Mit leichter Sorge

Meine neue Espresso-Maschine – eine Graef Baronessa.

Kennt Ihr das? Ihr habt Euch einen Wunsch erfüllt, etwas Neues besorgt, das schon lange auf Eurer Agenda stand. Nun ist es da und aufgestellt – und irgendwie steht man davor und fragt sich: Kann ich überhaupt damit umgehen?

Bisher hatte ich eine recht günstige Espresso-Maschine, simpel und mit wenigen Einstellmöglichkeiten, ein eher kleines Gerät von De Longhi. Schon seit längerer Zeit stand auf meiner Agenda, für die zwei verschiedenen Sorten Espresso-Bohnen, die ich immer vorrätig habe, auch zwei Mühlen zu haben, so dass ich nicht jeweils bei Bohnenwechsel einen Übergang habe, beide direkt nacheinander ohne Mischen brühen und vergleichen kann. Ich kaufte mir eine Kaffeemühle, und zwar die, die Ihr halb verdeckt hinter der Baronessa seht. Daneben sah die alte Kaffeemaschine und die alte Kaffeemühle so klein – ja, fast schäbig aus, dass ich Nägel mit Köpfen machen wollte.

Nun steht hier die Baroness in meiner Küche, aufgebaut, ausgespült, einmal aufgeheizt und Wasser durchgelassen habe ich. Für einen Espresso war’s mir nun doch zu spät heute. Das Handbuch habe ich zumindest schonmal gelesen, was Einstellmöglichkeiten und Bedienung angeht. Sicher werde ich noch das eine oder andere Mal nachlesen müssen, aber jetzt heißt es erstmal:

Learning by doing.

Etwas unbedingt gewollt zu haben und nun noch nicht zu wissen, wie gut ich damit klar komme, oder eher zu wissen, dass ich es erst lernen muss, erfüllt mich immer mit leichter Sorge. Daher auch der Titel dieses Beitrags.

[KuK] Überraschungsmusik

Heute morgen nahm ich mir die Zeit für einen Espresso am Bahnhof – schon wieder! Der kurze Aufenthalt war aber geplant – ich habe keinen Zug verpasst. Dass ich spät dran war, steht auf einem anderen Blatt, aber da ich eh spät war, visierte ich einen realistischerweise zu erreichenden Zug an.

Und was klang aus dem Telefon des Cafés, als ich meinen Espresso zahlte? Die ersten Töne der ersten Szene am See!

Welcher ersten Szene am See, fragt Ihr? Natürlich Tschaikowskis Schwanensee! Da wurde aus einem (zwar exzellenten, aber eben doch nur einem) Espresso ein ätherischer Genuss!

Genuss-Notstand

Am Wochenende entdeckte ich, kurz vor der Rollenspiel-Runde, dass keine Kaffeebohnen mehr da waren. Genau genommen entdeckte mein Mann diesen Umstand. Ich stand auf der Leiter und pinselte mit abgetöntem Gelb auf dem neuen Putz der ehemaligen Rollladenkästen unseres Esszimmerfensters herum und er machte mir einen Kaffee. Da rief er aus der Küche rüber: „Sag‘ mal, hast du noch irgendwo Kaffeebohnen?“ Ich nahm an, der Vorrat in der Mühle sei leer und er sähe darüber hinaus noch die fast leere Vorratsdose der einen Kaffeebohnen-Sorte. Also antwortete ich: „Klar!“

Aber er hatte auch in die untere der beiden Vorratsdosen geschaut – natürlich! Denn er ist sehr gewissenhaft. Die untere der beiden Dosen war leer, in der oberen nur noch ein kleiner Rest. Meine letzte Tasse Kaffee mit den noch vorhandenen Bohnen bekam dann die Spielerin der Seherin von Heute und Morgen in unserer DSA-Runde. Somit durfte oder musste ich heute morgen auf meinen Kaffee verzichten. Kaffee ist für mich nicht „überlebensnotwendig“, so süchtig bin ich zum Glück nicht. Aber Kaffee ist ein Genussmittel, dem ich schon sehr gerne zuspreche, besonders, wenn es GUTER Kaffee ist.

Da die Rösterei am Bahnhof, das Erbolino in Bietigheim, von 7:30 bis 18:00 offen hat und ich es tendenziell eher vor der Arbeit innerhalb der Öffnungszeiten dort hin schaffe, gab‘ für mich heute auf dem Weg zur Arbeit einen Espresso mit „Halleluja“ für mich – kräftige Röstung, 100% Robusta-Bohnen. Außerdem gab’s 500g Halleluja und 500 Bellahanna für den Vorrat.

Der Genuss-Notstand ist also rechtzeitig zum heutigen Trek Monday behoben.

