Es ist doch eigentlich nur …

Diesen Gedanken hatte ich bezüglich meiner kleinen OP am Auge. Wahrscheinlich habe ich das gar nicht richtig ausgeführt. Seit Juli 2017 bildete sich im rechten Augenwinkel ein zunehmend größer werdendes, kugelrundes Gebilde unter der Haut. Zuerst machte ich mir Sorgen, dann sagte mein Hausarzt mir, Hautkrebsarten (sowohl die schwarzen – das wusste ich schon – als auch die weißen) sähen anders aus.

Alles gut also? Mitnichten. Das Ding war zwar nicht gefährlich, aber lästig. Immer beim Augenwischen kam ich drüber, mal ganz davon abgesehen, dass meine Eitelkeit ein Problem mit „dem Ding“ hatte. „Das Ding“ war nach aktuellem Stand – noch habe ich die Histologie nicht bekommen – eine verstopfte, entzündete Talgdrüse in der Unterhaut. Also musste es raus. Kaum sechs Millimeter war der Schnitt lang, angesichts der Nähe zum Auge wollte ich nicht nur lokale Anästhesie, sondern zumindest einen Dämmerzustand – bekam ich auch.

Nun sitze ich da und denke: „Es ist doch eigentlich nur ein halbes Stündchen gewesen, in dem mir alles ein bisschen egaler war, und ein Schnitt von kaum sechs Millimetern – und ein Hämatom, das weit hinter den Erwartungen des Operateurs zurückblieb.“ Ja, „es ist doch nur…“ ist ein hübscher Gedanke. Nur dass einen auch der Dämmerzustand, auch die lokale Betäubung, auch der kleine Schnitt, auch das kleine Hämatom etwas schlaucht. Ich werde schneller müde, im Moment noch. Das rechte Lid wird schön runtergezogen vom Blut, das beim Zusammenwachsen und Gefäßneubilden in den Tränensack gesackt ist. Ich heile schnell, das merke ich. Aber eben doch nicht so schnell, wie meine Arroganz behauptet – und so lange muss nun einmal selbst Wonder Talianna etwas langsam tun.

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Runaway

Gymnastik und Koffein, selbst eine Tablette haben gestern meine Kopfschmerzen nicht wegbekommen. Ich dachte mir, es ist kalt, ich muss arbeiten gehen, ich kann nicht laufen.

Hätte ich es doch mal gemacht!

Als ich heute morgen mit Kopfschmerzen aufwachte, reichte es mir. Ich habe gestern gearbeitet, nicht so effizient, wie ich wollte. Wegen der Kopfschmerzen. Ich habe den Teezeremonie-Unterricht vorzeitig verlassen. Wegen der Kopfschmerzen. Ich habe den Gang auf die VNV Nation und Covenant Party im Nachtwerk in Karlsruhe gelassen. Wegen der Kopfschmerzen. Ich habe kapituliert.

Das wollte ich eigentlich nicht wieder tun. Ich hätte mein ohnehin schon spät bei der Arbeit wegen der Kopfschmerzen gut auch noch etwas später werden lassen können, 45 Minuten laufen und dann …

Nun ja. HEUTE bin 18 Kilometer gelaufen. Und siehe da: Nun ist es fast weg, das leidige Kopfweh. Ich sehe schon. Ich will nicht nur laufen. Ich muss laufen. Gegen – ja: GEGEN die Kopfschmerzen. Vorbeugend und auch akut bekämpfend.

Seit langem mal wieder …

… bin ich heute Morgen mit Kopfschmerzen aufgewacht. Ich habe allerdings beschlossen, mich nicht damit abzufinden. Allerdings will ich auch nicht einfach dasitzen und warten, dass es besser wird.

Also habe ich schonmal Sport zu machen angefangen: Yoga-Matte ausgerollt, Brücke, Rumpfheber, Crunches. Mehrfach hat es dabei im Rücken geknackt, nach den 30 Rumpfhebern lief eine Welle der Spannung und dann der Entspannung durch meinen Rücken. Das Ganze wiederhole ich nun, parallel zum Frühstück machen und Tee vorbereiten – der Espresso steht auch schon da. Zum Laufen ist es mir heute früh ehrlich gesagt zu kalt. Der Temperaturfühler zeigt 0,2°C, und der steht direkt vor dem (noch alten, undichten) Fenster, das nächste Woche um die Zeit bereits ausgetauscht sein wird. Das wäre heute wohl nicht das Ding. Aber immerhin habe ich meine Gymnastik.

