Ich hab‘s nicht vermisst…

Heute hatte ich zusammen mit Kollegen einen Außendienst. Auf der Rückfahrt… nun ja. Bei Rastatt-Rauental gab‘s einen Unfall und im daraus resultierenden Stau standen wir dann. Die Unfallaufnahme zog sich hin, und es gab völligen Stillstand für fast eine Stunde…

Dann kam es tatsächlich dazu, dass der Verkehr auf der autobahnartigen Bundesstraße umgekehrt zur normalen Richtung abgeleitet wurde!

Nach nunmehr über 18 Monaten Bahnpendeln wird mir wieder einmal bewusst, wie sehr Autofahren nerven kann. Dabei bin ich heute nur Beifahrerin gewesen.

Nachtrag: Wie cool! Die Polizei ermahnt gerade die Fahrer und lässt sie wieder umdrehen. „Es wurde in umgekehrter Fahrtrichtung abgeleitet“ war wohl ein voreiliger Schluss! Die haben das wohl eigenmächtig getan, bekommen nun Ärger von der Polizei… während auch ansonsten Chaos herrscht. So sehr mich das auf einer zynischen Ebene amüsiert, ich hab‘s auch weiterhin nicht vermisst!

Car-Freitag

Es geht mir heute schon wieder besser – der Höhepunkt der Erkältung war am Donnerstag. Der Karfreitag ist aber auch immer der Car-Freitag, an dem wir zu meinem Vater auf den Campingplatz fahren. Er lädt immer dann ein, weil die Schwiegerfamilien seiner beiden Töchter – die meines Mannes und die des Mannes meiner Schwester – typischerweise am Ostersonntag oder Ostermontag einladen. Die Schwiegerfamilie meiner Schwester braucht aus Gründen mehrerer Fraktionen meist mehrere Tage, meine Schwiegerfamilie ist recht spontan unterwegs – auch der Tatsache geschuldet, dass mein einer Schwager Berufsfeuerwehrmann ist und daher etwas krass Dienst hat – zumindest nach den Vorstellungen von Leuten, die wochentags täglich ca. acht Stunden arbeiten und dann durch sind.

Zu meinem Vater zu fahren, das ginge auch so halbwegs per Bahn – würde aber sehr lange dauern. Es hieße, von uns nach Karlsruhe, von dort nach Eppingen und dann weiter mit der S-Bahn des VRN. Es wäre auch noch ein ganzes Stück zu Fuß von der nächsten Station zu meinem Vater. Also fahren wir mit dem Auto, meistens haben wir auf der Strecke Stau. Komisch: Am Karfreitag um die Mittagszeit habe ich schon einen Haufen Staus erlebt. Jedes Mal fahren wir nach Walldorf und dann weiter Richtung Sinsheim, fast stets stehen wir bei Bruchsal und dann am Walldorfer Kreuz. Vermutlich werden wir nachher stattdessen über die B293 durch das Kraichgau fahren und ganz lässig den Frühling anschauen, auf unserem Weg. Einmal haben wir das gemacht, es dauert zwar länger als über die freie Autobahn, geht aber schneller, relaxter und vor allem zuverlässiger in der prognostizierten Zeit als über die verstaute Autobahn.

Es ist also Car-Freitag. Und wir fahren. Mit meinem Aygolein, das diese Ostern das erste Mal unser Aygolein ist, da wir nur noch ein Auto haben.

Die Diskussion zum Tempolimit

Inzwischen ist ja die Diskussion um das allgemeine Tempolimit auf deutschen Autobahnen wieder aufgekommen. Die wird – wie kaum anders zu erwarten – ziemlich emotional geführt. Aus meiner Zeit als Pendlerin auf vollen bis übervollen süddeutschen Autobahnen habe ich die Überzeugung mitgenommen, dass ein Tempolimit von 120 oder 130 Kilometern pro Stunde eine gute Sache wäre. Dieser Überzeugung bin ich noch immer, auch wenn einige meiner Freunde – teils auch wohlbegründet – anderer Ansicht sind.

Mir ist aufgefallen, dass die größere Anzahl von Verkehrstoten auf Landstraßen und in der Stadt in der Diskussion angeführt wird. Diese Argumentationslinie kommt mir als Befürworterin des Tempolimits komisch vor. Nur weil ein Tempolimit auf Autobahnen an den beiden größeren Einzelposten an Verkehrstoten zunächst einmal nichts ändert, hat es dennoch einen Effekt, der die Verkehrssicherheit auf Autobahnen insgesamt verbessert und den dritthöchsten Posten an Verkehrstoten senken kann.

