Eine neue Spalte

Ich habe meiner Sport-Excel-Datei soeben eine neue Spalte hinzugefügt.

Aber von vorne. In meiner Jahresbilanz habe ich ja ein paar nette kleine Diagramme gezeigt, die Aufschluss über meine Lauf-Entwicklung geben. Seit ich nicht mehr auf meinen Pulsgurt angewiesen bin, sondern mit dem MIO Link meinen Puls verfolge, messe ich auch wieder sehr regelmäßig meine Herzfrequenz beim Laufen. Dazu habe ich meine maximale Herzfrequenz im Selbsttest bestimmt und messe schön regelmäßig meinen Ruhepuls. All diese Werte haben ihre Spalten in der Excel-Datei, die den Diagrammen zum Beispiel der Jahresbilanz zugrunde liegt. Es kamen dort bisher vor:

  • Ruhepuls monatsgemittelt,
  • gemessener Puls beim Training monatsgemittelt und
  • maximale Herzfrequenz.

Warum ich über ganze Monate mittele? Natürlich bestimme ich die Werte häufiger, aber da kommt dann eine gewisse Tagesform mit hinein, die Umstände spielen eine Rolle und so weiter. Das ist interessant für den einzelnen Tag, aber für langfristige Diagramme würde ich es höchstens als Unsicherheitsbalken berücksichtigen (wofür ich bisher zu faul bin).

Was ich nun als neue Spalte ergänzt habe, ist der Trainings-Sollpuls nach der Karvonen-Formel.  Ich bin ganz stolz, mittlerweile auch Text-Verkettung mit Excel zu können, vorher hatte ich nur die ganze Mathematik im Blick. Aber der Reihe nach:

Die Karvonen-Formel schätzt aus Ruhepuls und Maximalpuls die Herzfrequenz-Reserve ab. Das geht ganz einfach: Man zieht von der maximalen Herzfrequenz den Ruhepuls ab und erhält so den Unterschied zwischen maximalem Puls und Leerlauf. Dann gibt man eine vom Trainingszustand und Trainingsziel abhängigen Prozentsatz an, multipliziert diesen mit der Herzfrequenzreserve und addiert den Ruhepuls darauf. So erhält man den anzustrebenden Puls beim Training einer bestimmten Intensität. Wie genau man diese Prozentsätze erhält, hängt auch ein bisschen davon ab, wo man nachliest – und auf welche Art von Training man den Fokus legen will. Ich für meinen Teil möchte in der aeroben Zone bleiben und habe mir deswegen 70% als meine Soll-Intensität gesetzt.

Damit meine Diagramme richtig beschriftet sind, ich meine Soll-Intensität aber dennoch nach Gusto einstellen kann, habe ich mir ein Feld in den „Basisdaten“ definiert, wo auch meine Körpergröße, mein Geschlecht und mein Geburtsdatum für die Berechnung des Grundverbrauchs stehen. Da steht im Moment 70% drin. Diese 70% werden dann per VERKETTEN-Funktion auch in die Überschrift der Sollpuls-Spalte eingefügt. Einen kleinen Eindruck von den Diagrammen, die ich damit erstelle, bekommt Ihr hier unten – allerdings habe ich die Zeitachse bei „ganz 2018“ belassen, drei Viertel des Diagramms sind also leer.

PulsLeistungsdaten2018-3.png

Der Sollpuls ist aus drei Gründen nach oben gegangen: Erstens habe ich im Januar wohl wesentlich besser den richtigen Ruhe-Zeitpunkt zum Messen des Pulses erwischt, zweitens waren im März ein paar Messungen dabei, die von der OP am Auge beeinflusst waren – wenn der Körper sich heilt, schlägt das Herz schneller. Außerdem habe ich kurz vor der OP noch die Bestimmung des Maximalpulses gemacht, was diesen nach oben korrigiert hat. Die zugehörigen Daten seht Ihr unten. Dass ich Soll- und Maximalpuls über die Messungen hinaus fortschreibe, ist mit meiner Unterstellung bedingt, dass ich manchmal Sport mache, aber in dem Moment vielleicht nicht den Ruhe- und vielleicht auch nicht den Maximalpuls bestimme. Beim Maximalpuls gehe ich davon aus, dass er einfach seit der letzten Messung jedes Jahr einen Schlag pro Minute langsamer wird und beim Ruhepuls gehe ich, wenn keine Messung vorliegt, pessimistisch von 60 Schlägen pro Minute aus.