Bitte drückt mir die Daumen, dass es hilft.

Top-Down vs. Bottom-Up

Viele komplexere Dinge kann man von der Grundphilosophie auf zwei verschiedene Weisen angehen. Da gibt es einmal die Variante „Top-Down“, von einem abstrakten Prinzip auszugehen und dann erst in die Details, während sich Bottom-Up von den Details nach oben arbeitet. Freilich ist das nun recht grob beschrieben, aber für den Moment soll es reichen.

Ich möchte die Präsenz der Konzepte Top-Down und Bottom-Up im Bereich der Ernährung gerade ein wenig beleuchten, allerdings angewandt auf meine konkrete Situation. Ich will dabei keine Anleitung schreiben, sondern eher davon ausgehen, wie es mir mit der Planung meiner Ernährung und den Ratschlägen dazu von außen geht. Gerade die Colitis ulcerosa gibt an vielen Stellen den Bedarf, sich damit zu befassen, was man isst und was man essen sollte. Außerdem gibt das Vorhanden-(aber nicht zwingend dabei auch Aktiv-)sein der Krankheit gerne mal Freunden, Bekannten und Außenstehenden den Anlass, gefragt oder auch ungefragt Ratschläge zu geben.

Tendenziell bekommt man von außen oft Ratschläge, die auf Schlagworten für das ganze Konzept beruhen. Das sind dann ziemlich oft Top-Down-Ansätze. Ein Prinzip wird aufgestellt, benamt das Ernährungskonzept und das als Ganzes bekomme ich dann empfohlen. Eines der Musterbeispiele war, dass ein Bekannter mir zur Paläo-Diät riet. Das zugrundeliegende Prinzip ist klar: Esse nur das, was unseren Jäger- und Sammler-Vorfahren auch zur Verfügung stand. Neben industriell verarbeiteten Lebensmitteln schließt das auch Milchprodukte und diverse Ackerbau-Produkte, insbesondere moderner Züchtungen aus. Paläo oder oft auch als Paleo geschrieben geht ziemlich rum, gerade auch mit dem Ziel, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen zu lindern oder gar zu heilen. Nur um es vorweg zu nehmen: Ich bin keine Paleo-Anhängerin geworden. Ich werde das sicher auch keinem absprechen, denn dass es auch jenseits eines Placebo-Effekts Menschen, vielleicht vielen Menschen gut tut, werde ich sicher nicht in Abrede stellen.

Neben einer prinzipiellen, nicht-ernährungsphysiologischen Kritik an Paleo als Massenphänomen in dicht besiedelten Industrieländern störte mich an der Idee vor allem, dass ich zwar eine einfache Entscheidungsgrundlage hätte, was ich essen darf und was nicht, diese aber nicht auf meinem Ziel basierte. Die prinzipielle Kritik basiert auf der Tatsache, dass das „Revier“ eines Steinzeitmenschen, der sich als Jäger und Sammler durchschlug, ziemlich groß war und groß sein musste, um ihn zu ernähren. Obst, Gemüse und Pilze für den Sammler, Fleisch und Fisch für den Jäger erfordert jeweils eine gewisse Fläche. Ich hab’s nicht durchgerechnet, aber ich würde schwer bezweifeln, dass acht Milliarden Menschen selbst mit modernen Produktionsmethoden „Paleo“ leben können. Natürlich ist diese Kritik scheinheilig: Vieles, das ich esse, kann auch eventuell nicht in nachhaltiger Weise und der Menge, in der ich es konsumiere, für acht Milliarden Menschen von der Erde zur Verfügung gestellt werden. Ich will mein obiges prinzipielles Argument nicht „vergessen“, aber ich muss es seriöserweise wie im Vorsatz geschrieben abmildern. Natürlich ist das nur ein Nebenschauplatz, der Versuch, ein grundsätzliches, ein Top-Down-Argument zu finden, dass ich einfach keine Lust auf Paleo hatte. Naja, ganz so einfach „keine Lust“ ist es auch wieder nicht. Ich hatte Dinge vorgefunden, die in Paleo nicht reinpassten, mir aber nach meiner Erfahrung gut taten.

