Der Gelb-Gasgeber

Vorkommen: An Ampeln, bei nahezu jeder Verkehrslage.

Symptome: Ein Fahrer kommt an der Ampel nicht los – lässt immer mehr Abstand, der eigentlich fast schon Tempo 80 angemessen wäre, obwohl auch nach der Ampel kaum einer schon über 40km/h schnell fährt. Wird es Gelb, überbrückt er mit aufheulendem Motor im Sprint die Strecke bis zur Ampel, so dass er über die Ampel kommt. Nur er. Keiner der Hinterleute.

Unterstellte Ursachen: Er will Abstand halten? Sie denkt nicht drüber nach? Er denkt ‚ich komm‘ ja noch rüber‘? Keine Ahnung. Meist wären noch vier, fünf, sechs Autos mehr über die Ampel gekommen, wenn die Person mit leicht anwachsendem Abstand, aber eben doch nicht mit nur 2-5km/h auf die Ampel zugerollt wäre.

Nervfaktor: Zum in’s Lenkrad beißen!

Advertisements

Etwas früh dran?

Heute gab es mal wieder eine Stau-Begegnung. Dieses Mal war es in Ettlingen, auf der Fahrt die Karlsruher Straße entlang Richtung Autobahn.

Vor mir fuhr ein roter VW Lupo, so weit nichts Besonderes. Dann dachte ich: „Huch, was hat denn der im Kofferraum liegen?“ Ich schaute genauer hin. Ein Verdacht kam mir. Aber das konnte doch nicht sein?

Der Verdacht erhärtete und bestätigte sich: Ein ganz klassischer Holzschlitten, hübsche, schön blanke Metallschienen unter den Kufen, gut geöltes, helles Holz, perfekt in Schuss. Wie gemalt! Ein wundervolles Teil, um den Berg bei Schnee oder vielleicht auch etwas Eis hinunterzusausen …

Ähm, genau! Schnee? Eis? Klar, heute früh waren es satte zehn bis zwölf Kelvin weniger als vorgestern um die Zeit. Ich habe im Physik-Studium gelernt, dass Temperaturdifferenzen in Kelvin angegeben werden, nicht in Grad, daher habe ich das so geschrieben. Es waren also – im allgemeinen Sprachgebrauch – zehn bis zwölf Grad weniger als vor zwei Tagen. Aber hey, das ist immer noch weit, WEIT von Frost entfernt, mal davon abgesehen, dass es für Schnee viel zu trocken ist. Wo also wollte der Fahrer mit dem Schlitten im Kofferraum hin?

Leider fuhr er an der Kreuzung zwischen Karlsruher Straße und B3 links ab, eine Spur, die im Moment wenig frequentiert wird, während ich die prallvolle rechte nehmen musste, um Richtung Frankfurt/Stuttgart auf die A5 zu fahren, an der nächsten Kreuzung. Ich hätte ja zu gerne mein Fenster runtergekurbelt, ihm zugewinkt und gefragt, wo er mit dem tollen Schlitten hin will – wobei ich natürlich nicht den VW Lupo meinte, sondern den Rodel.

… und eine neue Baustelle

Wie sicher schon oft geschrieben: Ich sehe die Notwendigkeiten von Fahrbahnerneuerung, Ausbau und Wartung von Autobahnen voll ein. Dennoch nerven mich die entstehenden Engstellen und das nicht zu knapp. Nicht, dass ich den Arbeitern oder Straßenwachten einen Vorwurf machen würde – das mache ich nur, wenn eine Baustelle so richtig gar nicht vorangeht, aber massive Probleme verursacht.