Es ist ja nicht nur die kinetische Energie, die bei höherem Tempo höher ist und so Unfälle bei höherer Geschwindigkeit tendenziell tödlicher und gefährlicher macht, es sind auch die hohen Geschwindigkeitsunterschiede, die Spurwechsel schwer abschätzbar machen. Freilich gilt beides vor allem dann, wenn es Unfallgegner auf der Strecke gibt, also der Verkehr einigermaßen dicht ist. Das dürfte aber zumindest für bestimmte Zeiten auf nahezu jeder Autobahn gelten – sonst müsste man sich fragen, wofür der Staat an dieser Stelle so viel Geld für ein viele Meter breites Band aus Beton oder Asphalt ausgegeben hat und so viel Bodenfläche versiegelt und überhaupt …

Dass der überproportional mit der Geschwindigkeit steigende Luftwiderstand zudem bewirkt, dass mit einem Geschwindigkeitslimit auch die Emissionen aus dem Verkehr sinken würden, ist dann eher ein Bonus, auch wenn der in der Diskussion um Begrenzung von Treibhausgasen und Klimawandel durchaus auch nicht unbedeutend ist.

Ich äußere mich als inzwischen fast gänzlich mit der Bahn pendelnde Ex-Vielfahrerin natürlich gewissermaßen von außen. Allerdings ist der Verkehr mindestens auf den Strecken, die ich früher dauernd gefahren bin, eher sogar noch dichter geworden und das halte ich für einen allgemeinen Trend. Ich habe durchaus auch im Blick, dass vielen Menschen das Schnellfahren gefällt und es gute Gründe geben muss, wenn man sie der Freiheit berauben möchte, dies außerhalb einer Rennstrecke zu tun. Aus meiner Sicht gibt es aber durchaus eine Menge Gründe dafür – denn ein generelles Geschwindigkeitslimit hat eine Auswirkung auf die Fahrkultur. Ein Tempolimit von 130 km/h zu Stoßzeiten auf frequentierten Strecken und auf gefährlichen Teilstrecken wird immer als „Ausnahme und Beschränkung“ wahrgenommen, erst recht, wenn Übertretungen wenig sanktioniert werden. Darf ich überall nur 130 fahren, ist dieses „war da ein Schild?“, das auch in meinem Kopf manchmal vorging, ausgeschaltet. Ich darf mich darauf verlassen, dass 130 km/h ausreichen, um den 80-90 km/h fahrenden LKW zu überholen, die Unterschiede zwischen den Geschwindigkeiten auf den Spuren sind reduziert und damit die Probleme, die aus extrem unterschiedlich schnell fahrenden Fahrzeugen resultieren.

Viele Argumente, die ich schon gehört habe, beruhen auf einer Optimierung unseres Lebens, unseres Equipments und unserer Wahrnehmung auf den Status Quo ohne Tempolimit. Das müsste nicht so sein und ist kein Argument für im Tempo unbeschränkte Autobahnen. Denn am Ende tut es dem Verkehrsfluss im Mittel besser, wenn die Geschwindigkeitsunterschiede klein sind. Ökologisch und auch ökonomisch halte ich Schnellfahren auch nicht für sinnvoll, denn durch den überproportional ansteigenden Luftwiderstand, das überproportional ansteigende Risiko schwerer Schäden an Mensch und Maschine bei Unfällen und die stärkere Beanspruchung von Konzentration und Aufmerksamkeit von Schnellfahrer und anderen Verkehrsteilnehmern dürften den Zeitvorteil sehr schnell aufwiegen.

Aber natürlich bin ich als Bahnpendlerin inzwischen dahingehend Außenstehende und habe zudem nicht so stark das Bedürfnis, schnell zu fahren – und unter Zeitdruck zu Außendiensten fahre ich auch eher selten, zumal ich da dann lieber zu spät kommen oder das Ganze durch Planung vermeiden würde.

