Es ist vollbracht

Nach einer langen Planungsphase – hier gezeigt immer wieder mit Render-Bildern aus dem Planungsprogramm Studio – und einer Bestell- und Bauphase ist es nun so weit. Gestern habe ich das letzte Teilmodell, die Ionentherapie PaTSy, im beleuchteten Video mit ein paar Erklärungen gezeigt. Hier ist sie, die Gesamtübersicht!

Die Gesamtansicht der Beschleunigeranlage LAToyA CoRE.

Mittlerweile sind alle Komponenten aufgebaut und auf der blauen Acrylglasplatte angeordnet. In Gelb links unten das B-Mesonen-Experiment BIFoCal (B-Meson Identification and Forward Calorimeter) für Präzisionsmessungen der CP-Verletzung im B-Mesonen-System, dahinter in weiß, schwarz und dunkelrot der Kollisionsdetektor PASTA CoDe (Physics And Semiconductor Application Collision Detector), das Entdeckungsinstrument, in dem zum Beispiel nach neuen Teilchen gesucht würde. Dahinter als weißes Becken mit gelbem Geländer außen und schwarzem innen sowie langem Strahlrohr, von rechts kommend, das Transmutationsexperiment FaNTASy (Fast Neutron Transmutation Accelerator-driven System). Oberhalb der Bildmitte die Ionentherapie mit Gantry, genannt PaTSy (Particle Therapy System). Der Kran steht auch noch da – und vor ihm die Beschleunigereinheit AMUR (Acceleration Mechanism Unit for storage Ring) und noch weiter vorne die Synchrotron-Strahlenquelle USSyRI (Ultrabrillant Source of Synchtrotron-Radiation using Interferometry) mit Undulator und Experimentierhütte. Im Inneren des Rings der Kontrollraum und der Vorbeschleuniger IMBABS (Injection Mechanism for Balls of Acrylonitrile Butadiene Styrene).

Auf den Ersatz-Magneten für den Ring liegt zwischen FaNTASy und PaTSy das Betriebsbuch, wie es die Genehmigung verlangt. Das wird auch regelmäßig geführt – für mich macht das nicht nur wegen der Anlage selbst Spaß, sondern auch, weil es ein Dr.-Who-Notizbuch ist.

Ca. 6300 Teile sind verbaut, davon drei Lego-Motoren, zwei Batterie-Boxen, dazu diverse Kabel, Powerbricks und LED-Steine von Light Stax. Derzeit läuft das Verfahren zur Genehmigung des erweiterten Betriebs. Ein paar Ideen habe ich freilich noch, die ich gerne umsetzen würde – klein gedacht eine Platte, die den Kabelsalat zwischen BIFoCal und USSyRI ein bisschen ordnet. Etwas größer gedacht könnte das Institutsgebäude des Instituts für Lego-Beschleuniger-Physik (ILBP) ganz rechts angebastelt werden – ein Technic-Brick mit Pins drin ist dafür installiert, ein Plan dafür existiert auch schon. Mehr in Richtung Zukunftsmusik geht ein Auditorium am Beschleuniger, dort, wo gerade das Betriebsbuch liegt, sowie ein Gebäude des Instituts für therapeutischen Einsatz von Lego (ITEL), dort, wo gerade der Kran steht. Die eigentliche Anlage ist aber nun fertig.

Die Technische Universität von Noppenstein (TUN) freut sich über ihre neue Forschungseinrichtung, und an der KAT (Klemmbaustein-Akademie für Technik) werden auch schon Kurse für Lego-Strahlenschutzbeauftragte vorbereitet.

[KuK] A Kind of Magic

Der Bestrahlungsraum von PaTSy. Alles in dem Zylinder, um den der Strahl geführt werden wird, ist eng. Platz für Licht? Fr. Dr. Minischmidt hat ihre Zweifel – aber sie beabsichtigt zu zaubern!

Ich habe das Gantry, also die bewegliche, um den Patienten drehbare Strahlführung der Ionentherapie, vor meiner Idee zu Light Stax entworfen. Dementsprechend ist kein Platz für Licht und erst recht nicht für stromleitende Plates oder Kabel vorgesehen. Es war ein wenig ein Act, das nun hinzubekommen…

Aber es hat geklappt!

Mit dem letzten noppenbehafteten Feenstaub des ausgehenden Aufbautages hat Fr. Dr. Minischmidt es geschafft! Im Bestrahlungsraum von PaTSy ward es Licht!

Auf dem Stahlrad

Fast jeder kennt ja das berühmte Bild der Arbeiter, die auf einem Stahlträger über New York City beim Bau eines Wolkenkratzers ihre Pausenbrote essen. Heute ergab sich ein ähnliches Bild an meiner Beschleunigerbaustelle…

„Mach‘ mal ein Foto wie das aus New York, Clark!“

Die Damen für die schweren Aufgaben machten gerade Pause und baten ihren Kollegen, ein Bild zu machen – leider ist das Rad ein wenig klein, so dass der Fotograf sich etwas überlegen musste, um alle drei auf das Foto zu kriegen – zum Glück hat er gewisse Talente, ebenso wie die drei Damen für die schweren Lasten.

