… und eine neue Baustelle

Wie sicher schon oft geschrieben: Ich sehe die Notwendigkeiten von Fahrbahnerneuerung, Ausbau und Wartung von Autobahnen voll ein. Dennoch nerven mich die entstehenden Engstellen und das nicht zu knapp. Nicht, dass ich den Arbeitern oder Straßenwachten einen Vorwurf machen würde – das mache ich nur, wenn eine Baustelle so richtig gar nicht vorangeht, aber massive Probleme verursacht.

Nun – wo ist denn die neue Baustelle, wegen der ich das schreibe? Ganz einfach: Sie ist nicht einmal auf meiner Strecke. Allerdings befindet sie sich unmittelbar nach meiner üblichen Ausfahrt auf dem Heimweg – also zwischen Karlsruhe Süd und Rastatt Nord. Es kann gut sein, dass sie danach noch weitergeht, aber das spielt für mich ehrlich gesagt keine Rolle. Na ja, streng genommen beginnt die Baustelle schon zwischen Anschlussstelle Ettlingen und Anschlussstelle Karlsruhe Süd, aber für den Stau macht’s keinen Unterschied, ob sie gerade noch so auf meiner Heimfahrt oder kurz dahinter anfängt. Tatsache ist, dass die Fahrbahnerneuerung auf der A5 Karlsruhe Richtung Basel eine Verengung von drei auf zwei Fahrstreifen bedingt. Dort ist es eben, die Strecke ist übersichtlich, das Verkehrsaufkommen ist groß, aber nicht so groß wie bei Stuttgart. Allerdings ist noch Unruhe im Verkehr, weil stark frequentierte Anschlussstellen (Karlsruhe Mitte als Standardweg aus der Pfalz Richtung A5 und A8), ein stark frequentiertes Autobahndreieck (Dreieck Karlsruhe) und eine komplex mit dem Dreieck verwobene Anschlussstelle (Ettlingen) unmittelbar vor der Baustelle liegen. Die Konsequenz: Stau auf meiner Heimfahrt. Jeden Tag, ab dem Moment, da ich auf die A5 auffahre. Leider – nun ja, eigentlich zum Glück – verläuft zwischen Ettlingen und Rastatt die B3 in unmittelbarer Nähe parallel zur A5. Für mich ist das derzeit lästig, weil es allzu leicht ist, von der A5 runter auf die B3 zu fahren und diese zu verstopfen.

Lustigerweise gibt es genau im Bereich A5/B3 zwischen Karlsruher Dreieck und Karlsruhe Süd ein paar Anschlussbauwerke, die interessant und in gewissem Umfang komplex sind – aber gut geeignet für das Bewältigen des normalen Verkehrsaufkommens dort. Mit dem starken Abzweigstrom wegen der Verengung der A5 auf zwei Spuren werden die Anschlussstellen (Ettlingen und Karlsruhe Süd) aber leider nicht fertig, von der bösen Ampel in Neumalsch, auf der B3 zwischen Ettlingen und Rastatt ganz zu schweigen.

Für mich ist die Konsequenz, eine etwas komplexere Umgehung zu wählen, die möglichst wenig mit dem A5/B3-Strang nach Süden in Berührung kommt: Ich fahre derzeit in Karlsbad ab, durchquere sicher nicht zur Freude der Anwohner Busenbach, um ins Albtal zu kommen, rolle dort die L562 runter und durch den Wattkopftunnel, dann geht’s über die B3 bis zur Anschlussstelle Karlsruhe Süd und am Runden Plom in Ettlingen auf die L566 zur B36. Das funktioniert weit besser, aber ich bin wohl nicht die Einzige, die das gemerkt hat, denn an den Ampeln auf der „neuen“ B36, die Durmersheim, Bietigheim und Ötigheim umgeht, staut sich’s zur Zeit auch überdurchschnittlich viel – aber kein Vergleich zur B3 mit der Ampel in Neumalsch, die einen Rückstau bis fast nach Bruchhausen bedingt.

… und das soll noch den ganzen Sommer durch gehen!

Querstehende LKW

Von querstehenden LKW hört man meistens bei Eis und Schnee, bevorzugt auf Strecken, auf denen dann Schneeketten empfohlen sind und gerne auch im Schwarzwald oder so. Heute stand auf meiner Strecke ein LKW quer. Bei 22°C, trockener Autobahn.