[KuK] Feiertag

Baden-Württemberg an einem Samstag. Eine Bloggerin war bis zum späten Freitagabend auf einer Dienstreise in Nordrhein-Westfalen. Nun will sie neue Espresso-Bohnen von der lokalen Rösterei kaufen – und spaziert mit ihrem Mann quer durch das Dorf.

Doch die Rösterei hat zu, es hängt auch kein Zettel draußen. Der Mann wundert sich. Sie nimmt es einfach hin. „Müssen wir halt die Bohnen nachher beim Einkaufen mitnehmen.“ Er nickt. Sie gehen wieder nach Hause, aber da sie schon angezogen sind, überlegen sie, gleich einkaufen zu gehen. Doch dem Mann lässt es keine Ruhe, dass die Rösterei einfach zu hatte …

Und er findet es heraus. „Die Öffnungszeiten können an Feiertagen wie zum Beispiel Heilige drei Könige abweichen … “ Heilige drei Könige! Feiertag … alles zu. Man könnte nach Frankreich oder Rheinland-Pfalz zum Einkaufen fahren. Aber in Baden-Württemberg geht da nichts. Reingefallen!

Lichtblicke am Brennpunkt

Da heute Mittag mein Post über den Verkehrsbrennpunkt Pforzheim Ost, den ich schon vorgestern verfasst hatte, online gegangen ist, passt das hier besonders gut.

Heute Morgen gingen mir die veranschlagten 80 Minuten für meine Arbeitsfahrt schon wieder bei Pforzheim aus – das dritte Mal in Folge. Nach dieser Zeit ist es einfach so, ich kann mir nicht helfen: Der Frühstückskaffee und der Frühstückstee fangen an zu drücken. Dann reicht es nicht mehr für die Durchfahrung des Staus an der Baustelle am Dreieck Leonberg, es würde noch nicht einmal bei freier Strecke bis nach Stuttgart reichen. Also muss ich auf die Toilette gehen – und die einzige akzeptabel saubere Toilette an der Autobahn zwischen Karlsbad und Leonberg ist nun einmal der Rasthof Pforzheim.

Dort machte ich heute also meine Pause, warf siebzig Cent in den Automaten an der Toilette und … naja, Ihr wisst schon. Als ich die Toilette wieder verließ, kam mir gerade eine Mutter mit ihrem Kind entgegen – sie ging etwas schwerfällig und ich vermute, da ist ein weiteres Kind unterwegs. Sie meinte zu ihrem Sohn, der mit ihr die Treppe runterging und brav langsam machte für Mama, sie müsse nochmal umdrehen, um von Papa zwanzig Cent zu holen. Vermutlich war sie in den Zeiten, als man da noch fünfzig Cent für einen fünfzig Cent Voucher einwarf, das letzte Mal auf so einer Toilette gewesen. Ich dachte mir: „Die Dame lässt du jetzt aber nicht nochmal hochrennen!“, machte meinen Geldbeutel auf und schenkte ihr zwanzig Cent. Sie wollte es erst nicht annehmen, verwies darauf, dass ihr Mann oben sei und Geld habe … aber ich meinte, sie solle es ruhig nehmen, das sei kein Problem. Sie freute sich, ich freute mich, geholfen zu haben.

Dann löste ich den Voucher ein und holte mir einen doppelten Espresso, hörte beim Warten auf meine Tasse noch ein Gespräch der beiden Herren an der Kaffeebar mit: Sie sprachen über Matcha, und dass ein Kollege ihnen wohl tollen Matcha gemacht habe, sie ihn aber so nicht hinbekämen. Als der Herr dann meinte: „Ich weiß nicht, was er da rein tut!“, fühlte ich mich bemüßigt, einen Kommentar abzugeben – nämlich, dass bei Matcha die Temperatur eine Rolle spielte. Er meinte, er habe das 100°C heiße Wasser aus der Maschine am Rasthof benutzt, somit war der Fall klar. Ich riet ihm zur Nutzung von 70-80°C heißem Wasser, dann gehe es besser. Er freute sich – hoffentlich hat’s geklappt!

Als ich dann meinen Espresso trank, eilte die Dame, der ich zwanzig Cent geschenkt – nunmehr nur geliehen – hatte zu mir her und gab mir das Geld zurück. Ich nahm es an, versicherte ihr aber, dass ich es auch gerne geschenkt hätte. Sie freute sich, wir tauschten zwei „Danke!“ aus und dann ging es für mich wieder auf die verstaute A8. Der Stau muss nicht sein, die Pause nicht, aber SOLCHE Staubegegnungen lasse ich mich durchaus gern gefallen!