Nach dem Buch ist vor dem Buch

Ich bin ein Fan der Jack-Ryan-Reihe von Tom Clancy. Nicht so sehr wegen Jack Ryan selbst – als jungen Analysten mag ich ihn ganz gerne, bei seinen Ansichten später, in Amt und Würden, bin ich manchmal skeptisch.

Aber mir liegt die Mischung aus Technik, Taktik und Bedrohung, die ich auch als Kritik an der militärischen Lösung von Konflikten verstehe oder vielleicht nur verstehen will. Das mochte ich an „Jagd auf Roter Oktober“, das – nach dem Film – mein Einstieg war. Das Buch fand ich sogar erheblich besser, weil es glaubhafter und technischer ist als der Film. Nicht, dass ich den Film nicht mögen würde – ich liebe ihn sogar. Dennoch, Clancy lesen ist nochmal was anderes. Daher habe ich auch – von der Jack-Ryan-Serie bei Amazon abgesehen – bisher keine weiteren Bildschirm- oder Leinwandadaptionen von Clancy-Büchern gesehen. Von den Büchern fehlen mir noch etliche, gelesen habe ich „Jagd auf Roter Oktober“, „Der Kardinal im Kreml“ und „Der Schattenkrieg“, zuletzt dann noch „Im Zeichen des Drachen“.

Die riesige Lücke an Handlung, Charakterentwicklung und Karriere zwischen ersteren drei und letzterem hat mich schon ziemlich drausgebracht, aber ich konnte „Im Zeichen des Drachen“ dennoch recht schnell nicht mehr abbrechen. Nun habe ich es durch und mich hungert es danach zu erfahren, was dazu geführt hat, dass Jack Ryan, Bart Mancuso, Al Gregory, Ed und Mary Pat Foley, Dan Murray, Sergej Golowko, Gennadij Bondarenko und all die anderen nun an den Orten, in den Ämtern und Karrieren sind, wo sie in „Im Zeichen des Drachen“ sind. Also habe ich „Echo aller Furcht“ als eBook gekauft und auf meinen Reader geladen – und siehe da: Prompt taucht die nächste Gestalt auf, die ich bereits in ihrem späteren Ich kenne: Arnold van Damm, der Stabschef des Präsidenten.

Nun bin ich mal gespannt, wie sich das Buch entwickelt …

„Anybody Out There“ von Ben Miller

Auf den Blogbeitrag von Fiktion fetzt zum oben genannten Buch hin habe ich mir Ben Millers Buch über die Suche nach außerirdischem Leben gekauft und bin dann eine Weile nicht zum Lesen gekommen. Inzwischen jedoch habe ich es gelesen – und ich bin begeistert.

Ben Miller entführt auf sehr unterhaltsame Weise in die Suche nach außerirdischem Leben – aber er wird dabei auch sehr grundsätzlich. Nach der Einführung über UFO-Sichtungen und SETI spannt er den Bogen anhand der Drake-Formel vom unglaublich fein abgestimmten Universum in Sachen Physik, das optimale Bedingungen für das Entstehen von Leben bietet, über die Chemie und Biochemie, bis schließlich zu uns und all dem anderen Leben auf der Erde, das nun einmal unsere einzige Referenzgruppe ist. Anhand derer erläutert er, was wir von außerirdischem Leben zu erwarten haben und was nicht – und endet genau dort, wo er in SciFi abgleiten würde, wenn er den erwartungsvoll guckenden Leser befriedigen wollte.

Für mich als Physikerin mit Interesse für Biologie war einiges nur Wiederholung, daher kann ich nicht beurteilen, wie verständlich er bei den Details in seinen Fußnoten ist – im Text selbst jedoch bleibt er in einem Bereich, den zu lesen sehr angenehm ist, selbst wenn man Vorkenntnisse ausblendet. Letztlich kommt dabei auch der Humor nicht zu kurz – Überschriften aus Liedtiteln (wie auch der Buchtitel aus einem Shakespeare’s-Sister-Song) und gelegentliches ironisierendes Abstandnehmen inklusive.

