Kopf voll Berlin

Es ist 13 Jahre her, dass ich das erste Mal in Berlin war. Damals war es die Jahrestagung der Deutschen Physikalische Gesellschaft im Einsteinjahr, wir wohnten in der Nähe des Alexanderplatzes und ich war jung und träumte bestenfalls von der Person, die ich heute bin.

Dreizehn Jahre später, wieder im März, liege ich im Bett in einem Hotel am Hauptbahnhof. Den gab es damals noch nicht. Heute – mittlerweile gestern bin ich zwischen Tiergarten, Kanzleramt, Reichstag und Brandenburger Tor zehn Kilometer gelaufen, um meine Kopfschmerzen in den Griff zu kriegen. Es war ausreichend, um meine Sitzung gut zu überstehen. Aber so richtig prall war der Zustand von Kopf (physisch) und Kopf im Sinne von Geist nicht. Danach habe ich eine Stunde im Hotel geschlafen und bin dann eine Stunde durch Berlin spaziert – vom Hauptbahnhof bis zur Immanuelkirche im Prenzlauer Berg. Dort gab’s superleckeres indisches Essen und vor allem ein Treffen mit zwei Freunden, die ich zuvor nur virtuell kannte – die Gespräche gehörten zu den besten und inspirierendsten in diesem Jahr!

Der Rückweg zum Bahnhof beinhaltete Tram, S-Bahn und U-Bahn, was für mich in der Form auch wieder sehr Berlin ist.

Nun werde ich das Licht ausmachen und morgen früh nochmal durch den Tiergarten joggen, bevor es nach Oberhausen zum Etropolis geht! Was eine tolle, vielseitige Reise!

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Runaway

Gymnastik und Koffein, selbst eine Tablette haben gestern meine Kopfschmerzen nicht wegbekommen. Ich dachte mir, es ist kalt, ich muss arbeiten gehen, ich kann nicht laufen.

Hätte ich es doch mal gemacht!

Als ich heute morgen mit Kopfschmerzen aufwachte, reichte es mir. Ich habe gestern gearbeitet, nicht so effizient, wie ich wollte. Wegen der Kopfschmerzen. Ich habe den Teezeremonie-Unterricht vorzeitig verlassen. Wegen der Kopfschmerzen. Ich habe den Gang auf die VNV Nation und Covenant Party im Nachtwerk in Karlsruhe gelassen. Wegen der Kopfschmerzen. Ich habe kapituliert.

Das wollte ich eigentlich nicht wieder tun. Ich hätte mein ohnehin schon spät bei der Arbeit wegen der Kopfschmerzen gut auch noch etwas später werden lassen können, 45 Minuten laufen und dann …

Nun ja. HEUTE bin 18 Kilometer gelaufen. Und siehe da: Nun ist es fast weg, das leidige Kopfweh. Ich sehe schon. Ich will nicht nur laufen. Ich muss laufen. Gegen – ja: GEGEN die Kopfschmerzen. Vorbeugend und auch akut bekämpfend.

Seit langem mal wieder …

… bin ich heute Morgen mit Kopfschmerzen aufgewacht. Ich habe allerdings beschlossen, mich nicht damit abzufinden. Allerdings will ich auch nicht einfach dasitzen und warten, dass es besser wird.

Also habe ich schonmal Sport zu machen angefangen: Yoga-Matte ausgerollt, Brücke, Rumpfheber, Crunches. Mehrfach hat es dabei im Rücken geknackt, nach den 30 Rumpfhebern lief eine Welle der Spannung und dann der Entspannung durch meinen Rücken. Das Ganze wiederhole ich nun, parallel zum Frühstück machen und Tee vorbereiten – der Espresso steht auch schon da. Zum Laufen ist es mir heute früh ehrlich gesagt zu kalt. Der Temperaturfühler zeigt 0,2°C, und der steht direkt vor dem (noch alten, undichten) Fenster, das nächste Woche um die Zeit bereits ausgetauscht sein wird. Das wäre heute wohl nicht das Ding. Aber immerhin habe ich meine Gymnastik.