Keine Sorge, ich bin nicht dagegen gefahren. Es war auch kein Unfall. Es war einfach Opportunismus gepaart mit grenzenloser Dummheit, eventuell kann man das „grenzenlos“ auch vor den Opportunismus schieben. Der Fahrer des LKW wollte wohl entweder auf dem Seitenstreifen neben dem durchgehenden Beschleunigungs- und Verzögerungsstreifen zwischen Dreieck Karlsruhe und Ausfahrt Ettlingen halten, um seine Pause einzuhalten, oder er versuchte etwas Krasses. Im Endeffekt stand er blinkend in 70° Winkel zur Fahrbahn über Standstreifen, endenden rechten Teil des Beschleunigungsdoppelstreifens aus Richtung Stuttgart, weiter über den durchgehenden Ein- und Ausfädelstreifen aus Richtung Stuttgart nach Ettlingen und den rechten Fahrstreifen. Vor ihm ging nichts. Hinter ihm ging nichts. Einige PKW versuchten, halb über’s Grüne, rechts auf dem Standstreifen vorbeizudrängen, auf den linken beiden Fahrstreifen der eigentlichen Autobahnen lief es auch halbwegs. Wie das entstanden ist – wie gesagt: entweder Opportunismus und Dummheit oder noch mehr vom Gleichen.

Nicht, dass ich die neue Baustelle zwischen Ettlingen und Rastatt lustig fände … aber hey, GERADE dann kann man doch versuchen, ein bisschen anständig zu fahren und es nicht noch schlimmer zu machen, als es ist.

Zum Glück bin ich eben 5,5km gelaufen und nun relaxed – und lache eher über den Idioten, der zwar viele Leute behindert hat, sich für sein eigenes Vorankommen aber nicht minder ein Eigentor geschossen haben dürfte.

Dschungel, oder was? (mal wieder)

So geschehen am Montagmorgen am Dreieck Karlsruhe:

Ich fuhr ganz harmlos mit ziemlich genau den erlaubten 100km/h aus der Überleitung von der A5 aus Richtung Basel auf die A8 Richtung Stuttgart. Da ich einen LKW überholt hatte, befand ich mich auf der linken Spur – und mit der Kombination aus Berg und Geschwindigkeitslimit war mir nun auch nicht nach „Toleranz auskosten“, sprich: auf 115km/h beschleunigen, da eh nichts passieren könnte. Das mache ich generell sehr ungern und selten, meistens ohnehin nur, wenn jemand von hinten „drückt wie’s Hochwasser“, wie meine Mutter zu sagen pflegte.

Rechts von mir fuhr einer mit so ca. 90km/h – zumindest sollte ich ca. 10km/h schneller gewesen sein als dieses andere Fahrzeug, da ich etwas schneller an ihm vorbei kam, als ich joggend an stehenden PKW vorbeikomme. Und hinter diesem Menschen, den zu überholen ich gerade ansetzte, fuhr ein weiteres Fahrzeug – ein etwas größeres, sicherlich gut motorisiertes Erzeugnis eines bekannten südwestdeutschen Herstellers. Da diese Fahrzeuge bekanntlich eingebaute Vorfahrt haben, zog dieser Fahrer ohne Rücksicht auf mich rüber – es waren ca. anderthalb Meter Überschneidung, als er rüberzuziehen begann. Zwar war das Ganze mit leichtem Anbremsen zu lösen, so dass kein Unfall passierte, aber es war ohne zu übertreiben eine brandgefährliche und vor allem völlig unnötige Situation – und zumindest bis oben am Berg bei Karlsbad hatte der Fahrer vielleicht drei LKW-Längen gewonnen. Bei Tempo 120km/h, was dort erlaubt wäre, sind die großzügig interpretierten 100m Vorsprung ziemlich genau drei Sekunden Zeitgewinn.

Drei Sekunden? Genau. Nur drei Sekunden. Es lohnt sich also nicht. Es geht dabei nur darum, sich schneller zu fühlen. Wirklich schneller ist man nicht, denn weiter vorne sind ja weitere lästig regelgerecht fahrende Fahrer. Mir ist es unverständlich, warum Leute immer noch denken, ein oder zwei Kilometer pro Stunde schneller zu sein bedeute eine echte Zeitersparnis! Je höher die Grundgeschwindigkeit, um so gefährlicher sind solche Manöver – und gleichzeitig bringen die geringen dabei gewonnenen Geschwindigkeitsvorteile immer weniger, je schneller alle zusammen unterwegs sind.