Nun – wo ist denn die neue Baustelle, wegen der ich das schreibe? Ganz einfach: Sie ist nicht einmal auf meiner Strecke. Allerdings befindet sie sich unmittelbar nach meiner üblichen Ausfahrt auf dem Heimweg – also zwischen Karlsruhe Süd und Rastatt Nord. Es kann gut sein, dass sie danach noch weitergeht, aber das spielt für mich ehrlich gesagt keine Rolle. Na ja, streng genommen beginnt die Baustelle schon zwischen Anschlussstelle Ettlingen und Anschlussstelle Karlsruhe Süd, aber für den Stau macht’s keinen Unterschied, ob sie gerade noch so auf meiner Heimfahrt oder kurz dahinter anfängt. Tatsache ist, dass die Fahrbahnerneuerung auf der A5 Karlsruhe Richtung Basel eine Verengung von drei auf zwei Fahrstreifen bedingt. Dort ist es eben, die Strecke ist übersichtlich, das Verkehrsaufkommen ist groß, aber nicht so groß wie bei Stuttgart. Allerdings ist noch Unruhe im Verkehr, weil stark frequentierte Anschlussstellen (Karlsruhe Mitte als Standardweg aus der Pfalz Richtung A5 und A8), ein stark frequentiertes Autobahndreieck (Dreieck Karlsruhe) und eine komplex mit dem Dreieck verwobene Anschlussstelle (Ettlingen) unmittelbar vor der Baustelle liegen. Die Konsequenz: Stau auf meiner Heimfahrt. Jeden Tag, ab dem Moment, da ich auf die A5 auffahre. Leider – nun ja, eigentlich zum Glück – verläuft zwischen Ettlingen und Rastatt die B3 in unmittelbarer Nähe parallel zur A5. Für mich ist das derzeit lästig, weil es allzu leicht ist, von der A5 runter auf die B3 zu fahren und diese zu verstopfen.

Lustigerweise gibt es genau im Bereich A5/B3 zwischen Karlsruher Dreieck und Karlsruhe Süd ein paar Anschlussbauwerke, die interessant und in gewissem Umfang komplex sind – aber gut geeignet für das Bewältigen des normalen Verkehrsaufkommens dort. Mit dem starken Abzweigstrom wegen der Verengung der A5 auf zwei Spuren werden die Anschlussstellen (Ettlingen und Karlsruhe Süd) aber leider nicht fertig, von der bösen Ampel in Neumalsch, auf der B3 zwischen Ettlingen und Rastatt ganz zu schweigen.

Für mich ist die Konsequenz, eine etwas komplexere Umgehung zu wählen, die möglichst wenig mit dem A5/B3-Strang nach Süden in Berührung kommt: Ich fahre derzeit in Karlsbad ab, durchquere sicher nicht zur Freude der Anwohner Busenbach, um ins Albtal zu kommen, rolle dort die L562 runter und durch den Wattkopftunnel, dann geht’s über die B3 bis zur Anschlussstelle Karlsruhe Süd und am Runden Plom in Ettlingen auf die L566 zur B36. Das funktioniert weit besser, aber ich bin wohl nicht die Einzige, die das gemerkt hat, denn an den Ampeln auf der „neuen“ B36, die Durmersheim, Bietigheim und Ötigheim umgeht, staut sich’s zur Zeit auch überdurchschnittlich viel – aber kein Vergleich zur B3 mit der Ampel in Neumalsch, die einen Rückstau bis fast nach Bruchhausen bedingt.

… und das soll noch den ganzen Sommer durch gehen!

Nicht exakt eine Stau-Begegnung …

… hatte ich heute beim Beginn meiner Fahrt von der Uni nach Hause. Ganz allmählich frage ich mich, ob ich was falsch gemacht habe und es einfach nicht gemerkt habe – oder ob ich schlichtweg ein „Rektum“ hinter mir auf der Straße hatte.

Die Szene spielte sich an jeder Stelle ab, wo der Pfaffenwaldring auf die Universitätsstraße mündet, ein paar Meter entfernt geht die Universitätsstraße dann in eine Auffahrt auf die B14/A831 über. In Sichtweite der Einmündung, halb um die Kurve Richtung Süden herum, befindet sich eine Fußgängerampel. Entlang der Universitätsstraße, auf die ich links aus dem Pfaffenwaldring in Richtung Autobahn abbiege, gibt es einen Radweg, der danach zwischen Rechtsabbiegerspur und den Spuren für Geradeausfahren und Linksabbiegen weitergeht.

