Es ist angerichtet

„Noch vier Tage pendle ich über die A5 ab Karlsruhe Süd nach Bruchsal“, das sagte ich mir heute morgen. Das Timing hätte kaum besser sein. Kaum, denn: Nun ist es angerichtet. Die Baustelle wegen Fahrbahnerneuerung zwischen Rastatt Nord und Ettlingen wird gerade eingerichtet. Aus ein paar Gründen war ich heute morgen mit dem Auto gefahren und dachte mir, die Baustelleneinrichtung sei schon recht weit – und hoffte, sie brauchen noch etwas.

Nein, brauchten sie nicht. Mittlerweile wird oder ist die Umleitung des Verkehrs in eine Richtung auf die Gegenfahrbahn bei Verengung beider Richtungen von drei ganzen auf eine normale und eine schmale Fahrspur eingerichtet. Die Konsequenz, als ich heute in Bruchsal mein Navi anwarf: 52 Minuten Fahrt statt der üblichen 38. Klingt nicht schlimm? Ist es auch nicht. Aber es war kurz nach vier, vor dem eigentlichen Berufsverkehr. Also schaute ich mal, wo der Stau sein sollte – dabei fiel mir dann auf, dass mein Navi mich in Karlsruhe Mitte von der Autobahn lotste, über die Südtangente in Karlsruhe rüber zur B36 und dann nach Hause. Als ich mir anschaute, wie viel Zeit auf der eigentlichen Route draufgegangen wäre … Bäm! 1:53 für knapp 50 Kilometer. Warum ich überhaupt nachgeschaut habe? Mir war sehr bewusst, dass fünf Minuten Verzögerung auf der Südtangente in Karlsruhe und die Ministaus an den Ampeln auf Pulverhaus-Straße und B36 in ihrem Verzögerungspotential immer unterschätzt werden vom Navi. Wurden sie auch, denn ich brauchte im Endeffekt selbst ohne meinen Stopp beim DM in Durmersheim über eine Stunde.

Meine letzten drei Tage in Bruchsal werde ich mit der Bahn fahren. Das ist sowieso bequemer, aber jetzt ist es alternativlos. Wenn auf der A5 gebaut wird, bricht der Individualverkehr um Karlsruhe zusammen – zumal die einzige schnelle Querverbindung, die einen von der A5 weg auf weiter westliche Ausweichstrecken bringt, die Südtangente ist – und die ist schon ohne diese Aufgabe im Berufsverkehr oft staubehaftet. Bin ich froh, dass ich nun ÖPNV fahre!

Sie hat mich, die A8

Dabei fahre ich sie gar nicht!

Aber dennoch ist es derzeit die A8, die mir den Heimweg schwer macht. Warum das so ist? Nun: Am Karlsruher Dreieck, also auf meinem Heimweg kurz vor meiner Ausfahrt Karlsruhe Süd, zweigt von der A5 die A8 Richtung Osten ab. Sie führt dann recht schnell steil den Einschnitt zwischen Grünwettersbach und Palmbach hinauf, so dass sich dort oft Stau bildet. Aber am Karlsruher Dreieck gibt es ausreichend lange Überleitungen, dass die Zusammenführung von zwei Spuren aus Richtung Frankfurt und zwei Spuren aus Richtung Basel auf drei Spuren in Richtung Stuttgart normalerweise nicht zu Staus zurück auf die A5 führt. Normalerweise.

Denn im Moment wird am Karlsruher Dreieck auf der A8 gebaut, und zwar direkt hinter dem Karlsruher Dreieck, kurz vor beziehungsweise im Beginn der Steigung hoch Richtung Karlsbad. Dort steht nur je eine Spur aus jedem der beiden Zuströme zur Verfügung – und das reicht nicht. Im Endeffekt trifft es vor allem den Zustrom aus Richtung Norden, denn vor dem Karlsruher Dreieck liegen in (viel zu) dichter Folge die Anschlussstellen Karlsruhe Nord, Karlsruhe Durlach und Karlsruhe Mitte, zudem führt die Überleitung von der A5 aus Richtung Frankfurt auf die A8 von rechts auf die gemeinsame Fahrbahn mit der Überleitung aus Richtung Basel. Die LKW aus Richtung Süden drängen also nach rechts und machen den Weg für die Leute aus Richtung Süden frei, brauchen aber viel Länge auf der Spur – die schon von LKW wimmelt.

Heute fing es noch vor Karlsruhe Nord an. Ich bin dann über die B3 durch Durlach gefahren – auch das ist nicht der Weisheit letzter Schluss. Nun fahre ich schon nicht mehr regelmäßig die A8 und stehe doch in einem Stau, der auf der A8 beginnt. Sie lässt mich nicht los, wie es scheint.

Rampenpampe

Am vorgestrigen Abend war die Autobahn frei wie lange nicht mehr. Am Stuttgarter Kreuz ging’s ohne jede Stockung trotz der Baustelle an der Brücke über die Landesstraße von der A831 auf die A8. Auch in Pforzheim war vergleichsweise wenig Stockung.