PulsEckdaten2018-3.png

Im Moment geistert noch ein Gedanke in meinem Kopf herum: Eine Mechanik einzubauen, so dass alle relevanten Daten für die Diagramme in einem neuen Tabellenblatt gesammelt werden, und zwar immer vom aktuellen Monat 11 Monate in die Vergangenheit. Dann würde ich nicht Kalenderjahres-Diagramme erstellen, sondern könnte mit gleitendem Fenster die Diagramme immer einfach für den aktuellen Monat und die 11 davor erstellen. Aber wann und ob ich das mache, muss ich mal noch sehen. Eventuell steckt da der Teufel im Detail.

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Ein halbes Jahr Laufen

Im März habe ich wieder angefangen zu Laufen. Ich wusste noch nicht richtig, was daraus werden würde, aber ich habe brav alles aufgezeichnet und mal geschaut, was draus wurde. Nach einem halben Jahr und vor Wettkampf Nummer 2 (Baden-Halbmarathon am 17.09.) und Wettkampf Nummer 3 (Köhlbrandbrückenlauf am 03.10.) fühle ich mich reif dafür, eine kurze Zwischenbilanz zu ziehen.

Schon in der zweiten Augusthälfte habe ich Statistiken immer wieder angeschaut – ich benutze ja Runtastic, um die Dinge aufzuzeichnen, die ich sportlich betreibe. Nun habe ich mir die Arbeit gemacht, die Daten mal in eine Excel-Datei zu übertragen, um Diagramme so zu erstellen, wie ich es gerne hätte. So richtig unerwartet sind die Ergebnisse nicht, aber die Tendenz ist, wie schon einmal gezeigt, überraschend deutlich: Meine Laufstrecke und die beim Laufen verbrachte Zeit stiegen an. Die Laufstrecke pro Aktivität stieg ebenfalls an, schneller wurde ich auch. Wie die meisten Läufer orientiere ich mich vor allem an der Darstellung der Geschwindigkeit, die gemeinhin als „Pace“ bezeichnet wird, also der Zeit, in der ich einen Kilometer zurücklege. Die Pace sank natürlich, da ich schneller wurde. Beim Gewicht sieht es ähnlich aus – wenn man die kurzfristigen Schwankungen herausnimmt, was ich durch monatliche Mittelung realisiert habe, habe ich von im März 76 Kilogramm bei 174 Zentimetern Körperhöhe auf 67 Kilogramm abgenommen – die Kurve sollte aber langsam flacher werden. Einzig bei den Höhenmetern liegt kein „monotones“ Verhalten vor, wie man das mathematisch ausdrücken würde: Im August fiel die zuvor ständig – also „streng monoton“ – steigende Zahl an überwundenen Höhenmetern wieder ab. Das lag allerdings auch daran, dass Laufen in hügeligem bis bergigen Gelände sich im Mai, Juni und Juli ergab, während mein Training im August fast ausschließlich in der überaus flachen Oberrheinischen Tiefebene stattfand.

Da aber ein Bild mehr sagt als 1000 Worte, seht Ihr unten ein paar Diagramme zu meiner Entwicklung über das letzte halbe Jahr. Es sind fünf Bilder – also sagen sie mehr als 5000 Worte …

StreckeDauerAugust17.png

Die Gesamtlaufstrecke pro Monat und die Zeit, die ich beim Laufen dieser Strecke verbracht habe. Natürlich steckt hier auch irgendwie die Geschwindigkeit drin, aber ich finde das Bild an sich interessant, um die Steigerung an reiner Masse zu visualisieren.