Ich biege also links ab. Von der Fußgängerampel, die gerade wieder für die Autofahrer grün wurde, startet ein anderes Fahrzeug – ist noch nicht besonders schnell und weit genug weg, als ich den Bug meines kleinen Aygo Richtung Osten wende. Bevor ich mich allerdings recht versehe, höre ich einen aufheulenden Motor, eine laute Hupe und sehe die Lichthupe, während ich ein bisschen anbremse und mit dem Schulterblick sicherstelle, keinen Radfahrer beim Wechsel auf die Rechtabbiegerspur umzunieten.

Ich kann’s mir nur so erklären: Vorne war die Linksabbiegerampel Richtung Stadt gerade grün geworden. Meinem Hintermann war überhaupt nicht klar, warum ich nicht mit 65km/h, sondern nur mit 45 oder vielleicht sogar nur 42km/h rechts blinkend über den Radweg drüber auf meine Rechtsabbiegerspur wechselte, während ich seine Fahrt zur grünen Ampel blockierte.

Falls ich doch was falsch gemacht habe – mir war’s nicht bewusst. So verbleibt nur der Gedanke: Entweder der Fahrer hinter mir war ein … nun, „Rektum“ oder der Glutaeus Maximus eines Primaten … oder ich habe nun trotz mehr als 300.000km Fahren in den letzten fünf Jahren immer noch keine Ahnung von manchen Fahrsituationen.

Der Dschungel mal wieder

Heute muss ich sagen: B3, A5 und A8 präsentierten sich von ihren besten Seiten, was das Vorankommen anging. 63 Minuten prognostizierte Google Maps beim Losfahren, 63 Minuten habe ich gebraucht. Es stockte ein bisschen in den Baustellen, aber eher nicht wesentlich. Die Definition von stockendem Verkehr (30-10km/h) oder Stau (unter 10km/h) war nie dauerhaft erfüllt.

Aber ich habe doch etwas zu berichten. Und zwar von der B3, genau genommen von der Ampelkreuzung in Neumalsch. Da stand ich hinter einem LKW, der LKW war bei roter Ampel der erste in der Reihe. Und dann wurde die Ampel – durch den LKW für mich unsichtbar – wohl grün. Der LKW setzte sich langsam in Bewegung, und da erschrak ich ziemlich. Denn von mindestens zwei Autos hinter mir, nach meiner Wahrnehmung, scherte jemand aus, beschleunigte mit aufheulendem Motor auf der Linksabbiegerspur, fuhr an mir, am LKW vorbei, über die rote Linksabbiegerampel – und dann wieder auf die geradeaus führende Spur. Und ich stammelte beim Anfahren nur meinem Spiegel entgegen: „Dschungel, oder was?“

Dazu gab’s nach Pforzheim Ost noch eine nette kleine Spurwechselschere zwischen einem LKW und mir. Ich blinkte, hatte das Relais schon mindestens viermal, eher fünfmal klicken gehört, wollte etwa drei Autolängen vor einem LKW einscheren, der auf der mittleren Spur fuhr. Das Ganze geschah aus der Einsicht, dass ich nicht schnell genug beschleunigen konnte und mit 105km/h bei Tempolimit 120km/h auf der linken Spur nichts zu suchen hatte. Und was geschah? Ein LKW setzte den Blinker (als ich geschaut habe, blinkte er noch nicht – und mein Blinkerrelais klickte in der Zeit zweimal, nicht mehr) und scherte aus. Als ich gerade das Rüberziehen einleitete, war der LKW schon halb auf meiner Spur. Ein Glück fingen die Leute hinter mir noch nicht massiv an, nachzurücken, sonst wäre eventuell was passiert.

Gerade Überholen scheint mir manchmal wirklich gemeingefährlich zu sein.

Dschungel oder was?

Am gestrigen Morgen bin ich wieder einmal meine Ausweichstrecke über Bruchhausen, Ettlingen und Busenbach gefahren. Natürlich vor allem wegen des Staus auf der A5, der sich ja immer schön über die Auffahrt und die B3 fortsetzt. Dabei habe ich allerdings auch etwas feststellen dürfen: Es kann tatsächlich sein, dass ich am Ortsausgang von Bruchhausen letzte Woche eine Geschwindigkeitsübertretung begangen habe und dabei erwischt wurde.

