Ein Versuch

Meine Romanfigur Jenisa „Jenny“ bzw. „Red Fox“ Korrenburr wuchs in einem Kurierflieger-Unternehmen auf – ihr Vater Tom und dessen Kumpel haben „Star Cargo“ gemeinsam gegründet, beide haben das Fliegen beim Militärdienst gelernt. Das Logo von „Star Cargo“, die zwischen den kleinen Inseln der rauen Inselkette des Aurscaer Fracht und Passagiere hin- und herfliegen, gelegentlich auch mal als Nottransport für Kranke dienen, wenn der Hubschrauber des Krankenhauses kaputt ist, begleitet mich schon eine Weile. Es ist mehr oder minder zu meinem Icon geworden, ihr findet es auch in meinem Profil hier.

Nun ist mein „Red Flash“ mit seinen Gepäckträger-Haltern ja durchaus mein Lastesel geworden, und was läge näher, als das „Star Cargo“ Logo auf meine Gepäcktaschen zu packen? Ich hatte die Idee schon länger, aber mein Nenn-Bruder meinte gestern, eigentlich müsste es da drauf…

Nun habe ich mal versucht, ob ich es hinbekomme. Ich hoffe, dass es auch hält, aber aussehen tut’s schonmal nicht schlecht, finde ich:

Das will doch keiner hör’n!

Ich bin ein extrovertierter Mensch. Das kann und will ich nicht leugnen. Ich erzähle gerne – von meinen Gedanken, meinen Phantasie-Geschichten, meinem Alltag, meinem Sport, meinem Leben…

Das war nicht immer so. Meine Geschichten behielt ich in der Schulzeit für mich. Spätestens, als sie unter Spott offenbart wurden, trieb ich noch mehr Geheimhaltung. Mein erster Computer zuhause wurde vor allem zum Schreiben und Speichern von Geschichten benutzt, und ich wachte peinlichst darüber, dass niemand da rankam. Es kostete mich Überwindung, mich damals mit „Am Rand des Strömungsabrisses“ an die Öffentlichkeit zu wagen, ins Feuer der Kritik. Das Ergebnis hat seine Schwächen, dessen bin ich mir inzwischen noch bewusster als damals, als ich es zur Veröffentlichung herausgab, aber dennoch – ich bin froh, dass ich es getan habe. Ähnliches gilt für den Howard-Goldstein-Vortex. Vielleicht – so denkt ein kleines Stückchen in mir – haben mir alle nur deswegen dazu geraten, diese Dinge zu schreiben und in irgendeiner Form zu veröffentlichen, weil sie das Erzähltbekommen leid waren. Denn seit nunmehr zehn bis fünfzehn Jahren habe ich diese Extrovertiertheit, diesen Drang zum Erzählen.

Es kostet mich aber immer noch Überwindung. Ich halte meine Gedanken und Geschichten nicht für so originell, meinen Sport nicht für so gut, als dass es irgendwen interessieren sollte. Da spielt eine innere Stimme mit, die wie die Eltern in „Junge“ von den Ärzten sagt: „Das will doch keiner hör’n!“ Vielleicht ist das auch so, aber es ist mir inzwischen wichtig, meine Gedanken herauszubringen, sie anderen zur Verfügung zu stellen. Selbst wenn es niemanden interessieren sollte, tut mir das gut. Aber es interessiert ja durchaus den einen oder anderen. Die Highway Tales, die viel meiner Gedanken beinhalten, haben inzwischen über meinen Freundeskreis hinaus den einen oder anderen Follower. Richtig groß freilich sind sie nicht, aber die 100 Follower haben wir hier immerhin schon überschritten. Ich hätte freilich eine Idee, wie es mehr werden würde – mehr Bilder, an manchen Stellen ein Streamlinen der Themen. Aber dann wär’s nicht mehr das, was ich im Sinn hatte.

Bei den Geschichten läuft’s noch nicht so viel. „Am Rand des Strömungsabrisses“ wurde zwar ein paarmal gekauft, aber ein Brenner wird’s nicht werden, und auch der Howard-Goldstein-Vortex wird bisher in überschaubarer, aber nichtsdestotrotz vorhandener Menge aufgerufen. Jedes Mal, wenn mein Partner, der mir beim Veröffentlichen des Strömungsabrisses half, mir schreibt, dass es wenig oder keine Verkäufe gab, überfällt mich das schlechte Gewissen, ihn für etwas eingespannt zu haben, das „keiner hören“ will. Analog fällt es mir auch sauschwer, mit Beharrlichkeit den „Howard-Goldstein-Vortex“ zu bewerben. Es schwingt immer dieses „Das will doch keiner hör’n!“ in meinem Kopf mit.

