Arbeitsweg-Freude

Am Dienstag ist mein Büro in ein neues Gebäude umgezogen. Naja, das Gebäude ist nicht neu, wir sind nur neu in dem Gebäude. Das Büro ist immer noch im Zentrum Karlsruhes, aber nicht mehr ganz so zentral – von der Markgrafenstraße sind wir ans Karlstor gezogen. Wie so oft funktioniert erstmal nicht alles, dazu trauern natürlich viele Kollegen, die das alte Gebäude und vor allem die anderen dort ansässigen Referate des Regierungspräsidiums über lange Zeit gewöhnt waren, der vorherigen Situation nach. Ich bin da etwas freier, auch wenn ich natürlich auch nervig finde, dass vieles nicht funktioniert und dass manche meiner Leute nun einen Kilometer statt ein Stockwerk von mir entfernt sind.

Aber der neue Arbeitsort bringt auch einen neuen Arbeitsweg mit sich. Da im Moment die Karlstraße Teil der Baustelle für die „Kombilösung“ in Karlsruhe ist und daher die Straßenbahnen dort nicht verkehren, müsste ich ohnehin vom Albtalbahnhof – mit Umsteigen von der Mathystraße zum Karlstor laufen. Aber das ist ja alles nicht erforderlich, ich fahre ja mit dem Fahrrad!

Auch wenn das Karlstor einen Kilometer südwestlich der Markgrafenstraße liegt und ich aus Südwesten nach Karlsruhe hineinfahre, ist der Weg, den ich mir ausgeguckt habe, achthundert Meter länger als der vorherige. Er hat aber mehrere entscheidende Vorzüge: Erstens fahre ich vom Wehr in Daxlanden bis zur Europahalle auf asphaltierten Fahrradwegen mit nur wenigen Einmündungen an der Alb entlang. Das bedeutet: Was ich früher in der Sofienstraße auf einer doch recht stressigen Fahrradstraße zwischen den Häusern fuhr, fahre ich jetzt im Grünen und deutlich schneller! Auch an der Europahalle hoch zur Südendstraße und dann bis zur Steinhäuserstraße sind’s Radwege, teils im Grünen, teils im Bereich von Europahalle und Europabad – viel schöner!

Der Überweg über die westliche der beiden Nord-Süd-Verbindungen zwischen Karlsruher Zentrum und Südtangente, bestehend aus Reinhold-Frank-Straße und Brauerstraße, ist an der Südendstraße wesentlich angenehmer als an der Sofienstraße. Zwar ist die Kreuzung größer – aber man wartet lange nicht so lange auf grünes Licht wie an der Fußgänger- und Radwegampel an der Sofienstraße!

Mein großes Highlight kommt aber, wenn ich von der Südendstraße am Vincentius-Krankenhaus nach Norden abzweige: Ich überquere die Hirschbrücke, die es sogar auf das Wappen der Karlsruher Südweststadt geschafft hat. Über die Hirschbrücke überquert die Hirschstraße die ehemalige Bahntrasse vom alten Karlsruher Hauptbahnhof nach Westen – heute sind das die Jollystraße, die Tramlinie 5 (und im Moment VIELE Ausweichlinien) sowie die Mathystraße. Ich liebe diese Brücke – architektonisch, als Kuriosität und auch, weil ich mir damit eine Menge Kreuzungen mit dem Autoverkehr spare.

Über die Brücke.

Mein neuer Arbeitsweg ist toll!

[KuK] Gründe

… nächstes Jahr wieder Marathon in Karlsruhe zu laufen:

Halbmarathon-Medaille aus Karlsruhe 2017, Marathon-Medaillen aus Karlsruhe 2018 und 2019.

Vom Baden-Marathon von und zur Messe Karlsruhe gab’s für mich kein Puzzle-Teil, aber die Marathon-Medaillen fügen sich zu einem Puzzle. Eigentlich braucht man da dann wie weiteren Puzzle-Teile. Mal sehen, ob ich nächstes Jahr Lust auf Marathon habe …

Gleisviereck im Wachsen

Noch immer steige ich täglich einer Abzweighaltestelle aus, die etwas mehr als eine Haltestelle vor meiner eigentlichen Station für die Arbeit liegt. Warum das?

Das Gleisviereck am Rüppurrer Tor in Karlsruhe in Bau.

Die kurze Antwort lautet: „Kombilösung“. In Karlsruhe wird – vielleicht bekanntlich, vielleicht auch nicht ganz so bei Euch bekannt – die Stadtbahn tiefergelegt, die zentrumsnächste Bundesstraße durch die Stadt ebenfalls tiefergelegt und dann die Tram aus der Fußgängerzone in den durch die tiefergelegte Bundesstraße entstehenden Korridor verlegt. Dafür besteht Karlsruhe seit geraumer Zeit aus einer Ansammlung sich laufend verändernder Baustellen.