Aber die Rampen! Es gibt mehrere große Rampen auf der A8, manche fahre ich morgens hoch und abends runter, andere umgekehrt. Eine Rampe, die ich abends hochfahre, und die mich beinahe zur Weißglut bringt, ist jene von Leonberg hoch nach Rutesheim. Die ist auf den ersten Blick nicht sehr steil – aber hat es durch die Länge und die konstante Steigung eben doch in sich. Dort denkt jeder, PKW wie LKW, er wäre unglaublich viel schneller als der Vordermann, weil’s ja plötzlich immer langsamer wird. Es geht einfach unmerklich, aber verhältnismäßig steil den Berg hoch. Unmerklich, aber verhältnismäßig steil, fragt Ihr? Was schreiben die Highway Tales hier für einen Mist? Nun – die Steigung ist nicht ganz so ohne. Aber die Autobahn ist hier breit, beidseitig dreistreifig ausgebaut, neu, glatt. Ringsum scheint die Landschaft bis auf die Lärmschutzwälle verhältnismäßig eben oder zumindest, wie man im Englischen sagen würde, „gently rolling“. Dass die Landschaft dabei dennoch Richtung Westen ansteigt, merkt man gar nicht so richtig. Daher scheint es eben zu sein, aber es geht in Wirklichkeit eben doch ganz schön aufwärts. In vielen Autofahrern geht dabei der Gedanke vor: „Meine Güte, die Tachonadel sinkt. Der Vordermann wird langsamer. Ich kann bestimmt schneller, es ist ja nicht bergig.“ Konsequenz: Ausscheren. Merken, dass es doch nicht schneller geht. Derweil ist die Lücke rechts zu. Machen PKW und LKW gleichermaßen. Unterstelle ich diese Gedanken nur? Wenn ja, dann nur, indem ich von mir auf andere schließe. Ich kenne diesen Gedanken, inzwischen weiß ich es besser.

Der Effekt am Ende ist, dass auf der linken Spur 102km/h gefahren werden, auf der mittleren 95km/h und auf der rechten 88km/h. Quälend langsam zieht man aneinander vorbei, alle Abstände sind zugefahren. Ein Fahrfehler, ein Bremsen läuft durch den ganzen Zug und alles fährt nur noch halb so schnell. Das passiert fast jeden Tag, so häufig wie – oder häufiger als! – der übliche Einfädelstau am Stuttgarter Kreuz.

Dann gibt’s da noch die andere Rampe. Die fahre ich runter, jeden Abend. Karlsbad bis Dreieck Karlsruhe. Das ist nun keine gerade, unmerkliche Rampe, das fühlt sich richtig „alpin“ an, auch wenn’s „nur“ die nördliche Abdachung des Schwarzwaldes ist, die hier in die Rheinebene abfällt. Zuerst geht es recht steil runter, rechts ist ein Hang im Blick, links geht’s runter auf die Gegenfahrbahn, dann noch tiefer nach Grünwettersbach und das zugehörige Tal, dann steigt der bewaldete Boden wieder an. Etwa auf halber Höhe gibt’s eine leichte Linkskurve, dann läuft die abfallende Autobahn langsam in Richtung Karlsruher Dreieck aus. Im oberen Teil der Abfahrt ist Tempo 120km/h vorgeschrieben, die meisten kommen von der windigen Ebene zwischen Palmbach und Stupferich recht schnell an – sehen den Hang und bremsen. Und bremsen. Und bremsen. 120km/h? Nie! Da geht’s ja runter! 100km/h, bestenfalls, oft sogar weniger, nicht nur die LKW. Dann kommt die leichte Linkskurve, plötzlich sehen alle: Da kommt das Karlsruher Dreieck, keine Kurve mehr voraus, lassen wir laufen – nur dummerweise sind hier 100km/h vorgeschrieben, die – wenn nicht gerade Rückstau von der A5 ist – oft maßlos überschritten werden. Die 100km/h einhaltende Fahrer werden bedrängelt. Für die Fahrer, die nach Süden auf die A5 fahren, geht’s dann in einer sanften Linkskurve unter der Gegenfahrbahn durch – und dahinter gibt’s einen Feldweg, von dem aus oft geblitzt wird. Unter der Brücke bremsen die ganzen Schnellfahrer dann von 130km/h auf 90 ab …

Warum mich das so ärgert? ICH würde eigentlich gerne meine erlaubten 120km/h von der Strecke zwischen Anschlussstelle Karlsbad und dem Beginn der Abfahrt durch den oberen Teil der Abfahrt retten – einfach rollen lassen, dabei kommt zumindest mein Auto im fünften Gang sogar noch auf 125km/h bis 130km/h, verliert dann langsam im Bereich des 100er-Schilds auf vielleicht 110km/h und in der flacheren Strecke bis zur Brücke unter der Gegenfahrbahn sind’s 95km/h – ohne gebremst zu haben. Ohne das Gas berührt zu haben. Quasi verbrauchslos – an Sprit wie auch an Bremsbelägen. Auf leerer Autobahn tiefnachts habe ich es ausprobiert – oben mit 120km/h in den Berg, an keiner Stelle mehr als 10km/h zu viel, unten mit 95km/h in den Gegenhang der Rampe auf die A5 Richtung Süden. Mehr als eine Minute einfach rollen lassen und nur steuern. Ein Traum!

