Baufieber

Es sind spezielle Tage. Unter normalen Umständen hätte ich gestern volles Haus gehabt, den ganzen Tag in Küche mit Sushi machen verbracht und abends eine Party mit mehr als 20 Gästen gefeiert, heute wären dann mindestens zehn Gäste aus der Schwiegerfamilie zum Kaffee hier gesessen. Indes, es war nicht so – Corona lässt es dieses Jahr nicht zu.

Noch ganz am Anfang – was wird denn hieraus werden?

Beschenkt worden bin ich dennoch. Neben einem wundervollen Video, das meine Freunde choreographiert haben und das ich kurz nach Mitternacht unter Rührungstränen angeschaut habe. gab es auch physische Geschenke. Jedes Jahr sage ich: Ihr müsst nicht. Jedes Jahr bekomme ich dennoch total tolle Sachen! Dieses Jahr gab es neben vielem anderen einen Klemmbaustein-Bausatz… und zwar von Cobi. Statt der Kaffeetrink-Aktion am heutigen Nachmittag saß ich also da und habe zusammengebaut – Stein um Stein, Schritt um Schritt.

Hier wird es schon konkreter…

Ich habe zwei Bilder auf Facebook gepostet und es gab ein Rätselraten, was daraus werden würde. Aber hier spanne ich Euch nicht auf die Folter, denn bis morgen kann ich mit den fertigen Bildern nicht warten, und fertig gebaut habe ich schon. Hier also das Ergebnis:

Es ist die F/A-18E Super Hornet in der Top-Gun-Edition von Cobi. Nicht, dass ich die Einsatzzwecke befürworte, aber ich habe eine Schwäche für die Ästhetik solcher Flugzeuge. Von mir aus könnt’s gerne dabei bleiben, dass damit geübt wird und Flugshows geflogen werden. Sicher würden die Maschinen aber nicht nur dafür entwickelt – optisch gefallen tun sie mir jedenfalls.

[KuK] Schenken…

… heißt, das zu geben, was man selbst gerne behalten möchte.

Zwei Quaggans auf der Durchreise, machen Rast auf unserem Sofa.

Quaggans sind nicht spielbare Wesen aus der Welt von Guild Wars 2. Sie leben weitgehend im Wasser und sprechen von sich in der dritten Person, meist referenzieren sie sich selbst als „Quaggan“ und nicht unter ihrem Eigennamen. Diese beiden hier sagten mir: „Quaggan wird weiterreisen nach Norden!“ und die andere dann: „Quaggan wird Quaggan begleiten!“ Und dann herzten sie einander. Bald geht es für die beiden weiter zu einer lieben Freundin in den Norden von Deutschland – aber ich konnte nicht umhin, zumindest ein Erinnerungsfoto zu machen.

„Quaggan mag Quaggan!“ – „Quaggan mag Quaggan auch!“ – „Quaggan wird ja ganz rosa.“ – „Quaggan IST rosa!“

Present Progressive [2]

Nachdem ich zu der Erweiterung des Beschleunigers unter dem Titel „Present Progressive [1]“ gebloggt hatte, was denke ich klar, dass da noch mehr kommt. Das kleine Wortspiel mit der Bezeichnung der Verlaufsform im Englischen und dem Fortschreiten eines Geschenks konnte ich mir dabei nicht verkneifen. Und hier kommt noch ein Geschenk, das fortgeschritten ist: Die Werksfeuerwehr der Forschungseinrichtung, zu der mein Beschleuniger LAToyA gehört.

Der Karton mit erster Verpackungslage Inhalt.

Es handelt sich um das Modell No. 6805 von Qihui, den „Bricks Fire Truck with Water Spraying“. Laut Packung sind es 1288 Teile, ich habe aber nicht nachgezählt. Die erste Überraschung kam schnell: Obwohl es eine A- und eine B-Innenpackung gibt, sucht man gleich auf den ersten Seiten der Anleitung ein paar Teile, die sich partout nicht in Packen A finden lassen.

Der Aufbau beginnt.

Die Sortierung der Teile gehorcht einer anderen Logik als bei Lego, ebenso ist die Anleitung deutlich „intensiver“: Es werden mehr Schritte pro Seite beschrieben und mehr Teile pro Schritt verbaut. Aber mit ein bisschen Eingewöhnung kriegt man das recht schnell raus und es baut sich somit flotter, weil man nicht dauernd umblättern muss.