Aber langsam wird’s, man sieht, was kommen soll: Das Bild oben zeigt die Kreuzung Fritz-Erler-Straße, Rüppurrer Straße, Kriegsstraße. Hier wird die vierstreifige, innerstädtisch verlaufende B10/Kriegsstraße unter das Bodenniveau gelegt, der Tunnel existiert in diesem Bauabschnitt schon. Er wurde in „offener“ Bauweise gebaut, sprich: Man spritzte Gel in den Boden, damit das Grundwasser nicht die Baugrube flutet, hob eine Grube aus und baute da einen Tunnel rein. Damit der S-Bahn-Verkehr nicht völlig zum Erliegen kam, wurde eine Behelfs-Gleisbrücke über den Tunnel geschlagen. Vorher war an dieser Stelle ein Gleisdreieck, wobei die regulären Linien auf dem Gleis Rüppurrer Straße und Fritz-Erler-Straße verliefen und der Abzweig nach Osten und dann durch die Kapellenstraße zum Durlacher Tor nur Backup war.

Der sich in zwei Abzweige und ein Gleis geradeaus gabelnde Schienenstrang im Bild ist der Anfang eben eines Gleisvierecks, wo vorher ein Gleisdreieck war. Die Bundesstraße, die hier noch durch die Baustelle gefädelt wird, liegt künftig unter Grund. In zwei Monaten darf ich dann wieder am Kronenplatz, rechts von diesem Bild, aus der Bahn aussteigen – zumindest so lange, bis unser Büro zum Karlstor auf der anderen Seite der Baustelle umzieht.

Wir sind übrigens am Sonntag beim Marathon mitten durch die Baustelle gelaufen, nämlich genau dort, wo der Kässbohrer-LKW zwischen den Absperrungen steht, auf dem aktuellen Verlauf des ostwärts führenden Strangs der Kriegsstraße.

Mein zweiter Marathon beim Badenmarathon [2]

Am Ende meines Marathons am Sonntag war ich ganz schön platt. Die Füße taten weh, die Kraft ging langsam weg, das Tempo hatte nachgelassen – ich war am Ende. Aber dann kam die Stimmung kurz vor dem Ziel, anfeuernde Rufe von überall! Manche hatten meinen Namen von der Startnummer abgelesen, andere waren wegen mir gekommen! Das ist der Wahnsinn, wenn man den Sog des nahen Ziels nach über 41, ja wohl schon 42 Kilometern spürt, wenn es nur noch um die Ecke rum und dann ins Stadion auf die Zielgerade ist – und dann kann man stehenbleiben, etwas trinken, sich ausruhen. Dazu kommt die Euphorie, die darüber hinausgeht, dieses Gefühl, eine Heldentat vollbracht zu haben, zugleich auch das Wissen, dass eine gute Zeit auf der Uhr steht – und all die Endorphine, die von der Leistung, die man gebracht hat, und all den kleinen und größeren Wehwehchen auf der Strecke herrühren und einen auf eine Welle, auf ein High tragen.

… und so sieht man dann aus. Foto: Katja Scheppe, danke dafür!

Angefeuert mit Namen, da läuft es sich gut weiter! Vor allem, wenn man die Leute dann am Rand kennt und der Spalier aus Leuten, die rufen, gar nicht enden will!

Die Haltung ist nicht mehr topp, aber das Wissen um das nahe Ziel trägt! Foto: Katja Scheppe.

Und auf geht’s zum Ziel! Hinter den mit Planen bespannten Zäunen auf dem nächsten Bild ist schon die Zielgerade, die in das Carl-Kaufmann-Stadion hineinführt … die letzten paar Meter!

Dem Ziel entgegen! Foto: Katja Scheppe.

Vom leichtfüßigen Laufstil war da nicht mehr viel übrig, aber es waren auch nur noch ein paar Schritte ins Ziel – und die beiden Ballasttanks auf dem Rücken waren auch schon leer. Schön sieht man auch die drei Löwen des Landes Baden-Württemberg auf dem Rücken – naja, zwei davon. Leider haben bisher nicht das rennwerk, die Sport Löwen und das Regierungspräsidium auf einem Shirt Platz, mal davon abgesehen, dass die Vereinszeile beim Badenmarathon nur 40 Zeichen lang ist.

Countdown [1]: Packen

Marathon-Bausatz.