Selbstverständlich ist Paleo nur ein Beispiel. Da gibt es noch mehr – allerdings oft auch Zeug, das mir nicht empfohlen wurde. Gerade bei Diäten, die zum Abnehmen gestaltet sind, gibt’s da einen Haufen. Nicht, dass ich Prinzipien doof fände, im Gegenteil! Was ich bei Prinzipien allerdings viel wichtiger finde als bei klein-kleinem „Flickwerk“, ist die Konsistenz von Zweck und Konzept. Nennen wir mal das simpelste, abstrakteste, übergeordneteste Diät-Prinzip: Kalorienbilanz. Ich kann nicht abnehmen, wenn ich mehr Energie in Form von vom Körper verwertbaren, chemische Energie enthaltenden Stoffen pro Tag zu mir nehme als ich an Energie verbrauche. Das ist simpel, logisch und ermöglicht mir, meine Handlungen zu bewerten. Beim obigen Beispiel „Paleo“, ohne darauf herumreiten zu wollen (ähnliches gilt auch für andere Konzept-Diäten), benutze ich ein Prinzip. Dass dieses Prinzip meinem Ziel zuträglich ist, kann ich auf zwei Weisen belegen: Erstens auf abstrakte Weise. Ich schließe also von „Der Mensch hat sich evolutionär darauf eingestellt, Jäger und Sammler zu sein. Was er als Jäger und Sammler an Essen verfügbar hatte, muss also gut für den Menschen sein, denn der Mensch hat sich da hin entwickelt, dass diese Speisen und Getränke gut für ihn sind.“ Das ist hübsch, eingängig, aber in keinster Weise per se richtig. Natürlich KANN es richtig sein, aber es klingt erstmal nur richtig – denn unsere Situation heute ist definitiv anders als die jener Menschen, die als Jäger und Sammler lebten: Wir leben wohltemperiert, erheblich bewegungsärmer, auf andere Weise gestresst und vor allem auch viel länger als Steinzeitmenschen. Wenn z.B. die Colitis ulcerosa beim Menschen typischerweise Mitte 20 bis Mitte 30 ausbricht, ist dann der Schluss, dass wir sie als „Zivilisationskrankheit“ durch unsere Nicht-Steinzeiternährung erzeugen oder begünstigen, nicht ein recht weiter Schuss? Menschen werden erst seit verhältnismäßig kurzer Zeit alt genug, dass Krankheiten, die nach dem dreißigsten Lebensjahr ausbrechen, überhaupt eine Relevanz besitzen. Der große, konzeptionelle Schluss, dass Jäger- und Sammlerernährung besser als Getreide und Milch für uns sei, beruht also auf einem Schluss vom nomadischen, körperlich beanspruchten, sein Adrenalin durch körperliche Tätigkeiten abbauenden Menschen mit einer Lebenserwartung von vielleicht 30 Jahren auf einen sesshaften, körperlich unterforderten, nicht-körperlich stark gestressten Menschen, dessen Lebenserwartung im Bereich von fast dem Dreifachen liegt! Dem möchte ich mich so nicht anschließen. Nochmal: Das ist erstens meine Ansicht und zweitens nur an Paleo als Beispiel durchexerziert. Natürlich gibt es noch ein „zweitens“: Ich kann empirisch nachzuweisen versuchen, dass die Entscheidungskriterien, nach denen ich bei einer Konzept-Diät meine Lebensmittel auswähle, einer Beispielgruppe gut tun. Das ist aufwändig, wird sicher auch gemacht, und wie die Datenlage für die verschiedenen Konzept-Diäten ist, weiß ich nicht.

Denn ich setze nicht auf einen Konzept-Ansatz. Natürlich habe ich einen Top-Down-Anteil in meinem Leben drin: mehr Kalorien raus als rein, wenn ich abnehmen will, etwa eine Balance, wenn ich das Gewicht halten will. Da sind noch mehr Prinzipien. Aber bei der Auswahl der konkreten Nahrungsmittel setze ich auf etwas anderes. Inhaltsstoffe, konkrete Erfahrungen der Verträglichkeit an anderen, ausprobieren, ob’s mir gut tut. Außerdem langsame Schritte, ein Lebensmittel, eine Veränderung testen, danach weiter umbauen. Das ist Bottom-Up, erlaubt kaum griffige Schlagworte, geht langsam voran. Es erlaubt mir allerdings, ein auf mich abgestimmtes Programm zu schaffen. Ich messe mich nicht an einem Riesenprinzip, das größer ist als ich. Vor solchen Prinzipien scheitere ich allzugerne und verbrenne damit meine Motivation für das Prinzip. Ich messe mich an meinem Fortschritt, baue langsam mehr ein, kann Erfolge in der Veränderung schrittweise definieren, erreichen und perpetuieren. Ganz davon abgesehen lässt mich nicht jeder Misserfolg gemessen am Riesenprinzip sofort in die Ausredenschiene fallen, in der ich die die Schlussfolgerung von meinem Ziel auf das Prinzip in Frage stelle – und das oft genug mit Recht!