Während die ersten Elektronik-Tests des (gelben!) B-Mesonen-Experiments „BIFoCal“ laufen, korrespondiert Fr. Dr. Minischmidt auf der Baustelle für das Ionentherapie-Gantry mit den Lieferanten für Komponenten des Beschleunigermoduls „AMUR“. Die regelbare Batterie-Box ist nun auf dem Weg.

USSyRI – Firstlight

Heute nach der Arbeit war ich so im Baufieber, dass ich nicht laufen gegangen bin. Nun ja, da ich langsam wieder aufbaue und gestern und auch vorgestern jeweils deutlich über 40 Kilometer Rad zum Büro und zurück gefahren bin, war das vielleicht gar nicht unvernünftig. Der Grund war aber nicht die Vernunft, sondern Baufieber!

Hier ist das Ergebnis: Die Experimentierhütte der Synchrotron-Strahlenquelle USSyRI. Ich habe sie nicht nur aufgebaut in der neuen Form, sondern auch schon die Leuchten installiert.

Natürlich ging es nicht ohne einen Lichttest ab. In der Hütte gibt es zwei Leucht-Systeme: Das eine stellt die Beleuchtung des Raumes für die Experimentatoren dar, damit sie sehen was sie tun. Das andere… nun, das soll in Zukunft vom Geräusch der umlaufenden Kugeln gesteuert pulsieren, für den Moment habe ich es aber nur im Dauerbetrieb getestet. Hier beleuchtet ein Leuchtstein das zu untersuchende Objekt von unten durch ein Loch in einer Lego-Platte quasi von innen heraus… klingt abstrakt? Hier sind Bilder!

Leider schließt das Dach von USSyRI – nicht wegen der Kabelführung, sondern wegen etwas Härte in den Klapp-Platten – nicht ganz dicht. Aber damit kann ich leben!

Außer Betrieb für Erweiterung!

Der Lego Assembled Toy Accelerator „LAToyA“ ist derzeit wegen Bauarbeiten zur Erweiterung außer Betrieb. Aktuell wurde die Baustelle eingerichtet, der Vorbeschleuniger für das Upgrade demontiert. So langsam trudeln auch die Lieferungen der Bauteile ein – die allermeisten Bauteile, die ich für die gegenläufige Erweiterung und die Experimente verwenden werde, sind gebrauchte Lego-Teile, die ich über Bricklink beziehe. Kaum eines der Teile kommt „neu“ ins Haus, zumal die gebrauchten genauso gut und zudem günstiger sind. Allerdings ist durch die Menge ungewöhnlicher Teile notwendig, von mehreren Verkäufern Teile zu beziehen.

Was mich ein bisschen verblüfft hat, war die Tatsache, dass an einen blauen Technic-Stein, 1×2 Noppen, normale Höhe, aber zwei Löchern statt nur einem für Achsen oder Pins, nur äußerst schwer heranzukommen war. Auch 1×1-Steine in durchsichtigem Rot sind derzeit in Deutschland entweder nur in kleinen Mengen bei unterschiedlichen Shops oder ziemlich teuer zu bekommen. So werden es doch ein paar mehr Sendungen, als ich mir das eigentlich gewünscht hätte. Aber es kommt zusammen – die ersten Pakete sind angekommen, auf Vollständigkeit geprüft, die Verkäufer haben ihr positives Feedback bekommen und nun harre ich der restlichen Sendungen.

Die Baustelle – Teile für die Experimente und Erweiterungen stapeln sich bereits, aber da kommt noch eine Menge mehr. Im Vordergrund der bereits zusammengebaute Transmutations-Forschungsreaktor FaNTASy und das Betriebsbuch.

Bis jetzt lief die Teilebeschaffung sehr gut – Fehler gab’s so gut wie keine in den Sendungen, die Verkäufer haben schnell versandt. Als Unterlage der Baustelle fungiert bereits jetzt die blaue Acrylglasplatte, die ich für den Beschleuniger beschafft habe – denn: Als ich mein geplantes Projekt im Programm Studio mal vermaß, musste ich feststellen, dass es 120 Zentimeter breit und über einen Meter lang ist! Unser Tisch misst aber nur 95 Zentimeter in der Breite. Also musste ich aufstocken.

In Zahlen: Der fertige Beschleuniger mit allen Experimenten wird 120 Zentimeter breit, 105 Zentimeter lang und 25 Zentimeter hoch sein. Das Gewicht liegt nach der Prognose von Studio bei etwa sechs Kilogramm, es sind zwischen 5000 und 6000 Teile, die in der Maschine stecken. Verbaut sind dann zwei 9V-Motoren, eine normale und eine regelbare Akku-Box, mehr als 100 Bauteile von STAX für Beleuchtung und andere Gimmicks. Vom 1×1 Plates und 1×1 Tiles bis hin zu 16×8 Plates und den großen 6×6 Panels als Scheiben sind diverse Größen dabei.

Auch wenn ich als Kind mit umfangreich zusammengeworfenen Lego-Space-Sets aus klassischen Serien, den beiden Blacktron- und den beiden ersten Space-Police-Generationen sowie M-Tron und der ersten Monorail aus den Achtzigern in der Mitte meines Zimmers auf 6×3 Grundplatten viel gebaut habe, bin ich fest davon überzeugt, dass LAToyA CoRE mit seinen fünf Experimenten und drei Service-Einrichtungen das größte Lego-Projekt ist, mit dem ich mich jemals befasst habe.