Das Angenehme mit dem Nützlichen Verbinden

Diese Schleife bin ich heute Mittag geradelt.

Meine heutige Mittagsradfahrt verband das Angenehme mit dem Nützlichen. Ich fuhr vom Büro aus, wo ich heute meinen Präsenztag hatte, in die Innenstadt, holte per Click and Collect beim rennwerk zwei Paar neue Schuhe ab, danach fuhr ich zu einem unserer Dienstgebäude und holte Akten für einen Kollegen und für mich ab. Ein Hoch auf meine Ortlieb Backroller, die all das aufnahmen!

Und das sind die neuen Schuhe: Ein paar neue Mizuno WaveShadows und ein paar Altra Escalante.

Wenn’s nicht mehr geht – lauf!

Heute war einer dieser Tage: Im neuen Büro geht so manches noch nicht richtig, weil die Datenleitung zum Haupthaus nicht „dick“ genug ist. Einige Programme vertragen nicht allzu viele Time-Outs, weil sie dann unterstellen, dass die Sicherheit gefährdet ist – und so muss man ohne sie auskommen. Schade nur, dass sie essentielle Teile unserer Arbeit, so wie wir sie betreiben, erst ermöglichen. Diese Situation gibt’s schon eine Weile und wir bemühen uns, darum herum zu improvisieren. Heute stürzte dazu noch ein Bild von der Wand – die Baustelle vor dem Haus mit ihren Vibrationen und der Durchzug der Fenster bedingte das. Dem Bild ist nichts passiert, dem Rahmen auch nicht, aber das Glas im Rahmen bestand nur noch aus Bruchstücken – dazu hatte das Bild im Fallen mein Lego Architecture San Francisco zerlegt. Wie passend: Vibrationen von außen, Erdbeben…

Zum Glück konnte ich das Ganze weitgehend aus dem Kopf wieder aufbauen. Aber zwei modifizierte 1×1 Plättchen im Nordpylon der Golden Gate Bridge haben wohl den Abflug durch das offene Fenster gemacht. Ich suche mal noch Ersatz. Als ich dann die Kollegin von der Kunstausleihe des Präsidiums anrufen wollte, um ihr den Schaden am Rahmen bzw. dem Glas zu melden, wurde klar: Unser Telefon ging auch nicht. In all dem Stress hatte ich dann auch vergessen, meine Telefon vom gestrigen Homeoffice zurück umzustellen – und nach dem Rahmensturz vergaß ich auch, meinen Mann zu informieren, so dass dieser von zwei Anrufen meiner Kundschaft überrascht wurde…

Da ging dann gar nichts mehr bei mir. Riesendurcheinander, der Kopf blockiert. Was tun, wenn es nicht mehr geht? Laufen!

Meine heutige Laufroute.

Ich lief also am Nachmittag durch die Südweststadt zur Alb, schlängelte mich über dem Edeltrud-Tunnel entlang, überquerte die Südtangente wieder in die Klotze (Günther-Klotz-Anlage), rannte weiter an der Alb entlang, lief Mount Klotz hinauf und dann zurück zum Büro. Da ging das Telefon dann wieder und meine Laune war viel besser – müde bin ich nun freilich.

Aber „Wenn’s nicht mehr geht, dann lauf!“ hat sich bewährt!

Wiederaufbau von Normalität – vor Veränderungen

Nein, es geht hier nicht um Corona.

Wie Ihr wisst, habe ich mir Ende März eine Wadenverletzung zugezogen – die hat mich lange beschäftigt. Ich spüte immer noch, dass da was war. Aber es ist mittlerweile wieder so weit in Ordnung, dass es mich beim Laufen nicht behindert oder stört, sondern ich nur weiß: Da war was, ich sollte nicht übertreiben. Tatsächlich ist Bewegung mittlerweile auch eher etwas, das die Wiederherstellung des alten Zustandes eher zu fördern als zu behindern scheint – während Läufen wird das Gefühl, dass da was war, schwächer oder geht sogar weg. Prompt hatte mich im Wiederaufbau dann am Freitag eine kleine neue Verletzung auf der anderen Seite derselben Wade erwischt, aber die ist schon wieder gut. Und so war es heute möglich, mit meinem inzwischen auch wieder fitten Laufpartner eine Mittagspausenrunde zu drehen – die erste gemeinsame über die Standard-Strecken seit mehr als einem halben Jahr. Wir hatten’s schonmal probiert, das war der Lauf, den ich wegen der schlimmeren der beiden Verletzungen an der rechten Wade abgebrochen hatte. Doch dieses Mal ging es richtig. Fast zehn Kilometer über die übliche Runde – ans Schloss, dann nördlich am KIT Campus Süd auf der Hagsfelder Allee entlang, über den Kanalweg zum Wald-Zentrum, den Trimm-dich-Pfad entlang, anschließend westlich um den Schlossgarten herum und zurück zum Büro. Die Brücke über den Adenauerring ganz im Norden konnten wir wegen Bauarbeiten nicht benutzen, aber das machte gar nichts…

