Ausreden

Nach einem furiosen April, in dem ich viel zu sagen hatte, einen neuen Mitautoren gewann und so viel in einem Monat lief, wie noch nie in einem Monat zuvor, beginnt der Mai eher langsam. Das liegt daran, dass ich Gründe – oder Ausreden? – für die meisten üblichen Verdächtigen, über die ich normalerweise blogge, und auch ein bisschen für die Zeit habe, die ich normalerweise zum Bloggen verwende.

Beim Laufen ist gerade so etwas ähnliches wie das berüchtigte „Tapering“ angesagt, die Reduktion des Trainingsumfangs vor dem Wettkampf. Im Mai habe ich zwei Wettkämpfe – die Badische Meile über 8,88 Kilometer am morgigen Sonntag, den sechsten Mai in Karlsruhe. Da habe ich natürlich schon ein bisschen die Intensität heruntergefahren, in der ersten Maiwoche. Am Maifeiertag gab’s nochmal ein Intervalltraining, seit dem ist Ruhe angesagt. Die Badische Meile selbst betrachte ich aber immer noch als Vorbereitungswettkampf, denn am zwölften Mai geht’s nach Mannheim zum Halbmarathon. Daher werde ich die Badische Meile als „Vorbereitung“ betrachten und einfach mal schauen, ob ich es hinbekomme, mich nicht von jedem vor mir herausgefordert zu fühlen. Wir werden sehen, ob es klappt – eine Zeitvorgabe für die Badische Meile habe ich mir nicht gesetzt, beim Halbmarathon strebe ich unter 100 Minuten. Natürlich verändert die wettkampfbedingte Veränderung des Rhythmus auch ein bisschen die Themen, die mir einfallen.

Aber ein neuer Termin steht nun auf meinem Sport-Jahresplan fest: Ich habe mich zum Campus-Run der Uni Stuttgart angemeldet. Dieser Wettkampf gehörte fest zu meinem Plan – wenn er denn stattfand. Zweimal war das bisher der Fall, 2014 und 2017. Auch wenn ich nun nicht mehr in Stuttgart arbeite, möchte ich weiterhin dem Campus-Run meine Aufwartung machen, zumal ich bei zwei Durchführungen des Campus-Run bereits dreimal angetreten bin. Wie das geht? Ganz einfach: Der Campus-Run besteht aus mehreren Wettkämpfen und im ersten Jahr, 2014, liefen meine damalige Laufpartnerin und ich gemeinsam in ihrem Tempo den Sechs-Kilometer-Lauf und ich allein den Zwölfer. Wenn ich dieses Jahr wieder beim Zwölfer teilnehme, habe ich immer noch eine Urkunde mehr vom Campus-Run, als es Termine gab. Ich bin gespannt, ob meine Ex-Kollegen, von denen einige 2017 gerne mitgelaufen wären, aber verhindert waren, dieses Jahr dabei sind. Als gemeinsamen Teamnamen bin ich schonmal mit „Fast Neutrons“ vorgeprescht, da ich ja an einem kerntechnischen Institut in Stuttgart arbeitete.

Durch mehrere Termine am Anfang des Mais, die sich alle schön überschneiden, ist zudem nicht einmal Zeit für alle Termine, geschweige denn zum vielen Bloggen. Denn: Unser Haus ist ja, wie ich berichtet habe, eingerüstet. Da wird gestrichen, und im Rahmen dessen, wie ich kann, bin ich natürlich dabei. Außerdem hat das Laufen Kreise gezogen – ich unterstütze heute Nachmittag eine Freundin beim Kauf von neuen Schuhen. Das geschieht dann auf dem Weg zwischen Abholen der Startnummer für die Badische Meile und einer Geburtstagsfeier – und morgen werde ich von der Badischen Meile aus direkt zu Freunden in Karlsruhe gehen, Duschen und dann Rollenspiel leiten. Bei der Eröffnung des japanischen Teehauses im Japangarten in Karlsruhe konnte ich gestern nicht dabei sein, weil ich arbeiten musste – und da sich Veränderungen abzeichnen, war es auch wichtig, gestern auf Arbeit zu sein, um alles rechtzeitig auf die Reihe zu bekommen. Dazu schreibe ich vielleicht aber mehr, wenn die Dinge spruchreifer und sowohl objektiv als auch emotional besser geordnet sind.

