Zubehör zum Radeln

Den Großteil meiner Radfahraktivitäten machen Strecken aus, die ich nicht zum Training zurücklege, sondern um mich und gegebenenfalls etwas Gepäck von A nach B zu befördern. In meiner Radfahrstatistik wird das nicht in völliger Reinkultur reflektiert. Ich habe Pendelfahrten zur Arbeit und wieder zurück, Dienstreisen per Rad und Fahrten zu meiner Nebentätigkeit unter „Arbeitsweg“ zusammengefasst, Fahrten zum einkaufen, zum Arzt und zu Besuchen bei Freunden (es war ja nicht immer Lockdown und wird nicht immer Lockdown sein) fasse ich bislang mit Radfahrtraining zusammen, nehme da aber Multisport-Trainings heraus. Dennoch ergibt sich ein ziemlich eindeutiges Bild:

Meine Radkilometer, seit ich am 01.12.2019 wieder angefangen habe, eingeteilt nach Anlass.

Fast drei Viertel meiner Strecken entfallen auf Wege, die mit der Arbeit verbunden sind und somit Gepäck beinhalten – mindestens Wechselkleidung, da ich ja nicht in Radklamotten im Büro sitze und erst recht nicht in Radklamotten Vorträge halte oder am Ziel von Dienstreisen mit den Leuten, die ich dort besuche, interagiere. Zur Zeit ist dank Lockdown und Homeoffice auch stets das Notebook dabei, wenn ich doch mal ins Büro radeln muss, gegebenenfalls auch arbeitsbezogene Papiere. Ich bin zwar durchaus gewöhnt, mit Rucksack zu radeln, aber mit Notebook, Papieren, Klamotten plus eventuell noch Schlössern wird das schon langsam eine Menge, das da auf meinen Schultern lastet. Aus diesem Grunde habe ich mir ja als Winter- und Wetterrad nicht nur den robusten Stahlrahmen, die Gravel-Schaltung und Schutzbleche auf die Wunschliste geschrieben, sondern auch Gepäckträger. Der „Red Flash“ besitzt daher sowohl vorne als auch hinten jeweils ein Gestänge zur Aufhängung von Gepäcktaschen. Die Taschen selbst hatte ich bei der ersten Probefahrt am Freitag aber noch nicht, die kamen erst heute… und ich habe sie gleich mal zur Probe montiert:

Auf den Bildern ist die eine Tasche leer an’s Rad gepackt, die andere enthält meinen Kleiderbeutel mit den Klamotten für die Arbeit sowie das dienstliche Notebook. Ich wollte einfach testen, ob alles passt – und das tut’s. Deutlich ist den Bildern aus unserer Garage anzusehen, dass wir a) noch ein paar Dinge von Umbauten in der Wohnung entsorgen müssen, obwohl ich versucht habe, die Räder so zu fotografieren, dass man das Zeug nicht sieht und b) ein Radfahrerhaushalt geworden sind.

Ruanjik, der kleine Kumpel meines großen Wolfs (Ehemann oder eher Ehewolf) mag die neuen Taschen auch.

Für Reisen mit dem Rad sind die Taschen dann freilich auch gut geeignet – wenn sich alles so bewährt, werde ich mal schauen, ob ich noch welche für das vordere Gepäckgestänge bekomme.

Packen …

Der Moment, in dem man feststellt, was man alles mit den Menschen machen möchte, die man besuchen möchte – und was man dafür alles braucht. Es ist genau dieser Moment, in dem der Traum vom minimalistischen Reisen zerplatzt.

Allerdings haben wir zum Glück die Wahl zwischen meinem kleinen Auto und dem etwas größeren meines Mannes. Reichlich voll wird’s trotzdem, aber wir kriegen es da deutlich entspannter hin. Gepäck-Tetris will ja doch keiner spielen, am Ende verschwinden die lückenlosen Reihen ja doch mal, so wie im Spiel … und dann hat man den Salat. Oder eben genau nicht mehr.