Bitte drückt mir die Daumen, dass es hilft.

Kopf auf Yogamatte

Obwohl ich mittlerweile ja die Erkenntnis wieder hatte und inzwischen auch umsetze, dass genug Sport meine Kopfschmerzen in Grenzen hält, ist mein Körper noch nicht wieder voll im „durch Sport schmerzresistenten“ Modus. Freitagmorgen wachte ich also mit brüllenden Kopfschmerzen auf und wusste: Ich habe am späten Vormittag einen Termin, für den ich keine Kontaktdaten zum von Zuhause absagen habe. Daheim bleiben wäre eine Option gewesen, schließlich hatte ich Schmerzen.

Aber daheim bleiben, sich wieder umdrehen hätte auch bedeutet, dass mein Kopf den ganzen Tag wehgetan hätte, ich den Freitag also verloren hätte. Vielleicht liegt’s auch teils am kommenden Wettersturz und den ungewöhnlich hohen Temperaturen für Ende November, dass ich zur Zeit so zu Kopfschmerzen neige. Was machte ich also?

Ich rollte meine Yoga-Matte aus. Laufen empfand ich wegen eines Muskelkaters in der linken Wade nicht als eine Option, denn es zog schon übel im Muskel. Ich machte also vierzig Atemzüge lang eine Brücke, dann vierzig Crunches – beim Absetzen knackte es das eine oder andere Mal in der Brustwirbelsäule, Wirbel kamen zurück in optimale Position. Dann hängte ich noch dreißig Rumpfheber, je zwei Atemzüge lang gehalten an. Es wurde langsam besser. Nach zwei Tassen Tee und einem Tässchen Espresso wiederholte ich die Übungen. Nun war ich zwar spät dran, aber mein Kopf war arbeitsfähig.

Und was soll ich sagen: Ja, ich war arbeiten. Ja, es ging vom Kopf her. Ich habe nochmal Übungen auf der Arbeit gemacht, damit es nicht wiederkommt – es war schon am sich heranschleichen – aber ich habe meinen Freitag gerettet. Ein bisschen stolz bin ich schon darauf!

Moment der Erkenntnis – re-iteriert

Es ist so einfach.

Sei gut zu Deinem Körper, dann ist er gut zu Dir – und Dir geht es somit gut.
Die Erkenntnis

Ja, es IST so einfach. In der Tat und mit Nachdruck. Aber warum brauch‘ ich dann immer wieder die Erinnerung, immer wieder den Moment der Erkenntnis?

Vorvergangene Woche schon war einiges zu tun. Vergangene Woche hatte ich eine sehr befriedigende Tagung auszurichten, bei der ich als lokale Organisation agierte und somit nicht nur Tagungsräume, Restaurants und soziale Events reservierte (freilich mit etwas Hilfe), sondern auch bei allen Sitzungen und bei allen Abendevents dabei war. Drei Tage lang unterwegs von morgens um kurz vor sieben bis abends nach 23:00. Nicht, dass es mir keinen Spaß gemacht hätte! Es waren supernette Leute, mit denen ich persönlich und beruflich gut klar komme, zumindest aus meiner Sicht, es klappte auch alles ganz gut, auch wenn ein paar Sachen spontan umgeplant werden und kommuniziert mussten – bei sowas gibt’s immer ein paar Dinge, die nicht auf Anhieb funktionieren. Nahtlos nach der Abreise am Mittag des vierten Tages schlossen sich meine drei Doppelstunden Vorlesung an. Eine Woche, in der ich nicht zu Sport kam. Auch die Woche vorher hatte ich nichts gemacht – auch ein bisschen im Vorgriff nach dem (dummen) Motto: „Nächste Woche geht ja eh nichts, irgendwie lohnt das nicht.“

Nun ja. Ich habe den Preis gezahlt: Am vergangenen Sonntag hatte ich einen Kopfschmerzausfall, am Dienstag nochmal, dann mit Schwindel zusätzlich. Vorgestern Abend lief ich acht Kilometer auf dem Laufband, gestern – nach stressigem Stau auf der Heimfahrt – gut fünf Kilometer im Freien und vier auf dem Band. Wie soll ich sagen? Der Nacken entspannt sich, die Energie kommt zurück, damit auch die positive Grundeinstellung, die ein paar Tage wirklich schweren Stand bei mir hatte.