Infrastruktur-Nerd

Es gibt so viele leidenschaftlich gelebten Begeisterungen für verschiedenste Objekte, Strukturen, Handlungen, Konzepte …

Ich stelle jedes Mal, wenn ich in einen großen Bahnhof einfahre, wieder neu fest, dass Verkehrswege mich interessieren. Früher waren das in erster Linie Autobahnen, und die genieße ich noch immer sehr. Noch immer finde ich es völlig abgefahren, wie insbesondere an komplexen Kreuzungen von Autobahnkreuzen und Anschlussstellen die Rampen und Wege miteinander verschlungen sind. Die Ansicht von oben auf die Autobahnen durch Los Angeles waren für mich Highlights der Serie Lucifer.

Aber nun fahre ich viel Bahn. Die Gleisfächer des Karlsruher Hauptbahnhofs, wie sie untereinander durchgeführt werden, mittendrin wieder hochkommen, das finde ich spannend und entdecke immer wieder was Neues. Der Supergenuss ist aber die Einfahrt mit ICE, Metronom oder S-Bahn in den Hamburger Hauptbahnhof: da gibt es so viele Richtungen, die miteinander verschlungen sind, darunter dann auch noch U-Bahn und … es ist einfach herrlich!

Genauso kann ich mich an Nahverkehrsplänen kaum sattsehen.

Ich bin ein Infrastruktur-NERD! Juhu!

[KuK] Kran!

Vor einigen Jahren gab es mal einen Anlass, gemeinsam mit etlichen Trek-Monday-Weggefährten nach Stuttgart zu einem „Special“ zu fahren … zur Erklärung: der Trek Monday ist mein montäglicher SciFi-Video-Abend, ein Mitglied war umgezogen und wir besuchten sie mit Mann und Maus und DVDs. Daher fuhren wir von Karlsruhe nach Stuttgart.

An diesem Tag funktionierte vieles nicht, ich war ohnehin gestresst und so war meine Laune zum abgewöhnen. Ich beschloss, mich über das nächste Objekt am Wegesrand zu freuen. Mein finster entschlossen begeistertes „Oohh! Ein Kran!“ klingt vielen noch im Ohr.

Und somit: „Yay! Ein Kraaaaaan!“

Es ist angerichtet

„Noch vier Tage pendle ich über die A5 ab Karlsruhe Süd nach Bruchsal“, das sagte ich mir heute morgen. Das Timing hätte kaum besser sein. Kaum, denn: Nun ist es angerichtet. Die Baustelle wegen Fahrbahnerneuerung zwischen Rastatt Nord und Ettlingen wird gerade eingerichtet. Aus ein paar Gründen war ich heute morgen mit dem Auto gefahren und dachte mir, die Baustelleneinrichtung sei schon recht weit – und hoffte, sie brauchen noch etwas.

Nein, brauchten sie nicht. Mittlerweile wird oder ist die Umleitung des Verkehrs in eine Richtung auf die Gegenfahrbahn bei Verengung beider Richtungen von drei ganzen auf eine normale und eine schmale Fahrspur eingerichtet. Die Konsequenz, als ich heute in Bruchsal mein Navi anwarf: 52 Minuten Fahrt statt der üblichen 38. Klingt nicht schlimm? Ist es auch nicht. Aber es war kurz nach vier, vor dem eigentlichen Berufsverkehr. Also schaute ich mal, wo der Stau sein sollte – dabei fiel mir dann auf, dass mein Navi mich in Karlsruhe Mitte von der Autobahn lotste, über die Südtangente in Karlsruhe rüber zur B36 und dann nach Hause. Als ich mir anschaute, wie viel Zeit auf der eigentlichen Route draufgegangen wäre … Bäm! 1:53 für knapp 50 Kilometer. Warum ich überhaupt nachgeschaut habe? Mir war sehr bewusst, dass fünf Minuten Verzögerung auf der Südtangente in Karlsruhe und die Ministaus an den Ampeln auf Pulverhaus-Straße und B36 in ihrem Verzögerungspotential immer unterschätzt werden vom Navi. Wurden sie auch, denn ich brauchte im Endeffekt selbst ohne meinen Stopp beim DM in Durmersheim über eine Stunde.

Meine letzten drei Tage in Bruchsal werde ich mit der Bahn fahren. Das ist sowieso bequemer, aber jetzt ist es alternativlos. Wenn auf der A5 gebaut wird, bricht der Individualverkehr um Karlsruhe zusammen – zumal die einzige schnelle Querverbindung, die einen von der A5 weg auf weiter westliche Ausweichstrecken bringt, die Südtangente ist – und die ist schon ohne diese Aufgabe im Berufsverkehr oft staubehaftet. Bin ich froh, dass ich nun ÖPNV fahre!

