Bundes-Auto-Platz

Wir kennen alle das Kürzel BAB für „Bundesautobahn“. Leider entspricht das derzeit auf der A8 … der BAB 8 und auch der BAB 5 nicht unbedingt immer den Tatsachen. Denn eine Bahn impliziert, dass sich dort was bewegt. Das ist zur Zeit erschreckend häufig nicht der Fall. Die Baustelle zwischen Rastatt und Karlsruhe auf der A5 erzeugt sehr häufig Stau, den ich inzwischen stets durch den Umweg B36, L566 und dann Ortsdurchfahrt Ettlingen umgehe. Dazu kommt die Engstelle bei Pforzheim Ost, an der häufig neben der ohnehin vorhandenen Engstelle mit Senke noch Unfälle passieren – und schließlich ist da noch die Baustelle zwischen Leonberg und dem Stuttgarter Kreuz.

So auch heute Morgen: Ich umfuhr den Stau auf der A5 und der B3 als primäre Ausweichstrecke über B36, L566 und Ettlingen, dann jedoch gab’s wenige Möglichkeiten: Neben dem ohnehin jeden Morgen auftretenden 10-Minuten-Stau vor Pforzheim Ost war noch ein Unfall in Fahrtrichtung Karlsruhe passiert, direkt in der Senke an der Ausfahrt Pforzheim Ost. So ein Unfall auf der Gegenfahrbahn bringt selbst ohne ausgemachte Gaffer Unruhe in den Verkehr hinein – somit stand ich mehr als 20 Minuten vor Pforzheim Ost. Dann drückte der Frühstückstee schon so stark, dass ich um eine Pause nicht umhinkam – erst recht, weil Google Maps in Navi-Funktion noch mehr als eine Stunde für die verbleibenden 35 Kilometer bis zur Arbeit prognostizierte. Also fuhr ich in Pforzheim auf die Raststätte, löste mir meinen Sanifair-Voucher und stellte anschließend fest, dass ich fünf von den Dingern im Geldbeutel hatte – da der Stau langsam weniger wurde, und ich lieber frei durchkommen wollte, habe ich dann noch ein paar Cent auf die fünf Voucher draufgelegt und mir einen Espresso gegönnt. Danach waren’s nur noch fünf Minuten Stau bis Leonberg West und den Rest konnte ich über die B295 und die L1187 sowie ab Schattenring die B14 umgehen. Dennoch …

Heute waren A8 und A5 durch all die Unfälle und Störungen eher „Bundes-Auto-Plätze“ (BAP) mit viel Stillstand als Bundesautobahnen mit fließendem Verkehr.

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Umleitungs-Chaos

Der Morgen auf der Pendelstrecke …

Heute Morgen gab es auf der A5 einen Unfall Richtung Norden. Normalerweise fahre ich ja an der Anschlussstelle Karlsruhe Süd auf die A5, um dann am Dreieck Karlsruhe Richtung Stuttgart auf die A8 zu fahren. Karlsruhe Süd ist – wohl mittlerweile den meisten Leuten bekannt – wegen der Fahrbahnerneuerung auf der A5 gesperrt, zumindest in Richtung Norden. Nun passierte ein Unfall zwischen Rastatt Nord und Karlsruhe Süd – und das im Berufsverkehr. Auch wenn ich heute früh loskam, war der sich aufbauende Stau schon in vollem Gange – auch auf den Umleitungsstrecken. Normalerweise ist die Strecke über die B36 bis nach Rheinstetten, die L566 über den Silberstreifen nach Ettlingen und dann durch den Nordwesten Ettlingens zum großen Kreisel an der Karlsruher Straße zwar ein Umweg und stärker geschwindigkeitsbegrenzt als die B3 oder die A5, aber FREI. Heute nicht. Am zweiten Tag des neuen Schuljahres in Baden-Württemberg sind nun wohl wieder ALLE arbeiten …

Lange Rede, kurzer Sinn: Heute morgen war’s total ätzend, auf die Arbeit zu fahren. Mit allen Kniffen, die ich mittlerweile kenne, allen Schleichwegen, brauchte ich dennoch fast eine Stunde, bis ich mal auf der A5 war. Ich habe mal gelesen, wenn man durch Pendelverkehr zu spät zu kommen droht, hat man einen ähnlichen Stresslevel wie ein Kampfpilot. Den hatte ich heute morgen zum Glück nicht – ich hatte zwar einen Termin, aber im Verhältnis die Ruhe weg. Aufregen bringt ja nichts.

Nun freue ich mich aber dennoch, den nicht vorhandenen (Mantra! Ich bin nicht gestresst vom Verkehr, ich bin nicht gestresst vom Verkehr, ich bin nicht … ) Pendlerstress heute Abend im letzten Training vor dem Halbmarathon zu beseitigen.

