Der entstressende Fatalismus des Bahnpendlers

Flexibilität ist eine tolle Sache, Navigation auch. Aber jederzeit mit dem Auto eine potentiell schnellere Route nehmen zu können und von der Navigation zu hören, dass eine andere schneller gewesen wäre, macht mir Stress. Ich bin dann selbst dafür verantwortlich, dass ich zu spät bin, weil ich ja Störungen vorhersehen und umfahren hätte können …

Ist vielleicht albern und unnötig, aber ich reagiere unwillkürlich so.

Wenn ich dagegen die Bahn verpasse, bin ich zwar auch selbst dafür verantwortlich, aber rudere nicht wild, etwas schneller die verlorene Zeit aufzuholen – weil es absolut nichts bringt. Der Fahrplan steht, Verzögerungen und Ausfälle liegen außerhalb dessen, was ich beeinflussen kann. Es ist dann so, ich akzeptiere es und nehme die nächste Bahn.

Vielleicht bin ich – trotz der sieben Jahre 85km-Auto-Pendelstrecke – einfach nicht für’s Autofahren gemacht. Nicht, weil ich schlecht Auto fahren würde. Sondern weil mir die Gelassenheit fehlt, zu akzeptieren, dass die Grenze zwischen beeinflussbaren Verzögerungen und solchen, die einfach gegeben sind, für den Autofahrer fließend sind.