Neue Autobahnanschlussstellen, Württemberg, Teil 2: Regierungsbezirk Stuttgart

Nun ergänze ich die Antwort des Regierungspräsidiums Stuttgart, nachdem ich ja schon in Baden und in Süd-Württemberg die Lage geschildert bekam und hier auf dem Blog veröffentlicht habe.

Von Herrn Holzwarth vom Regierungspräsidium in Stuttgart bekam ich folgende Mail:

Sehr geehrte Frau Schmidt,
wir bitten Sie die verzögerte Antwort auf Ihre Anfrage zu entschuldigen.

Zu Ihrer Frage selbst kann ich Ihnen mittteilen, dass derzeit im Bereich des RP Stuttgart keine neuen Anschlussstellen geplant sind. Die derzeitige Anschlussstellendichte unserer Autobahnstrecken, die alle der höchsten Kategorie zugeordnet sind, ist bereits deutlich über dem Regelmaß von 8 km Abstand. 

Mit freundlichen Grüßen
Jürgen Holzwarth

Verzögerte Antworten passieren – das ist ganz normal. Das Regierungspräsidium, insbesondere die Leute in den Fachabteilungen, haben ja durchaus wichtigere Dinge zu tun, als Bürgeranfragen zu beantworten. Autobahnanschlussstellen planen und bauen gehört im Moment allerdings mindestens in Nordwürttemberg nicht dazu, wie wir der Mail von Herrn Holzwarth entnehmen.

Damit haben wir Baden-Württemberg vollständig, und es zeigt sich: derzeit ist eine Anschlussstelle, nämlich die am Baden Airpark, in Planung – und eine weitere, bei Malsch, in der Diskussion. A8, A6, A61, A81, A96, A98 und die dreistelligen Nummern bekommen derzeit keine neuen Anschlussstellen, nur die A5 im Regierungsbezirk Karlsruhe.

Dann sehen wir mal, was uns Hessen liefern wird – ich bin gespannt, was da Mitte Juli kommen wird.

Neue Autobahnanschlussstellen in Württemberg – Teil 1: Regierungsbezirk Südwürttemberg/Tübingen

Nachdem ich ja schon zum Thema neue Anschlussstellen in Baden etwas geschrieben habe, das auf Anfragen bei den Regierungspräsidien basierte, habe ich hier nun die Antwort vom Regierungspräsidium Tübingen. Ich möchte dem Leiter des dortigen Referats 44, Herrn Kunze, nicht unrecht tun, daher explizit: Ich habe die Mail einen Moment liegen gelassen, weil ich eigentlich das Ganze zusammen mit der Antwort aus Stuttgart veröffentlichen wollte. Die steht allerdings noch aus.

Also hier, kurz und knapp:

Sehr geehrte Frau Schmidt, 

im Bereich des Regierungsbezirks Tübingen sind derzeit keine neuen Autobahnanschlussstellen geplant.

Diese Information können Sie auch weitergeben.

Mit freundlichen Grüßen
Ulrich Kunze

Kurz, knapp und informativ: Im Bereich des Regierungspräsidiums Tübingen werden die A81, A96 und A8 keine neuen Anschlussstellen erhalten. Bei näherer Betrachtung ist das aber auch kein Wunder, denn der Regierungsbezirk Süd-Württemberg bzw. Tübingen hat nur sehr wenig Anteil an Autobahnstrecken die A8 im Nordosten des Bezirks, die A81 für ein kleines Stück im Nordwesten und die A96 im Südosten.

Stuttgart wird noch einmal interessant, da der Nordteil der A81 größtenteils im Regierungsbezirk der Landeshauptstadt verläuft, ebenso die vielbefahrenen Teile der A8 bei Stuttgart und der östliche Teil des baden-württembergischen Abschnitts der A6.

Auch aus Hessen habe ich inzwischen eine Meldung bekommen, im Bezug auf meine damalige Anfrage. Ich werde im Juli oder August von der dort verantwortlichen Stelle Informationen über neue Anschlussstellen in Hessen erhalten – ich finde es großartig, dass man mir einen Zwischenstand mitgeteilt hat, auch wenn die endgültige Antwort noch dauert.

Drehwurm

Was macht denn „The Highway Tales“ auf dem Arbeitsweg am Bulacher Kreuz (L605 verknotet mit K9657 „Südtangente“)?