Ich kann’s direkt zuordnen. Die Laune ist besser, der Körper funktioniert besser, alles ist besser mit Ninjas – äh, sorry, alles ist besser mit Sport. Also sollte ich vielleicht schauen, dass die Erkenntnis dieses Mal wieder etwas hält – letztes Mal war’s von März bis November. Im Winter, bei Dunkelheit und Kälte, hat die Erkenntnis einen schwereren Stand bei mir. Aber schauen wir mal.

Ich könnte nun schreiben: „Erkenntnis: siehe oben“. Mach‘ ich aber nicht. Was wichtig ist, darf gerne wörtlich wiederholt werden:

Sei gut zu Deinem Körper, dann ist er gut zu Dir – und Dir geht es somit gut.
Die Erkenntnis

Tagesform

Die gibt es auch im Straßenverkehr. Meine Mutter drückte das vor langer Zeit einmal so aus:

An manchen Tagen fahre ich wie eine junge Göttin, an anderen bin ich froh, wenn die anderen ein bisschen aufpassen!
Martina Schmidt (1953-2006)

Auch wenn das gar nicht großartig klingt, es steckt viel Weisheit drin. Man muss es nur umsetzen! Ich stelle immer wieder fest, dass ich an manchen Tagen das Verhalten der anderen Fahrer vorausahne, für sie mitdenke, vorsichtig agiere und tatsächlich schaffe, egoistisches Fahren anderer auszugleichen. An anderen, weil es mir irgendwie nicht so gut geht, ich irgendwo anders bin oder ich einfach mental einen schlechten Tag habe, könnte ich selbst jemanden brauchen, der den Mist, den ich baue, ein bisschen entschärft. In aller Regel findet sich da auch jemand.

Wenn man selbst erkennt: „Heute läuft es nicht so, heute bin ich nicht ganz da.“, dann kann man sich zurücknehmen und einfach mal hinter einem LKW herzuckeln, statt sich Verwirrung oder gar Gefährdung stiftend auf die mittlere oder linke Spur zu drängeln. Mentale oder gar emotionale Geschichten sind gefährlicher: Da sieht man’s oft selbst nicht ein, dass man heute kein produktives, mäßigendes Element des Verkehrsflusses ist, sondern eher ein Weisheitszahn des Reißverschlusses oder Ähnliches. Da man gutes Verhalten im Verkehr, wenn man selbst aufgrund seines geistigen oder emotionalen Zustandes nicht richtig beurteilen kann, gibt’s auch keine Messgrößen aus dem eigenen Auto heraus, die einem zeigen können, dass man sich blöd verhält. Ich merke das manchmal hinterher, sicher entgeht es mir aber auch manchmal, dass sich andere mit Recht über mich aufgeregt haben.

Eines habe ich allerdings gemerkt: Schlechtes Verhalten gegenüber den anderen, wenn ich selbst nicht die richtige gedankliche Kontrolle habe, um sie zu bewerten, entdecke ich höchstens hinterher. Dass ich aber nicht richtig funktioniere, nicht in meiner besten Verkehrsteilnehmer-Verfassung bin, kann ich an etwas anderem ablesen: Am Verhalten von Spritverbrauch zu mittlerer Geschwindigkeit. Selbst im Stau kann man dieses Verhältnis durch vorausschauendes Fahren niedrig halten. Wenn ich allerdings zwar nicht völlig lähmende, aber eben doch beeinträchtigende Kopfschmerzen habe oder unter drückender Eile und drängendem Stress fahre, brauche ich – bei gleicher Geschwindigkeit – mehr Benzin. Ganz deutlich sehe ich das. Woran das liegt? Wenn die Konzentration nicht so hinhaut, oder man mehr vom Zeitdruck oder dem Stress beherrscht wird als von „guten“ Beweggründen, sich im Verkehr irgendwie zu verhalten, ist die Geschwindigkeit gleichmäßiger. Man beschleunigt mehr, um dann gleich wieder abzubremsen. Der Sprit geht dann nicht in das Vorankommen, sondern wird in den Abrieb von Bremsbelägen „investiert“. Irgendwie habe ich mir sogar schon überlegt, diesen Indikator mal zu notieren und mit meinen restlichen Zuständen zu korrelieren. Bisher habe ich aber nicht den Elan dazu gehabt, das auch wirklich umzusetzen.

