Na klasse …

… das war der Gedanke, den ich am Mittwochmorgen auf der A8 hatte. Ich fuhr von Karlsruhe nach Stuttgart, wie immer, und im Abschnitt zwischen Heimsheim und Rutesheim an der beschädigten Leitplanke vorbei. Dort ist, wie in einem früheren Beitrag berichtet, die Autobahn auf Tempo 80 begrenzt, weil die Leitplanken ihre Schutzaufgabe nicht erfüllen können – lästig, aber regelgerecht gemacht von der Autobahnmeisterei.

Am Dienstagabend sah ich im Vorbeifahren eine Tagesbaustelle auf der Richtungsfahrbahn Richtung Stuttgart, und dachte mir so: „Oh, toll. Die reparieren die Leitplanke, dann heben sie die Begrenzung auf! Na, dann fehlt ja nur noch die andere Seite und …“

Aber nein. Leider nicht. Sie haben dort neue Begrenzungssegmente aufgestellt. Aber keine langen, kopfstehenden Beton-Y-Profile, die einen halben bis einen Meter hoch sind und die bauliche Trennung der Richtungsfahrstreifen gewährleisten. Dort wurden die rot-weiß-gestreiften Hütchen und Mini-Baken ersetzt durch die dreißig Zentimeter hohen Baustellen-Behelfs-Mittelleitplanken, so dass sich zwischen linker Fahrbahnbegrenzung durch dicken weißen Streifen und unterbrochener Mittelleitplanke nun eine Behelfsleitplanke aus Baustellenabsperrung befindet. Geschwindigkeitsbegrenzung und nicht-regulärer Zustand bleiben unverändert bestehen, nur etwas besser gesichert. Schade! Ich hatte so gehofft, dass sie die Mittelleitplanke richtig reparieren! Vermutlich darf ich darauf noch etwas warten.

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Ich hab’s mir doch gedacht …

Heute auf der A8 war es so weit. Nach dem Unfall vorletzte Woche ist zwischen Heimsheim und Pforzheim Süd noch immer die Mittelleitplanke an einer Stelle durch rote Warnbaken ersetzt, dazu stehen da Warnschilder mit „Ölspur“, die auch nicht mehr wahr sind. Dort wird der Verkehr auf beiden Seiten von unbegrenzt auf 120, dann 100 und schließlich 80 runtergebremst, in recht dichter Folge. Bis man die Warnbaken ankommt, die wirklich in Linie mit den Beton-Segmenten der Mittelleitplanke stehen und die zwei fehlenden direkt ersetzen, erkennt man keinerlei Grund des Runterbremsens.

Ich habe schon die ganze Zeit befürchtet, dass zwischen „Ich brems‘ runter, weil da ein Tempolimit ist“, „120 – egal, 100, hmm? – 80, oh! Vollbremsung!“ und: „SEH ICH NICHT EIN!“ ein paar Probleme entstehen. Denn diese drei Ansichten habe ich bei Fahrern beobachtet. Nun hat wohl an der Stelle auf der linken Spur jemand extrem plötzlich runtergebremst, der Hintermann schaffte das Bremsen nicht mehr und fertig war der Unfall und der Stau. Mehr als 20 Minuten Verzögerung kostete mich das heute.

Technisch gesehen gibt es an der Stelle keinen ersichtlichen, echten Grund für das Runterbremsen, außer die Staßenarbeiter würden das Betonsegment ersetzen. Aber das tun sie seit zwei Wochen nicht. Zwischen linkem Fahrbahnrand und auf halber Autolänge unvollständiger Mittelleitplanke ist mehr als ein Meter Platz. Die größte Gefährdung dort entsteht – pardon – durch das ungewohnte und schwer einzusehende plötzliche Tempolimit. Genau das hat man heute gesehen, der Unfall war genau an dieser Stelle. Sehr ärgerlich ist das!

Nachtrag/Ergänzung: Mir ist – inzwischen dank meines Bekannten Stefan voll, vorher nur vage – bewusst, dass die Straßenmeisterei keine andere Wahl hat, als die defekte Mittelleitplanke abzusichern und ein Geschwindigkeitslimit zu verhängen. Das ändert nichts daran, wie sehr ein so „spitz“, also mit Reduktionen der erlaubten Geschwindigkeit in extrem kurzen Abständen um jeweils 20km/h, den Verkehr behindert und unfallanfällige Situationen heraufbeschwört. Man würde sich wünschen, dass das Abmähen der Autobahnränder dann vielleicht für zwei Wochen ruhen würde und stattdessen diese Gefahrenstelle beseitigt würde. Aber vermutlich fehlt das Material und so ein Plan stellt sich auch nicht von allein um.