Morgen geht es los. Im Moment befürchte ich alles Mögliche – wie zum Beispiel, im letzten Moment mich noch erkältet zu haben, morgen zu verschlafen, Kopfschmerzen zu bekommen…

Aber da das alles eher hypothetisch ist, habe ich schonmal zusammengestellt, was ich alles brauche. Das seht Ihr im Bild auf dem Sofa arrangiert, von oben links nach rechts, dann zeilenweise weiter runter, weiter von links nach rechts:

  • Sweaterjacke zum Warmwerden und Warmhalten nach dem Lauf in grau-pink,
  • Wanderrucksack, um alles zu verstauen, bereits mit Gepäcklabel (M1701),
  • Trinkgürtel für zwei Fläschchen, Handy und zwei Fruchtriegel,
  • unter die Rucksackträger geklemmt die Läuferinfo und der Starterbeutel, um die Klamotten für nach dem Lauf zu verstauen und schnell aus dem Rucksack zu bekommen,
  • vor dem Rucksack die Startnummer und an den Rucksack drangekarabinert der Schlüssel und die Startnummernmagnete,
  • auf dem Sofa liegend der Starterbeutel vom Hella Hamburg Halbmarathon mit Handtuch, Shampoo und Duschgel,
  • davor zwei weitgehend wasserdichte Beutel für verschwitzte Klamotten, drauf stehend die Laufschuhe für morgen (Mizuno WaveShadow),
  • auf dem Sofa mittig lange Laufhose, Trikot, Sport-BH, Unterhose, Socken und wasserabweisende, pinke Fleecejacke als Wechselklamotten plus Beutelchen mit Sicherheitsnadeln, falls die Magnete zu fummelig sind,
  • rechts auf dem Sofa Trinkflaschen (in eine kommt Wasser, in die andere stark verdünnter Orangensaft, beides hat sich für mich im Training bewährt),
  • davor die weiße, leichte Jacke für morgen früh, zwei Laufhosen (Dreiviertel-Tights und lilane Laufshort), Sport-BH, Laufsocken und das Trikot von Regierungspräsidium.

Irgendwo dazwischen liegen auch noch die Powerbank für’s Handy, der Geldbeutel und eine Haarbürste sowie Taschentücher.

Preset-Marathon-Launch-Program.

Zusammengebaut ist’s etwas übersichtlicher, auch wenn ich natürlich noch nicht GANZ zusammengebaut habe: Heute ziehe ich mich noch nicht für morgen an. Aber ich muss morgen nur noch mit geladenem Lauftracker, geladenem Handy und Haargummi ran, das ausgelegte Zeug anziehen, nicht nicht gewählte Hose in den Rucksack stecken und dann geht es los.

Countdown [3]: Langsam und Zusammen

Langsam kommen die Dinge zusammen. Nach dem Rant gestern, dass ich die Marathon-Vorbereitung satt habe, kommen die Dinge langsam in trockene Tücher. Bei kaum einem Wettkampf bisher war so viel zu organisieren. Das liegt nicht in erster Linie an der Distanz.

Nein, es liegt an etwas anderem: Es nehmen einige Leute teil, die ich über die wöchentlichen und monatlichen Schritte-Challenges in Garmin Connect „kenne“ und mit denen ich das nun in ein richtiges „Kennen“ verwandeln möchte. Einer kommt von weit her, zu einem anderen hatte ich bisher nicht so viel Bezug, könnte aber mehr werden über Interesse am Laufen und regionale Nähe. Dazu gibt’s einige Leute, die an die Strecke kommen wollen – an verschiedenen Stellen. Nicht-laufendes Publikum aus meinem Umfeld ist auch dabei. Nun galt es, den Leuten an der Strecke Abschätzungen zu geben, wann ich wo vorbeilaufe. Unter anderem meine Chefin hatte daran gebeten – und so habe ich ihr einen Streckenplan des Badenmarathons ausgedruckt und meine Zeitprognosen in dem Streckenabschnitt, in dem sie wohnt, darauf eingetragen. Dazu habe ich eine Whatsapp-Gruppe mit den beiden Leuten eingerichtet, die ich treffen möchte, und einen Treffpunkt vorgeschlagen, der NICHT im Runners Heaven liegt – wo natürlich meine Familie als nicht-laufendes Publikum nicht reinkäme. Langsam finden sich die Dinge also zusammen, die zu organisieren sind, um sich zu treffen. Ich werde wohl auch noch vorschlagen, dass die Leute meines Teams (von der Arbeit) sich auf der Tribüne danach nochmal treffen können, wenn sie wollen. Eingeplant habe ich dieses Mal auch, zur Siegerehrung zu gehen. Ich glaube zwar nicht, dass ich damit etwas zu tun haben werde, aber ich bin neugierig, wer da auf dem Treppchen stehen wird – ein weiterer Termin am Rande des Marathons. Zwar geht das alles langsam, aber es kommt zusammen, dass man zusammen kommt.

