[KuK] Oxidation und Reduktion des Chaos‘

Über mehrere Übernahmen von verschiedenen Aufgaben von Kollegen und eine von Vorgängern übernommene Aktenführung, die mich beim Abheften zögern ließ, hatte sich in meinem Büro ein ziemlich heftiges Papierchaos angesammelt. Der Nerd in mir ordnete die möglichen Lösungen nun chemische Reaktionstypen zu…

Ein Riesenhaufen Papier, Erdatmosphäre und ein Feuerzeug… eine herrliche Lösung des Problems via Oxidation!

Aber das ist natürlich nicht tragbar. Also habe ich den mühsamen Weg gewählt: Zuordnung der Schriftstücke zu Aktenzeichen, Auffindung der zugehörigen Aktenhefter – oder, falls die nicht bei mir sind, Verfügung in die Registratur. Die Reduktion des Chaos‘ ist aber weit zeitaufwendiger als die Oxidation…

Vom Durcheinander

Das Wochenende war auch nach dem Bahn-Chaos vom Freitag ein etwas spezielles bei mir. Dinge passierten, und keiner weiß so recht, warum:

Zunächst einmal kostete mich das Bahn-Chaos abermals meinen Teezeremonie-Unterricht, den ich wegen Reisen und Krankheit schon wieder viel zu oft versäumt habe. Mein Mann und ich gingen dann noch zum Essen und das rundete den etwas chaotischen Tag ab. Am nächsten Tag ging es an’s einkaufen: Wir brauchten Lebensmittel, aber auch ein 3m-Micro-USB-Kabel für die Veränderung des Aufbaus des Schreibtisches meines Mannes sowie Farbe. Letztere beide Dinge sind den neuen Fenstern geschuldet, die unsere Wohnung seit Freitag durch die hellen Rahmen größer wirken und durch die bessere Isolierung wärmer sein lassen. Das Micro-USB-Kabel ist durch eine Umpositionierung des Handy-Ladeplatzes auf dem Schreibtisch bedingt – denn das Fenster an seiner Seite ist inzwischen wesentlich besser zu öffnen, und da ist das Handy dann im Weg. Die Farbe rührt daher, dass die Rollladenkästen der neuen Fenster viel kleiner sind und unsere Handwerker den Platz der alten isolierten und dann zugipsten, aber natürlich nicht drübermalten bzw. drübertapezierten.

So weit, so klar: Acht von zehn Fenstern bekam ich bereits am Samstag wieder adäquat ummalt, zwei waren noch in Arbeit. Allerdings war ich beim Kaufen des Micro-USB-Kabels von einem heruntergesetzten 27-Zoll-curved-Bildschirm in Versuchung geführt worden, der auch noch passend zu meinem AMD-Graphikchipsatz FreeSync hat. Sollte ja einfach gehen – wäre es auch.

Wenn nicht meine PC-Probleme der letzten Zeit zu ihrem Höhepunkt kulminiert wären: Es ist wohl die SSD mit dem System drauf kaputtgegangen – hätte fast geschrieben „verreckt“. Genau synchron mit dem Anschließen des neuen Bildschirms ging gar nichts mehr, parallel dazu war die zusätzliche Zeit zum Streichen am Samstag natürlich auch für alles andere nicht mehr zu gebrauchen. Mittlerweile ist der Backup-PC im Einsatz und das funktioniert gut, eine neue SSD ist bestellt. Aber das Chaos hat schon Spuren hinterlassen, zumal ich heute auch noch die Fenster fertig gemacht habe und Rollenspiel leiten durfte. Außerdem hat der Pizza-Service, den wir heute zum Rollenspiel bemühten, die Sonderzutaten eines Mitspielers auf die Pizza einer anderen Mitspielerin gepackt – das war nun gar nicht so prall.

Aber am Ende des Tages war es dann doch ein erfolgreiches Wochenende, an dem ich eine schöne Hinführung auf das Finale unserer momentanen Rollenspiel-Story gemeistert bekommen habe, die Rollladenkästen gestrichen und das Haus wieder heimelig gemacht wurde (letzteres vor allem durch meinen Mann) und nach dem ich nun tatsächlich einen größeren Bildschirm in Betrieb habe. 30,41km bin ich auch so ganz nebenbei gelaufen.

Ich werde mich mal nicht beirren lassen!

Vielfaktor-Chaos

Am vergangenen Freitag habe ich nur über die Auswirkungen der verschobenen Leitplanke in der Baustelle auf der A5 zwischen Rastatt Nord und Karlsruhe Süd am Morgen berichtet, kurz nachdem es passierte.