Aber wenn ich mir’s anschaue: Doch, es will jemand hören. Wahrscheinlich würden es viel mehr wollen, wenn sie nur davon wüssten und ich das Selbstvertrauen hätte, es einfach wild und viel lauter in die Welt zu schreien! Und so lange es niemand hören oder lesen MUSS, bl0ß weil ich es veröffentlicht habe, es aber Leute hören oder lesen können, denen es vielleicht etwas gibt, ist es meine Mission, meine Ideen, Gedanken und Geschichten weiterhin hinauszuposaunen in die Welt, auch wenn das Echo vielleicht nicht mein Ego befriedigt.

Der Hammer kommt zum Schluss

Ich habe es gerade ausgelesen…

Tom Clancys „Ehrenschuld“ endet mit einem Hammer, den ich vielleicht besser nicht vor dem Schlafen gelesen hätte. Dass ich aus anderen, unangenehmeren Gründen diese Nacht nicht so viel Schlaf bekommen habe, steht auf einem anderen Blatt. Aber irgendwie versuche ich, meine Geschichten versöhnlicher enden zu lassen, als Clancy das bei „Ehrenschuld“ getan hat. Ich möchte niemanden spoilern, daher werde ich nicht explizit schreiben, was am Ende des Buches passiert. Dennoch kann ich so viel sagen: In einem Buch, in dem es um einen nicht erklärten, schwer fassbaren Krieg geht, ist die Aktion, die die meisten Opfer fordert, bereits nach Auflösung des Konflikts der Schlussakkord – oder vielleicht sogar der Schlusspaukenschlag.

Auch wenn ich um die bindenden Effekte des Cliffhangers weiß, habe ich versucht, sowohl bei „Am Rand des Strömungsabrisses“ als auch im Howard-Goldstein-Vortex keine solchen Hämmer an den Schluss zu setzen. Ich weiß nicht, ob das gut oder richtig ist, aber für mich fühlt es sich gut an. Allzuoft habe ich bei Serien erlebt, dass nach dramatischem Cliffhanger am Staffelende keine neue Staffel kam. Das gilt zum Beispiel für Space: Above and Beyond, aber auch für viele andere. Mir selbst war es immer unangenehm, denken zu müssen: „Vielleicht kannst du aus dem einen oder anderen Grund nicht weiter machen, also lass es spannend, aber lass den Leuten auch eine Chance, sich mit der Geschichte mit Hilfe ihrer eigenen Phantasie zu versöhnen, wenn du aus irgendeinem Grund nicht weitermachen kannst.“

Bei Clancy geht es weiter. Einen Teil dieses „Weitergehen“ habe ich in Form von „Im Zeichen des Drachen“, bis zu dem es vom Ende von „Ehrenschuld“ noch zwei Bücher hin ist, schon gelesen. Wenigstens das! Ich bin gespannt, ob das Ende des Howard-Goldstein-Vortex sich irgendwann mal als Cliffhanger anfühlen wird, denn obwohl der Text der Staffeln 2 und 3 noch nicht geschrieben, nur grob geplant ist, das Ende steht schon. Aber das ist eine andere Geschichte.

Weltenbau – Side-Quest des Schreibens

Meine Zeichnung über die Abkunft verschiedener Stile des „Yaji“, einer an Zen und Yoga angelehnten spirituellen Praxis auf der Welt „Tethys“, auf der „Am Rand des Strömungsabrisses“ spielt.

Weltenbau ist so ein lustiges Ding. Viele Bücher oder auch Serien und Filme erschaffen eine Welt vor den Augen des Lesers oder Zuschauers, die manchmal ähnlich wie unsere Welt, manchmal recht fremdartig ist. Gerade in der Science Fiction und der Fantasy geht da viel, aber auch die sich in vielen Details von unserer Historie unterscheidende Welt der „Jack-Ryan“-Reihe von Tom Clancy ist eine Welt, die nicht der unsrigen entspricht.