Freie Fahrt

Gestern Abend, auf der Heimfahrt von der Sauna, sagte mein Radio an:

„Und jetzt die Verkehrsmeldungen … “ Der Sprecher stockte etwas. Dann erklärte er verblüfft: „Es liegen keine Verkehrsbehinderungen vor. Freie Fahrt!“ Das ist so selten, dass ich im Auto saß und breitest grinste, aber auch ein bisschen verblüfft war, während ich bei Rastatt Nord auf der B462 die A5 überquerte.

Fünf Minuten später kam dann eine neue Verkehrslage. Nun doch Stau auf der A3, ein Pannenfahrzeug auf der A5 zwischen Rastatt Nord und Ettlingen und noch irgendetwas. Der Sprecher erklärte noch, er frage sich, was mit der A5 auf diesem Abschnitt los sei – da gebe es mehrfach täglich Pannenfahrzeuge … DAS hätte ich ihm sagen können: Da gibt es im Moment nur Nothaltebuchten, keinen Standstreifen. Die Pannenfahrzeuge fallen einfach mehr auf und haben größere Konsequenzen – außerdem ist das ein ziemlich stark frequentierter Abschnitt.

Aber es war schön, sich der Illusion keiner Verkehrsbehinderungen im Einzugsbereich des SWR hinzugeben – sogar sehr schön, so lange es währte.

Vielfaktor-Chaos

Am vergangenen Freitag habe ich nur über die Auswirkungen der verschobenen Leitplanke in der Baustelle auf der A5 zwischen Rastatt Nord und Karlsruhe Süd am Morgen berichtet, kurz nachdem es passierte.

Die Auswirkungen waren aber noch viel größer, denn die verschobene Leitplanke war bis zum abendlichen Feierabendverkehr noch nicht wieder repariert. Mein Schwiegervater erzählte am Samstagabend, er sei kaum aus Karlsruhe herausgekommen  über die B36, weit nordwestlich der Engstelle. Auch alle anderen aus der Schwiegerfamilie, die sich am Samstagabend eines Geburtstags wegen zum Essen traf, erzählten vom Verkehrschaos am Freitag. Dieses Chaos war aber sicher nicht allein der verschobenen Leitplanke geschuldet – auch wenn das dann der Auslöser war. Was kam da alles zusammen?

  • Die A5 ist – neben der A7 zweihundert Kilometer weiter östlich – eine der wichtigsten deutschen Nord-Süd-Verbindungen, die dann auch über die Alpen ans Mittelmeer führen. In der Urlaubszeit läuft da natürlich eine Menge Reiseverkehr – im Moment vor allem der Rückreiseverkehr nach Norden. Mit dessen Umschichtung auf die B36 hatte ich am Samstagabend auf der Fahrt zur Disco noch meinen Spaß.
  • Das Verkehrsaufkommen auf der A5 steigt natürlich, wenn die parallel verlaufende Bahnstrecke blockiert ist – wie es eben im Moment durch den Tunnelbau und die Probleme dabei in der Nähe von Rastatt der Fall ist. Das Resultat sind mehr LKW im Frachtverkehr, mehr PKW im Langstrecken-Personenverkehr und mehr PKW von Pendlern, für die der Schienenersatzverkehr und dessen Verzögerung das Pendeln mit dem Auto wieder attraktiver macht.
  • Dazu kommt, dass die A5 ja ohnehin in Bau ist an dieser Stelle. Selbst ohne verschobene Leitplanke verläuft der Verkehr statt auf drei breiten Fahrstreifen je Richtung auf nur zweien, die dazu noch eher schmal sind – eine Standspur fehlt auch, es gibt nur gelegentliche Nothaltebuchten. Damit wird die Strecke langsamer und anfälliger.
  • Auf den Zuleitungsstrecken zur A5 gibt’s auch die eine oder andere Baustelle, außerdem ist da auf der Hauptausweichstrecke, nämlich der B3 Rastatt Nord bis Karlsruhe Süd die fiese Ampel in Neumalsch, an der sich stets der Verkehr massiv bricht – die ist zwischen der situationsbedingt hochfrequentierten B3 und der Straße von Durmersheim nach Malsch gleichberechtigt geschaltet – und die Kreuzung ist eng.
  • Ah, genau, dann kommt natürlich noch dazu, dass die Anschlussstelle Karlsruhe Süd aus Richtung Basel und in Richtung Karlsruhe gesperrt ist. Dadurch wird die Linksabbiegerampel zwischen B3 und Verbindungsstraße zwischen Karlsruhe-Rüppurr und Ettlingen zum Problem – normal fährt da kein Mensch aus Süden auf die A5, geht in Karlsruhe Süd viel besser. Aber das geht im Moment nicht – auch ohne Probleme in der Baustelle auf der A5 ist der Abschnitt der B3 von Anschlussstelle Karlsruhe Süd bis Ettlingen im Moment zu Stoßzeiten ein einziger Stau.