Nichtsdestotrotz freue ich mich, dass ich im April mehrere Rekorde gebrochen habe: Ich hatte meinen allerschnellsten Kilometer beim Intervalltraining mit 4:05 – so schnell war ich noch nie. Ich bin fast 250 Kilometer in einem Monat gelaufen – das ist auch Rekord, bisheriger Top-Monat war der Oktober 2017 mit 242. The Highway Tales hat zudem mit dem April 2018 seinen bisher stärksten Monat an Aufrufen, Besuchern, Likes und Kommentaren erfahren, was mich sehr freut – auch wenn dieses etwas konfuse Blog natürlich ein „kleines Licht“ am Himmel der Blogosphäre ist.

Ich frage mich gerade, ob ich am Ende ausgeredet habe oder Ausreden präsentiert habe.

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Begeisterung

Am Tag nach meiner Teilnahme am Campus Run gab’s bei mir auf der Arbeit eine Sitzung, an der ich teilnahm. Die war nicht ganz unwichtig, aber das ist nun nicht mein Thema hier. Jedenfalls kam auch meine Leistung zur Sprache – und daraus resultierte dann eine Mail vom Institutsdirektor an alle Mitarbeiter, wie ich abgeschnitten hatte – er hat sogar die online verfügbare Urkunde herausgesucht und an die Mail angehängt.

Das fand ich toll, auch wenn es mir auch ein wenig peinlich ist – ich bin doch nur ein Stückchen gelaufen! Jedenfalls erreichte mich danach noch eine Mail einer Kollegin, mit einem Bild einer Medaille und Glückwünschen!

Klar, die Läufer unter meinen Lesern sagen jetzt: „Genauso wie wir auch läuft Talianna von den Highway Tales doch nur, oder?“ Das stimmt. So empfinde ich das auch. Ich laufe regelmäßig, orientiere das Laufen in Länge und Belastungsstruktur ein bisschen daran, halbwegs auf die wenigen Wettkämpfe vorbereitet zu sein, die ich mir in den Plan schreibe, laufe die Wettkämpfe dann. Meistens denke ich auch: Wenn ich gut abschneide, liegt das in erster Linie daran, dass nicht so viel Konkurrenz da war. Andererseits – und das fällt mir, obwohl es mir schmeichelt, durchaus schwer zuzugeben – gehöre ich doch zumindest zur aktiveren Hälfte der Bevölkerung, vielleicht sogar zu den aktiveren und laufschnelleren 25%.

Egal wie, es freut mich total, wenn Freunde, Familie und Kollegen an einem Erfolg bei oder auch nur einer Teilnahme an einem Laufwettkampf Anteil nehmen, obwohl oder vielleicht gerade weil es mich ein bisschen beschämt.

Campus Run Uni Stuttgart – mein Bericht

Um es vorweg zu nehmen: Ich hab’s nicht geschafft, die zwölf Kilometer unter einer Stunde zu laufen. Aber ich war schnell, und ich habe auch ein gutes Ergebnis vorzuweisen.

Zunächst war mein Tag vor dem Campus Run von mehreren Dingen geprägt, die ich vor dem Lauf vielleicht nicht so gerne habe: erstens hatte ich nicht so durchgeschlafen, wie ich das wollte, zweitens war der Tag restlos voll mit einer Blockvorlesung und dritten hatte ich so halb mit der Blockvorlesung kollidierend noch einen Termin. Nicht unbedingt optimal, um sich mental und physisch drauf vorzubereiten, nicht unbedingt optimal, um genug zu trinken. Aber einerlei: Ich suche keine Ausrede, denn ich bin mit meinem Ergebnis zufrieden. Dass da eine emotionale Achterbahn dahinterstand, ist eine andere Sache, aber das hat mit dem eigentlichen Campus Run nicht so viel zu tun.