Die Auswirkungen waren aber noch viel größer, denn die verschobene Leitplanke war bis zum abendlichen Feierabendverkehr noch nicht wieder repariert. Mein Schwiegervater erzählte am Samstagabend, er sei kaum aus Karlsruhe herausgekommen  über die B36, weit nordwestlich der Engstelle. Auch alle anderen aus der Schwiegerfamilie, die sich am Samstagabend eines Geburtstags wegen zum Essen traf, erzählten vom Verkehrschaos am Freitag. Dieses Chaos war aber sicher nicht allein der verschobenen Leitplanke geschuldet – auch wenn das dann der Auslöser war. Was kam da alles zusammen?

  • Die A5 ist – neben der A7 zweihundert Kilometer weiter östlich – eine der wichtigsten deutschen Nord-Süd-Verbindungen, die dann auch über die Alpen ans Mittelmeer führen. In der Urlaubszeit läuft da natürlich eine Menge Reiseverkehr – im Moment vor allem der Rückreiseverkehr nach Norden. Mit dessen Umschichtung auf die B36 hatte ich am Samstagabend auf der Fahrt zur Disco noch meinen Spaß.
  • Das Verkehrsaufkommen auf der A5 steigt natürlich, wenn die parallel verlaufende Bahnstrecke blockiert ist – wie es eben im Moment durch den Tunnelbau und die Probleme dabei in der Nähe von Rastatt der Fall ist. Das Resultat sind mehr LKW im Frachtverkehr, mehr PKW im Langstrecken-Personenverkehr und mehr PKW von Pendlern, für die der Schienenersatzverkehr und dessen Verzögerung das Pendeln mit dem Auto wieder attraktiver macht.
  • Dazu kommt, dass die A5 ja ohnehin in Bau ist an dieser Stelle. Selbst ohne verschobene Leitplanke verläuft der Verkehr statt auf drei breiten Fahrstreifen je Richtung auf nur zweien, die dazu noch eher schmal sind – eine Standspur fehlt auch, es gibt nur gelegentliche Nothaltebuchten. Damit wird die Strecke langsamer und anfälliger.
  • Auf den Zuleitungsstrecken zur A5 gibt’s auch die eine oder andere Baustelle, außerdem ist da auf der Hauptausweichstrecke, nämlich der B3 Rastatt Nord bis Karlsruhe Süd die fiese Ampel in Neumalsch, an der sich stets der Verkehr massiv bricht – die ist zwischen der situationsbedingt hochfrequentierten B3 und der Straße von Durmersheim nach Malsch gleichberechtigt geschaltet – und die Kreuzung ist eng.
  • Ah, genau, dann kommt natürlich noch dazu, dass die Anschlussstelle Karlsruhe Süd aus Richtung Basel und in Richtung Karlsruhe gesperrt ist. Dadurch wird die Linksabbiegerampel zwischen B3 und Verbindungsstraße zwischen Karlsruhe-Rüppurr und Ettlingen zum Problem – normal fährt da kein Mensch aus Süden auf die A5, geht in Karlsruhe Süd viel besser. Aber das geht im Moment nicht – auch ohne Probleme in der Baustelle auf der A5 ist der Abschnitt der B3 von Anschlussstelle Karlsruhe Süd bis Ettlingen im Moment zu Stoßzeiten ein einziger Stau.

Tja. Kein Spaß ist das im Moment, nichtmal ohne zusätzliche Unfälle. Mit Unfällen kommt es um Karlsruhe zum Verkehrsinfarkt. Bis Oktober geht das noch so, sowohl bezüglich der Bahnlinie als auch bezüglich der A5-Baustelle. Nächstes Jahr bauen sie auf der A5 dann gleich nochmal zehn Monate, andere Richtungsfahrbahn von Betonplatten auf Asphalt umrüsten.

Viele Blogbeiträge voraus, sagt mein Ausguck am Verkehrsbarometer.

LKW-Tetris Mark II

Dienstagmorgen, gegen 9:00, Rasthof Pforzheim Ost.

Gemäß offiziellen Verkehrsregeln sollten die folgenden Ereignisse …

… niemals passieren!

Was also ist passiert, dass ich einen Staubegegnungen-Post mit einer Art Zitat des Vorspanns von „Jagd auf Roter Oktober“ beginnen lasse? So einfach wie frustrierend: Als ich nach gewaltigem Stau und vor gewaltigem Stau (Pforzheim Ost lag mitten im Rückstau eines Unfalls auf der A8 zwischen Rutesheim und Leonberg West, der nahtlos in den Rückstau von der Verengung und Senke bei Pforzheim Ost überging) am Rasthof Pforzheim Pause für Toilette und Espresso machte, wollte ich danach natürlich wieder auf die Autobahn und weiter Richtung Stuttgart. Naja, „wollen“ ist so eine Sache, bei dem Stau, der mir da noch bevorstand. Aber ich musste ja. Also fuhr ich wundervoll über die Brücke, den Zubringer entlang und wollte über diese kleine, parkplatzartige Bucht wieder auf die Autobahn fahren. Wollte. Ja.