Tja. Kein Spaß ist das im Moment, nichtmal ohne zusätzliche Unfälle. Mit Unfällen kommt es um Karlsruhe zum Verkehrsinfarkt. Bis Oktober geht das noch so, sowohl bezüglich der Bahnlinie als auch bezüglich der A5-Baustelle. Nächstes Jahr bauen sie auf der A5 dann gleich nochmal zehn Monate, andere Richtungsfahrbahn von Betonplatten auf Asphalt umrüsten.

Viele Blogbeiträge voraus, sagt mein Ausguck am Verkehrsbarometer.

Verschoben

Verschieben kann man vieles: Termine, Möbel, Diebesgut – wobei ich mit letzterem keine Erfahrung habe. Verschieben kann man aber leider auch Objekte auf der Straße. So wie zum Beispiel Mittelleitplanken, wahlweise in der Baustelle oder – etwas ambitionierter, da größer und schwerer – zwischen zwei regulären Fahrbahnen.

Dass die Mittelleitplanke zwischen Rutesheim und Heimsheim derzeit beschädigt, teils verschoben ist, habe ich ja schon geschrieben. Heute Morgen allerdings wurde eine andere Mittelleitplanke verschoben – und zwar die Baustellen-Mittelleitplanke im Bereich der Fahrbahnerneuerung zwischen Rastatt Nord und Ettlingen. Dort werden beide Fahrtrichtungen derzeit auf der Richtungsfahrbahn nach Süden entlanggeleitet, weil die andere Richtungsfahrbahn von Betonplatten auf Asphalt umgerüstet wird, um im Sommer nicht mehr für Blow-Ups anfällig zu sein. Ein LKW, unterwegs in Fahrtrichtung Süden, also Basel/Freiburg, verschob die Mittelleitplanke zwischen den beiden Baustellenspuren Richtung Basel und den beiden Baustellenspuren Richtung Karlsruhe. Der Unfall fand also in Richtung Süden statt, würde mich normal nicht interessieren. Dummerweise wurde die Mittelleitplanke natürlich von der Unfallfahrbahn weg verschoben – also in den linken Fahrstreifen Richtung Karlsruhe.

Man kann nun die Frage stellen, was ich überhaupt dort suchte. Dummerweise gibt es hierfür auch eine gute Erklärung: Wegen der Baustelle ist die Anschlussstelle Karlsruhe Süd in Richtung Norden gesperrt, ich müsste also in Ettlingen auffahren – und stehe dort immer ewig an der kurzgeschalteten Linksabbiegerampel von der B3 Richtung Karlsruhe.

Im Endeffekt verschieben sich hier die Verkehrsströme – und mein optimaler Hinweg zur Arbeit beinhaltet nun das gegen meine eigentliche Richtung fahren bis nach Rastatt Nord, um dann durch die Baustelle hindurch … und genau da stieß ich auf die verschobene Mittelleitplanke. Zum Glück stieß ich nur im Übertragenen, nicht im wörtlichen Sinne darauf – ein Unfall mit einem mehrere Meter langen, ungefähr einen halben Meter hohen und zehn Zentimeter dicken Beton-Stück hätte mich sicher mehr Zeit gekostet als die gute halbe Stunde, die ich aufgrund der Fahrbahnverengung durch den Unfall im Stau stand.

Zum Glück war mein erster Termin auf der Arbeit etwas später, so dass ich den nicht auch noch verschieben musste …

Etwas früh dran?

Heute gab es mal wieder eine Stau-Begegnung. Dieses Mal war es in Ettlingen, auf der Fahrt die Karlsruher Straße entlang Richtung Autobahn.

Vor mir fuhr ein roter VW Lupo, so weit nichts Besonderes. Dann dachte ich: „Huch, was hat denn der im Kofferraum liegen?“ Ich schaute genauer hin. Ein Verdacht kam mir. Aber das konnte doch nicht sein?