Der Startschuss des Laufs war für nach der Arbeit, oder zumindest so in etwa angesagt: halb fünf sollte es für den Zwölfer losgehen, eine Viertelstunde später für den Sechser. Ich rüstete mich also mit allem meinem Zeug, schloss den Rest im Büro ein und marschierte die anderthalb Kilometer zum Stadion, wo ich gegen vier ankam. Dort war schon ein bisschen was los, erstmal ging ich meinen Beutel an der Garderobe abgeben, dann ging es runter ins Stadion, in dem Start und Ziel sein sollten. Dort traf ich nicht nur auf meinen Vater – mit dem hatte ich gerechnet – sondern auch auf meine Schwester und deren Verlobten, die kurzerhand einfach mitgekommen waren. Mit ihnen stand ich dann eine Weile herum, während um mich herum alles immer voller wurde – fast 650 Läufer traten an, für die beiden Wettbewerbe zusammengenommen. Es gab Verpflegung durch die Fachschaft Sport an der Uni, natürlich wurden auch Sponsoren in Szene gesetzt. Weil die vom Sponsor unterstützten Shirts, die es zum Lauf gab, eher groß ausfielen, somit M etwas viel für mich war, und ich mich darin außerdem nicht wohlfühlte, trat ich in eigener Klamotte an. Kurz nach halb vier wurde dann angekündigt, dass der Sechs-Kilometer-Lauf demnächst gestartet würde – großes „Hä?“ bei den Läufern, die den Zwölfer laufen wollten und dachten, vor den „Sechsern“ zu starten. Letztlich korrigierte sich die Organisatorin vom Hochschulsport dann, und die Leute für die Zwölf Kilometer gingen an den Start – viele in den blauen Shirts, die ich verweigert hatte, aber auch eine Menge Leute in eigenen Sachen. Und dann kam der Startschuss, alles raste los wie verrückt und ich ließ mich mitreißen. Das war eine eingeschränkt gute Idee, denn als ich bei etwa zwei zurückgelegten Kilometern, nach einem Oval um die Schmetterlingswege zwischen Bioverfahrenstechnik und anderen Uni-Gebäuden mein Tempo checkte, lag ich bei 4:15/km und wusste, dass ich das unmöglich halten können würde – wieder mal zu schnell gestartet. Mist.

Bis mein Körper sich daran gewöhnt hatte, dass ich meinen Tempoverlust irgendwie abfangen wollte und musste, aber eben auch nicht die 4:15/km illusorischerweise durchlaufen wollte, hatte ich zwischen Wohnheimen und Parkplätzen dann einen der uni-typischsten, zugleich aber vielleicht nicht unbedingt den schönsten Streckenabschnitt hinter mir, da kam dann der schwierigste Abschnitt: Scharf links abbiegen, dort spitz den Berg hoch, über eine Brücke über den Pfaffenwaldringvor der Mensa, und dann entweder die Wiese oder die Treppe hinunter. Hier musste der Hochschulsport beim Abstecken der Strecke Kompromisse machen – heraus kam diese anspruchsvolle, um nicht zu sagen etwas doofe Passage. Danach ging es konstant den Berg hinauf, nicht stark, aber eben doch quer über den Campus durch die Schleife des Pfaffenwaldrings hinter den Gebäuden entlang über die Wege. Dort ist die Strecke wirklich schön. Ein bisschen enttäuscht realisierte ich an der Ecke des Gebäudes, in dem ich arbeite, dass von meinem Institut niemand an der Strecke stand – naja, vielleicht ja auf der zweiten Runde!