Daher breche ich meine Lanze für das Bottom-Up-Prinzip.

Sesam öffne dich!

Ich habe vor einiger Zeit über die Umstellung meines Frühstücks auf Haferkleie, Obst, Magerquark und Milch oder Hafer- bzw. Reismilch geschrieben. Nun habe ich meinem Frühstück eine weitere Komponente hinzugefügt: Sesam!

Es geht dabei neben dem Calcium auch um die Zufuhr an Magnesium. Einerseits treibe ich eine Menge Sport – vor allem in Form des Laufens, andererseits gehöre ich ohnehin zu den Menschen, die eher leicht zu schwitzen anfangen und dementsprechend viele Mineralstoffe über den Schweiß verlieren. Zusammen mit der Neigung, Verspannungen zu bekommen, ist Magnesium ein Mineralstoff, den bei der Ernährung zu beachten für mich wichtig ist. Neben der Banane ist daher in letzter Zeit zunehmend auch der Esslöffel Sesam im morgendlichen Müsli zu einem Standard geworden. Zur Zeit verwende ich einen ungeschälten weißen Sesam, aber der Plan ist, irgendwann zum schwarzen Sesam überzugehen – im Endeffekt: Wenn der aktuelle Vorrat aufgebraucht ist. Ich durfte feststellen, dass wohl wirklich das Magnesium nicht gerade die starke Stelle meines Mineralhaushalts gewesen ist, denn seit ich den Sesam meinem Frühstück zusetze, merke ich Verbesserungen in der Neigung meines Körpers zu Verspannungen. Es ist ja auch für mich als Colitis-Ulcerosa-Patientin nicht gerade unwahrscheinlich, dass die Aufnahme von Magnesium im Darm nicht optimal ist. Mit künstlichem Zusatz von Magnesium habe ich ganz schlechte Erfahrungen gemacht – das Zeug macht Durchfall, und im Endeffekt lande ich dann über eine Verringerung der Darm-Verweildauer des Mesalazins, mit dem ich behandelt werde, recht schnell beim Triggern eines Schubs, was dann die Magnesium-Problematik, sofern vorhanden, noch verschärft. Da war der Sesam, zusammen mit der Haferkleie, eine willkommene Lösung.

Und so wächst die Zutatenliste meines morgendlichen Müsli-Rituals weiter. Derzeit bin ich am Überlegen, was da als nächstes kommen könnte – Eisen ist durch Leinsamen ja schon abgedeckt, Kalium sollte so weit auch passen. Vor zwanzig Monaten habe ich noch gar nicht gefrühstückt, und nun habe ich einen Cocktail, der in Sachen Nährstoffen abgestimmt ist und ich immer mehr einspielt. Es ist eingestandenerweise durchaus ein skurriles Gefühl, wie viel sich im vergangenen Jahr verändert hat: Mehr Laufen, mehr Obst, Frühstück mit Haferkleie, Sesam und Leinsamen optimiert … wenn sich so viel bewegt, frage ich mich: Geht das jetzt so weiter mit der Entwicklung? Oder habe ich vielleicht schon en Plateau erreicht, auf dem sich meine Entwicklung in Sachen Ernährung – begleitend zur Marathon-Vorbereitung – erst einmal eingestellt hat? Es bleibt spannend!