Warum also diese Dschungel-Manieren? Vermutlich nur, um sich stark zu fühlen.

Baumaßnahmen

Ich schreibe immer, immer wieder über sie. Und sie sind auch jedem, der einigermaßen oft Autobahn fährt, gleichermaßen bekannt und verhasst: Baustellen. Es gibt diverse Arten: Tagesbaustellen, Nachtbaustellen, Dauerbaustellen. Oft genug ist die Lücke zwischen Nachtbaustelle und Tagesbaustelle am Morgen sowie umgekehrt am Abend groß genug, um die Rush-Hour durchzulassen. Nur, wenn ich wirklich, wirklich spät dran bin, fahre ich manchmal in eine Tagesbaustelle rein – meistens handelt es sich um kleine Reparaturen oder auch nur um Mäharbeiten.

Wesentlich langwieriger und im Grad der Behinderung des Verkehrs auch wesentlich schwerwiegender sind die Dauerbaustellen. Von denen hat es zur Zeit drei auf meiner Strecke, und eine vierte ist mir noch sehr deutlich in Erinnerung:

1. Ausbau der A8 auf sechs Fahrstreifen zwischen Pforzheim West und Karlsbad. Diese Baustelle hat diverse verschiedene Darreichungsformen schon gezeigt und ist im Moment schon wesentlich weniger nervig als sie es früher war. Was wird dort gemacht? Die A8 wird ein wenig verlegt, teils ein bisschen nach Norden, teils ein bisschen nach Süden. Und die Steigungen werden zu großem Teil reduziert. Eine Brücke durch das Tal bei Nöttingen existiert schon, ist aber bisher nur auf einer Fahrtrichtung und da nur von einer Seite angeschlossen – wird also noch nicht befahren. Dazu wurde eine künstliche Senke in eine Anhöhe gegraben, so dass man von Karlsbad herunter nicht erst steil nach unten, dann wieder stark nach oben und dann wieder steil nach unten fährt. Prinzipiell besteht dieses Runter-Hoch-Runter noch, aber auf der inzwischen befahrbaren einen neuen Richtungsfahrbahn sind die Steigungen deutlich reduziert. Nur auf dem Stück, das so bald die Brücke angeschlossen ist, stillgelegt werden wird, sind die Steigungen noch hoch. Die Brücke selbst wird mit einem Damm angeschlossen. Eine kolossale Arbeit mit gewaltigen Bodenbewegungen, Ausgraben unter die Krume bis ins Gestein und das Ganze auf vielen Kilometern. Sehr beeindruckend. Früher musste man sich da auf der Breite der halben alten Autobahn mit je zwei extrem schmalen Richtungsfahrbahnen durchschlängeln. Auf der neuen Richtungsfahrbahn Richtung Stuttgart hat mehr Autobahn Platz, als die A8 früher war. Dennoch ist die Baustelle immer noch recht nervig, weil sie als schmaler, zweispuriger Teil zwischen zwei gut ausgebauten, dreispurigen Abschnitten liegt. Ich freue mich auf eine herrliche neue Autobahn Ende 2015.

2. Fahrbahnerneuerung im und um das Dreieck Karlsruhe. Klar, die Fahrbahn hier ist furchtbar schlecht gewesen. Aneinanderasphlatierte Betonplatten, die schon allmählich sich heben wollten. Allerdings ist das Dreieck Karlsruhe und die umgebenden Abschnitte der A5 auch ein wichtiger Verkehrsweg. Sprich: Hier entsteht vor allem auf der Überleitung von der A8 Richtung Norden, auf der A5 von Süden her und wohl auch auf der A5 von Norden her immer wieder Stau. Da die Erneuerung den Bereich südlich des Dreiecks nur rudimentär betrifft, habe ich mit besagter Baustelle morgens viel mehr zu kämpfen als Abends – denn in der Regel staut es sich von der A8 nur Richtung Frankfurt, nicht Richtung Basel. Morgens allerdings zwingt – und da sie bald fertig ist, hoffentlich zwang – mich der Stau oftmals, bereits in Bruchhausen die B3 zu verlassen und über Ettlingen und Busenbach zur A8 zu fahren. Der Stau auf die B3 bei Karlsruhe Süd zeigt deutlich auf, wie heftig wichtig die A5 für den Verkehr in und um Karlsruhe ist, gerade jetzt, wo wegen der U-Strab und anderen Dingen so viel dort gebaut wird.