In der Realität braucht’s keinen Stau von der A5 Richtung Norden auf die A8, dass das nicht klappt. Im oberen Bereich der Strecke, wo 120km/h erlaubt sind, werde ich bei 115km/h ausgebremst. Im unteren Teil, wo 100km/h erlaubt sind, werde ich bei 110km/h bedrängelt. Man sollte meinen, die Leute haben zu viel Geld, wenn sie für nichts und wieder nichts Sprit aufwenden, um ihre Bremsbeläge abzuschaben. Die könnten mir das Geld doch stattdessen auch überweisen? Zeitlich bringt’s ihnen nichts.

Blöde Rampenpampe!

Sparfuchs

Als Sparfuchs betätige ich mich derzeit manchmal, wenn der Verkehr auf der Strecke es zulässt. Mein Toyota Aygo besitzt ja eine Anzeige des Spritverbrauchs, die als Balken gemittelt über Minutenintervalle angezeigt werden kann, auf dem Display in der Mitte. Wenn ich diesen Modus der Anzeige wähle, merke ich sehr deutlich dass ich bewusster – genaugenommen: Spritverbrauchsbewusster fahre.

Ganz deutlich merkt man zum Beispiel Steigungen in diesem Diagramm: Plötzlich steigt der momentane Verbrauch an, sobald wieder eine Minute rum ist, zieht der Balken der letzten Minute nach. Aber auch beim „sinnlos die Autobahn entlang heizen“ sieht man recht deutlich, dass sich der Bleifuß auch gleich in Tankleerung äußert. Ein bisschen schwierig für mich sind die Minutenintervalle schon: Ich kann nicht einfach schön über die Balken mitteln und kriege meinen Spritverbrauch pro 100km für die ganze Fahrt. Warum nicht? Ganz einfach: In Minuten, in denen ich langsam fahre, mag der Verbrauch pro 100km niedrig sein (außer, es ist nerviges Stop-And-Go), aber ich lege auch wenige Kilometer zurück – diese kurze Strecke trägt also nur wenig zum Gesamtverbrauch bei. Schnelle Streckenabschnitte haben im Gesamtverbrauch auf der Strecke viel mehr Gewicht – weil sie einfach länger sind. Aber diese kleine Spitzfindigkeit braucht einen eigentlich nicht sehr zu interessieren.

Ich finde es sehr spannend, wie ich mit ein wenig defensiver-langsamerem Fahren auf meine Strecke vielleicht ein, zwei, drei Minuten länger brauche, aber auch deutlich weniger Sprit verbrauche. Zumindest, wenn es läuft. Auch sehr deutlich sieht man in dem Diagramm, dass Standzeiten – in denen keine Kilometer zurückgelegt werden – Gift für den Verbrauch sind, wenn der Motor läuft. Auch ständiges Anfahren, das immer wieder für kurze Strecken viel Sprit frisst, schlägt in heftig hohen Balken zu Buche.

Am schönsten ist aber stets die Abfahrt von Karlsbad hinunter zum Dreieck Karlsruhe. Wenn die Vorderleute nicht zu nervös sind und laufend spurwechseln und bremsen, kann man da wunderbar im fünften Gang hinunterrollen, die Welle wird vom Rollen der Achse gedreht, die wiederum durch den Abhang in Gang gehalten wird. 100km/h wie im unteren Bereich erlaubt sind gar kein Problem, wenn man oben bereits mit 100km/h in den Hang geht – kommt man mit 120km/h an, muss man beim 100er-Schild kurz vor der Trennung der A8 in zwei Richtungen A5 sogar bremsen. Über den ganzen Hang, der über zwei Kilometer lang ist, wird der Motor nur vom Runterrollen gedreht. Zumindest zeigt die Verbrauchsanzeige Null an. Nichts. Wenn man nicht viel Pech hat und gerade in der Mitte des Abhangs eine neue Minute anfängt, kann man dort einen Minutenbalken, der nicht existiert – also Null Verbrauch bedeutet, auf das Diagramm malen. Bei 100km/h sind zwei Kilometer in gut einer Minute zurückgelegt …

Der Nullverbrauchsbalken fühlt sich jedenfalls immer ganz großartig an, wenn ich ihn hinbekomme!

Eingefahrene Wege

Beim Autofahren ist es eine Notwendigkeit, dass bestimmte Dinge automatisch getan werden. Wer über das Schalten nachdenken muss, hat nicht genug Aufmerksamkeit für schwierige Situationen auf der Straße, wer sich vor Augen führen muss, ob nun Bremse, Kupplung oder Gas in der Mitte sind, schaut in den Fußraum und nicht auf die Straße.

