Ein komisches Gefühl

Gestern war ich beruflich in Stuttgart, in der Nähe meiner alten Arbeitsstätte an der Universität Stuttgart. Da ich zuvor im Büro in Bruchsal vorbeimusste, fuhr ich nicht die ganze Strecke der A8, die ich sonst vom Karlsruher Dreieck aus gefahren wäre, denn wegen der Baustelle am Beginn des Abschnitts Karlsruhe nach Karlsbad war dort ein wenig Stau – und dazu noch ein wenig mehr zwischen Pforzheim West und Pforzheim Ost.

Also zuckelte ich zwischen LKW von Bruchsal hoch ins Kraichgau auf der B35 und dann von Bretten über die B294 nach Pforzheim. Oh, ein Spaß war das nicht! Wenn es beständig leicht aufwärts geht, bemerkt man, warum LKW so starke Motoren brauchen – und es bei voller Beladung dennoch nicht reicht. Insbesondere auf der Strecke von Bruchsal hoch ins Kraichgau und von Bretten auf die Nordschwarzwald-Ausläufer bei Pforzheim schlichen die LKW und Überholen war dennoch schwierig – unübersichtliche Streckenverläufe und überaus nachvollziehbare Überholverbote schränkten die Möglichkeiten stark ein. Und in Bretten selbst erst! Bis die voll beladenen LKW nach den Kreiseln auf der B294 wieder auf Touren kamen, war für die Fahrer und alle nachfolgenden Wagen eine Qual.

Dann fuhr ich auf die Autobahn und wunderte mich. „Huch, hier sollte es doch aufwärts gehen, tut es aber nicht?“, war der erste Gedanke. Dann dachte ich: „Eigentlich sollte der Stau doch hier enden?“, gefolgt von: „Hmm … seit wann wird es NACH Pforzheim Ost denn wieder zweistreifig und wieso zum Henker gibt es eine Einfädelspur, die nicht zu rechten Fahrstreifen wird?“

Dann die Erkenntnis. B294! Nicht B10! Ich war in Pforzheim NORD aufgefahren und hatte die ganze Zeit gedacht, ich sei in Pforzheim Ost auf die A8 gekommen. Für einen kurzen Moment hatte ich mich schon gefragt, ob ich in die falsche Richtung aufgefahren sei, bis mir der Gedanke kam, dass ich genau richtig, aber an einer anderen Anschlussstelle auf meine alte Bekannte, die A8 gekommen war. Dann kam die inzwischen teils abgebrochene Brücke bei Pforzheim Ost, kurz vorher wurde aus der Stockung an der Verengung von drei auf zwei Fahrstreifen die Autobahn kurz frei, bevor es völlig unmotiviert wieder eine Senkenstockung um Pforzheim Ost gab. Ein Gefühl wie heimkommen, in das vermodert-verwesende Haus, von dem man trotz alle Verklärung ganz genau weiß, warum man ausgezogen ist.