3. Fahrbahnerneuerung zwischen Pforzheim West und Pforzheim Ost. Das war eine Baustelle, die für mich schwer einzusehen war. Meine Gedanken sagten: Die ist doch noch gut! Gleichviel. Die Richtungsfahrbahn nach Stuttgart wird erneuert. Und statt auf dem schönen sechsstreifigen Teil fahren die Autos nun auf vier – also zwei pro Richtung – durch die Baustelle, alles auf der Richtungsfahrbahn nach Karlsruhe. Vor allem die Verbreiterung auf drei Fahrstreifen im Anstieg von Pforzheim Ost nach Pforzheim Nord ist stark zu merken – da ergibt sich nun immer Stau.

4. Brückenarbeiten zwischen Dreieck Leonberg und Kreuz Stuttgart. Was sie da genau gemacht haben, weiß ich gar nicht. En passant einen stationären Blitzer installiert haben sie jedenfalls. Aber ansonsten war das einfach nur eine Fahrbahnverengung, die eigentlich – eigentlich! – nicht so schlimm hätte sein sollen. Aber dort ist verdammt viel Verkehr. Und in dieser Zeit der Baustelle habe ich mir etwas angewöhnt, das mir heute noch sehr nützlich ist: In Leonberg Ost runter von der A8 und über die Magstadter Straße hoch zum Schattenring und dann über die B14 zur Uni. Das nützt mir auch heute noch.

So – und hoffentlich ist nach meinem momentanen Krankheitsaussetzer auch Baustelle Nummer 2 Geschichte, so wie Nummer 4 seit geraumer Weile. Das käme mir sehr entgegen!

Tiefflug

Verglichen mit den vergangenen Tagen war die heutige Heimfahrt ein Tiefflug. Es war echt erstaunlich, das erste Mal seit Wochen, nein, wohl schon Monaten zeigte die Abschätzung von Google Maps für die Heimfahrt unter 1:10 an. In optimalen Fällen wären es 0:55.

Und ich habe auch ein Gefühl dafür bekommen, warum die Sache besser läuft: Mindestens ein Teil der Fahrbahnerneuerung am Karlsruher Dreieck ist heute beim Heimfahren abgebaut gewesen. Ich habe heute auf der Strecke viele Dinge gesehen, die mich hoffen lassen: Bis auf an wenigen Stellen ist die zweite Fahrbahn – die Richtung Karlsruhe – zwischen Nöttingen und Karlsbad nunmehr ausgegraben und bereit, da eine Fahrbahn drauf zu basteln. An der Brücke über die Straße zwischen Waldbronn und – wo auch immer wird auch fleißig gegossen. Und am Karlsruher Dreieck lässt die Baubehinderung nach.

Und so kam es, dass ich eben tatsächlich recht gut meinen Heimweg machen konnte, die meisten Geschwindigkeitslimits ausschöpfen konnte und nur in der noch anhaltenden Fahrbahnerneuerungsbaustelle zwischen Pforzheim Ost und Pforzheim West ein bisschen Stockung hatte. Alles in allem eine gute Stunde, vielleicht sogar unter einer Stunde – so genau habe ich nicht nachgeschaut.

Ein Gefühl wie „es wird“ macht sich breit!

Und noch etwas anderes „wird“. Aber davon in einem anderen Post.

Seitenwind und Musik

Am heutigen Tag habe ich mal wieder recht stark den Seitenwind gespürt. Auf der A8 gibt es da, eben am Rand des Nordschwarzwaldes, zwei Stellen, wo der Wind ganz schön heftig bläst. Einmal ist das die Strecke zwischen Leonberg und Heimsheim, und dann noch die Stelle zwischen Karlsbad und dem Karlsruher Dreieck. Nach meinem Gefühl bekomme ich diesen starken Wind jetzt im Sommer vor allem auf der Heimfahrt, also von Stuttgart nach Karlsruhe am Nachmittag, recht stark zu spüren – und zwar dann von rechts, meinem Gefühl nach.