Insomnia

Im Film „Fight Club“ sagt der von Edward Norton gespielte Protagonist sinngemäß: „Wenn Du nicht schlafen kannst, schläfst Du nie richtig, bist aber auch nie richtig wach.“ Es kann sein, dass ich das etwas in meine Situation hinein extrapoliere. Vom Gefühl her war das englische Original: „If you suffer from Insomnia, you’re never really asleep and never really awake.“ Und das trifft es sehr gut. Liegst Du im Bett und willst schlafen, geht es nicht. Warum, das ist manchmal gar nicht klar. Zu viel Koffein, falsche Gedanken vor dem Schlafengehen, sowas ist offensichtlich. Oft genug ist es das aber nicht. Oft genug kommen die Gedankenmühlen erst, wenn der Schlaf nicht kommt. Dann kann man auch gleich wieder aufstehen.

Stehst Du dann auf, bist Du todmüde. Den ganzen Tag, denn es fehlt Schlaf. Dann gehst Du ins Bett – und alles geht von vorne los. Das ist eine echt furchtbare Situation, denn Schlaflosigkeit, Schlafmangel vernebelt alles. Alles scheint unecht, „eine Kopie einer Kopie“ (was wiederum aus „Fight Club“ ist). Wichtig auch: Schlafmangel macht einen negativer und lethargischer, als man normalerweise ist, zugleich auch nervöser und reizbarer. Alles erscheint schlimmer als in wach, dazu fährt man leichter aus der Haut. Das wiederum macht anfälliger für Gedankenmühlen, die einen wach halten.

Das Ganze ist eine Sache, die mich selten, aber eben manchmal doch befällt. Nun waren wieder drei Nächte dieser Art, und ich fühle mich furchtbar damit. Gelegentlich hilft, die Gedanken mit einer Ablenkung zu befrieden – etwas Lesen, eine genüssliche Tasse Tee trinken oder eventuell masturbieren. Meist ergreift man die Maßnahmen aber erst, wenn schon genug Schlafenszeit bis zum Weckerklingeln fehlt, dass man dennoch mit einem Defizit in den Tag geht. Das hatte ich nun dreimal in Folge, zum Glück zweimal am Wochenende, so dass ich mit noch zwei Stunden nochmal umdrehen einiges abfangen konnte. Am heutigen Montag traf es mich aber harsch. Viel ging heute nicht. Ich hoffe, das wird bald wieder besser – ich bin eine der schlechtesten Versionen meiner Selbst, wenn ich nicht gut oder nicht genug geschlafen habe – so viel Schlaf brauche ich zwar nicht, aber wenn’s signifikant unter mein Limit geht, dann wird es echt kritisch mit Konzentration, Laune und Langmut.

Kopf auf Yogamatte

Obwohl ich mittlerweile ja die Erkenntnis wieder hatte und inzwischen auch umsetze, dass genug Sport meine Kopfschmerzen in Grenzen hält, ist mein Körper noch nicht wieder voll im „durch Sport schmerzresistenten“ Modus. Freitagmorgen wachte ich also mit brüllenden Kopfschmerzen auf und wusste: Ich habe am späten Vormittag einen Termin, für den ich keine Kontaktdaten zum von Zuhause absagen habe. Daheim bleiben wäre eine Option gewesen, schließlich hatte ich Schmerzen.

Aber daheim bleiben, sich wieder umdrehen hätte auch bedeutet, dass mein Kopf den ganzen Tag wehgetan hätte, ich den Freitag also verloren hätte. Vielleicht liegt’s auch teils am kommenden Wettersturz und den ungewöhnlich hohen Temperaturen für Ende November, dass ich zur Zeit so zu Kopfschmerzen neige. Was machte ich also?

Ich rollte meine Yoga-Matte aus. Laufen empfand ich wegen eines Muskelkaters in der linken Wade nicht als eine Option, denn es zog schon übel im Muskel. Ich machte also vierzig Atemzüge lang eine Brücke, dann vierzig Crunches – beim Absetzen knackte es das eine oder andere Mal in der Brustwirbelsäule, Wirbel kamen zurück in optimale Position. Dann hängte ich noch dreißig Rumpfheber, je zwei Atemzüge lang gehalten an. Es wurde langsam besser. Nach zwei Tassen Tee und einem Tässchen Espresso wiederholte ich die Übungen. Nun war ich zwar spät dran, aber mein Kopf war arbeitsfähig.

Und was soll ich sagen: Ja, ich war arbeiten. Ja, es ging vom Kopf her. Ich habe nochmal Übungen auf der Arbeit gemacht, damit es nicht wiederkommt – es war schon am sich heranschleichen – aber ich habe meinen Freitag gerettet. Ein bisschen stolz bin ich schon darauf!