„Langsam“ hat aber noch eine weitere Bedeutung, denn heute ist bei mir auf der Arbeit Betriebsausflug. Ich habe auf ein Angebot reagiert, das gemeinsames Wandern im Murgtal vorsieht – um die 20 Kilometer, ein paar hundert Höhenmeter, danach gemeinsames Einkehren in eine Wirtschaft. Das ist das Komplementärprogramm zum Tempo-Training und ich freue mich schon sehr darauf. Danach sind zwei Tage Zeit, in denen ich höchstens mal fünf Kilometer laufen werde und mich ansonsten erhole. Dann geht’s los …

So ganz nebenbei bin ich inzwischen auch so weit, dass ich nach dem gelaufenen Marathon bei 2910 Kilometern dieses Jahr und 310 Kilometern allein im September liegen werde. Die „irren“ Kilometerziele von 3650 im Jahr 2019 und 400 im September 2019 sind also in Reichweite.

Der Countdown läuft – weiter. Noch drei Tage und drei Stunden bis zum Start!

[KuK] In Bau

Fortschritte beim Bau des Gleisvierecks am Rüppurrer Tor.

Ich steige zur Zeit nicht an meiner eigentlichen Haltestelle aus – sondern eine weiter südlich. Das ist so, weil meine Bahn – und viele andere – Umleitung fahren. Das wiederum liegt daran, dass die Kriegsstraße, Durchgang der B10 durch Karlsruhe, in den Untergrund „tiefergelegt“ wird.

Die Fortschritte des Neubaus der Schienen über den entstehenden Tunnel habe ich gestern morgen fotografiert.

Das Gleis von der rechten, unteren Bildecke in Richtung der Straße links oben gab es früher schon, es war aber komplett abgerissen für den Tunnelbau. Das Gleis in Richtung der rechten, oberen Bildecke gab’s auch früher schon, auch dieses wurde für die Baustelle weggerissen und wird nun neu gebaut. Dort hinter den Bäumen ist übrigens die Grabkapelle zu sehen – der Turm hinter den Bäumen.

Ganz neu ist das Gleis in Richtung linke, untere Bildecke. Dort war früher innerstädtische, vierstreifig-baulich getrennte Bundesstraße, nun ist dort Baustelle, bald soll dort Straßenbahngleis, wenig Straße und Grünes sein – die Autos fahren dann im Untergrund.

Fortschritte

Früher war hier eine große Straße, inzwischen ist der Deckel auf der künftigen große Straße unter Grund drauf und das Straßenbahngleis wird wieder quer drüber gebaut.

Auch wenn ich gerade mal wieder an der Haltestelle geäußerte Zweifel belauschte, ob wir das Ende der Baustelle noch erleben würden: es geht voran.

Die Bilder habe ich gestern morgen auf der Kreuzung Kriegsstraße, Fritz-Erler-Straße und Rüppurrer Straße in Karlsruhe aufgenommen.

Werde ich schon hibbelig? Und: Nochmal Mistwetter!

Morgen geht es auf den nächsten Wettkampf. Es ist der fünfte dieses Jahr. Nach den 15 Kilometern in Rheinzabern, den 20 Kilometern in Rheinzabern, dem Rißnertlauf und der Marathonstaffel in Freiburg kommt nun der zweite Lauf des RegioCup Karlsruhe. Es geht dabei um den Volkslauf der TuS Neureut am morgigen Sonntag den 14.04.2019. Nach sonniger Woche wird das Wettkampfwochenende nun nass und kalt, genau wie ich aus der Karlsruhe Sonne in den Freiburger Regen fuhr, in Rheinzabern im Dezember den einzigen Schneetag im Dezember erlebte, den sintflutartigsten Regen des Jahres in Rheinzabern im Januar und Sturm im Februar. Einzig in Rüppurr hatten wir Glück mit dem Wetter.

Allerdings werde ich schon etwas hibbelig. Ich habe diese Woche wenig gemacht, in Sachen laufen. Ich möchte morgen meinen Zehn-Kilometer-Rekord verbessern. Ich bin im Moment gar nicht sicher, ob das gehen wird. Wenn es nicht geht, ist es nicht schlimm, natürlich nicht, aber mit der derzeitigen Form habe ich schon in mir selbst Erwartungen geweckt. Das aktuelle Personal Best sind die 44:23 vom Stadtwerkelauf im September letzten Jahres. Das zu unterbieten wäre meine Ansage. Ich würde mir wünschen, dass ich unter 43 Minuten laufe auf die zehn Kilometer. Ob das geht, steht mal auf einem anderen Blatt.

Kurzum: Ich bin gespannt, habe hohe Erwartungen, aber keinen eigentlichen Druck. Vielleicht sind das gar nicht so schlechte Voraussetzungen, auch wenn mir das Wetter nun so richtig gar nicht zusagt – regnerisch und kühl. Morgen bin ich schlauer.