Als ich vor langer Zeit überlegt habe, noch recht unbedarft, meiner Figur „Jenny Korrenburr“ eine Geschichte zu geben und diese zu schreiben, gab es einige Dinge zu entscheiden. Ich wollte den Realismus nicht auf die Spitze treiben – denn er hätte mich Freiheit gekostet. Zugleich wollte ich mich nicht am Realismus und meinem Perfektionismus darin messen lassen. Also habe ich die Welt Tethys geschaffen und Jennys Geschichte dort angesiedelt. Es ergab sich, dass nach einiger Zeit das junge, wütende Mädchen mit einem Affektproblem von einem Kameraden etwas lernt, das ihr hilft, ein wenig besser mit sich klarzukommen. Das war Yaji – bei dem meine Gedanken tatsächlich von Zen, von Yoga und vom autogenen Training „klauten“. Da ich das Ganze aber zuendedenken wollte, habe ich dem Yaji verschiedene Strömungen gegeben, die auch in die Kultur des Landes Arselia eingebettet sind, wo Yaji herkommt. Etliche der unzähligen Götter Arselias dienen als stilbildende Figuren der verschiedenen Strömungen … vor allem der Rabe, der Pfau, der Phönix, die Schildkröte und die Seeschlange. Eine Spezialität des Yaji ist, dass es zumeist nur von Mann zu Mann weitergegeben wird, oder von Frau zu Frau. So entwickeln sich die „Schulen“ geschlechtspezifisch unterschiedlich, vereinen sich dann aber doch wieder über Ehen, denn nur Ehepartner sind im traditionellen Arselia hinreichend vertraut, als dass die Yaji-Praxis untereinander weiterzugeben auch bei unterschiedlichem Geschlecht akzeptiert ist.

So ergeben sich genuin männliche, genuin weibliche und gemischte Traditionen, die miteinander wechselwirken und ein komplexes Netz von Abhängigkeiten bilden. Ich wollte die weibliche, seit langem sich selbst „rein“ von männlichen und nicht-Phönix-Einflüssen haltende „Urnenträger“-Tradition, deren Meisterinnen in früherer Zeit fast stets Witwen waren, und den in männliche Tradition vererbten Schildkröten-Jaripur-Stil in dieses Netzwerk einbetten und habe mir daher Gedanken darüber gemacht. So entstand das oben gezeigte Diagramm, das ich immer wieder, wenn ich Yaji in Geschichten hineinschreibe oder hineinphantasiere, für mich als Wegweiser dient. Es fiel mir beim Aufräumen unter anderen Papieren verschüttet wieder in die Hände – und da dachte ich: Das wäre doch ein Blogbeitrag …

Warum ich schreibe

Die Frage stelle ich mir gelegentlich, eigentlich sogar öfter. Das bezieht sich nun erstmal nicht auf diesen Blog. Die Highway Tales habe ich angefangen, weil ich über meine Erlebnisse beim Pendeln schreiben wollte, mit der Zeit wurde sowas wie ein Tagebuch daraus, in dem manchmal Gedanken, manchmal Erlebnisse und manchmal auch irgendwas niedergeschrieben wird. Auch wenn mal nicht so Wichtiges dazwischen ist, sorgt die Regelmäßigkeit dafür, dass ich nicht „aus Gewohnheit“ nicht schreibe, wenn mal was Wichtiges in meinem Kopf herumgeht. Aber eigentlich sollte es gar nicht um diese Motivation gehen – also: „Exkurs: Ende!“

Warum schreibe ich also meine Geschichten auf? Zunächst einmal gehen mir dauernd Geschichten im Kopf herum. Die Geschichte um Esther Goldstein-Howard, der Howard-Goldstein-Vortex, begann auch als so eine „Im-Kopf-Geschichte“. Zunächst hatte ich erste Bilder im Kopf, eine Vorstellung, wer Esther ist und was sie tut, dann kamen immer mehr Gedanken dazu. Immer wieder wälzte ich die Geschichte, erzählte sie in Teilen Leuten – zunächst meinem Nenn-Bruder, Codename Q, danach dem Pärchen, mit dem ich mehr oder minder regelmäßig DSA spiele. Auch mit anderen Geschichten lief es so, zum Beispiel auch mit der Geschichte von Jenny Korrenburr, deren ersten Teil ich als „Am Rand des Strömungsabrisses“ veröffentlicht habe. Auch hier gab es Testläufe, Gedankenspiele, Chat-Rollenspiele mit meinem Nenn-Bruder, ich hab’s immer wieder Freunden erzählt – und natürlich oft zuerst und vor allem meinem Ehemann. Mit einer in der Schublade liegenden, großen SciFi-Geschichte namens „Sternenbrennen“ verhält es sich ähnlich. Für Sternenbrennen habe ich noch keine Ambition, es öffentlich zu machen, auch wenn es schon ein großer, ausgearbeiteter Storybogen mit eigener Welt ist. Diese Geschichten sind in meinem Kopf immer präsent. Selbst aus kleinen Bildern, die ich für irgendeinen emotionalen Zweck im Kopf habe, entwickle ich Hintergründe, Persönlichkeiten, Handlungsstränge – sogar, wenn es sich nur um eine erotische Phantasie zum mich selbst anheizen handeln sollte. Die Geschichten sind also DA.