Es gab schon das ein oder andere Mal, dass ich mich fragte: „Was zum Henker pfeift da so und warum ist mein Auto so instabil … ?“ Seit mir das mal auf der A6 von Nürnberg nach Heilbronn passiert ist, habe ich nämlich recht panische Angst vor einem Reifenplatzer und suche dann bei Unstimmigkeiten erstmal nach dem Grund bei meinen Reifen, meinen Rädern, danach bei meinem Motor und Getriebe – und dann kommt mir so ganz allmählich: „Hey, das könnte doch auch – na klar, der Wind!“ Und dann fällt mir dann plötzlich auch auf, meistens, dass gerade die hohen, langen Fahrzeuge – LKW und Transporter, aber eben auch Autos wie mein leichter, kleiner Aygo – Tendenzen zeigen, nach links auszubrechen. Und prompt ist dann eben für mich angesagt, das Tempo ein bisschen zu reduzieren. Könnte ja immerhin sein, dass ich gerade ein bisschen gegen ein nach links Ausbrechen korrigiere und somit nach rechts lenke, während ein LKW oder Transporter nach links geweht wird. Scheinbar ist aber mein Auto sehr leicht, sehr instabil – oder ich bin einfach feige. Denn ganz oft sehe ich, dass ich die einzige bin, die das Tempo reduziert. Und so bin ich heute auf der Heimfahrt ein Stückchen langsamer gefahren als auf der Hinfahrt zur Arbeit, einfach wegen des Seitenwindes. Wobei ich diesen zweifelhaften Genuss heute nur zwischen Leonberg und Heimsheim erlebt habe – denn ich bin in Karlsbad von der Autobahn, da am Karlsruher Dreieck mal wieder Stau war.

Außerdem hat sich heute statt meiner VNV Nation Liste andere Musik auf der Fahrt breit gemacht, woraufhin ich nun beschlossen habe, das ich eine neue Playlist erstellen muss. Und zwar eine „außergewöhnliche Frauenstimmen“-Liste. Denn im Moment haben es mir Heather Small von den M People, Hannah Reid von London Grammar und Annie Lennox mal wieder ganz stark angetan. Bei den M People könnte – und werde – ich wohl „Search For The Hero“, „One Night In Heaven“ und „Avalon“ hoch und runter hören, bei London Grammar sieht es – wie könnte es anders sein – nach „Strong“ aus, aber auch „Hey Now“ wird’s in die Liste schaffen. Und Annie Lennox, da sieht es nach „Here Comes The Rain Again“ und „Sweet Dreams“ aus, da klirrt ihre Stimme so richtig schön kalt und bildet einen schönen Kontrast zu dem warmen, „schwarzen“ Organ von Heather Small – und der dramatischen Stimme von Hannah Reid. Und Musik, in abwechslungsreichen Formen und in adäquaten Mischungen, um meine Gedanken zu illustrieren, ist ein extrem wichtiger Begleiter für mich beim Pendeln.

Vor allem auch, weil Musik auch sehr wichtig dafür ist, dass mein Kopf während der Fahrt an meinen kleinen Phantasiegeschichten arbeiten kann – die können nämlich im Gegensatz zu sowas wie Hörspielen, Arbeitsgedankenkram oder dergleichen auch mal in den Hintergrund treten, wenn ich für das Autofahren etwas mehr Konzentration brauche. Gerade im Stau sind Musik und Phantasie mein mentales Überlebensset. Ich freu mich schon auf die Inspiration, die mir Heather Small. Hannah Reid und Annie Lennox in Kombination vermitteln werden!

Ausweichen mal andersrum

Heute hatte ich mal wieder eine Mitfahrerin, deren Anschlusspunkt die Battstraße in Karlsruhe-Rüppurr, Ausfahrt Ettlingen ist. Nach meiner Vorlesung fuhren wir tapfer los, unterhielten uns fleißig und kamen nicht so unglaublich rasch voran, weil ich angesichts der Unterhaltung nicht raste – schließlich wäre für schnelles Tempo, auch innerhalb der Limits, nicht die Konzentration da gewesen. Bis nach Pforzheim West lief das auch hervorragend.