Diese Notwendigkeiten sind essentiell und man beginnt zwar schon in der Fahrschule, das zu begreifen und diese Automatismen zu entwickeln, so dass für die prinzipielle Kontrolle des Fahrzeugs keine bewusste Kontrolle mehr nötig ist. Nicht ganz auf Reflex-Level, aber eben doch unter der Ebene, auf der man intellektuell tätig ist, passiert eine Menge beim Autofahren. Ab einer gewissen Praxis beim Fahren laufen auch Abstandskontrolle, Abstandsanpassung, Spurhalten und viele weitere sicherheitsrelevante Aspekte über diese Mechanismus. Im verlinkten Beitrag bestreite ich, dass auch die Navigation darüber läuft … das ist aber so nicht ganz richtig.

Gerade auf Strecken, die man sehr oft fährt, ist auch die Navigation ganz automatisch am Laufen, ohne höhere Kontrolle. Woran ich das merke? Oh, jeder ist schonmal auf seinem üblichen Arbeitsweg gewesen, wenn es eigentlich woanders hinging – und fand sich plötzlich dabei wieder, falsch abgebogen zu sein. Dreht es sich um eine Querstraße, ist das nicht so wild. Geht’s um Richtungsfindung am Autobahndreieck Karlsruhe, als Beispiel aus meinem Leben, ist das nicht so witzig. Wobei: Wenn ich automatisch Richtung Karlsbad/Stuttgart abfahre, statt Richtung Norden weiterzufahren (beispielsweise, um Freunde in Durlach zu besuchen oder wirklich nach Norden zu fahren), kann ich immerhin in Karlsbad wenden.

Seit etwa einer Woche hat sich nun auf meiner guten Freundin, der A8, die Baustelle zwischen Autobahndreieck Leonberg und Autobahnkreuz Stuttgart verändert: Zuvor wurde die Fahrbahndecke auf der Richtungsfahrbahn nach Karlsruhe erneuert, nun ist es die Fahrbahndecke auf der Richtungsfahrbahn nach Stuttgart und München. Die Baustelle – und damit das Führen des Verkehrs über die entgegengesetzte Fahrbahn, mit baustellenmäßiger baulicher Trennung vom eigentlichen Verkehr dieser Richtungsfahrbahn – geht fast von Dreieck zu Kreuz beziehungsweise von Kreuz zu Dreieck. Da beide Richtungen hier drei- bis vierstreifig bedient werden, sind die Richtungsfahrbahnen natürlich SEHR eng für den Verkehr, daher wurde bei den Bauarbeiten auf der Richtungsfahrbahn nach Karlsruhe der Verkehr Richtung Karlsruhe auf zwei Streifen ganz rechts auf der Richtungsfahrbahn nach Karlsruhe geführt, die anderen beiden Streifen drängten sich ganz links auf die Richtungsfahrbahn nach Stuttgart. Nun ist es umgekehrt. Eine solche Auftrennung bis kurz vor einer Ausfahrt oder gar einem Richtungswechsel an einem Autobahnkreuz oder -dreieck führt natürlich oft dazu, dass Leute wild quer über zwei Spuren auf die Ausleitung auf eine andere Autobahn ziehen – das ist unfallträchtig. Daher haben die Planer in weiser Voraussicht die bauliche Trennung zwischen den linken beiden und den rechten beiden Baustellenstreifen bis NACH Auftrennung des Abschnitts Kreuz-Dreieck in A8 und A81 durchgezogen, so dass man sich entweder vor dem Stuttgarter Kreuz nach Heilbronn einordnen musste, oder mittels der Anschlussstelle Leonberg West wenden. Das war mir egal, denn rechts wie links ging’s auch weiter nach Karlsruhe.

Nun, beim Bau auf der Richtungsfahrbahn nach München, ist es genauso. Wenn man am Stuttgarter Kreuz auf die A81 nach Singen oder die A831 nach Stuttgart möchte, muss man sich direkt nach dem Leonberger Dreieck auf die rechten beiden Baustellenstreifen einordnen. Von Karlsruhe her kommt man auf den linken beiden Streifen, und unter normalen Umständen macht es den Verkehrsfluss kaputt, wenn man von den linken beiden Streifen allzuschnell nach der Zusammenführung am Leonberger Dreieck auf die rechten beiden, aus Heilbronn kommenden Streifen nach rechts wechselt. Daher tue ich das nicht. Das ist total eingefahren.

Heute habe ich daher, nachdem mir das vergangenen Mittwoch schon passierte, das zweite Mal an der Anschlussstelle Stuttgart-Möhringen umdrehen dürfen, weil ich die zweite Spur von links nach dem Dreieck Leonberg hielt und daher am Stuttgarter Kreuz nicht die Autobahn wechseln durfte. Manchmal sind so eingefahrene Dinge auch lästig – nämlich dann, wenn sich entweder der Weg ändert, den man fahren will, oder die Straße, auf der man es tut.