Viele davon schreibe ich auf. Es gibt da mehrere Formate: Ich erzähle sie jemandem per Email, ich notiere sie mir in kleinen Text-Dateien, die dann ausufern, ich chatte mit Freunden darüber und sammle die Chat-Protokolle in Dateien, erstelle Listen von Charakteren, bevorzugt mit der Option, sie zu ordnen und zu verknüpfen, gerne auch als umfangreiche, sortierbare Excel-Dateien … der Text ist da, aber nicht aufbereitet, um ihn vorzuzeigen. Meistens fehlen auch große Teile des Korpus der Geschichte, weil ich mir nur Gedankenstützen notiere, nur das Skelett – das Fleisch der Geschichten ist in meinem Kopf. Über vieles Erzählen ermutigten mich Freunde, die Dinge niederzuschreiben – und irgendwann führte das zu kleinen Geschichten und dann eben auch dem Buch „Am Rand des Strömungsabrisses“ sowie dem Blog „Howard-Goldstein-Vortex“. Über die richtige Form für meine Geschichten halte ich noch Experimente ab, vielleicht auch darüber, welche Form zu welcher Geschichte passt. Große Literatur zu schaffen, das ist nicht mein Anspruch. Ich hätte nichts dagegen, aber das ist einfach nicht das, was bei meinem Schaffensprozess herauskommt, da bin ich mir sicher. Erfolge zu schaffen – ja, schön wäre das, aber ich bin vermutlich nicht die Person, die mit der richtigen Geschichte in der richtigen Form zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist. Damit kann ich leben, auch wenn ich manchmal träume und die Nicht-Erfüllung solcher Träume sich manchmal so anfühlt, als hätte man etwas verloren.

Warum veröffentliche ich also, was ich phantasiere, durch Erinnern und Vergessen filtere, erzähle, sortiere, niederschreibe und doch wieder umsortiere? Ganz einfach: Ich kann’s nicht jedem persönlich erzählen, und vielleicht mag’s ja irgendwer. Wenn ich durch die Veröffentlichung in Schriftform auch nur das Leben einer Person bereichere, die diese Geschichten ohne die Veröffentlichung nicht mitbekommen hätte, habe ich schon etwas erreicht – selbst wenn ich nie davon erfahre. Und deswegen schreibe ich: Weil ich glaube, dass wir alle Geschichten brauchen, und weil ich mittlerweile – zu meinem Entsetzen – erfahren habe, dass nicht in jedem Kopf eine solche Fülle von Geschichten sprudelt wie in meinem, dass viele Menschen tatsächlich größtenteils auf Geschichten von außen angewiesen sind. Sicher könnte ich sagen: Die, die besser schreiben können, ausgefeiltere Geschichten am Puls der Zeit verfassen, könnten dieses Bedürfnis bedienen und ich brauch’s nicht zu tun. Aber da ich gerne schreibe und meine Geschichten an die Leute bringe, kann ich’s auch tun. Selbst wenn’s nie erfolgreich sein wird – es kostet mich nicht viel, und vielleicht bringt’s jemandem was. Mir bringt es jedenfalls etwas, denn es ordnet die Fülle der Geschichten in meinem Kopf und hält mich bei Stange, weiter zu Phantasieren. Denn wenn in meinem Kopf das Phantasieren versiegt, fühle ich mich wie tot, und das hat mich die paar wenigen Male, die es in meinem Leben passierte, so erschreckt, wie sonst gar nichts, das mir bisher passiert ist. Und DESWEGEN schreibe ich.