Da selbst die ersten paar Bauschritte Teile aus dem B-Karton benötigen, hier nun der Tisch voll mit den Beuteln aus A- und B-Karton. Nun aber wirklich: Der Aufbau beginnt!

Am Anfang geht es erstmal um… nun, Technik. Denn das Modell enthält eine Menge Technik, es gehört ja auch zur Mechanical Masters Serie. Drei Differentiale scheint man verbauen zu dürfen… nun, am Ende stellte sich heraus, es sind nur zwei, eines ist ein Reserveteil. Aber um so besser! Jedenfalls waren die ersten Schritte, Antriebsstrang mit Boxermotor und zwei Differentialen auf die beiden Hinterachsen sowie Lenkung zusammenzubauen.

Der zentrale Kern des Fahrzeugs: Antriebsstrang, gelenkte Vorderräder, zwei Hinterachsen mit Differentialen.

Das gesamte Fahrzeug ist entlang von einem oberen und einem unteren Strang aufgehängt. Der untere Strang, den Ihr im Bild oben seht, beinhaltet den klassischen Technik-Teil. Der andere gehört eher zur Aufhängung der Aufbauten und beinhaltet auch die Tanks mit den Pumpen, die das Fahrzeug zum Löschfahrzeug machen.

Quasi alles am Fire Truck besteht aus Lochstangen und wird über schwarze Friction-Technic-Pins, blaue Langpins und blaue Pins mit Kreuzstange in die eine und Pin in die andere Richtung zusammengehalten. Von allen drei Verbinder-Typen werden Unmengen verbaut! Das Ganze erscheint zuerst recht wackelig, wird dann aber unglaublich stabil, wenn die Teile zusammenkommen. Das durfte ich erfahren, als ich die Differentiale verkehrtherum eingebaut hatte und nochmal alles auseinander baute. Lustigerweise hätte ich es nur umdrehen müssen, denn zumindest dieser Teil des Stranges ist symmetrisch… aber ich habe so ein bisschen mehr über die Bauweise gelernt.

Der Clou am Fire Truck ist aber, dass er erstens eine über griffige, aber doch angenehm zu fassende Zahnräder steuerbare Drehleiter besitzt. Man kann sie drehen und die untere Stufe hochklappen, indem man zwei Zahnräder unter einer Seitenklappe dreht, und das obere Teil ausfahren, indem man ein an der Basis angebrachtes Zahnrad dreht. Ein bisschen schade ist, dass das Ausklappen des oberen Teils der Leiter zwar in mehreren Stufen funktionieren soll, diese aber in der Praxis ein wenig hakelig sind und sich eher wie Anschläge als wie Stufen anfühlen.

Zum Clou gehört auch, dass zwei funktionierende Spritzen angebracht sind – ein Schlauch geht vom vorderen Tank durch die Drehleiter an deren Spitze, eine weitere Spritze geht vom hinteren Tank durch das Heck und ist dort angebracht und kann herausgenommen werden, um frei zu löschen.

Ich habe mit übrigen Befestigungen die Schlauchführung ein bisschen optimiert, da sie mir ein bisschen zu lose war, in der Form, wie die Anleitung das Fahrzeug hinterließ. Nun bin ich mal gespannt, was ich mit dem Gefährt alles löschen werde. Geschenkt wurde es mir, weil wir herumwitzelten, man könne damit Whisky ausschenken. Kann man sicher auch, muss man aber nicht.

Geht ab wie die Feuerwehr! Der Fire Truck von Qihui.

Teilchenbeschleuniger

Immer wieder im Jahr 2019 zitierte ich Missy aus Dr. Who, also die weibliche Reinkarnation des Master. Sie äußert gegenüber dem Doctor, was sie sich wünscht… ein Pony und ein Teilchenbeschleuniger beschließen diese Liste. Da ich nicht reite, ist ein Pony für mich eher uninteressant, aber als Physikerin bin ich mit dem Teilchenbeschleuniger nun doch in Versuchung gewesen. Da ich immer wieder mit dem Teilchenbeschleuniger anfing, witzelten sie schon alle herum: Ich solle mir einen alten Röhrenfernseher schenken lassen, das ist immerhin ein Beschleuniger für Elektronen! Der hübscheste Vorschlag war allerdings die Zwille und ein Teller Puddingteilchen, von mir auch gerne als „eine Torte, ein Messer und ein Katapult“ variiert. Natürlich war meine Intention eine eher unrealistische Variante: ich wollte einen Linearbeschleuniger oder lieber noch ein Zyklotron, am liebsten jedoch ein Synchrotron!

