irgendwie auf die Reihe bekommen, den Schlaf nachholen, irgendwas absagen. Aber wenn auch das nicht geht, auch das den Geist zurückholende Laufen aussetzen muss, weil der enorme Verkehr auf der baustellenverseuchten Pendelstrecke einfach die Zeitslots dafür raubt, dann kann es eskalieren. Plötzlich fehlt noch eine Nacht, dann kommt der brüllende Kopfschmerz, und plötzlich sagt der Körper, ohne jegliche Widerworte zuzulassen: „Stopp!“

Das hat die Stille hier, aber noch viel mehr „Ausfälle“ im Rest meines Lebens am Ende der vergangenen Woche ausgelöst. Ich hatte drei schlafmangelbehaftete Tage sehr viel zu tun, dann hatte ich zwei Tage Kopfschmerzen, Schwindel und schmerzbedingte Übelkeit. Da vergeht einem nicht nur die Lust zu bloggen, sondern man hat auch keine Zeit und keine Kraft – und für andere Dinge fehlen auch Lust, Zeit und Kraft. Vermutlich muss man das dann einfach akzeptieren, sich der Kopfschmerzen wegen krankmelden und im Bett liegen, bis es besser ist. Genau das habe ich getan – verbunden damit, noch zwei, drei Albträume zu haben – einmal mischte sich das Bild der beiden Stoff-Mäuse und des Stoff-Tigers, die in unserem Ehebett sitzen, mit den Erinnerungen an die Medienberichte vom Brand des Grenfell-Towers, das andere Mal versuchte ich verzweifelt, nur mit dünner Frischhaltefolie bespannte Holzfenster unserer Wohnung, die noch dazu seltsam nach außen gedreht waren, gegen ein Gewitter mit Tornado zuzuhalten. Besten Dank auch, Unterbewusstsein, Botschaft verstanden: Die beiden Kopfschmerztage und das damit verbundene im Dunkeln liegen und nichts tun waren also nötig.

Nun werde ich diese Nacht hoffentlich wieder gut schlafen, auch ansonsten geht es mir besser. All die nachzuholenden Dinge sind natürlich noch nachzuholen – aber wenn ich nun schaffe, mich entsprechend durch den Verkehr zu wühlen, dass zumindest alle zwei Tage eine kurzer Lauf drin ist, wird es nicht wieder vorkommen.

Abseits der Autobahn

Ich sitz‘ also daheim und bin krank – und Laufen geht definitiv nicht. Nicht aufgrund der primären und auch nicht aufgrund der sekundären Symptome.

Was tut man also?

Mindestens ich liege auf dem Sofa, raffe mich gelegentlich zum Rechner und zum Tee Kochen in die Küche auf – und gucke DVD. Das übliche Mittagsprogramm in Fernsehen ist mir meist zuwider, aber wofür steht das Regal voller DVDs, speziell auch Serien und Filme, die zu gucken mit meinem Mann nicht so gut funktioniert.

Und eine dieser Serien, die da steht und seit viel zu langer Zeit viel zu selten angeschaut wird, schaue ich nun. Es mag vielen Leuten albern vorkommen, aber was ich anschaue, ist Glee. Sicher, die Serie ist klischeehaft, unrealistisch und übertrieben. Aber ich mag die Musik. Den überzogenen Highschool-Flair, auch wenn ich den echten nie kennen gelernt habe. Bei manchen Entwicklungen vergieße ich begeistert Freuden- und Rührungstränen. Es ist genau die richtige Dosis Drama mit Musik, aber es bricht ab, bevor es richtig schlimm wird.

Natürlich, ich stehe auch auf tiefe Dramen. Auf intensive Storylines, die einfach ewig lange im Drama, in der Tragik verharren. Meist versuche ich mir, dazu Musik vorzustellen, und meistens lande ich dann bei Klassik.

Es mag sein, dass man nun den Satz einwerfen könnte, den eine Kollegin von mir über ein Buch sagte, bei dem alle verwundert waren, dass sie es las. Ich weiß nicht mehr, was es war. Es ist auch egal. Sie sagte: „It’s just chewing gum.“ Ja, vielleicht ist Glee sowas in der Art für mich. Aber ich liebe es. Es ist die richtige Dosis und es tut mir gut, wenn ich krank bin, und wenn ich gesund bin.

Ich könnte immer wieder mitfiebern mit Brittany und Santana, die es bis zu meinem aktuellen Stand noch nicht hingekriegt haben, sich öffentlich zueinander zu bekennen. Ich bin immer wieder begeistert von Quinn Fabrays Augenaufschlag, dem leicht gesenkten Blick und der festen Überzeugung in ihrem Blick, dass niemand, gar niemand ihr widerstehen kann. Und Lea Micheles Stimme als Rachel Berry macht mir Gänsehaut, gerade wenn sie etwas singt, was eigentlich ganz andere Stimmen hatte, im Original – zum Beispiel das Duett aus der Folge, die ich aktuell schaue: Jesse St. James und Rachel Berry singen „Rollin‘ in the Deep“.

Und ich glaube, es macht mich gesund. Mindestens fühle ich mich gerade besser, seit es auf dem Bildschirm flimmert.