Denn dort gab es eine tolle Begegnung. Gerade, als wir aus dem Trimm-Dich-Pfad heraus auf die Linkenheimer Allee zurückkamen, sah ich da jemanden entlanglaufen. „Die kennen wir doch!“, erklärte ich. Auch mein Laufpartner erkannte Sophia Kaiser von der LG Region Karlsruhe, die einen Mittagslauf machte. Sie ist schneller als wir – was Wunder. An der Ampel allerdings, die die Brücke über den Adenauerring ersetzt, holten wir sie ein und hielten einen kleinen Plausch. Dann ging’s weiter – und sie zog davon.

Schön ist: Seit September sind mein Laufpartner und ich nicht mehr gemeinsam einen Mittagspausenlauf durchgelaufen, seit Anfang April gar nicht mehr gemeinsam gelaufen. Er war am Knie verletzt, ich dann an der Wade. Nun normalisiert sich das wieder, und genau das ist das Schöne! Zeitweise liefen wir jeden Mittag gemeinsam. Nun baut sich das langsam wieder auf – weniger als einen Monat, bevor ich mit meinen Kollegen in ein neues Gebäude umziehe, wodurch der Mittagspausenlauf komplexer zu organisieren wird, weil man nicht einfach ein Stock tiefer gehen und fragen kann. Aber wenn wir das nun wieder etablieren, wird es auch leichter, es nach dem Umzug zu erhalten.

Change-Management, so nennt man das glaube ich, nicht?

Leidenschaft

Mein Referat am Regierungspräsidium wird über die nächsten Jahre hinweg nicht nur ausgeschiedene Mitarbeiter ersetzen, sondern einige neue einstellen. Das hängt damit zusammen, dass durch die neuen, EU-weiten Vorgaben für die Strahlenschutzgesetzgebung von 2013 das Ende 2018 in Kraft getretene Strahlenschutzgesetz der Bundesrepublik Deutschland neue Aufgaben für uns Strahlenschützer auf Behördenseite vorsieht.

Nun gilt es, die neuen Mitarbeiter möglichst schnell und möglichst gut auf einen Stand zu bringen, dass sie mehr Arbeitskraft bringen als sie kosten. Für neue Mitarbeiter ist es – überall – ganz normal, dass sie erstmal mit dem speziellen Thema von Unternehmen, Institut oder Behörde vertraut gemacht werden müssen und dann auch die etablierten Prozesse lernen müssen. Das bindet erfahrene Mitarbeiter zur Einarbeitung und in der Zeit nehmen die „Neuen“ den Erfahrenen noch nicht viel Arbeit ab. Ganz normal also…

Wenn die Leute reintröpfeln, verteilt man sie halt, sie arbeiten mal mit dem einen, dann mit dem anderen, an deren jeweiligen Prozessen und man kombiniert Bearbeitung von Fällen und Einarbeitung neuer Mitarbeiter. Wenn der Zuwachs allerdings in der Größenordnung der bisherigen Gesamtstärke liegt, wird das schwierig. Einer am Rechner und den Akten, vier bis sieben im Stuhlhalbkreis um ihn rum, das funktioniert nicht. Also müssen Teile des Ganzen eben doch im Frontalunterricht für die ganze Gruppe gemacht werden – und da es landesweit so sein wird, kann man das bündeln: Es werden also neue Gesichter aus vier Regierungsbezirken Vorträge erfahrener Mitarbeiter zu hören haben und so schultert jede Gruppe nur ein Viertel der Vorträge.

Und genau da kann ich einer Leidenschaft frönen, die ich schon ein wenig vermisse. Im Moment kann ich sie sonst nur in Nebentätigkeit ausleben – das Vortrag- bzw. Vorlesung Halten. Ich weiß nicht, ob ich besonders gut darin bin, aber die Resonanz war zumeist in Ordnung bis gut – und Spaß macht es mir auch. Ich habe sieben Jahre lang an der Uni jedes Semester zwei bis drei Doppelstunden Vorlesung gehalten und das Äquivalent von ein bis zwei Doppelstunden Praktikum betreut. Das gehörte zu meinen liebsten Jobs an der Uni!