Ich fuhr an dem Tag dort entlang, aus dem Kreisel am Ortsausgang heraus und ging davon aus, dass nach dem Kreisel die 30 im Ort aufgehoben waren, man also bis zum Ortsschild 50, danach 70 fahren dürfe. Als ich allerdings auf’s Gas drückte, hatte ich den Eindruck, von hinten eine Lichthupe zu bekommen. Irritiert sah ich wieder nach vorne und glaubte, entweder einen Blitz oder eine Reflexion auf meiner Brille zu sehen. Der Tacho zeigte 45 – und ich fragte mich, was nun war. Denn bei 50 hätte es sicher nicht geblitzt und der Hintermann, der gerade aus dem Kreisel kam, hätte mich auch sicher nicht mit der Lichthupe vor einer Kontrolle warnen müssen. Inzwischen bin ich etwas schlauer: Ich hatte tatsächlich zwar recht, dass 30 im Ort sind, und natürlich würden die nach einem Kreisel aufgehoben sein. Aber Bruchhausen ist eine Tempo-30-ZONE, zumindest ein Teil davon, und dieser Teil endet erst zwischen Kreisel und Ortsausgang Richtung Ettlingen. Somit muss ich wohl mit einem Brief rechnen – wenn er auch nicht zu drastisch ausfallen wird. Ärgern tut es mich dennoch, vor allem, weil ich es eben einfach übersehen habe, dass es sich um eine Tempo-30-Zone handelte.

Aber deswegen denke ich noch nicht, wir leben im Dschungel. Der Eindruck kam eher, weil ich heute – wieder auf der Ausweichstrecke, nun aber auf der Straße vom Wattkopftunnel Richtung Bad Herrenalb, schön mit den erlaubten 70 hinauffuhr und plötzlich merkte, wie von hinten ein Fahrzeug näher kam. Etwas abgelenkt habe ich erst mit etwas Verzögerung realisiert, dass vor mir die Ampel auf Gelb umsprang. Kein Problem, ich war inzwischen zu nah, noch zu bremsen, und außerdem hielt die Gelbphase noch lang genug, um mich locker durch zu lassen. Nur: Der Hintermann, mit einigem Abstand, fuhr auch noch rüber – und da war’s sicher schon rot. Okay, dachte ich mir, das muss ja nun bewusst geschehen sein – muss er wissen, so lange er niemanden gefährdet. Und dann kam die Ampel, an der ich nach Busenbach abbiege. Besagter anderer Fahrer war im Laufe der Strecke etwas hinter mir zurückgeblieben, und ich war auf die Linksabbiegerspur gefahren und guckte zu, wie eine ganze Reihe Schüler und andere Leute über die Ampel gingen – von links nach rechts, wohl zum Bahnhof auf der rechten Seite der Straße. Die Fußgängerampel war grün, der aus Busenbach heraus links abbiegende Verkehr achtete schön auf die Fußgänger.

Und da quietschte es plötzlich fies. Ich drehte den Kopf und sah zur Seite – und sah meinen Ex-Hintermann, der die vorherige Ampel so großzügig behandelt hatte – der gerade noch zum Stehen kam, mehr als drei Viertel der Länge bereits über die rote Ampel für die Geradeaus-Fahrer geschoben. Es hätte nicht viel gefehlt und er hätte einen für die Fußgänger bremsenden Linksabbieger gerammt – oder wäre in die Fußgänger hinein gefahren. Da dachte ich dann auch: An einer Ampel, wo weit und breit kein Querverkehr und keine Fußgänger zu sehen sind, die gerade erst rot geworden ist – sicher kein Kavaliersdelikt. Aber an einer Ampel, die Fußgänger gerade akut schützt, mit Querverkehr und die gemäß meinem Warten schon eine Weile rot ist – das sieht entweder nach wirklich eklatanter Unaufmerksamkeit oder nach Methode aus. Das hat mich dann doch ziemlich geschockt.