Zuleitung dicht

Heute Morgen war es so weit. Ich fuhr die B3 entlang, nachdem ich gestern auf einer Exkursion in Philippsburg meine übliche Route nicht benutzen musste. Am nördlichen Ende „meines“ Abschnittes der B3 merkte ich: „Huch, da steht ein Schild, da steht irgendwas von AS Karlsruhe Süd … “ und da ist ein Sperrungsschild drunter …

Tja. Eigentlich war das angesagt, aber da es bisher nicht der Fall war, nur die Störungen durch die Einrichtung der Baustelle in Kraft waren, hatte ich es mir noch nicht klar gemacht. Aber nun ist es akut: Die Anschlussstelle Karlsruhe Süd ist gesperrt, zumindest in Fahrtrichtung Frankfurt/Karlsruhe/Stuttgart. Das ist für mich ein Problem, denn natürlich wollen alle, die sonst in Karlsruhe Süd Richtung Norden auffahren, nun an der Anschlussstelle Ettlingen auf die A5 auffahren, wollen dementsprechend von der B3 links abbiegen Richtung Karlsruhe und dann dort auf die Autobahn fahren … ein Verkehrsstrom, der normalerweise mit einer ampelbefreiten Rechtsabbiegerlösung an einer Ampel vorbei direkt auf die Autobahn geführt wird, muss sich über eine Bundesstraße und eine kurz geschaltete Linksabbiegerampel quälen. Dass das nicht funktioniert, ist irgendwie klar. Man steht also auf dem Abschnitt B3 Karlsruhe Süd – Ettlingen. Und steht. Und steht. Keine Option für mich!

Was ist also die Folge?

Heute und akut war die Folge, dass ich den Stau ein bisschen kreativ umfahren habe und dann aus Ettlingen heraus auf Ampel zur Anschlussstelle Ettlingen kam, wo es erheblich flüssiger läuft. Meinen Termin beim Arbeitsmedizinischen Dienst meines Arbeitgebers – als beruflich strahlenexponierte Person werde ich einmal jährlich untersucht – konnte mich mit wiedergewonnener Freisprechmöglichkeit um 15 Minuten nach hinten verschieben und somit doch wahrnehmen.

Für die Zukunft – die Sperrung der Anschlussstelle zwischen B3 und A5 Fahrtrichtung Norden soll bis Oktober dauern – muss ich mir was überlegen. Es gibt schon ein paar Möglichkeiten, wie man das von mir aus umgehen kann, um dann in Ettlingen auf die Autobahn aufzufahren. Wir werden sehen, wie sich das ergibt … aber ich weiß schon jetzt, dass ich des Öfteren in Bruchhausen von der B3 abfahren und durch Ettlingen zur entsprechenden Anschlussstelle fahren werde. Oder ich fahre am Runden Plom in Ettlingen von der B3 ab und kürze durch Ettlingen ab. Oder ich fahre B36 und dann über den Silberstreifen und schließlich durch Ettlingen. Da sich das sicher noch ein paar mehr Leute überlegen werden, tun mir die Ettlinger schon jetzt leid, weil das Verkehrsaufkommen durch die Stadt sich erheblich vergrößern wird – der abartige Stau auf der B3 zwischen Karlsruhe Süd und AS Ettlingen wird nämlich bleiben. Allerdings muss ich auch sagen, dass ich über eine Sache staune:

Die starke Frequentierung von Karlsruhe Süd durch Verkehr nicht nur über die L605 mit Auffahrt Richtung Süden, sondern auch über die B3 mit Auffahrt Richtung Norden muss soweit eigentlich bekannt sein. Damit sollte eigentlich auch klar sein, dass eine Sperrung der Auffahrt Richtung Karlsruhe, Stuttgart und Frankfurt dazu führt, dass viele, viele Fahrzeuge auf die B3 Richtung Norden ausweichen und dann links zur Anschlussstelle Ettlingen abbiegen wollen … dass da nichts am Ampeltakt verändert wurde, zeugt eigentlich davon, dass man sich die Konsequenzen für das Netz nicht klar gemacht hat. Das finde ich dann irgendwie schade …

Bullenhitze im Auwald

Am gestrigen Abend war es ziemlich warm. Ziemlich warm? Das ist noch eine Untertreibung. 33°C zeigte das Thermometer meines Autos an, als ich auf dem Heimweg war. Natürlich glühte der Asphalt unter dem Fahrzeug, dazu stand die Luft – und auch das Auto teilweise mal wieder. Vor der Baustelle zwischen Karlsruhe Süd und Rastatt Nord standen sie – in beiden Richtungen. Immerhin waren es am Abend keine Unfälle, sondern nur der übliche Wahnsinn. Am Morgen hatte ich einen fiesen Unfall auf der anderen Seite der Mittelleitplanke gesehen – nicht viel davon gesehen, zum Glück, und ich will auch nicht gaffen, denn von den Bildern bekomme ich Albträume. Das blaue Blitzen vom Montagmorgen am Karlsruher Dreieck, den Hubschrauber und die Kräne habe ich aber gesehen, dann ganz schnell weggeschaut und gebetet: „Fahrt weiter, fahrt weiter, ich will keine Zeit haben, dass mein Blick da hin gelenkt wird, ich will da dran vorbei und mich dabei auf die Straße konzentrieren müssen …“ – und die anderen Fahrer müssen es gehört haben.

Egal, ich war bei der Bullenhitze am Montagabend. Natürlich war ich mal wieder mit der Energie zu geizig, meine Klimaanlage anzuschalten – die braucht eine Menge Strom, und der kommt aus Sprit, und verbrannter Sprit ist CO2. Da ich wusste, daheim wartet eh die Dusche auf mich, habe ich sie ausgelassen.