Da es allmählich dringend wird, habe ich heute im Home-Office (Corona-bedingt sollen wir zur Zeit einmal die Woche Homeoffice machen) einen Vortrag designed und mir Vorgedanken über einen zweiten gemacht. Dabei habe ich gemerkt, wie viel Spaß mir das eigentlich macht! Ich habe meinem Mann – der von Strahlenschutz nur so viel Ahnung hat, wie ich es eben immer erzähle, aber weder in dem Bereich arbeitet noch Vorbildung dazu hat – den Vortrag einmal in abgespeckter Form gehalten, um zu prüfen, ob das so verständlich ist. Schließlich ist mir sehr bewusst, dass im Zuge von Kernkraftwerksrückbau und Bedarf an Strahlenschützern in der Medizin die Behörden im Moment nicht der attraktivste Arbeitgeber bei recht kleinem Arbeitsmarkt an Strahlenschützern sind. Mir werden also wohl bei diesem Vortrag einige Leute entgegenblicken, die aufgeschlossen, aber im Strahlenschutz durch von die vorher absolvierten Module unseres Ausbildungsprogramms bewandert sind.

Spannend wird das werden, da bin ich sicher. Es war auch super-interessant, einen Vortrag „from scratch“, also von einer leeren PowerPoint-Präsentation an zu bauen und sich ohne Vorlage zu überlegen: Was muss rein? Wie baue ich das auf? Wie erkaufe ich mir mit Auflockerungen die Aufmerksamkeit für die trockenere Passagen? Nun bin ich sehr gespannt, ob ich morgen eine Rückmeldung von den Kollegen dazu bekommen kann – und wie diese ausfallen wird.

Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne…

Heute habe ich mit etwas angefangen, was ich noch nie zuvor getan habe. Nur durch die Corona-Krise war dies möglich, denn meine Kollegen und ich werden nun ad hoc ermutigt, von Zuhause zu arbeiten. Und so war es heute mein allererster Tag im Homeoffice.

Um ehrlich zu sein: ich hatte den Horror davor, weil ich mich darauf freute. Ich fürchtete all die Ablenkungen und all den Komfort, den ich zuhause habe, und der so richtig gar nichts mit der Arbeit zu tun hat. Ich fürchtete, nichts auf die Reihe zu bekommen, mich in Ablenkungen zu verlieren.

Einen ganzen Stapel Schreiben hatte ich mit nach Hause genommen, die zu prüfen und in die elektronische Erfassung einzutragen ich über so viel Aktuelles, Hereinkommendes im Büro nicht geschafft hatte. Sie lagen, sie lagen lange, sie lagen hinter meinem Schreibtischstuhl auf der Arbeit auf dem Boden, weil im Regal kein Platz war. Clear Desk ist viel einfacher, wenn man elektronisch arbeitet, aber wir auf der Behörde tun das noch nicht. Ich befürchtete, kaum ein kleines Stück davon abarbeiten zu können, weil Ablenkungen, die Kaffeemaschine, mein privater Rechner…

Eben weil all das da ist. Indes: Ich habe konzentrierter gearbeitet als auf der Arbeit! Binnen kürzester Zeit stellte sich eine Routine beim Abarbeiten dieser drei Typen von Meldungen ein. Ich las sie, glich den „Ist“-Inhalt mit dem „Soll“ in unserer Datenbank ab, machte Notizen, trug es in die Tabelle ein, wo für jede Arbeitsstätte der Arbeitsaufwand der Überwachung erfasst wird, machte Markierungen, in welches Heft die Schreiben geheftet werden sollen, wenn ich sie wieder mit ins Büro genommen habe – wie am Fließband. Diese Arbeit, bei der ich normalerweise recht schnell die Lust verliere, zog mich in den Bann. Klar, ich machte meine Pausen, aber danach ging’s frisch weiter.

Nun bin ich einerseits begeistert, dass es so gut geklappt hat, und ich nur drei Vorgänge unerledigt wieder mitnehme, weil ich für deren Bewertung auch die umfangreichen Papier-Akten auf Arbeit brauche. Andererseits aber betrachte ich die Kehrseite des in der Überschrift verwendeten Hesse-Zitats: Wird sich auch hier eine Routine, eine größere Anfälligkeit für Ablenkungen einstellen? Ich hoffe nicht.