Nur dann ging plötzlich gar nichts mehr, meine Stau-App wollte nicht sagen, wieso, und auch Google Maps war kryptisch, auch wenn es Stau anzeigte. Aber immerhin bot die Navigation aus dem Silicon Valley eine Alternative: Bei Karlsbad runter und dann über Busenbach und Ettlingen auf die B3, und zwar durch den Wattkopftunnel. Gesagt, getan: Ich setzte den Blinker, als sich eine Lücke auftat, und bewegte mich von links in die Mitte. Die linke Spur hatte ich ja gesucht, weil in aller Regel ein Stau Richtung Frankfurt, bedingt durch die Baustelle auf der A5 besteht – Richtung Basel ist die Überleitung meistens frei. Noch eine Spur nach rechts war dann schon etwas anspruchsvoller, da war ein Hintermann so nett, mit Druck auf’s Gas die Lücke zu zu machen und dann auch noch einen vorwurfsvollen Blick durch die Sonnenbrille rüber zu werfen. Hinter ihm war aber die rechte Bahn frei und ich konnte rüber fahren. Das tat ich auch und rollte dann auf das schon sichtbare Ende des Rückstaus von der Ampel am unteren Ende der Anschlussstelle Karlsbad zu – um dann zusammenzuschrecken wie verrückt: Ein LKW fuhr mir extrem dicht auf und gab mir die Hupe. Zuvor war der ganz langsam dem Sonnenbrillenmenschen, der mich nicht reinließ, mit gebührendem Abstand hinterhergezuckelt, nun gab er Gas und bedrängelte mich. Vielleicht Staukoller, vielleicht auch einfach das Bedürfnis, gegenüber einem kleinen Frauenauto mit zwei Frauen als Besatzung einen auf dicke Hose zu machen – ist natürlich eine verallgemeinernde, unzulässige Unterstellung, aber sie tut gut, muss ich gestehen.

In Busenbach gab es dann in starkem Verkehr aus beiden Richtungen und durch parkende Autos teilverstellter Durchgangsstraße Musterbilder von Rücksichtnahme! Das war wirklich, wirklich schön, da wurde durchgelassen und sich bemüht! War sehr erfreulich, erst recht nach der Aktion beim Abfahren von der A8.

Und so schaffte ich es noch rechtzeitig, mir was gegen die befürchtete Erkältung zu holen bei der Apotheke, und auch noch rechtzeitig zum Trek Monday, bei dem wir heute eine neue Serie anfingen: Space – Above and Beyond, im Deutschen ausgestrahlt als Space: 2063.

Stunde früher, Stunde später

Jeden Morgen, wenn ich feststelle, dass es doch wieder eher halb acht als kurz vor sieben geworden ist mit dem Losfahren, frage ich mich die selbe Frage:

Wär’s besser gelaufen, wenn ich früher gefahren wäre?

Heute morgen habe ich zumindest eine Stichprobe einer Antwort bekommen. Und diese eine Stichprobe sagte eindeutig: Nein! Derselbe Stau am Karlsruher Dreieck, der sich über Karlsruhe Süd schon auf die B3 fortzupflanzen anfing, derselbe Flaschenhals an der Baustelle nach Karlsbad und auch dieselben Stockungen in der Baustelle bei Pforzheim. Tatsächlich hatte ich sogar den Eindruck, dass die Fahrweise teils noch aggressiver war als zu späteren Zeiten. Es mag sein, dass es der Montagmorgen, das frühe Aufstehen nach WM-Gucken oder sowas ist. Vielleicht sind auch die Spätaufsteher und Spätfahrer etwas relaxter, weil sie – wie ich – denken, durch’s späte Losfahren seien sie selbst schuld, in den Stau zu kommen.

Der heutige Morgen hat mir dann nun auch gezeigt, dass ich vielleicht mal über ein paar neue Stauanatomien bzw. Stautypen nachdenken sollte: Den Lückenspringer und den Sprinter. Ersterer ist hinreichend bekannt, letzterer ist in meinen Augen ein riesiges Ärgernis, weil er das Auflösen von Staus verhindert: Wann immer sich im Stau eine Lücke ergibt, die Leute losfahren, und sei es langsam – drückt der Sprinter voll auf’s Gas, schließt auf und steht dann fast quietschend auf der Bremse, selbst wenn der Vordermann noch langsam rollt. Hinter dem Sprinter steht wieder alles. Und es braucht acht oder zehn Ausgleicher, um den Stop’n’Go-Effekt eines Sprinters aufzuweichen. Außerdem muss ich drüber nachdenken, ob ich nicht vielleicht mal über ein Prinzip, das dem Abendländer aus der Bibel bekannt sein dürfte, auch im Verkehr schreibe: Die Goldene Regel – „Was Du nicht willst, dass man Dir tu, das füg‘ auch keinem anderen zu.“ Das kam mir heute morgen, als ich zwischen den stehenden LKW zwischen Karlsruhe Süd und Ettlingen stand und links raus wollte. Dort ergab sich eine Lücke – und ich setzte den Blinker und wollte auf die mittlere Spur raus. Derjenige, der zuvor langsam hinter selbiger Lücke fuhr, beschleunigte zum Sprint und starrte mich durch seine Sonnenbrille feindselig an, als er die Lücke geschlossen hatte. Nur um dann vor mir dreimal Spur zu wechseln, als es schien, dass es mal auf der mittleren, mal auf der rechten Spur schneller ging. Im Licht der Goldenen Regel … aber lassen wir das.