Interessant wäre es allemal!

Wenn es einfach nicht geht …

Vergangene Woche war eine regelrecht verlorene Woche für mich. Das ist um so schlimmer, da ich viel zu tun hatte und manche Dinge einfach nicht getan werden konnten – an vielen Stellen.

Es ist seltsam, das so offen zu schreiben, aber manchmal ist es einfach so: Es ist nicht unbedingt die Hitze. Es ist irgendwie die Gesamtheit der Dinge, und plötzlich, nach einem verlängerten Wochenende, das man eigentlich als eine Erholung designt und umgesetzt hatte, schlägt es zu: Man schläft schlecht, denkt über Dinge nach, über die man nicht nachdenken muss und nicht sollte, kann sie aber nicht wegschieben. So sehr man es trainiert hat, manchmal geht es einfach nicht. Dann kommt es, dass man nicht so gut schläft. In einer Woche, in der nicht all zu viele Dinge miteinander kollidieren, kann man das noch irgendwie auf die Reihe bekommen, den Schlaf nachholen, irgendwas absagen. Aber wenn auch das nicht geht, auch das den Geist zurückholende Laufen aussetzen muss, weil der enorme Verkehr auf der baustellenverseuchten Pendelstrecke einfach die Zeitslots dafür raubt, dann kann es eskalieren. Plötzlich fehlt noch eine Nacht, dann kommt der brüllende Kopfschmerz, und plötzlich sagt der Körper, ohne jegliche Widerworte zuzulassen: „Stopp!“

Das hat die Stille hier, aber noch viel mehr „Ausfälle“ im Rest meines Lebens am Ende der vergangenen Woche ausgelöst. Ich hatte drei schlafmangelbehaftete Tage sehr viel zu tun, dann hatte ich zwei Tage Kopfschmerzen, Schwindel und schmerzbedingte Übelkeit. Da vergeht einem nicht nur die Lust zu bloggen, sondern man hat auch keine Zeit und keine Kraft – und für andere Dinge fehlen auch Lust, Zeit und Kraft. Vermutlich muss man das dann einfach akzeptieren, sich der Kopfschmerzen wegen krankmelden und im Bett liegen, bis es besser ist. Genau das habe ich getan – verbunden damit, noch zwei, drei Albträume zu haben – einmal mischte sich das Bild der beiden Stoff-Mäuse und des Stoff-Tigers, die in unserem Ehebett sitzen, mit den Erinnerungen an die Medienberichte vom Brand des Grenfell-Towers, das andere Mal versuchte ich verzweifelt, nur mit dünner Frischhaltefolie bespannte Holzfenster unserer Wohnung, die noch dazu seltsam nach außen gedreht waren, gegen ein Gewitter mit Tornado zuzuhalten. Besten Dank auch, Unterbewusstsein, Botschaft verstanden: Die beiden Kopfschmerztage und das damit verbundene im Dunkeln liegen und nichts tun waren also nötig.

Nun werde ich diese Nacht hoffentlich wieder gut schlafen, auch ansonsten geht es mir besser. All die nachzuholenden Dinge sind natürlich noch nachzuholen – aber wenn ich nun schaffe, mich entsprechend durch den Verkehr zu wühlen, dass zumindest alle zwei Tage eine kurzer Lauf drin ist, wird es nicht wieder vorkommen.