Denn der LKW vor mit bremste und stand. Aus meiner Perspektive war nicht zu erkennen, warum genau. Das bekam ich erst hinterher heraus. Während ich noch rätselte, was bei allen Blech-und-Reifen-Göttern nun schon wieder kaputt war, drückte der stehende LKW auf die Hupe, dann nochmal und nochmal. Mittlerweile sammelten sich hinter mir die LKW und PKW, die wie ich wieder auf die Autobahn wollten. Es ging aber nichts. Gar nichts. Dann stieg da vorne einer aus, gestikulierte wild mit den Armen. Mittlerweile kam mir ein Verdacht:

Wegen eines Lieferwagens, der auf der eher als Verkehrsinsel denn als Parkplatz markierten nicht-Fahrbahn-Stelle auf der Abfahrt zum Rasthof Pforzheim geparkt hatte, hatte ein weiterer LKW zu weit rechts auf dem Fahrstreifen durch diese Halte- und Abfahrtsbucht hindurch geparkt. Natürlich konnte mit der fast rechtwinkligen Kurve, die mein Vorder-LKW-Mann in Richtung Autobahn Richtung Stuttgart zu fahren hatte, und einer viel zu schmal gewordenen Fahrspur (an der Leitplanke zur Autobahn hin stand auch ein LKW) niemand mehr durch. Die weiter rechts gelegene Fahrspur, sozusagen die „innere“ auf dieser Ausfahrtbucht, war durch meinen querstehenden Vordermann blockiert. Es ging gar nichts mehr, während der LKW, der den LKW blockierte, der mich blockierte, in Zeitlupe, immer halbe Raddurchmesser vorankommend, aus dem Weg schlich. Ich lehnte mich zurück, dachte mir so: „Alles klar, die brauchen noch – hä?!?“

Denn in diesem Moment fuhr sehr beherzt ein PKW mit Mannheimer Kennzeichen an den fünf PKW, dem LKW und mir vorbei, die sich inzwischen auf dem Zubringer stauten. Er schaute sich den Schlamassel, an mir vorbeirollend, erstaunt an. Dann guckte er hilflos und entschuldigend lachend zu mir rüber. Ähm … ich meine, wir halten ja auch alle auf der Zufahrt zur Autobahn an, weil wir nichts Besseres zu tun haben, nicht wegen eines eventuellen Hindernisses …

Jedenfalls blockten selbiger PKW-Fahrer und der LKW hinter mir dann fast noch die Ausfädel-Spur in Richtung des Rasthofes, so dass man nur noch mit Hin- und Herkurven von der Autobahn zum Rasthof kam, um auf der linken der beiden Spuren durch die Parkbucht zum Stehen zu kommen, damit sie möglichst schnell auf die Autobahn fahren konnten, wenn die Situation geklärt wäre.

Da sich der Fahrer des Lieferwagens im Weg nicht fand und drei LKW nebeneinander durch eine etwa zweieinhalb LKW breite Lücke durchzubekommen einfach dauert, lehnte ich mich zurück und wartete – und es lohnte sich. Denn für den PKW-Verkehr war der Weg RECHTS am Lieferwagen vorbei recht schnell wieder frei, während direkt neben der Autobahn noch Rangierchaos herrschte. All die Drängler und vermeintlich erfolgreichen Opportunisten mussten sich noch gedulden, während ich auf der freigewordenen rechten Fahrbahn wieder in Richtung Autobahn und dann auffahren konnte. Immerhin. Regelgerecht warten, bis ein nicht-regelkonform aufgebautes Chaos abgebaut war, führte mich schneller wieder auf die verstaute Strecke, als die anderen mit nicht-regelkonformem Drängeln wieder drauf kamen.

Ich sehe natürlich, dass bei solch gewaltigen Staus wie heute LKW ihre Pausen machen müssen. Deswegen aber Zufahrten zuzuparken, ist echt das Letzte. Deswegen mein Appell an alle LKW-Fahrer, die unbedingt Pause machen müssen: Bevor Ihr die Zufahrt zu einem ohnehin vollen Parkplatz welcher Couleur auch immer, oder gar dessen Durch- oder Ausfahrt zustellt, stellt Euch lieber davor oder dahinter auf den Standstreifen. Das ist nicht mehr und nicht weniger regelwidrig, hält aber nicht alle anderen auf.