Bis dahin war meine Geschwindigkeit schon fast auf mein gewünschtes Renntempo abgefallen, aber ich merkte, so richtig gut lief es dennoch nicht. Zwischen dem neuen Gebäude Arena 2036 und älteren Gebäuden durch ging es zum Heizkraftwerk, wo die erste Wasserstelle war. Ich war zu beschäftigt mit mir, um einen Becher zu nehmen, bog auf den Pfaffenwaldring und dann ging es in den Wald – genau, den Pfaffenwald. Dort begann ich, mich besser zu fühlen. Ich verlor immer noch Tempo, war inzwischen langsamer als mein gewünschtes Tempo, aber so langsam auch richtig eingeordnet: Ich hielt das Tempo derer, die um mich liefen, das Überholen und Überholtwerden hielt sich trotz ziemlich deutlichem Gefühl, es überzogen zu haben, in etwa die Waage. Am höchsten Punkt des Kurses, am Grillplatz im Wald, richtig schön in Schatten und Wald, wundervoll zu laufen, merkte ich: Es geht wieder. Beim Runterlaufen zurück Richtung Stadion gewann ich sogar etwas Zeit, hatte Freude und kam wieder zu Atem. Erst in Richtung Stadion wurde es wieder schwierig, denn ich realisierte: Entweder meine Messung ist falsch, oder der Kurs ist ein bisschen länger … und ich war schon bei korrekter Messung durch meine App langsamer … das machte es schwer. Aber ich gab nicht auf: Ich zog nochmal an, lief ins Stadion. So recht habe ich nicht verstanden, WIESO ich das weiß, aber am Ende der Runde standen 6,45km auf meinem Display. Durch mein „Durchziehen“ habe ich eigentlich nicht die Zeit gehabt, auf das Display zu schauen. Aber: Im Stadion waren nicht nur meine Familie, sondern auch zwei Kollegen aus dem Sicherheitswesen, die mich kräftig, wirklich kräftig anfeuerten! Das gab richtig Extraschub.

Auf der zweiten Runde fing es dann an, dass ich wenig Zeit, aber viele Plätze im Rennen gut machte, immer wieder auch bei nochmal am Ende aufdrehenden Männern eine Weile, teils auch die letzte Hälfte der zweiten Runde das Tempo hielt und merkte: Der Kurs ist vielleicht länger als 12km, ich bin selbst mit meiner Messung, die ihn eventuell zu lang anzeigt, zu langsam für mein Ziel, aber es macht Spaß und es kommt was rum!

Im Ziel wurde ich dann von Begeisterung meiner Leute begrüßt, keiner wollte hören, dass ich mein Ziel nicht erreicht hatte – alle fanden klasse, was ich dann eben doch geschafft hatte. Und so ging es mir recht schnell besser: Von „Mist, Mist, Mist!“ wandelte sich die Stimmung zu: „Hinfallen, aufstehen, Krone richten, weiterlaufen!“ und schließlich zu: „War die Runde vielleicht wirklich etwas länger? Andere sagen das auch – mindestens drei andere!“

Dann fiel mir auf, wie viele nach mir noch ins Ziel kamen, ich war umgeben von netten Leuten und ein Kollege aus der Chemie, ein deutlich erfahrenerer Läufer als ich, meinte: Der Kurs war länger als gesagt und er war sehr anspruchsvoll. Deine Zeit ist gut! Und ihm habe ich es dann auch geglaubt. Wir trieben uns dann noch vor Ort herum, ich musste ja noch meinen Beutel wieder holen, meinen Transponder abgeben und so weiter … und dann waren es nur noch zehn Minuten bis zur Siegerehrung, die ich mir eigentlich schenken wollte. Ich rechnete nicht mit Treppchen oder sonstwas, wusste genau: Dafür war ich zu schlecht. So stand ich da rum und dachte: „Eigentlich will ich weiter, was Essen … “ Und plötzlich bei der Ehrung für die schnellste Frau 30+ wurde mein Name aufgerufen! Ich wollte es nicht glauben, aber ich war die schnellste Frau jenseits der dreißig. Erst nachts nach dem Heimkommen fand ich heraus, dass ich auch so weit nicht vom Treppchen weg war: etwa drei Minuten zu langsam auf Platz fünf in der Frauen-Gesamtwertung über 12km.

Und so habe ich meine Ziel nicht erreicht. Nicht in der 12km-Messung meines GPS, erst recht nicht auf der vermessenen Strecke. Euphorisch bin ich dennoch: Ich habe mein Ziel zumindest nach meinem eigenen GPS nur knapp gerissen, und das auf einer schwierigen Strecke, dazu habe ich einen Altersklassen-Sieg eingefahren und besser abgeschnitten, als ich dachte. Nachdem ich meinen Arbeitsplatz noch meiner Familie gezeigt hatte, ging’s Essen und Trinken – und dann nach Hause.

Was ein Tag! Was ein Tag!