Phantastik-Pedanterie

Für die Welt Tethys, auf der eine Menge meiner Phantasie spielt, habe ich schon Landkarten gezeichnet, Firmen entworfen und einiges mehr. Hier ist nun zu sehen, wie ich ein Schema der Entwicklung der Strömungen spiritueller und körperlicher Praktiken einer dortigen Kultur angesichts neuer Gedanken erweitere.

Vielleicht ist das „Übertreiben“, aber mir bereitet es Freude.

Vorstellung meines Buchs auf Youtube

Der zugegebenermaßen voreingenommene Ehemann der Autorin – also mein Ehemann, um genau zu sein, hat Am Rand des Strömungsabrisses auf seinem Youtube Kanal vorgestellt. Wenn Ihr aus seiner Perspektive einen Blick auf mein Erstlingswerk werfen möchtet, schaut doch mal rein:

https://www.youtube-nocookie.com/embed/m8L5L2lQHK8?rel=0

Hauptsächlich macht er allerdings Let’s Plays und das schon über einer lange Zeit sehr regelmäßig – auch da lohnt es sich, mal hineinzuschauen, wenn Ihr Euch dafür interessiert.

Gute Vorsätze

Es hat eine Weile gedauert, nach den Festtagen wieder etwas zu schreiben. Das hat auch mit einer Erkenntnis zu tun, die in einem guten Vorsatz für 2017 resultiert ist:

Nicht Übernehmen!

Warum das? Nun, ich hatte viele Ideen, viele Gedanken, die aus der Euphorie des herausgebrachten Buches resultierten. Unter anderem stand da eine textlich beschriebene Fernsehserie in der Romanwelt plus Beschreibungen des Drehumfelds in der Romanwelt im Raum – genannt „Acht Quadratkilometer“. Ich musste feststellen, dass ich zwar nicht die Arbeit dafür, aber meine Fähigkeit, sie zu leisten falsch eingeschätzt hatte. Daher verschiebe ich das auf unbestimmte Zeit – lieber schreibe ich am zweiten Buch weiter, kümmere mich um Rand- und Nachgangsaspekte des ersten Buches und gönne meiner Freizeit, auch mal zwei Urlaubstage lang in „Cities: Skylines“ zu versinken.

Es so zu halten, das ist der Vorsatz für 2017 – und das fühlt sich gut an.

Inspirationen

Wie ist es eigentlich dazu gekommen, dass ich „Am Rand des Strömungsabrisses“ geschrieben habe? Das ist nicht ganz so einfach zu beantworten wie die Frage, wie ich zu meiner Langstreckenpendelei gekommen bin – aber so schwer ist es auch nicht.

Es begann mit zwei Filmsamstagabenden mit meinem Mann, auf dem Sofa liegend. Wir schauten am einen Abend den „Green Lantern“-Film und am nächsten „Top Gun“. Kann auch umgekehrt gewesen sein. Jedenfalls setzte in diesem Moment bei mir ein Mechanismus ein: „Hmm, ich habe Top Gun ewig nicht gesehen, aber cool finde ich ihn immer noch. Auch wenn ich Tom Cruise nicht cool finde. Und sowohl der dann zum Superhelden werdende Hal Jordan als auch Tom Cruise sind mit zu glatt. Und sie sind Jungs…“ An der Stelle hätte ich mich ausklinken können. Aber meine Phantasie gibt sich nicht geschlagen. Die Idee gärte in meinen Gedanken und dann entstand nach und nach Jenny Korrenburr, die lange nicht so cool und glatt ist, wie „Maverick“ in „Top Gun“, aber es zu gerne wäre – und die auch eine Sache zu verarbeiten hatte. Ich begann, meine neue Gestalt in gemeinsamen kleinen Chatspielen mit meinem besten Freund auszutesten, und dann fing es an: Ich begann, „Das erste Mal“, das erste Kapitel von „Am Rand des Strömungsabrisses“ zu schreiben. Damals war der Arbeitstitel noch etwas sperriger: „Leben am Rand des Strömungsabrisses“. Ich denke, ich bin mir mit mir selbst einig, dass das Abschneiden der ersten beiden Worte eine gute Idee war.