Äh. Google Maps hat noch immer nicht verstanden, dass die Anschlussstelle Karlsruhe Süd gesperrt ist, zumindest aus Richtung Süden auf die B3 und in Richtung Norden von der B3. Daher leitet es mich noch immer in den Stau auf der B3 zwischen Anschlussstelle Karlsuhe Süd und Anschlussstelle Ettlingen, da auf dem Teilstück auf der A5 fast nichts mehr los ist – der Rückstau der Baustelle und die Probleme in der Verengung auf zwei Fahrstreifen ab Anschlussstelle Rastatt Nord Richtung Frankfurt ist da längst abgehandelt. Als mir klar wurde, dass ich laut Routenplan in Karlsruhe Süd auf die A5 sollte, bin ich dann doch lieber auf den Zubringer gefahren, also auf die L605 Richtung Karlsruhe, um dann über die Südtangente zur Anschlussstelle Karlsruhe Mitte und dann über das Karlsruher Dreieck …

Lange Rede, kurzer Sinn:
Ich bin von hinten durch die Brust ins Auge auf die A8 Richtung Stuttgart gefahren – und diese Methode führt über das Bulacher Kreuz.

Nun ist aber auch am Bulacher Kreuz gerade eine Überleitung in Bau. Welche, fragt Ihr? Nun ja, wenn ich die von der L605 Richtung Norden auf die Südtangente Richtung Ost brauche, welche wird dann gerade in Bau sein? Na? Genau. Die Überleitung von der L605 Richtung Norden auf die Südtangente Richtung Osten. Allerdings kommt mir hier zupass, dass das Bulacher Kreuz zwar eine Landes- und eine Kreisstraße miteinander verknotet, aber eben doch als die beliebteste (süd?-)deutsche Autobahnkreuzform realisiert ist: Das Kleeblatt. Das Kleeblatt hat nämlich den Vorteil, dass man auf einem Kleeblatt drehen kann – die Geschwindigkeiten und der Platzbedarf sind nicht optimal, aber die Redundanz der Wege.

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Hier sehr Ihr als blaue Linie mit Pfeil drauf, wie ich fahren wollte. Die rote Schraffur deutet an, welche Überleitung gesperrt ist.

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Und hier seht Ihr als rote Linie mit Pfeilen drauf, wie ich dann tatsächlich gefahren bin. Erstmal an meiner (gesperrten) Überleitung vorbei, dann rechts ab auf die Überleitung Richtung Landau. Wie das bei einer planfreien Kreuzung so ist, dreht man dabei nicht 90° nach links, wenn man von Nordrichtung auf Westrichtung umschwenkt, sondern 270° nach rechts. Dann ging’s auf der Südtangente unter der L605 durch, zurück hoch auf die L605 Richtung Süden (wieder 270° nach rechts statt 90° nach links), über die Südtangente drüber, von der L605 Richtung Süden runter auf die Südtangente Richtung Osten (270° nach rechts, Ihr wisst schon … ) und dann unter der L605 durch.

Ich habe also 810° nach rechts gedreht, um an drei Stellen jeweils 90° nach links zu drehen, statt an einer Stelle 90° nach rechts zu drehen …

Ein Hoch auf planfreie Kreuzungen in Kleeblatt-Bauweise!

Geplante neue Anschlussstellen in Baden laut Regierungspräsidien Karlsruhe und Freiburg

Nachdem ich beim Bundesverkehrsministerium (BMVI) und dem Landesverkehrsministerium Baden-Württemberg (MVI BW) weiterverwiesen wurde, habe ich mich nun an die Regierungspräsidien gewandt – jeweils an die Abteilungen 4, in denen das Verkehrswesen angesiedelt ist, konkret an die Referate 44, verantwortlich für den Straßenbau.

Wohl auch durch den Feiertag stehen die Antworten aus Stuttgart und Tübingen noch aus, aber von den Regierungspräsidien Karlsruhe (RPK, Regierungsbezirk Nordbaden) und Freiburg (RPF, Regierungsbezirk Südbaden) haben mir jeweils die Referatsleiter nett und informativ geantwortet. Aus Karlsruhe bekam ich auch ein paar allgemeine Erläuterungen, warum die Sache mit neuen Anschlussstellen eine so komplizierte ist, die ich zwar aus meiner Anfrage aus dem Jahr 2014 schon kenne, aber hier gerne noch einmal wiederhole:

Anschlussstellen stellen stets einen erheblichen Störfaktor für den Verkehrsfluss und die Verkehrssicherheit auf den Autobahnen dar. Erfahrungsgemäß nimmt besonders bei hoch belasteten Autobahnen wie der A 5 mit der Dichte der Knotenpunkte auch die Störanfälligkeit signifikant zu. Daher nimmt das Bundesministerium für Verkehr, Bau und digitale Infrastruktur  (BMVI) gegenüber der Einrichtung neuer Anschlussstellen im Zuge von Bundesautobahnen eine sehr restriktive Haltung ein. Es führt bei jedem Antrag eine Einzelfallprüfung durch und stellt sehr strenge Anforderungen.
Quelle: Antwort des RPK vom 13.06.2017 auf eine Bürgeranfrage von Talianna Schmidt

Natürlich ist es sinnvoll, dass das BMVI bei den Begehrlichkeiten von Anschlussstellen berücksichtigt, dass durch Anschlussstellen, insbesondere auch durch zu eng stehende Anschlussstellen, der Verkehrsfluss erheblich gestört wird. Ich muss gestehen, dass die Antwort des Regierungspräsidiums Karlsruhe für mich aber auch die Frage aufwirft, warum das BMVI, da doch alle diese Anfragen über das Bundesministerium laufen, laut Fachreferat keine vollständige Liste geplanter oder in Prüfung befindlicher neuer Anschlussstellen besitzt.

Zu den Bedingungen für neue Anschlussstellen hat sich das Regierungspräsidium Karlsruhe auch geäußert, und das bringt mich darauf, dass ich neben den angehängten Listen und Tabellen auch den Textkörper des Bundesverkehrswegeplans mal lesen sollte:

Grundsätzlich erfolgt die Prüfung auf der Grundlage eines bundeseinheitlichen Fragekataloges auf Antrag der Straßenbauverwaltung des jeweiligen Landes. In diesem Antrag muss der Bedarf einer neuen Anschlussstelle hinreichend und belastbar begründet werden. Neben der technischen Machbarkeit wie z.B. die Einhaltung der geforderten Mindestabstände zu anderen Anschlussstellen, die Gewährleistung des Verkehrsflusses und der Verkehrssicherheit und die Prüfung der Anbindung an das nachgeordnete Netz, wird insbesondere die Fernverkehrsrelevanz, die verkehrliche Notwendigkeit sowie die Wirtschaftlichkeit (gemäß den Maßstäben des Bundesverkehrswegeplans) geprüft.
Quelle: Antwort des RPK vom 13.06.2017 auf eine Bürgeranfrage von Talianna Schmidt

Soweit zu den allgemeinen Informationen, die sich seit meiner Anfrage – damals vom Landesministerium beantwortet (siehe Link weiter oben) – nicht verändert haben, vom RPK aber noch etwas ausführlicher erklärt wurden. Nun zum „Eingemachten“, also der konkret gefragten Information:

Derzeit wurde vom BMVI im Zuge der Neuanbindung des Baden-Airparks an die A 5 im Bereich von Halberstung eine neue Autobahnanschlussstelle genehmigt. Hierfür wird demnächst unter Federführung des Landkreises Rastatt das Planfeststellungsverfahren eingeleitet.

Desweiteren ist im Bereich von Malsch eine neue Anschlussstelle im Zuge der A 5 in der Diskussion.
Quelle: Antwort des RPK vom 13.06.2017 auf eine Bürgeranfrage von Talianna Schmidt

Zur Anschlussstelle zum Baden-Airpark in Hügelsheim mit Bauwerk im Bereich der Gemeinde Halberstung gibt es auch eine Unterseite zum Projekt beim RPK sowie auf der Seite der Gemeinde Halberstung. Es gibt hier schon recht konkrete Planungen, auch wenn einige Dinge noch in der Diskussion sind.

Eine Anschlussstelle in Höhe Malsch ist laut der Antwort des RP Karlsruhe weiterhin in der Diskussion, aber weit unkonkreter. Viel findet man dazu auch im Netz bisher nicht – eines der Suchergebnisse bei einer Netz-Recherche ist mittlerweile nicht mehr verfügbar, das andere ist eine Stellungnahme des CDU-Gemeindeverbands Malsch.

Im Regierungsbezirk Freiburg bzw. Südbaden sieht die Lage wesentlich einfacher aus, untenstehend die Antwort vom dortigen Referat für Straßenbau:

[…]
derzeit gibt es im Bereich des Regierungspräsidiums Freiburg keine Planungen für Neue Anschlüsse an bestehenden Autobahnen.
Quelle: Antwort des RPF vom 13.06.2017 auf eine Bürgeranfrage von Talianna Schmidt

Beeindruckt hat mich, dass ich postwendend von den jeweiligen Leitern der Referate 44 in den Regierungspräsidien Karlsruhe (Herr Speer) und Freiburg (Herr Kaiser) die oben zitierten, meine Fragen erschöpfend beantwortenden Mails bekam. Noch innerhalb des Arbeitstags, an dem ich angefragt habe, kam etwas zurück. So viel also zum aktuellen Stand im Westen Baden-Württembergs. Ich bin gespannt auf die weiteren Antworten aus Tübingen und Stuttgart sowie vom Verkehrsministerium in Hessen, bei dem ich ebenfalls angefragt habe.