Unrealistisch, sagt Ihr? Insbesondere Synchrotrons sind RIESIG (wie z.B. der KARA-Beschleuniger am KIT Campus Nord, der HERA-Beschleuniger an der GSI in Darmstadt oder gar der LHC am CERN), sagt Ihr? Ein Synchrotron passt nicht in unser Haus, sagt Ihr?

Ja. Ich sagte das auch. Ich hätte nicht falscher liegen können!

Ein Synchrotron! Ein Teilchenbeschleuniger!

Da ich ja weiß, dass Synchrotrons in aller Regel Großbeschleuniger sind, mit langer Bauphase und (in Deutschland) der Notwendigkeit einer Errichtungsgenehmigung nach § 10 des Strahlenschutzgesetzes, bin ich ganz froh, dass ich die dafür benötigten Teile Stück für Stück bekam – denn der Teilchenbeschleuniger ist das, was ich aus meinem Geburtstagskalender zusammenbauen durfte. Sprich: Die Phase, in der die Bauteile gesammelt wurden, dauerte 24 Tage. Am Heiligabend um Mitternacht erhielt ich dann in Form eines Ordners die Aufbauanleitung und damit die Errichtungs- und Betriebsgenehmigung!

Hier seht Ihr auf dem Youtube-Kanal meines Mannes und Mitautors Holger, wie der Teilchenbeschleuniger im Detail aussieht und wie er funktioniert. Video und Bilder gemacht von Holger Stahlmann.

Bis jetzt sind wir im Testbetrieb. Ein zusätzlicher Vorbeschleuniger mit Teilcheninjektor, ein Collider mit Detektoren und eine anstelle eines der Ablenkmagneten anzusetzende Synchrotron-Strahlungs-Beamline mit Experimentierhütte sind derzeit in Stud.IO in Planung.

Woohoo! Ein Teilchenbeschleuniger!

[KuK] Count-Up

Als ich fragte: „Ist das ein Adventskalender?“, bekam ich von meinem Mann beschieden: „Nein, das ist ein Geburtstagskalender!“ Am 24. ist es so weit: Ich werde 40.

Die ersten drei Türchen des „Geburtstagskalenders“

Number ONE (also Commander Riker oder Majel Barrett in jung) war die Box. Die beiden Tüten mit Lego tragen ihre Nummern ja noch. Ich bin sehr gespannt, was daraus wird!

Ordnung

Mein Mann hat mich überrascht! Mal wieder …

Was hat er getan? Er hat dafür gesorgt, dass meine Urkunden und Startnummern vom Laufen nicht mehr lose im Schrank herumliegen, sondern man gut durchblättern kann. Ich bin ja so eitel, dass ich meine Urkunden aufhebe – und auch die ausdrucke, die ich nicht beim Rennen selbst bekomme, sondern über die Online-Zeitnahme nachträglich als PDF bekomme. Bisher lag in unserem Vitrinenschrank im Esszimmer unter der Glasscheibe, auf der die Medaillen und der eine Pokal angeordnet sind, ein Stapel von Urkunden. Damit sie nicht kaputtgehen und gegebenenfalls wieder ausgedruckt werden müssen, habe ich sie laminiert. Dieser lose Stapel war meinem Mann ein Dorn im Auge …

Der Urkundenordner und die zugehörigen Hüllen, um laminierte A4-Seiten einheften zu können.
Ein Blick in den Ordner.
Noch ein Blick in den Ordner.

Künftig kann ich also meine neuen Urkunden einfach da rein tun und dann den Ordner auf den Tisch am Trek Monday auslegen, wenn ich mal wieder irgendwo vermeintliche Laufheldentaten vollbracht habe. Macht schon was her so!

Der „Rest des Overloads“

Die Overload-Serie zu meinen Feiertagen, die ja auch meinen Geburtstag beinhalteten, geht weiter. Ich kann nicht oft genug betonen, dass ich eigentlich gar keine Geschenke erwarte. Mir ist vor allem wichtig, meine Lieben zu sehen und mit ihnen Zeit zu verbringen. Dennoch gibt’s stets was Tolles – und ich habe nur deswegen kein schlechtes Gewissen deswegen, weil ich mich auch für das Essen bei der Party ins Zeug lege.