AktivitaetenStreckeAugust17.png

Die Gesamtlaufstrecke pro Monat noch einmal, dieses Mal aber in einem Bild mit der Zahl der Aktivitäten – also kurz gefasst: Wie oft war ich Laufen in den Säulen. Das „wie oft“ ist erstaunlich konstant geblieben.

MittlStreckePaceAugust17.png

Jetzt kommen die abgeleiteten Größen: Mittlere Länge einer Laufaktivität, jeweils über einen ganzen Monat gemittelt, und mittlere Pace, ebenso über den gesamten Monat. Die Klarheit dieser Entwicklung hat mich ziemlich verblüfft.

HoehenmeterSteigungAugust17.png

Die Höhenmeter habe ich auch getrackt – hier sieht man die Summe der Höhenmeter monatsweise, dazu eine Pseudo-Steigung: Einfach Höhenmeter durch zurückgelegte Laufstrecke geteilt, für die Monatssummen.

GewichtFettAugust17.png

Zu guter letzt die Entwicklung meines Körpers. Über die Genauigkeit von Körperfettwaagen kann man streiten – ich betrachte den hier gemessenen Fettanteil als eine grobe Tendenz, das Gewicht ist sicherlich exakter gemessen als der Fettanteil. Die Tendenz ist allerdings sehr deutlich – in beiden Werten. Für das Diagramm habe ich Monatsmittelwerte meiner Messungen gebildet – einfaches arithmetisches Mittel. Natürlich macht man dabei einen kleinen Fehler durch die Mittelung einer vielleicht nicht-linearen Tendenz, zugleich verringert man aber auch die Schwankungen, die durch Tagesform, Nahrung, genauen Zeitpunkt der Messung und so weiter nicht ganz vermeidbar sind.

Ich hoffe, die Aufbereitung der Daten ist halbwegs klar geworden – die sehr klaren Tendenzen, die ich sehe, beeindrucken und begeistern mich. Ich werde diese Datei auf jeden Fall weiterführen und schauen, wie es sich weiter entwickelt.

Social Media Erinnerungen

Zur Zeit schmeißt mich ein großes Social Media Netzwerk mit Erinnerungen zu, was ich 2013, 2014, 2015 und 2016 am jeweiligen Datum gepostet habe. Es ist nicht so, dass ich die dann teile – meistens eher nicht. Aber es macht einen doch nachdenklich und lässt einen die Entwicklung sehen, die seit dem abgelaufen ist.

Zum Beispiel am 20.07.2013 postete ich etwas über einen Lauf, der mich etwa anderthalb Stunden durch die nördliche Umgebung meines Wohnortes führte. Dabei begegnete ich meinem Mann, der am Fahrradfahren war. Nicht, dass ich ihn damals erst kennengelernt hätte, das war 2007, geheiratet haben wir 2011, wir wohnen seit 2010 zusammen. Aber im Jahr 2013 liefen sportliche Aktivitäten abgesehen vom Schwimmen stets getrennt ab – er fuhr Fahrrad, ich lief, er konnte aufgrund von Gelenkproblemen nicht laufen, ich wollte nicht mehr Fahrradfahren, erst recht nicht für sportliche Aktivität. Heute, 2017, vier Jahre später, trägt mein Mann Laufschuhe eines Aufbaus, den ich seit 2014 verwende, arbeitet sich an längere Laufstrecken heran und hat an seinem Laufstil gefeilt, so dass seine Gelenke und Schienbeine super mit dem Laufen klarkommen. Wir laufen gemeinsam.