Ready to Run

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Vollzugsmeldungen:

  • Schuhe mit Transponder dran – check!
  • Startnummer – check!
  • Campus-Run-Shirt plus Ersatzshirt, weil ich nicht weiß, ob ich es mag – check!
  • Sport-Wäsche, Laufsocken – check!
  • Handyhalter, Pulsgurt, Bluetooth-Heartrate-Monitor – check!
  • Verpflegung, Beutel, Gepäckverwahrungsband – check!
  • Jacke zum nach dem Lauf überziehen – check!
  • Essen, Trinken – check!
  • Gut geschlafen – war schonmal besser, aber geht!

Ready to go? Nope! Ready to RUN!

Guter Weg?

Heute morgen war – da ich für den Tag der Wissenschaften am vergangenen Samstag einen Ausgleichstag genommen habe – Zeit für ein vorletztes Training für den Campus Run. Nun wollte ich wissen, wie sich alles ausgewirkt hat und ein letztes Mal auf Tempo trainieren …

Tja. Wie soll ich sagen: Ich habe meinen Geschwindigkeitsrekord, meinen Rekord auf 10km und meinen Rekord auf 5km gebrochen. Alle diese Rekorde stammten vom Campus Run 2014, also von vor drei Jahren. Ich war zwar im Mittel der 12km noch nicht schneller als eine Stunde, aber eben doch deutlich schneller als vor drei Jahren. Nun frage ich mich: Habe ich es aus Übermut eine Woche vor dem Lauf überzogen? Ich bin zwar bisher mit den Steigerungen nach Gefühl ganz gut gefahren, andererseits weiß ich auch, dass ich vor einem Wettkampf anders agieren sollte als im normalen Training.

Ich werde sehen, was dabei rauskommt – unweigerlich. Wenn die Steigerung der letzten acht Wochen, mit den jeweiligen Ruhe- und weniger schnellen Phasen zum festigen dazwischen, so anhält, dann wird es mit den 12km/h beim Campus Run klappen. Wenn ich es heute überzogen habe, dann nicht. Dann habe ich wenigstens etwas über’s Trainieren gelernt – zu wissen, wie’s nicht geht, ist oft genauso wichtig wie zu wissen, wie’s geht.

Jetzt in einer Woche …

Werde ich beim Campus Run der Uni Stuttgart starten. Ich halte mich ja recht bedeckt in Sachen Wettkämpfe, aber bei diesem laufe ich mit. Zwölf Kilometer sind angesagt, mein Personal Best von 2014 möchte ich knacken – das waren damals 1:02:47 auf 12 Kilometer, und ich war stolz wie eine Königin.

Im Vorfeld des Wettkampfes damals war ich im Monatsmittel schneller als jetzt, aber die Spitzenleistungen, vor allem auch die Leistungen auf längere Distanzen sind dieses Jahr besser – aber mehr in langsamere Einheiten dazwischen eingebettet. Ich habe auch schon rund 60 Kilometer mehr absolviert, dieses Jahr, als ich im ganzen Jahr 2014 absolviert habe. Dazu war ich konstanter – 2014 war der Mai ein sehr aktiver Monat, im April dagegen hatte ich gar nichts getan.

Nächste Woche um diese Zeit ist der Start. Es sind weniger Höhenmeter auf der Strecke als beim letzten Mal, der giftige Anstieg zum Stadion am Allmandring hoch ist auch aus der Strecke genommen. Insgesamt eine angenehmere, gleichmäßigere Strecke, die mir Läuferin aus der Rheinebene sehr entgegen kommt. Ob nun Leute an der Strecke stehen werden, die mir zujubeln, steht noch in den Sternen. Ich fürchte, bei uns am Institut ist das Interesse eher gering, zumal drei Doktoranden wegen Dienstreisen und Urlaub nicht dabei sind, obwohl sie eigentlich gerne mitgelaufen wären. Der Rest der Leute wird vermutlich andere Prioritäten haben – aber das passt schon. Klar macht es Spaß, ein paar Anfeuerer an der Strecke stehen zu haben, die explizit wegen mit gekommen sind, aber ich mach‘ das ja vor allem für mich selbst.

Und so harre ich der Dinge, die da kommen – zwei Trainingseinheiten noch, dann vier Tage Ruhe bis zum Wettkampf …