Ich habe mich manchmal gefragt, ob ich letztlich eher etwas wie einen Fanfic geschrieben habe, aber inzwischen bin ich mir sehr sicher, dass das nicht der Fall ist. Zudem war die schon in meinem Kopf entstandene, sich immer weiterentwickelnde Welt „Tethys“ eine hervorragende Kulisse für eine Geschichte, die ebenso gefühlvoll und schwierig wie cool sein sollte. Ich würde es glaube ich nicht mögen, mit Jenny zusammenzuarbeiten – aber ich habe sie mit der Zeit einfach liebgewonnen. Manchmal habe ich fast vergessen, dass alles mit einem „Hmm, Hal Jordan und Maverick sind schon cool, aber ich will einen weiblichen Piloten, weniger glatt, weniger cool, und doch cooler.“ begann. Ob das gelungen ist, darf jeder gern selbst beurteilen.

Man lernt nie. Aus!

Tja, dass ich ein Buch geschrieben habe, habe ich hier nun ein bisschen ausgebreitet. Auch, dass das Buch nicht vom Autoverkehr handelt, habe ich Euch erzählt.

Nun habe ich viele Dinge beim Schreiben und zur Veröffentlichung Vorbereiten meines Buchs gelernt – über eBook-Formate, über Lektorat, über … nun, vieles. Eine weitere Sache lerne ich aber gerade in diesen Tagen: Werben. Während ich hibbelig meinen Verleger alle paar Tage mit der Frage nach Verkaufszahlen nerve, überlege ich zugleich, wie man das Buch bekannter machen kann. Neben den üblichen Kanälen – mein Blog, mein Facebook-Profil, das persönliche Gespräch – suche ich nach weiteren Wegen. Ein bisschen was zum Thema Werbung habe ich auch als Kind schon gehört: Meine Mutter hat Graphik-Design studiert und wollte bei einer Werbeagentur anfangen, als ich sozusagen „dazwischenkam“. Somit habe ich durchaus Erzählungen meiner Mutter über Werbung, wie das geht und wie man etwas dafür designt angehört, als ich ein Kind war. Nicht, dass hier ein falscher Eindruck aufkommt: Meine Mutter hat ihre Karriere zwar nicht gerne für mich und meine Schwester hintenangestellt, man könnte auch sagen: aufgegeben. Aber spüren lassen hat sie uns das nie.

Zurück zum Thema: Meine Mutter erklärte öfter, worum es letztlich geht: Aufmerksamkeit Generieren. Das geht auf zweierlei Extreme: besonders gute, intelligente, gewitzte Werbung auf der einen Seite – die schwere Variante. Die Werbung, bei der sich alle an den Kopf fassen und erklären: „Mein Gott, wie schlecht!“, die funktioniert genauso gut und ist zudem leichter zu erreichen. Oder auch: Ein berühmter PR-Manager sagte wohl einmal: „Schreiben Sie über mich, was Sie wollen – aber schreiben Sie meinen Namen richtig!“

Nun bin ich jetzt selbst in der Verlegenheit, ein Produkt zu haben, das ich gerne bekannter machen würde. Ich mag eigentlich nicht den Weg gehen, möglichst tiefes Niveau zu erreichen, um Aufmerksamkeit zu generieren. Zugegeben: mit schlechten Wortwitzen aus meiner Freundeskreise um Likes zu auf Facebook zu heischen, das habe ich zum Sport erhoben. Aber wenn es um „Am Rand des Strömungsabrisses“ geht, will ich das eigentlich nicht so machen. Also habe ich mal ganz unschuldig und sehr neugierig auf den Button „Werben auf Facebook“ geklickt. Ich weiß nicht, wer von meinen Lesern hier wie viel Erfahrung damit hat, in sofern schreibe ich vielleicht nur Triviales, aber vielleicht ist es ja interessant, hilfreich oder zumindest amüsant, wenn ich über meine ersten Erfahrungen berichte:

Als erstes habe ich mal eine Seite für „Am Rand des Strömungsabrisses“ erstellt. Das ist der erste Punkt, in den einen diese Werbung auf Facebook hineinleitet. Es ist auch ganz einfach: Man bestimmt einen Namen der Seite, gibt ihr noch eine direkte Adresse, setzt ein Profil- und ein Hintergrundbild drauf, ganz wie bei einem persönlichen Profil. Die Anordnung der Bilder, Buttons und Leisten ist beim Ergebnis etwas anders als bei einem Profil, aber letztlich doch noch immer sehr ähnlich. Wenn man schon ein geeignetes Titelbild hat (was bei mir durch das Buchcover ja der Fall war), sieht das auch recht schnell ganz hübsch aus. In meinem Falle war dann auch noch das Logo von „Star Cargo“ bereits vorhanden, das für die Firma des Vaters meiner Romanheldin steht – der Stern mit Armen, der ein Paket trägt. Das wurde dann das Profilbild von „Am Rand des Strömungsabrisses“ und somit war das Meiste schon da.