Eine staufreie, sonnige Woche wünsche ich all meinen Lesern!

Freie Fahrt in den Abend

Zu meiner großen Verblüffung war gestern die A8 in meiner Richtung – also Richtung „nach Hause“ – gegen 17:45 sehr gut zu fahren. Der Heimweg war in den letzten Wochen oft kein Spaß, da man erstens erst einmal auf die A8 drauf muss. Das gestaltet sich am Stuttgarter Kreuz meistens recht stockend, weil erstens meist viel Verkehr ist und zweitens eine Spur A831 aus Stuttgart, zwei Spuren A81 aus Singen und drei Spuren A8 aus München auf danach nur noch drei Spuren Richtung Karlsruhe bzw. bis zum Leonberger Dreieck vereinigt werden müssen. Das ist immer so eine Sache. Gestern lief das auch nicht flüssig, aber zumindest besser als die letzten Wochen. Dann ist da die A8 im westlichen Teil mit ihren drei großen Baustellen: Fahrbahnerneuerung zwischen Pforzheim Ost und Pforzheim West, Verbreiterung auf sechs Fahrstreifen zwischen Pforzheim West und Karlsbad sowie die Baustelle auf der A5 im Karlsruher Dreieck. Und es gibt natürlich noch die Stelle vor Pforzheim Ost, ganz am Anfang des Abschnitts, an dem der sechsstreifige Neubau des östlichen Teils in den alten, schmalen, mit starken Steigungen versehenen und vor allem vierstreifigen Teil übergeht. Mehrfach geht es dabei von drei auf zwei Richtungsfahrstreifen runter, mehrfach sind Baustellen mit Tempo 80 darin. Eigentlich nehmen Tempo 80 Baustellen den größten Teil des westlichen Abschnitts ein, im Moment. Normalerweise ist da dann das übliche los: Die Abstände werden an den Verengungen von drei auf zwei Richtungsfahrstreifen zugefahren, vorher schon wird durch Ungeduld und wildes Spurwechseln an Abständen und Tempo heruntergeregelt. Und meistens hat man dann im Stau durch zu geringe Abstände und kleine Störungen – wie schnelle Spurwechsel in kurze Abstände hinein – Kaskaden von Bremsen, und durch den zu geringen Abstand pflanzt sich so eine Störung sogar verstärkt gegen die Fließrichtung des Verkehrs durch die Reihe der Autos fort – und plötzlich steht alles.

Nicht so gestern: Gerade im westlichen Teil der A8 fuhr es sich richtig angenehm!

Zudem hatte ich die Freude, dass das Wetter mit der Heimfahrt stark besser wurde. In Stuttgart hatte ich meine Laufgruppe gerade abgesagt, da meine Kollegin dem ziemlich heftigen Regen keine angemessene Kleidung entgegenstellen konnte – bei mir wäre es auch eher an der unteren Grenze des Angemessenen gewesen. Mit so einem Wolkenbruch, wie das gestern kurz vor fünf in Stuttgart der Fall war, hatte ich auch einfach nicht gerechnet. Bei Pforzheim dann auf der Autobahn wurde es heller, trockener – und daheim war richtig schönes Wetter, strahlender Sonnenschein, sehr angenehm. Da habe ich dann meine neuen Laufschuhe gepackt und bin noch eine Runde gelaufen. Meine neuen Schuhe mit Mizuno Wave haben sich auch hier wieder als sehr angenehm erwiesen, auch wenn ich ob des Arbeitstags, der durchaus etwas anstrengend war, die Schnelligkeit dieser Schuhe nicht ganz umsetzen konnte. Einen Zehner bin ich dennoch gelaufen, knapp unter eine Stunde war ich unterwegs – und habe auch mal drüber nachgedacht, wie praktisch es doch war, dass ich die Schuhe gekauft habe: Nicht nur, dass sie eine schöne Alternative zu meinen Asics sind, nein, der Karton hat auch gleich eine neue Bedeutung bekommen: Mein Mann hat die Schachtel benutzt, um für seine Steampunk-Pistole die Grundierung aufzutragen, in dem er sein Werkstück in den Karton legte und dann mit schwarzer Grundierung besprühte. Nachzuschauen ist das hier http://aringusookami.wordpress.com/2014/06/16/grundierung/.