Für’s erste aber kappte ich die VPN-Verbindung, fuhr das Arbeits-Notebook herunter, stand von meinem Stuhl auf – und war im Wochenende. Da ich vom Sport heute eh einen Ruhetag machen wollte und auch mache, war das super, dass kein Arbeitsweg mehr vor mir lag.

Homeoffice. Das erste Mal. Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.

[KuK] Oxidation und Reduktion des Chaos‘

Über mehrere Übernahmen von verschiedenen Aufgaben von Kollegen und eine von Vorgängern übernommene Aktenführung, die mich beim Abheften zögern ließ, hatte sich in meinem Büro ein ziemlich heftiges Papierchaos angesammelt. Der Nerd in mir ordnete die möglichen Lösungen nun chemische Reaktionstypen zu…

Ein Riesenhaufen Papier, Erdatmosphäre und ein Feuerzeug… eine herrliche Lösung des Problems via Oxidation!

Aber das ist natürlich nicht tragbar. Also habe ich den mühsamen Weg gewählt: Zuordnung der Schriftstücke zu Aktenzeichen, Auffindung der zugehörigen Aktenhefter – oder, falls die nicht bei mir sind, Verfügung in die Registratur. Die Reduktion des Chaos‘ ist aber weit zeitaufwendiger als die Oxidation…

Workrun

Nach mehreren unvollständigen Versuchen hat es gestern endlich mal geklappt: Der Workrun. 

Den Homerun habe ich ja schon mehrfach gemacht: Computer auf Arbeit runterfahren, Laufklamotten an, Trailrucksack mit rudimentärem, zwischen Büro und Zuhause hin- und herzubeförderndem Zeugs auf den Rücken, Ausstechen und los. Nun kam es – unverhofft und halb unbeabsichtigt – zum Workrun. Nach einer nicht ganz so prallen Nacht stand ich auf, vertrödelte Zeit, die ich eigentlich zum Laufen geplant hatte, und dann irgendwann ging es raus auf die Straße. Da ich nicht so recht wusste, wie viel ich laufen wollte – 

Stopp. Man könnte sagen, dass das gelogen ist. Ich wusste ziemlich genau, wie viel ich laufen wollte: Da 254 Kilometer und ein paar hundert Meter auf dem Dezember-Konto lagerten, wollte ich 16 Kilometer laufen, um auf 270 zu kommen. Aber ich wusste nicht so recht, ob ich unterwegs nicht vielleicht doch mein Soll herunteranpassen wollen würde und ob ich vielleicht nun doch mehr laufen wollte. Damit war gesetzt, dass ich an einer der beiden Bahnlinien entlang laufen würde, die von Südwesten nach Karlsruhe hineinführen – nämlich S7/S8 über Durmersheim oder S2 ab Rheinstetten. Da S7 und S8 morgens stündlich verkehren und dadurch ein 20-40-Minuten-Rhythmus existiert, die S2 aber zehnminütig verkehrt, fiel auch hier die Wahl leicht: Wenn man nicht genau weiß, wie weit man laufen mag und wie lange man bis dorthin braucht, ist der Zehnminutenrhythmus eindeutig zu bevorzugen. 

Der Workrun in Übersichtsdaten.

Ich rannte also erstmal fernab der Bahn von Bietigheim los; zwischen Durmersheim und Würmersheim nach Norden und dann nach Mörsch. Dort erreichte ich an der Haltestelle Merkurstraße die S2 und hangelte mich von Station zu Station an ihr entlang. Erstmal dachte ich: „So, Merkurstraße erreicht. Hier kommt gleich eine Bahn, aber ich bin ja eh pro Haltestelle nur ein bis zwei Minuten langsamer als die Bahn – und es sind erst sieben Kilometer.“ Munter lief ich weiter, zeigte den morgendlichen Passanten meine Sport-Löwen-Baden-Windjacke in herrlichem Gelb-Rot und erfreute mich der verhältnismäßig hohen Temperaturen für Mitte Dezember. Irgendwo an der Grenze zwischen Mörsch und Forchheim war’s dann so hell, dass die Straßenbeleuchtung ausging. Eine Bahn ließ ich irgendwo zwischen Mörsch Rösselsbrünnle und Forchheim Hauptstraße an mir vorbeiziehen, verließ nördlich der Messe dann auch Forchheim wieder und erreichte Karlsruhe in Form von Daxlanden. Am Dornröschenweg war die nächste Bahn noch drei Minuten hin, mit ein bisschen Getrödele war sie dann an der Karl-Delisle-Straße schon wieder weg. Also lief ich weiter – erstens half es nichts und zweitens fühlte sich die Lauferei richtig gut an! Einzig der zunehmende Nebel war nervig, weil meine Brille allmählich so beschlagen war, dass sich größere Tröpfchen bildeten und ich nicht mehr allzuviel sah. 