An dieser Stelle kommt mir die Idee oder eher das Bild in den Sinn: Man scheint still zu stehen, im Jetzt zu leben, sich wenig zu entwickeln. Dann hält man kurz inne, dreht sich um und schaut zurück – und sieht den langen, kurvenreichen, oftmals steil ansteigenden Weg, den man bis hierher gekommen ist. Das ist übrigens frei nach Es gibt hier nur zwei Richtungen, Mister von Reinhold Ziegler.

Lustig auch, dass ich in oben erwähntem Posting auf Facebook 2013 ganz selbstverständlich „ungewohnt aussehender Mann“ geschrieben habe, auf dem Fahrrad, weil ich nicht in Erwägung gezogen habe, dass irgendjemand einen anderen als MEINEN Mann damit identifizieren könnte – und ungewohnt sah er aus, weil ich ihn selten mit Fahrradhelm gesehen hatte, damals. Heute würde ich das so nicht mehr schreiben. Ich finde es spannend, in dieser Hinsicht Rückschau zu halten.

Wetterleuchten

Am Sonntagabend fuhren mein Mann und ich vom Rollenspiel nach Hause. Wir hatten einen wundervollen Abend verbracht, unsere Gruppe besteht aus einem befreundeten Pärchen und uns beiden. Nun war es spät, wir beide müde – aber nicht zu müde zum Fahren. Am südlichen Himmel wirkte, wohl eine Kombination aus Effekten von Wasserdampf und Wolken, das Licht der Dörfer und Städte, das eine Aura über den Dörfern bildete, leicht rötlich.

Und dann blitzte es. Immer und immer wieder: weiße, helle, wattebauschartig wirktende Wolken wurden immer und immer wieder von Blitzen erhellt. Die Blitze selbst sah man gar nicht, nur die aufleuchtenden Wolken, die aber nicht wie gefährliche Gewitter-Wolken, sondern eher wie plötzlich angeleuchtete, größere, aber weiße Wolkengebilde am Sommerhimmel aussahen. Das ganze Stück A5 nach Süden von Karlsruhe Durlach bis Karlsruhe Süd und auch die lange gerade der B3 von Ettlingen bis nach Muggensturm hatten wir diese immer wieder aufleuchtenden Wolken vor uns. Wunderschön sah das aus, aber auch ein bisschen unheimlich.

Später, als wir daheim Blitz-Melde-Karten konsultierten, wurde uns auch klar, warum wir keinen Donner gehört hatten: Das Gewitter lag weit vor uns, die Wolken müssen sehr hoch gelegen haben. Nach unserem Dafürhalten waren es auch weitgehend innerhalb der Wolken zuckende Blitze, keine zum Boden hinunter: Das Gewitter lag über Haguenau auf der anderen Rheinseite, und die A5 wie auch die B3 biegen von ihrer süd-südwestlichen Richtung erst in Höhe Rastatt voll Richtung Süden ab. Somit schauten wir die ganze Zeit auf Wolken, die noch über dem Elsass hingen, weit vor uns. Bevor das Gewitter allerdings bei uns war, flaute es ab. Einerseits muss natürlich kein Gewitter daheim sein, aber auf der anderen Seite war ich fast enttäuscht, weil wir über das Forschen nach dem Ort des Gewitters eine herrliche für uns neue Blitzmelde-Karte gefunden hatten: Dort werden die Blitze in Echtzeit angezeigt, die Verzögerung abgeschätzt und entsprechend ein Ausbreitungskreis des Donners auf die Karte animiert, das Ganze unterlegt mit einer Satelliten-Karte von Google Maps. Ich wollte zu gerne Blitze sehen, mit der Karte abgleichen und dann auf den Donner warten – und mich darüber freuen, wie gut das zeitlich zusammenpasst, auch das Dauergrollen beim Übereinanderlaufen mehrerer Donner-Wellen auf Karte und Gehör parallel beobachten.

Nun ja – aber besser, das Gewitter endete und wir konnten gut schlafen.