Nun ging es daran, die Seite zu verwalten, mit Beiträgen und relevanten Informationen zu füllen sowie bekannter zu machen. Als erstes lernte ich, dass es ein Textfeld für das Impressum sowie mehrere Textfelder für Kontakt gibt. Ich habe also erstmal ein Impressum erstellt – es gibt da nette Informationen, die man auch per Websuche finden kann. Bei mir fiel die Wahl auf den Guide von erecht24. Im selben Aufwasch habe ich auch das Impressum der Highway Tales etwas erweitert. Anschließend kamen ein paar weitere Informationen hinzu, schließlich habe ich ein paar weitere Informationen als erste Beiträge auf die Seite gestellt – zum Beispiel die Karten, die Leser der Highway Tales schon von hier kennen. Nahezu alle Leute auf meiner Freundesliste einzuladen, war der nächste Akt.

Das Ergebnis

So weit, so gut. Nun sprang mir noch der Button „Call to Action“ ins Auge. Dort verlinkte ich mit dem Button-Titel „Jetzt einkaufen!“ die Webseite des Bayer-Verlags, und zwar konkret die zu „Am Rand des Strömungsabrisses“, wo man Links auf alle Shops, in denen das eBook angeboten wird, angeboten bekommt. Somit sind’s drei Klicks von der Facebook-Seite bis zum eBook. Nicht optimal, aber da es mobi und ePub als Formate gibt und ich noch nicht herausbekommen habe, wie man zwei Buttons setzt, muss das erst einmal reichen.

Nun galt es, Reichweite zu erlangen. Facebook nennt das „Hervorheben“ der Beiträge. Was das meint, ist letztlich: Werbeanzeigen in Form von „empfohlenen Beiträgen“ in den Newsfeed von Facebook-Nutzern zu platzieren. Damit freilich verdient Facebook sein Geld, und somit kostet es etwas Geld, eine solche Kampagne zu starten. Man legt eine Laufzeit fest, einen täglichen Betrag, der von Facebook „möglichst optimal“ ausgegeben wird. Dann lässt Facebook den Werbebeitrag „automatisch“ auf Plätze für zu platzierende Anzeigen bieten, gibt das gegebene Budget oder einen möglichst nahe daran gelegenen Betrag aus. Wichtig dabei ist, eine Zielgruppe festzulegen – man kann Alter, Herkunft, Sprache auswählen, auch geschlechtsspezifisch kann man werben. Rückmeldung bekommt man dabei über ausgegebenes Budget, erreichte Personen (was letztlich heißt: Wie viele Leute haben diese Anzeige in ihrem Newsfeed gesehen) und daraus resultierende Likes und Seiten-Interaktionen. Eine Statistik-Seite zur zu bewerbenden Webseite gibt Aufschluss darüber, wie viele Interaktionen, Likes und so weiter „organisch“ entstanden sind, also durch die eigene Freundesliste und aktives Teilen durch andere Leute, und wie viele „eingekauft“ sind, also aus Klicks auf die „empfohlenen Beiträge“ resultieren. So kann man auch bewerten, ob die Kampagne erfolgreich ist oder nicht.

Da ich nur mal ein bisschen damit gespielt habe und meine erste Kampagne noch läuft, kann ich noch nicht mit schlüssigen Ergebnissen meiner Erfahrung aufwarten. Natürlich sind am Anfang die „organischen“ Likes und Interaktionen in der Überzahl – knapp über 280 Facebook-Kontakte habe ich, dazu ein paar Abonnenten, wenn man denen allen einen Like empfiehlt und auch nur 10% annehmen, dann wird viel mehr bei rumkommen als die „1-3 Interaktionen“, die Facebook bei vergleichbar erschwinglichen Budgets verspricht (und bisher auch gehalten hat, in meiner Aktion).

Ich bin allerdings sehr gespannt, wie das dann über die Zeit weiterläuft: Ob aus organisch entstandenen Likes und Interaktionen (und organisch entstandenem Teilen der Seite des Strömungsabrisses) oder aus neuen Anzeigen mehr zusätzliche Reichweite entsteht. Das muss sich aber über die Zeit zeigen. Ich drohe hier schonmal an, darüber zu berichten … und ende mit dieser Drohung an dieser Stelle.