Etwas nervig war dann der Weg entlang der B36 zwischen Rheinhafenstraße und Zeppelinstraße, weil der Berufsverkehr neben mir nach Karlsruhe hineinbrandete. Dann jedoch konnte ich mich in die Grünanlagen im Bereich der Alb verziehen und dort dann zunächst einige Zubringer von der B36 auf andere Straßen – zum Beispiel die Südtangente – unterqueren, bevor dann nochmal der Radweg über die Vogesenbrücke entlang der B36 angesagt war. Dann war ich am Entenfang und hier setzte die Erkenntnis ein, dass es nun ja auch nicht mehr lohne, die restlichen paar Schritte mit der Bahn zurückzulegen – also bog ich ab und lief die Sophienstraße entlang bis tief in die Stadt hinein, von wo ich ein bisschen zum Büro hin die Straßen entlangkreuzte und schließlich nach 19 Kilometern und 520 Metern auf der Arbeit ankam. 

Schön stabile Herz-, Schritt- und Pace-Daten über die vollen 19,5km.

Eigentlich war das so gar nicht beabsichtigt, aber es ergab sich als eine Folge von „eine Station schaffe ich noch vor der nächsten Bahn“, „oh, da ist die Bahn und ich noch nicht an der Haltestelle“ sowie „macht nix, bin ja eh nicht viel langsamer als die S2“. Und so war der Lauf recht entspannt – ein Workrun. Tolle Sache, finde ich. Auch wenn ich an der Strecke noch etwas feilen kann und will, ist es auch eine Strecke, die ganz problemlos auch in der dunkelsten Zeit des Jahres belaufen werden kann, weil sie durchgehend beleuchtet ist oder zumindest neben schönen, grünen, unbeleuchteten Strecken auch recht nahe, beleuchtete, aber hässliche Alternativen bietet, falls es doch noch dunkel ist. Außerdem ist jederzeit die Möglichkeit da, in die S2 einzusteigen, wenn es aufgrund von Kondition, Verletzung oder Unlust nicht weitergeht. 

Das mach‘ ich mal wieder!

Zielanpassung

Das laufende Jahr 2019 hat nur noch 17 verbleibende ganze Tage. So ganz allmählich wird sehr überschaubar, wie viel Zeit in diesem Jahr noch zur Verfügung steht, und so schaue ich gerade, was dieses Jahr noch so geht. Das betrifft vieles: Laufen, natürlich, aber eben auch die Arbeit und so manches andere.

Zunächst einmal habe ich die Planungen bezüglich meines 40. Geburtstags fast finalisiert, auch wenn an dieser Stelle noch ein, zwei Rückmeldungen und auch ein, zwei Einladungen ausstehen – letztere muss ich bald mal machen, da die betreffenden Personen aber selbst eher kurzfristig einladen, geht das schon in Ordnung. Auch bezüglich der Kocherei für’s Hineinfeiern und die Feier am eigentlichen Geburtstag steht der Plan mehr oder minder, nur die Mengen für den Einkauf muss ich noch berechnen, so dass ich heute bestellen kann, was benötigt wird.

Auf der Arbeit hatte ich mir einige Pläne gemacht, was ich gerne noch dieses Jahr schaffen würde – aber durch ein paar unvorhergesehene Ereignisse geht das nicht. Die Priorisierung dessen, was noch muss, ist so gut wie durch, denn an der Stelle habe ich effektiv nicht mehr 17 ganze Tage, sondern nur noch fünf… von denen einer durch die Weihnachtsfeier teils gefressen wird. Aber da Wochenende ist, mache ich mir da jetzt keine Gedanken.