Ich habe versucht, die sich mir zu dem Thema stellenden Fragen mit halbwegs fundierter Recherche zu beantworten. Vielleicht hat sich ja jemand dieselben Fragen gestellt und kann hier auf die von mir gefundenen Antworten zurückgreifen, ohne sich erst die zuständige Stelle herauszusuchen und dort anzufragen.

Und wieder etwas schlauer – Antwort des BMVI zu Infos im Bundesverkehrswegeplan

Im Rahmen von „Wikipedia geht nach“ und bezugnehmend auf meine Anfrage zur  „Autobahnausfahrt Malsch“ habe ich mal wieder nachgefragt, statt mich einfach nur mit meinem Unwissen zufrieden zu geben. Ich habe also eine Bürgeranfrage an das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gestellt. Dort bekommt man den Hinweis, dass aufgrund der Masse an Anfragen die Bearbeitung dauern kann und auch sehr komplexe Anfragen nicht beantwortet werden können. Meine Frage war ganz simpel:

Wie lese ich aus dem Bundesverkehrswegeplan ab, wo neue Anschlussstellen an Autobahnen geplant sind?

Angefragt von Talianna Schmidt beim BMVI, 17.05.2017

Die simple Antwort wäre gewesen: Gar nicht. Denn im Bundesverkehrswegeplan, so die Antwort des zuständigen Fachreferats im Bundesverkehrsministerium auf die vom Sachbearbeiter weitergeleitete Anfrage, stehen neue Anschlussstellen gar nicht drin. Somit bin ich nun schon etwas schlauer – allerdings gab man mir noch mehr Informationen:

Anschlussstellen (AS) sind grundsätzlich nicht Bestandteil des Bundesverkehrswegeplans (BVWP). Der BVWP 2030 enthält daher auch keine Angaben zu neuen AS.

Die Straßenbauverwaltungen der Länder stellen bei erkanntem Bedarf für jede neu zu bauende AS separat einen Antrag beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur.

Eine Liste, der Informationen zu geplanten Anschlussstellen an Bundesautobahnen entnommen werden können, existiert nicht.

Beantwortet vom BMVI auf obige Bürgeranfrage, 30.05.2017

Ich finde es klasse, dass man mir auch gleich die Information hat zukommen lassen, dass eine solche Liste nicht existiert – danach zu suchen ist also fruchtlos. Allerdings steckt in der Antwort auch schon die Antwort auf die Frage, wo man nachfragen kann: Bei den Straßenbauverwaltungen der Länder. So hatte ich es ja auch bei meiner Frage im Jahr 2014 gemacht, nachdem ich damals vom BMVI an das MVI BW weiterverwiesen wurde. Rückblickend hätte ich es mir denken können … nun ja.

Nun habe ich das MVI BW und die entsprechende Stelle in Hessen mit der Frage genervt, welche Anschlussstellen auf der A5 geplant sind, um das Nachgehen von Wikipedia zu beheben. Diese Stellen haben sicher auch anderes zu tun, als nervige Fragen von The Highway Tales zu beantworten, aber andererseits: Wenn die Informationen dann gut recherchiert (sprich: direkt von der Quelle an der zuständigen Landes-Stelle) auf diesem Blog und in Wikipedia stehen, entfallen vielleicht die einen oder anderen Anfragen bei diesen zuständigen Stellen …

Fast schon klingt das, als müsse ich eine neue Kategorie hier im Blog aufmachen: „The Highway Tales fragt – Behörden antworten“. Aber bis jetzt ist das nur halb ernst gemeint.

Als kleine Anekdote am Rande erinnere ich mich hier an eine Geschichte aus meiner Doktorandenzeit. Wir gingen zum Seminar rüber, an diesem Tag gab es einen Vortrag über irgendwelche exotischen Teilchen. Eine Kollegin fragte mich: „Do you actually know what [particle] is?“ Ich musste bekennen: „I’ve got no idea!“ Dann kam der Vortrag und auf dem Rückweg wurden wir gefragt, ob wir nun schlauer seien, ich antwortete so ehrlich wie schlagfertig: „We still have no idea, but in a much more elaborate way!“