Wenn Wolken Berge wären

Wie bereits beschrieben, gab es für uns zwei unverhoffte Reisen: Mein Mann und ich fuhren einem meiner besten Freunde und seinem Vater beistehen, da die Mutter meines Freundes verstorben ist.

Auf diesen Trips auf der Autobahn – hier die A5 von Karlsruhe in Richtung Frankfurt – sahen wir die eine oder andere Wolkenformation. Ich weiß nicht genau, warum das so ist, aber ich stelle mir bei solch beeindruckenden, mit dem Horizont verschmolzenen und halbwegs wenig überhängenden Wolkenbergen immer vor, das sei ein Gebirge am Horizont. Insbesondere die Vorstellung, über eine lange Autobahngerade in der Ebene zu fahren und irgendwann plötzlich durch ein enormen, weiß-schneebedeckten Kurven der sich in diesen Wolkenberg hochschlängelnden Autobahn zu sein, finde ich – immer wieder erstaunlich inspirierend.

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Es gab noch die eine oder andere Wolke, die in der Landschaft stand, aber die Berg-Vorstellung funktionierte da nicht so gut:

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Auf einem Bild, nun auf der A3 von Frankfurt nach Köln, sieht man ein regelrechtes Wolkengebirge nicht so richtig, es scheint das rheinische Schiefergebirge hier nur als sein Vorgebirge zu haben – ist es nicht fast so, als würden die weißen Wolken im Hintergrund fast von gewaltigen, blaugrauen Bergen teils verdeckt?

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Alle Bilder wurden nicht von mir während der Fahrt, sondern von meinem Mann auf dem Beifahrersitz geschossen.

Sie hat mich, die A8

Dabei fahre ich sie gar nicht!

Aber dennoch ist es derzeit die A8, die mir den Heimweg schwer macht. Warum das so ist? Nun: Am Karlsruher Dreieck, also auf meinem Heimweg kurz vor meiner Ausfahrt Karlsruhe Süd, zweigt von der A5 die A8 Richtung Osten ab. Sie führt dann recht schnell steil den Einschnitt zwischen Grünwettersbach und Palmbach hinauf, so dass sich dort oft Stau bildet. Aber am Karlsruher Dreieck gibt es ausreichend lange Überleitungen, dass die Zusammenführung von zwei Spuren aus Richtung Frankfurt und zwei Spuren aus Richtung Basel auf drei Spuren in Richtung Stuttgart normalerweise nicht zu Staus zurück auf die A5 führt. Normalerweise.

Denn im Moment wird am Karlsruher Dreieck auf der A8 gebaut, und zwar direkt hinter dem Karlsruher Dreieck, kurz vor beziehungsweise im Beginn der Steigung hoch Richtung Karlsbad. Dort steht nur je eine Spur aus jedem der beiden Zuströme zur Verfügung – und das reicht nicht. Im Endeffekt trifft es vor allem den Zustrom aus Richtung Norden, denn vor dem Karlsruher Dreieck liegen in (viel zu) dichter Folge die Anschlussstellen Karlsruhe Nord, Karlsruhe Durlach und Karlsruhe Mitte, zudem führt die Überleitung von der A5 aus Richtung Frankfurt auf die A8 von rechts auf die gemeinsame Fahrbahn mit der Überleitung aus Richtung Basel. Die LKW aus Richtung Süden drängen also nach rechts und machen den Weg für die Leute aus Richtung Süden frei, brauchen aber viel Länge auf der Spur – die schon von LKW wimmelt.

Heute fing es noch vor Karlsruhe Nord an. Ich bin dann über die B3 durch Durlach gefahren – auch das ist nicht der Weisheit letzter Schluss. Nun fahre ich schon nicht mehr regelmäßig die A8 und stehe doch in einem Stau, der auf der A8 beginnt. Sie lässt mich nicht los, wie es scheint.

Rettungsgasse – mal wieder

Am Montag war’s mal wieder so weit. Stau auf der A5 … und zwar fast zehn Kilometer lang, vor Karlsruhe Mitte. Nicht nur, dass ich eigentlich schon recht spät war, für die Familienfeier, die statt des üblichen Trek Monday auf dem Plan stand, nein – ärgern durfte ich mich auch noch.