Daheim dann kam die Erkenntnis: „Tally, Du musst eh duschen. Also kannst Du auch noch eine Runde laufen gehen.“ Und genau das habe ich getan. Ob es die Hitze war oder ob mein Handy langsam kaputt geht, weiß ich nicht. Jedenfalls war am Anfang der Runde das GPS-Signal schwach. Ich vermute, das Telefon hat stattdessen mit dem Lagesensor die Strecke abgeschätzt. Da es am Oberarm ganz schön wackelt … naja, im Endeffekt zeigte das Tracking zu meinem Entsetzen ein Tempo von 3:20/km an. Bei allem Stolz – so schnell bin ich nicht. Erst recht nicht, wenn ich unter 150bpm Puls habe. Im Endeffekt konnte ich die 1,2km, die das System zu viel getrackt hat, am Schluss rauskorrigieren. Anhand des weiteren Verlaufs, als sich mein GPS einigermaßen berappelt hatte, war die Geschwindigkeit von 6:20/km ganz gut abschätzbar – damit habe ich dann anhand von Zeit und unter der Annahme, am Anfang auch nicht langsamer oder schneller gelaufen zu sein, meine Strecke korrigiert. Natürlich habe ich das Ganze bei den tollen Erfolgen der App rausgenommen, ein so komisch getrackter Lauf würde nur Maßstäbe setzen, die unrealistisch sind.

Gestern war ein guter Abend: Heimgefahren, Sprit gespart weil auf Klimaanlage verzichtet, getankt, gelaufen – und dann ein supernetter Trek Monday. Stau und GPS-Macken fallen da unter den Tisch.

Was will der Künstler uns damit sagen?

So geschehen auf der Autobahn 8, heute Morgen.

Bei strahlendem Sonnenschein und völligem Chaos auf den Autobahnen – unter anderem schwere Unfälle außerhalb meiner Strecke, aber mit Auswirkungen aufmeine Strecke – war die Steigung vom Karlsruher Dreieck hoch nach Karlsbad ungewohnt frei. Kurz vor Ende der 7%-Steigung scherte ein LKW aus, er ließ dann einen anderen LKW noch vor sich heraus – ich fuhr ganz bequem hinterher. Auf der linken Spur fuhren sie alle schneller, der Verkehr war einigermaßen dicht, aber lief flüssig – ich hätte die Leute alle nur ausgebremst, und dafür ziehe ich nicht rüber, wenn der Gewinn vielleicht 5-10km/h über ein oder zwei Kilometer wäre … das lohnt sich einfach nicht.

Und plötzlich fing der LKW vor mir an, den Warnblinker zu setzen. Er wurde aber nicht langsamer, machte keine Anstalten, rechts rüber zu fahren oder sonstwie zu reagieren, als habe er eine Panne. Er hatte einfach den Warnblinker an. Ich hatte meine ca. 12-15m Abstand bei Tempo 35km/h, was nun nicht unbedingt vorbildlich ist – aber bei dem Tempo und zudem einer 7%-Steigung unter den Reifen nicht ZU knapp. Etwa einen Kilometer lang fuhren der langsame LKW vorne – wohl kaum 5m vor meinem Vordermann – mein Vordermann mit Warnblinker und ich mit langsam auf 20m steigendem Abstand mit 35-40km/h den Berg hoch. Dann scherte der langsame LKW ein, mein Vordermann überholte ihn warnblinkend – setzte so nahtlos den Blinker, dass es erschien, als sei der linke Blinker ausgefallen und er warnblinke noch immer – und scherte ein.

Er muss mich im Rückspiegel gesehen haben, spätestens in den Kurven – auch wenn mein Auto eher schmal ist. Ich hatte mehr Abstand als er zum Vordermann, und der Verkehr links gab ein Überholen nicht her – ein Ende einer langsam fahrenden Kolonne bildete er auch nicht, das war nämlich ich statt ihm. Die fast 700 mit Warnblinker gefahrenen Meter hinterlassen mich einigermaßen ratlos – auf der anderen Seite ist niemandem etwas passiert, was schon einen gewissen Gegensatz zu diversen Autobahnabschnitten an diesem Montagmorgen bildet. Alles okay also, nur die Irritation bleibt.

Zum Rechtsfahrgebot: Huch?!?