Am Ende wollte ich lesen, dass wir bereits einen Kontakt gefunden haben und er nicht ist, wie eines der Beispiele, aber eben doch aus den Methoden, die zur Vermutung der Gestalt und Kommunikationsfähigkeit außerirdischen Lebens Ben Miller über das Buch hin etabliert hat. Natürlich kommt es nicht dazu – diese Sensation wäre mit aller Hoffnung und Panik, die so etwas auslöst, den Medien nicht entgangen. Wer eine Räuberpistole über UFOs erwartet, wird enttäuscht, auch wenn auch von UFO-Sichtungen die Rede ist. Viel wichtiger und das Buch dominierend ist aber die auf Verständlichkeit herunter gebrochene wissenschaftliche Annäherung an außerirdisches Leben, die zum Beispiel das SETI-Projekt beherrscht – auch wenn ich persönlich in zweierlei Hinsicht STI – the Search for Terrestrian Intelligence – fast spannender fände. Die eine bringt auch Ben Miller auf, denn auch auf unserer Erde ist noch so manches, (vergleichsweise) nah mit uns verwandtes Leben intelligent und nicht so bekannt, wie es sein könnte – zum anderen frage ich mich manchmal, ob wir selbst so schlau sind, auch wenn wir Speicherung von Information außerhalb unserer Gene, Ackerbau, Sprache und Gesellschaft entwickelt haben.

Aber ich gleite ab – das hier sollte eigentlich eine eindeutige Leseempfehlung sein.

Auto- und Technikmuseum Sinsheim

Ich bin in der Nähe von Heilbronn aufgewachsen, und als Kind war ich mit meinen Eltern und Großeltern recht häufig im Auto&Technik-Museum in Sinsheim. Besonders fasziniert hat mich damals „The Blue Flame“, vor der Ihr mich auf dem Titelbild dieses Beitrages sehen könnt. Dieses Fahrzeug – raketengetrieben, übrigens – hat einen Geschwindigkeitsrekord auf dem Salzsee in Utah aufgestellt, der aber längst wieder eingestellt wurde. Wie ich als Kind dieses schnittige Fahrzeug bewundert habe – ich konnte stundenlang dort stehen und es anschauen.

Natürlich gibt es dort auch noch viel, viel mehr. Aus der Militär- und Cadillac-Halle habe ich keine Bilder mitgebracht, auch wenn ich am rätseln war, welches der Fahrzeuge Nick Knights „Auto mit dem größten Kofferraum überhaupt“ am nächsten kam. Aber untenstehend habe ich dann doch ein paar Bilder aus und über der anderen Halle eingefügt:

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Ein Fiat-Erzeugnis, aber keines zum Fahren. Das konkrete Exemplar gehörte über Jahre zur deutschen Luftwaffe. Mir persönlich imponieren vor allem die schnittigen Formen und die Ansaugung unter dem Cockpit.

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Die DeHavilland Venom imponiert durch einen Gabelschwanz analog zur Lockheed P-38 „Lightning“, einer ungewöhnlichen Form, die ich aber auch überaus schnittig finde. Der Verwendungszweck der beiden Flugzeuge sollte klar – und nicht erwünscht sein, aber die Formen sind wirklich schnittig!

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Was Ihr hier seht, ist keine Lokomotive, sondern ein Schiffsdiesel mit hunderten Litern Hubraum. Beeindruckende Maschine, ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie es klingt, wenn das Ding neben einem läuft!

Dazu kommen nun die Highlights: Die Tupolew Tu-144, die sowjetische Antwort auf die Concorde. Ein Exemplar dieser Passagiermaschine steht – neben oder eher vor der Concorde auf dem Dach der einen Halle. Zu sehen unter diesem Absatz sind ein Blick ins Cockpit und ein Blick auf die Triebwerksauslässe:

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Sehr deutlich zu sehen – finde ich – ist das enorm flache Profil der Flügel. Das ist nötig, um den geringen Luftwiderstand für den Überschallflug zu erreichen und die Aerodynamik auch bei hoher Geschwindigkeit für einen Flug herzustellen. Problem dabei ist natürlich, dass die Maschinen recht hohe Startgeschwindigkeiten haben müssen und außerdem hohe Anstellwinkel beim Start brauchen. Daher stehen die obige Tu-144 wie auch die Concorde mit steil erhobenen Nasen auf dem Dach des Museums. Unten nun die Concorde, mit Cockpit und Triebwerksauslässe:

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Da ich mit Staunen und Gucken beschäftig war, habe ich nicht viele Bilder geschossen – für meine Verhältnisse eine Menge, aber insgesamt doch eher wenige. Es war wundervoll nostalgisch, zugleich auch neu und interessant, all die Dinge, von denen ich viele von früher kannte, mit neuen, erwachsenen, weitergebildeten Augen zu sehen. In der Concorde ergab sich auch gleich noch eine Debatte mit einem anderen Besucher über Strahlenbelastung in der Höhe, die recht schnell, von meiner Schwester mit Grinsen kommentiert, in Richtung Teilchenphysik und Neutrinos abglitt – und NEIN, ich war nicht diejenige, die da hin steuerte!

Zu guter letzt nochmal die glückliche Bloggerin (oder Blogsie) vor „The Blue Flame“, was Ihr auch schon als Titelbild gesehen haben könntet:

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Wetterleuchten

Am Sonntagabend fuhren mein Mann und ich vom Rollenspiel nach Hause. Wir hatten einen wundervollen Abend verbracht, unsere Gruppe besteht aus einem befreundeten Pärchen und uns beiden. Nun war es spät, wir beide müde – aber nicht zu müde zum Fahren. Am südlichen Himmel wirkte, wohl eine Kombination aus Effekten von Wasserdampf und Wolken, das Licht der Dörfer und Städte, das eine Aura über den Dörfern bildete, leicht rötlich.

Und dann blitzte es. Immer und immer wieder: weiße, helle, wattebauschartig wirktende Wolken wurden immer und immer wieder von Blitzen erhellt. Die Blitze selbst sah man gar nicht, nur die aufleuchtenden Wolken, die aber nicht wie gefährliche Gewitter-Wolken, sondern eher wie plötzlich angeleuchtete, größere, aber weiße Wolkengebilde am Sommerhimmel aussahen. Das ganze Stück A5 nach Süden von Karlsruhe Durlach bis Karlsruhe Süd und auch die lange gerade der B3 von Ettlingen bis nach Muggensturm hatten wir diese immer wieder aufleuchtenden Wolken vor uns. Wunderschön sah das aus, aber auch ein bisschen unheimlich.

Später, als wir daheim Blitz-Melde-Karten konsultierten, wurde uns auch klar, warum wir keinen Donner gehört hatten: Das Gewitter lag weit vor uns, die Wolken müssen sehr hoch gelegen haben. Nach unserem Dafürhalten waren es auch weitgehend innerhalb der Wolken zuckende Blitze, keine zum Boden hinunter: Das Gewitter lag über Haguenau auf der anderen Rheinseite, und die A5 wie auch die B3 biegen von ihrer süd-südwestlichen Richtung erst in Höhe Rastatt voll Richtung Süden ab. Somit schauten wir die ganze Zeit auf Wolken, die noch über dem Elsass hingen, weit vor uns. Bevor das Gewitter allerdings bei uns war, flaute es ab. Einerseits muss natürlich kein Gewitter daheim sein, aber auf der anderen Seite war ich fast enttäuscht, weil wir über das Forschen nach dem Ort des Gewitters eine herrliche für uns neue Blitzmelde-Karte gefunden hatten: Dort werden die Blitze in Echtzeit angezeigt, die Verzögerung abgeschätzt und entsprechend ein Ausbreitungskreis des Donners auf die Karte animiert, das Ganze unterlegt mit einer Satelliten-Karte von Google Maps. Ich wollte zu gerne Blitze sehen, mit der Karte abgleichen und dann auf den Donner warten – und mich darüber freuen, wie gut das zeitlich zusammenpasst, auch das Dauergrollen beim Übereinanderlaufen mehrerer Donner-Wellen auf Karte und Gehör parallel beobachten.

Nun ja – aber besser, das Gewitter endete und wir konnten gut schlafen.