Eigentlich wollte ich all das gestern Abend schon schreiben, aber leider hat mir ein in der Spüle brechendes Glas und der entsprechende Schnitt im Zeigefingerknöchel ein bisschen den Abend durcheinander gebracht. Aber schlimm ist die Verletzung nicht, sie hat nur das Essen Kochen ein bisschen verzögert, die Aufgaben dabei zwischen meinem Mann und mir umverteilt, da Erdbeeren Waschen mit frischem Schnitt – auch unter Pflaster – nicht so prickelnd ist. Wie gesagt, richtig schlimm war’s nicht, aber der Abend war dann schon etwas umorganisiert und daher fand das Bloggen keine Zeit mehr.

Bypass-Freuden

Das Karlsruher Dreieck. Darauf ist Verlass: Es ist verstopft. Von Rastatt Nord, mit Glück von Karlsruhe Süd an bis zum Dreieck. Von Norden her ebenfalls. Und von Osten ist’s auch dicht, zumindest wenn man Richtung Norden möchte.

Daher fahre ich ja eine kleine Ausweichstrecke: Bruchhausen, Ettlingen, Busenbach. Normal würde man ja sagen: Fahr ich halt B3 bis zum Wattkopftunnel, durch denselben und dann über Busenbach. Das ist deswegen blöd, weil sich oft Rückstau auf die B3 bildet, und der ist dann richtig zäh. Also schöne 30 durch Bruchhausen, dann 70 bis Ettlingen, mit 50 und einigen Ampeln durch Ettlingen schlängeln, hoch nach Busenbach und dann auf die meist freie A8 bei Karlsbad.

Und genau das tu ich zur Zeit. Heute morgen durfte ich die erwartete Ankunftszeit auf meinem Handy mit Google Maps sogar fallen sehen, als ich von der B3 ab und Richtung Busenbach hoch fuhr. Klar, die Routenplanung bevorzugt Autobahn, und es braucht schon ein Stück Zeitvorteil, bis sie davon abweicht. Wahrscheinlich ist die Schwelle in dem Fall zu hoch gesetzt gewesen, aber ich wusste ja, dass die Zeit, durch das Chaos am Karlsruher Dreieck zu kommen, tendenziell unterschätzt wird. Ich fuhr also ganz lässig meine Ausweichstrecke und dann eine herrlich freie A8, auf der ich auch die Baufortschritte zwischen Karlsbad und Nöttingen bewundern durfte. Ganz herrlich!

Eine Stunde und zehn Minuten habe ich gebraucht, 1:08 prognostizierte Google Maps über die Autobahn, und wie gesagt: Das ist eher unterschätzt, meiner Erfahrung nach. Ab August geht es dann hoffentlich wieder ohne die „Drossel“ am Karlsruher Dreieck ganz über die Autobahn. Allerdings ist durchaus möglich, dass dann die A8 mit ihren Baustellen wieder mehr verstaut ist. Aber ich habe gerade gelesen, dass zumindest die aktuelle Form der Baustelle zwischen Pforzheim West und Pforzheim Nord nur noch bis 11.07. erhalten bleibt. Vielleicht kommt dann die andere Seite dran. Vielleicht ist es dann aber auch fertig. Und am 01.12. scheint auch eine Änderung des Zustandes zwischen Karlsbad und Pforzheim West geplant zu sein. Zumindest laut Baustellen-Informationssystem. Der Link folgt unter dem Beitrag, für die, die ihn noch nicht kennen. Allerdings steht da nicht drin, wenn auf die Baustelle eine andere folgt, nur wann sich voraussichtlich der Zustand ändert, in dem die Baustelle jetzt ist. Auf der Strecke Karlsbad bis Pforzheim West ist nämlich Ende diesen Jahres bestimmt noch nicht alles fertig, nur wird da der Verkehr dann wohl anders, nämlich über die neue Brücke gelotst.

Insgesamt ist die Sache durch den Bypass über Ettlingen und die Drosselung des über die Autobahn fahrenden Verkehrs morgens für mich viel entspannter geworden, als sie es wäre, wenn ich krampfhaft über die A5 wollte.

Infos zu aktuellen Baustellen kann man übrigens hier finden:

http://baustellen.strassen.baden-wuerttemberg.de/bis_internet/