Denn in besagtem Stau funktionierte das mit der Rettungsgasse mal wieder nicht so richtig. Allerdings muss man den Fahrern zugutehalten: nach ein paar hundert Metern im Stau waren mindestens 80% der Fahrzeuge auf der linken Spur mit zwei Rädern auf dem dicken weißen Strich oder mit zwei Rädern auf der Begrenzung zwischen rechter und mittlerer Spur. Nur ein Fünftel tanzten aus der Reihe, teils so stark, dass ich von der mittleren Spur, vier LKW-Längen hinter denen, auch die linken Rücklichter und noch ein bisschen Luft zwischen ihnen und dem Auto dahinter sehen konnte.

Aber wie’s immer so ist: Erst nach einiger Zeit und zwei Ausfahrten, nämlich an der Einleitung von Karlsruhe-Durlach, kamen Blaulicht und Sirene auf die Autobahn, und zwar in einer Weise, in der mir all die Rettungsgasse nichts nutzte und ich doch ein wenig anpassen musste – der Krankenwagen kam nämlich genau in der Lücke zwischen zwei LKW vom Beschleunigungsstreifen in die Rettungsgasse gewechselt, neben der ich gerade fuhr. Also musste ich doch ein Stück vorfahren, den Abstand zum Vordermann drastisch reduzieren – aber der Krankenwagen kam durch. Vor mir zogen sie dann auch die Rettungsgasse vollends auf, sofern noch nicht geschehen.

So richtig gut war’s noch nicht, aber auch nicht „Worst Case“. Nur dass ich eben doch etwas hektisch wurde, nach 20 Minuten Stau mit Standard-Rettungsgassenverhalten schon etwas stumpf entlangrollte und dann eben doch wegen auffahrenden Rettungswagens schnell von „stumpf“ nach „situationsangepasst“ umschalten musste, ärgert mich. Nicht das Umschalten, natürlich – sondern eher, dass es dann doch etwas überraschend für mich kam.

[KuK] Gegen den Strom

Heute Morgen auf der B3 an der Anschlussstelle Kalsruhe Süd zur A5: Ich fahre von der Überleitung von der B3 aus Süden auf den weiteren Verlauf der B3, da die Bundesstraße hier vom Hauptstrang der autobahnartigen Straße abzweigt, die als L605 nach Karlsruhe führt. Mein Weg führt auf die A5 nach Norden. Ich kann also direkt auf dem Einfädelstreifen bleiben, von dem rechts der Ausfädelstreifen auf die A5 nach Süden abgeht und der nach unterqueren der Autobahn in die Auffahrt zur A5 nach Norden übergeht.

Kann ich?

Normalerweise schon. Heute nicht. Ein LKW-Fahrer hatte wohl nicht begriffen, dass die Auffahrt zur A5 Richtung Basel rechts ab geht. Er war bis zur Ampel vorgefahren, die dem Verkehr der Gegenrichtung bei Bedarf das Überqueren der zwei Fahrstreifen B3 und des einen zur Auffahrt auf die A5 erlaubt, um die Autobahn nach Süden zu erreichen. Er wollte wohl aber nach Süden, also Richtung Baden-Baden, Straßburg, Freiburg und Basel. Ich selbst würde unter diesen Umständen weiterfahren, an der nächsten Ausfahrt runter von der Bundesstraße, Wendemöglichkeit suchen und dann auf die A5. Alternativ auch weiter fahren bis zur Anschlussstelle Ettlingen, das sind ja nicht einmal zwei Kilometer, im schlimmsten Falle also vier Kilometer Umweg.

Was ich definitiv nicht tun würde, wäre auf einer an dieser Stelle mit Ausfädelstreifen zwei bis dreistreifigen, baulich getrennten Richtungsfahrbahnen rückwärts fahren. Nicht einmal, wenn ich es unglaublich eilig hätte, wovon man bei LKW ja leider imme ausgehen muss. Der LKW-Fahrer tat aber genau das: Bei grüner Ampel, von der autobahnartigen L605/B3 anrasendem Verkehr, der sich zudem durch die Verflechtung von L605 mit B3 und anschließender Aufteilung auf B3 und zwei Richtungen A5 nicht ganz unkompliziert gestaltet, legte er den Rückwärtsgang ein und setzte fünf Meter zurück, um dann recht spitz nach rechts auf die Auffahrt zur A5 nach Süden zu fahren.

Es blieb zum Glück bei einer Verkehrsstörung. Einen Unfall gab’s nicht. Ungefährlich war das aber nicht. Wie gesagt, ich würd’s nicht machen. Er tat es dann allerdings doch.