Der Verdacht erhärtete und bestätigte sich: Ein ganz klassischer Holzschlitten, hübsche, schön blanke Metallschienen unter den Kufen, gut geöltes, helles Holz, perfekt in Schuss. Wie gemalt! Ein wundervolles Teil, um den Berg bei Schnee oder vielleicht auch etwas Eis hinunterzusausen …

Ähm, genau! Schnee? Eis? Klar, heute früh waren es satte zehn bis zwölf Kelvin weniger als vorgestern um die Zeit. Ich habe im Physik-Studium gelernt, dass Temperaturdifferenzen in Kelvin angegeben werden, nicht in Grad, daher habe ich das so geschrieben. Es waren also – im allgemeinen Sprachgebrauch – zehn bis zwölf Grad weniger als vor zwei Tagen. Aber hey, das ist immer noch weit, WEIT von Frost entfernt, mal davon abgesehen, dass es für Schnee viel zu trocken ist. Wo also wollte der Fahrer mit dem Schlitten im Kofferraum hin?

Leider fuhr er an der Kreuzung zwischen Karlsruher Straße und B3 links ab, eine Spur, die im Moment wenig frequentiert wird, während ich die prallvolle rechte nehmen musste, um Richtung Frankfurt/Stuttgart auf die A5 zu fahren, an der nächsten Kreuzung. Ich hätte ja zu gerne mein Fenster runtergekurbelt, ihm zugewinkt und gefragt, wo er mit dem tollen Schlitten hin will – wobei ich natürlich nicht den VW Lupo meinte, sondern den Rodel.

Drehwurm

Was macht denn „The Highway Tales“ auf dem Arbeitsweg am Bulacher Kreuz (L605 verknotet mit K9657 „Südtangente“)?

Äh. Google Maps hat noch immer nicht verstanden, dass die Anschlussstelle Karlsruhe Süd gesperrt ist, zumindest aus Richtung Süden auf die B3 und in Richtung Norden von der B3. Daher leitet es mich noch immer in den Stau auf der B3 zwischen Anschlussstelle Karlsuhe Süd und Anschlussstelle Ettlingen, da auf dem Teilstück auf der A5 fast nichts mehr los ist – der Rückstau der Baustelle und die Probleme in der Verengung auf zwei Fahrstreifen ab Anschlussstelle Rastatt Nord Richtung Frankfurt ist da längst abgehandelt. Als mir klar wurde, dass ich laut Routenplan in Karlsruhe Süd auf die A5 sollte, bin ich dann doch lieber auf den Zubringer gefahren, also auf die L605 Richtung Karlsruhe, um dann über die Südtangente zur Anschlussstelle Karlsruhe Mitte und dann über das Karlsruher Dreieck …

Lange Rede, kurzer Sinn:
Ich bin von hinten durch die Brust ins Auge auf die A8 Richtung Stuttgart gefahren – und diese Methode führt über das Bulacher Kreuz.

Nun ist aber auch am Bulacher Kreuz gerade eine Überleitung in Bau. Welche, fragt Ihr? Nun ja, wenn ich die von der L605 Richtung Norden auf die Südtangente Richtung Ost brauche, welche wird dann gerade in Bau sein? Na? Genau. Die Überleitung von der L605 Richtung Norden auf die Südtangente Richtung Osten. Allerdings kommt mir hier zupass, dass das Bulacher Kreuz zwar eine Landes- und eine Kreisstraße miteinander verknotet, aber eben doch als die beliebteste (süd?-)deutsche Autobahnkreuzform realisiert ist: Das Kleeblatt. Das Kleeblatt hat nämlich den Vorteil, dass man auf einem Kleeblatt drehen kann – die Geschwindigkeiten und der Platzbedarf sind nicht optimal, aber die Redundanz der Wege.

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Hier sehr Ihr als blaue Linie mit Pfeil drauf, wie ich fahren wollte. Die rote Schraffur deutet an, welche Überleitung gesperrt ist.

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Und hier seht Ihr als rote Linie mit Pfeilen drauf, wie ich dann tatsächlich gefahren bin. Erstmal an meiner (gesperrten) Überleitung vorbei, dann rechts ab auf die Überleitung Richtung Landau. Wie das bei einer planfreien Kreuzung so ist, dreht man dabei nicht 90° nach links, wenn man von Nordrichtung auf Westrichtung umschwenkt, sondern 270° nach rechts. Dann ging’s auf der Südtangente unter der L605 durch, zurück hoch auf die L605 Richtung Süden (wieder 270° nach rechts statt 90° nach links), über die Südtangente drüber, von der L605 Richtung Süden runter auf die Südtangente Richtung Osten (270° nach rechts, Ihr wisst schon … ) und dann unter der L605 durch.

Ich habe also 810° nach rechts gedreht, um an drei Stellen jeweils 90° nach links zu drehen, statt an einer Stelle 90° nach rechts zu drehen …

Ein Hoch auf planfreie Kreuzungen in Kleeblatt-Bauweise!