So geschehen heute auf der A8:

  • Auf dem Anstieg zwischen Dreieck Karlsruhe und Karlsbad fuhr ich hübsch auf der mittleren Spur, der Leistung meines kleinen Aygo und seiner dahingehenden Endgeschwindigkeit auf 7% Steigung angemessen. Vor mir blinkte ein LKW, bevor es so richtig steil wurde, also kurz hinter der Kurve nach dem Ende der Zusammenführung der beiden Stränge von der A5. Sprich: Der LKW wollte auf meine Spur wechseln. Ich war natürlich nicht schnell genug, um ihm das ernsthaft verwehren zu wollen – also ließ ich ihn raus. Dann wurde es steil – der LKW wurde langsamer und langsamer. Mit Blick auf den rechten Fahrstreifen und den Standstreifen verfolgte ich den Abstand des LKW hinter dem vorausfahrenden LKW auf der rechten Spur – praktisch, denn die Sonne stand so, dass ich den Schatten beider LKW sehen konnte. Der Abstand blieb konstant. Wir quälten uns die Steigung hoch: ein LKW, mir nur als Schatten sichtbar, auf der rechten Spur. Schräg dahinter mein Vordermann, dahinter ich. Ich hatte aufgrund der Gesamtsituation nicht die Muße, auf den Tacho zu schauen. Mehr als um die 60km/h können’s nicht gewesen sein, wahrscheinlich weniger. Ich glaube, ich kam oben dann im zweiten Gang an, also war es wohl wirklich weniger. Der LKW vor mir schaffte es nicht, seinen Schatten auch nur einen halben Meter näher an den des Vordermanns zu bringen. Erst ganz oben, als es wieder flacher wurde, fuhr er vorbei. Klar, Verschätzen kann man sich immer mal. Aber ich bin nun nicht sicher, ob zwei Kilometer Strecke bei 7% Steigung und Null Raumgewinn noch als „Verschätzen“ zählen oder schon als „Unverschämtheit“.
  • Später dann, der nächste Anstieg, der nächste Abschnitt – aus dem Pfinztal bei Nöttingen hoch über die Klosterweg-Brücke nach Pforzheim West. Wieder über 4% Steigung, wieder einige LKW. Und dann keine LKW mehr, freie Fahrt für steigungstüchtige PKW und Lieferwagen. Freie Fahrt? Äh. Genau: alles fuhr auf den Fahrstreifen in der Mitte oder links. Das bildete sich so stark aus, dass ich, die ich direkt nach meinem letzten LKW-Überholvorgang nach rechts ausscheren wollte, fast über den Haufen gefahren wurde. Ein Lieferwagen schätzte den nötigen Abstand zum Hintermann beim Wechseln nach rechts für wesentlich geringer ein, fuhr hinter mir nach rechts und trat das Gas durch. Er beschleunigte aber nicht schnell genug, ich zog nach rechts und machte ihm Platz auf der mittleren Spur – schließlich war er schneller – oder zumindest war er bereit, mehr Sprit zu verschwenden, um schneller zu fahren. Mir reichten die 95km/h auf der rechten Spur völlig aus. Indes: Mein Lieferwagen-Freund fuhr dann gleich nach der Lücke, die ich gelassen hatte, nach links hinüber. Denn außer mir fuhren nur zwei der zehn oder zwölf PKW in meiner Sichtweite von der Mitte nach rechts. 95km/h fuhren sie aber alle – eine fast leere rechte Spur und eine mitteldicht bevölkerte mittlere Spur, beide mit ziemlich genau 95km/h den Berg hoch. Es braucht keine LKW für Unsinn auf der Autobahn.

Tja. Auch an Tagen mit weitgehend freier Autobahn und auch an Stellen, die an dem einen Tag recht frei sind, ist der Autofahrer des Autofahrers Nemesis. Manchmal man selbst. Manchmal die anderen. Aber einer spinnt immer.

Komplizierte Anschlussbauwerke

Als begeisterte Spielerin von Cities: Skylines und als eine Person, die für Phantasie-Welten auch Autobahnnetze mit Anschlussbauwerken und allem drum und dran entwirft, habe ich ein Faible für komplexe Auf- und Abfahrten. Der 450°-Turn, wenn man von Norden kommend auf der A81 in Ludwigsburg Nord abfahren und zu IKEA will, fasziniert mich ebenso wie die verschiedenen Formen von Autobahnkreuzen. Ob ein komplexes, ästhetisch schönes Bauwerk aber auch effizient ist, steht auf einem anderen Blatt. Oftmals ist es auch so, dass gewachsene Strukturen ohne massiven, langanhaltenden Eingriff in den Verkehr nicht geändert werden können, auch wenn sie weit vom Optimum entfernt sind – zum Beispiel am Dreieck Leonberg.

Durch die Baustelle auf der A5 zwischen Ettlingen und Rastatt Nord fallen mir die Anschlussbauwerke Dreieck Karlsruhe/AS Ettlingen und Karlsruhe Süd zur Zeit öfter ins Auge.

Karlsruher Dreieck/AS Ettlingen gehen ineinander über. Ich betrachte für den Moment nur den südlichen Abschnitt, da ich diesen recht intim kenne. Ich fahre seit sechs Jahren täglich hier entlang. Über eine Brücke „überspringt“ der südliche Arm der Richtungsfahrbahn der A8 Richtung Westen die A5, um dann mit der Richtungsfahrbahn der A5 nach Süden (Frankfurt-Basel) zusammengeführt zu werden. Drei Fahrstreifen aus Norden kommend vereinigen sich mit zwei Fahrstreifen, die von Osten her den Berg herunter gekommen sind. Bevor diese Aufgabe allerdings gelöst ist, steht die Anschlussstelle Ettlingen auf dem Plan. Diese verbindet die A5 mit der Verbindungsstraße zwischen Karlsruhe und Ettlingen (Herrenalber Straße auf Karlsruher Seite, Karlsruher Straße auf Ettlinger Seite) und bildet über ein kurzes Stück auch den Anschluss der A5 an die B3.