Dann ist da natürlich das Laufen. Die formulierten Ziele für dieses Jahr waren: 40 Minuten für 10 Kilometer im Wettkampf unterbieten, 90 Minuten für den Halbmarathon im Wettkampf unterbieten, 3:40, nein 3:30, immer noch nein, 3:20 für Marathon im Wettkampf unterbieten. Das hat alles geklappt. 39:58 auf zehn, 87:02 auf Halbmarathon und 3:18:33 auf der Marathon-Strecke waren die Ergebnisse. An Mengen waren’s 3650 Kilometer über das ganze Jahr – also zehn pro Tag, und kein Monat unter 200 Kilometern. Der derzeitige Stand sind 3825 Kilometer seit 01.01.2019 und elf Monate sicher über 200 Kilometern (200,32 im Juni, sonst keiner unter 250 Kilometern) und bis heute 198,20 Kilometer im Dezember. Nun lockt eine Zielanpassung bei diesem Grad an „Übererfüllung“. Immer noch ambitioniert sind diese Anpassungen, aber doch inzwischen erreichbar: 4000 Kilometer im Jahr 2019 übertreffen, 11 Kilometer pro Tag im Jahresschnitt 2019 erreichen (4015 Kilometer gesamt) und mit dem Dezember ein vierter Monat dieses Jahr, in dem ich 400 Laufkilometer übertreffe. Ich bin mal gespannt, ob mir die verbleibenden 17 Tage dafür reichen. Dazu kommt noch der Wunsch, die Sub-40-Minuten auf zehn Kilometer zu konsolidieren – das kann ich morgen schaffen, denn morgen findet der für mich letzte Wettkampf des Jahres 2019 statt.

Nun bin ich mal gespannt, was draus wird. Eigentlich sieht’s recht gut aus, dass ich vernünftigerweise meine Ziele in allen drei Gebieten so anpassen kann, dass ich mich nicht verrate, sie aber auch erreichen kann.

TR’in Dr.

Was ist ein/eine Trindr, fragt Ihr nun? Hat das was mit Tinder zu tun?

Nun, hoffentlich nicht! Seit gestern ist TR’in Dr. meine Bezeichnung, die vor dem Namen steht, zumindest, was das Dienstliche angeht. Ich bin gestern Beamtin geworden. Ob ich ganz glücklich damit bin, muss ich noch herausfinden, für den Moment ist das eher schwierig. Für die weiteren Chancen in meiner beruflichen Tätigkeit war es aber ein wichtiger Schritt, der Türen öffnet, um weiter zu kommen.

Was aber IST denn nun eine TR’in Dr.? Zunächst mal ist es eine Abkürzung. TR steht für „Technischer Rat“ und das ist meine Amtsbezeichnung. Sprich, ich bin eine Technische Rätin geworden, so steht’s auf der Urkunde. Die Abkürzung hierfür ist TR’in. Den Doktortitel habe ich ja auch noch, und der wird „als Namensbestandteil“ ja auch überall angegeben. Ich bin also TR’in Dr. Schmidt. Klingt komisch, fühlt sich auch ein bisschen komisch an. Für meine aktuelle Tätigkeit hat es vor allem die Auswirkung, dass ich mehr Zeit habe, das zu tun, was ich tue. Denn die Regelarbeitszeit für Beamte in Baden-Württemberg liegt bei 41 Stunden, für Tarifbeschäftigte bei 39,5. Das ist auch der Punkt, der mich ein bisschen wurmt. Ansonsten sind die Möglichkeiten, aufzusteigen und Erfahrungsstufen zu erwerben, besser als als Angestellte. Früher oder später kann eine TOR’in draus werden. Das ist dann die Technische Oberrätin. Ich finde die Abkürzung super. Wann und vielleicht auch „ob“ steht natürlich noch nicht fest, aber wir werden sehen.

Schön und passend finde ich, dass man bei der Verbeamtung einen Eid ablegt, auf Grundgesetz, Landesverfassung und das Recht. Außerdem beteuert man, dass man Gerechtigkeit gegen jedermann üben wird. Die religiöse Formel dabei ist optional, die auf die Verfassung nicht. Ich habe auf die religiöse Beteuerung „So wahr mir Gott helfe.“ bewusst verzichtet, zumal ich den säkularen Staat als ein wichtiges Gut betrachte und aus meinen Überzeugungen heraus die religiöse Formel leer gewesen wäre.

Fühle ich mich jetzt anders? Puh. Gute Frage. Glaube nicht. Aber Weichen sind gestellt worden für die Zukunft, mit diesem Schritt – und mit den Weichen für die Zukunft bin ich glaube ich glücklicher als mit den unmittelbaren Auswirkungen.