Mir wurde aber schon oft gesagt, dass die Geschenke vor allem wegen der „Show“ kommen, namentlich weil ich bei gut gewählten Geschenken immer ganz hin und weg bin. Freilich haben mein Mann mit dem Sextanten und eine der Geschenke-Gruppen vom Trek Monday mit der BatB-Rose dieses Mal echt den Vogel abgeschossen. Die Lego-Minecraft-Box habe ich ja auch schon beblogt. Aber da war noch mehr, das ebenfalls super und passend gewählt war, unter dem Wasserfall von Rührungstränen aber ein bisschen unterging. Gerade weil sich jene Freunde, von deren Geschenke ich gerade spreche, ins Zeug gelegt haben und sich sehr viele Gedanken gemacht haben, ist mir wichtig, dieses „untergehen“ zu relativieren.

Was es konkret gab, war:

  • Eine wundervolle Bento-Box mit zusammenschraubbaren Stäbchen, genau im Format für Maki, für den Moment aber gefüllt mit japanischem Gebäck und Süßigkeiten.
  • Einen Taschenkalender mit jahreszeitlichen Zeichnungen und Haiku, dazu einen herrlichen eckigen Teller!
  • Das „In Summer!“-Lego-Set zu „Frozen“, also ein Boot, einen Essensstand für an den Strand und Olaf, den Schneemann, mit Sonnenschirm. Dazu einen selbstgezeichneten Olaf, der total süß und total treffend gelungen ist!
  • Eine Box mit verschiedenem Matcha und eine Katzen-Christbaumkugel.
  • Ein Wandrahmen mit einem klingonischen D7-Kreuzer, der Enterprise und Planeten – mit Beleuchtung! – sowie einen gehäkelten Engel.

Ich bin mal wieder mit Geschenken überhäuft worden, die mich begeistern und freuen und völlig umgehauen haben. Ich bin wahrhaft gesegnet, so viele Menschen um mich herum zu haben, die sich so intensiv Gedanken machen, was sie mir schenken könnten, was mir gefallen und nutzen könnte und mich gerne damit überraschen!

Ich hab‘ Euch lieb – die Schenker und An-mich-Denker, aber auch alle sonst!

Emotions-Geschenke-Overload, die erste

Es ist eine Weile her, da war ich völlig hin und weg, als Emily in „The Big Bang Theory“ dem Astrophysiker Raj einen Sextanten schenkte, als Geschenk zum – glaube ich – Valentinstag. Das fand ich so unheimlich großartig, weil ich von dem Instrument des Sextanten, zusammen mit dem Chronometer DAS Positionsbestimmungstool der Segelschiff-Zeit, völlig begeistert bin und zudem auch mit Promotion auf dem Gebiet der Astroteilchenphysik meine Leidenschaft am Himmel hatte und noch habe.

Nun gab es während der Suche nach Büchern, die ein Freund bei mir deponiert hatte, einen „Finde-Unfall“, so dass ich eine Holzkiste fand, noch im November. Diese Holzkiste:

Ich kann nicht sicher sagen, ob ich verstanden hatte, was darin ist. Bis zum Geburtstag hatte ich es jedenfalls wieder vergessen. Die Windrose drauf ist eigentlich sehr eindeutig, ebenso die Form – aber … es schoss mich völlig ab, am Geburtstag bzw. am Heiligen Abend, was ja bei mir dasselbe ist. Ich sah die Kiste, begriff es und … sah den Inhalt.

Der Inhalt der Kiste.

Ein Sextant ist ein Instrument zum Messen des Winkels zwischen einem Himmelsobjekt und dem Horizont. Das dient der Berechnung des Breitengrades, auf dem man sich befindet. Wenn man dazu die Sonne beobachtet und ihren höchsten Stand am Himmel mit der Anzeige eines Chronometers vergleicht, kann man den Längengrad relativ zum Ort, an dem der Chronometer anhand des Sonnenstands gestellt wurde, gleich mit bestimmen.

GPS ist zwar ein faszinierendes System, das diverse Dinge kann und für das man einen Haufen Physik braucht – aber Sextant und Chronometer funktionieren ohne Funk, ohne Satelliten und all den anderen Kram. Sie funktionieren nur mit Dingen, die man mitführen kann. Auch dafür steht – für mich – der Sextant: Für die Art, in der Erkundung, Positionsbestimmung ein Abenteuer ist.

Ein Geschenk, das mich total abgeschossen hat. Ein Sextant. Woah!