Im Bereich zwischen Dreieck und Anschlussstelle werden die zwei Fahrstreifen, auf denen man aus Richtung Stuttgart herangekommen ist, durch geordnetes Beenden des Rechten zusammengeführt. Die Wechsler von A8 auf A5 Richtung Süden können auf einer reichlichen fünfstreifigen Strecke (drei links, dann ein dicker unterbrochener Strich, zwei rechts) nach links wechseln – zunächst auf den linken Beschleunigungsstreifen, dann direkt auf die A5. Auf der Überleitung herrscht Tempolimit 100km/h, auf der A5 Tempo 120km/h, sollte also alles ganz gut gehen. Der linke der beiden aus der Überleitung kommenden Beschleunigungsstreifen wird allerdings später übergangslos zum Verzögerungsstreifen für die Anschlussstelle Ettlingen. So weit, so einfach. Dennoch scheint das Ganze nicht einfach zu befahren zu sein, denn Spurwechsel sind über Entscheidungsfindung und Ausführung komplex und anspruchsvoll – das kann ich sogar so akzeptieren, dass es so ist. Allerdings sind für die Entscheidungsfindung, wann ich auf welchen Fahrstreifen wechsle, verkehrsunabhängig ein paar Regeln hilfreich: Wenn ein Fahrstreifen endet, wechsle ich der Geschwindigkeit des laufenden Verkehrs angepasst nahe am Ende des Fahrstreifens auf einen der weiter verfügbaren. Ist ein Fahrstreifen Ein- und Ausfädelstreifen, kann ich ruhig so früh wie im Rahmen des Verkehrsaufkommens möglich auf den für meine Zielrichtung geeigneten Streifen wechseln. Das sind natürlich sehr unterschiedliche Anforderungen auf Fahrstreifen, die gleich aussehen. Und genau das macht die Kombination aus Autobahndreieck Karlsruhe und Anschlussstelle Ettlingen so kompliziert.

Dasselbe gilt übrigens für die beiden Fahrstreifen der A8, die Richtung Norden auf die A5 geführt werden – der linke davon wird zum Verzögerungsstreifen für die Anschlussstelle Karlsruhe Mitte, die auch wieder ein komplexes Bauwerk ist, nämlich ein teils als „Turbinenform“ ausgebautes Autobahnkreuz zwischen A5 und Karlsruher Südtangente.

Die Anschlussstelle Karlsruhe Süd ist aus zwei Gründen kompliziert: Dort wird der Verkehr der A5 mit der Bundesstraße 3 und dem Zubringer nach Karlsruhe, realisiert als L605, verbunden. Dazu werden noch die L566 und das Ettlinger Industriegebiet „Am Runden Plom“ angesteuert.

Von der A5 Richtung Süden gibt es nur eine Ausfahrrampe auf die B3 Richtung Süden und L605 Richtung Karlsruhe – der Beschleunigungsstreifen auf die L605 geht nahtlos in den Verzögerungsstreifen für die rechte Spur der B3 Richtung Süden über, die zweispurig von der L605 weg- und in einem 270°-Turn über sie hinweg geführt wird. Auf diesen zweistreifigen Strang stößt von rechts noch die Ausfahrt von der L605 auf die B3 Richtung Süden, dann gehen Stück für Stück die Zugänge zum Runden Plom und auf die L566 nach Westen und Osten ab. Allein das ist schon recht viel an Kreuzungen und Kurven auf recht wenig Strecke. So etwas ist kompliziert, da es viel Aufmerksamkeit und Entscheidungen erfordert, verschiedenartig geregelte Kreuzungen und Richtungswechsel in schneller Folge abzuarbeiten.

Kommt man von der B3 aus Süden und möchte auf die A5, so verzweigt sich die B3 in einen Strang auf die L605 Richtung Karlsruhe, die Überleitung führt dann ohne Spurwechsel auf die A5. Aber: Will man auf der B3 Richtung Norden bzw. Osten bleiben, muss man nach links wechseln. Der Verkehr aus Richtung Karlsruhe fährt an der Anschlussstelle typischerweise Richtung Süden auf die A5 und muss dafür den von der B3 auf die A5 führenden Fahrstreifen kreuzen. Auch das macht’s nicht einfach.

Allerdings ist das alles der Zustand, wenn nicht gebaut wird. 2017 kommen sogar Sperrungen auf dem Streckenabschnitt, eventuell sogar direkt eine Sperrung einiger Überleitungen im komplexen Bauwerk Karlsruhe Süd auf den Verkehr zu. Dass ich mich nicht darauf freue, ist eine Tatsache. Die Sanierung der A5 an dieser Stelle sehe ich allerdings ein: Es ist eine „Blow-Up“-anfällige, alte Betonpiste. Die muss saniert werden, keine Frage. Die längeren Heimfahrten wird mich dieses Wissen aber nur sehr bedingt entschädigen können.