[KuK] Vergewissert

Gestern beim Wettkampf in Rheinzabern sprach Katja etwas an, das ich gar nicht mehr auf dem Schirm hatte. Mitte Dezember – also genau genommen von gestern auf heute – gibt es eine Fahrplanänderung. Ich hatte darüber überhaupt nicht nachgedacht, zu sehr erschienen und erscheinen mir die Abfahrtszeiten um 7:01, 7:15 und ab da um 29 und 9 Minuten nach der vollen Stunde von Bietigheim nach Karlsruhe in Stein gemeißelt. Ebenso fix erscheinen mir die Rückfahrtmöglichkeiten um 17:03 und 17:23 ab Kronenplatz.

Also habe ich mich gestern um halb elf – also 22:30 – nochmal auf die KVV-Webseite begeben und geschaut. Aber ich musste meine Steintafeln nicht zerbrechen – auf meiner Strecke bleibt der Fahrplan bestehen. Wie ich angenommen hatte, sind es vor allem die Strecken am Rande des Karlsruher Verkehrsverbunds, die ohne bevorzugte Behandlung der KVV-Teilnehmer AVG und VBK neu vergeben wurden und daher teils nicht mehr bei der AVG liegen – was mit neuen Fahrplänen verbunden ist.

Für mich bleibt also alles beim Alten. Puh! Gut so, denn ich bin in solchen Dingen ein ganz schreckliches Gewohnheitstier.

Eile mit Weile

Heute morgen hatte ich eine halbe Stunde Zeit, im Erbolino Kaffee und heiße Schokolade zu trinken. Das bedeutet zwar, ein bisschen was von meiner angesammelten Überzeit auf der Arbeit zu verbrauchen, aber dafür ist sie ja da.

Der Anlass war aber ein nicht nur positiver. Ich habe zur Zeit ein paar Stellen im Bereich von Po und Oberschenkelrückseite, die sich wie schlecht heilende Pickel anfühlen, aber halt so langwierig sind, dass ich mal nachfragen wollte, ob man nachsehen sollte. Die Ärztin guckte sich das an, brachte es mit dem in Hochleistungsphasen reduzierten Immunsystem zusammen und überwies mich dennoch vorsorglich zum Hautarzt. Das dauerte dann ein bisschen, so dass ich nicht nur meinen üblichen Zug um 7:29 nicht bekam – Kunststück, der Arzt macht um 8:00 auf – sondern auch die Züge um 8:09 und 8:29 ziehen lassen musste. Nun sitze ich mit dem (unsinnigen) schlechten Gewissen beim gleitzeitigen Spätkommen im 9:09er und fühle mich einerseits super bei dem geruhsamen Morgen, denke aber andererseits darüber nach, dass „früh kommen“ oder „sehr lang bleiben“ noch immer per se mit guter Arbeitsleistung gleichgesetzt werden. Weder das eine noch das andere zu tun hat immer noch den Beigeschmack von Faulheit. Dabei geht’s vor allem darum, sein Zeug zu erledigen, und insbesondere lang zu bleiben oder extrem früh zu kommen korrespondiert wesentlich weniger eindeutig mit zuverlässig schnelle Erledigung der nötigen Aufgaben, als wir das in unserer Programmierung haben.

Sicher, ein freier Tag auf Überstundenabbau wäre noch schöner, aber manchmal ist’s schon super – und motivierend – einfach mal die über eine Woche aufgebaute Zeit an „morgens später kommen, trotzdem nicht länger bleiben“ zu verheizen. Das nette Gespräch mit einer der Mitarbeiterinnen bei Erbolino war auch eine wundervolle Bereicherung meines Morgens!

Verplant?

Wenn ich mit der Bahn zur Arbeit fahre, habe ich zwei Möglichkeiten. Die beiden Möglichkeiten heißen S7 und S8, sind Karlsruher Stadtbahnen und verkehren zumindest zwischen Rastatt und Karlsruhe auf exakt identischer Strecke. Nur die Fahrpläne sind unterschiedlich, und stellenweise durchaus auch nicht nur nach „Schema F“, also „immer um 29 nach voller Stunde“ oder ähnlich. Manchmal fahren sie auch gemeinsam oder nur eine Teilstrecke – und sowieso muss man entweder immer neu auf dem Handy suchen oder aus zwei Aushangfahrplänen mit teils nur null bis einer Uhrzeit pro voller Stunde zusammenbasteln, wann die richtige Bahn fährt.

Das war mir zu blöd. Daher habe ich mir auf die Schnelle Kärtchen mit dem Fahrplan zusammengestellt und für den Geldbeutel laminiert, so dass ich nun auf einen Blick mit kleinem Plan und ganz ohne Datenvolumen oder Handy herausfinden kann, wann zumindest laut Fahrplan meine Bahnen fahren. Diese „alles auf einen Blick“-Lösung war mir wichtig, denn ich möchte eigentlich nicht aus zwei Tabellen raussuchen müssen, wann ich heimfahren kann – und zumindest die Hinfahrt hat zu variable Abfahrtszeiten, um sie immer auswendig zu wissen.

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Zum Beispiel passierte es mir neulich, dass ich meine Abfahrt um etwas vorverlegen wollte – ich sprintete wie eine Irre, um den 7:09-Zug zu bekommen, der gemäß des Schemas von 8-19 Uhr als S7 in Richtung Stadt verkehrt … und stand dann sechs Minuten auf dem Bahnsteig, fing an zu schwitzen, wo ich ganz gemütlich …

Somit habe ich mir meinen ganz privaten Fahrplan zusammengestellt, da ich sicher auch mal zu Zeiten fahre, die ich nicht auswendig weiß. Bei einer Fahrplanänderung muss ich es neu machen, aber nun ja, so ist das eben.