[KuK] Huch?

Heute früh, in der S8. Wie immer trennt sich der Drei-Wagen-Zug am Albtalbahnhof, wie immer sagt der Fahrer durch, dass der letzte Wagen abgehängt wird. Wie immer bin ich bewusst in den zweiten von drei Wagen gestiegen, um an der Philipp-Reis-Straße ganz hinten und nahe meiner Ampel auszusteigen.

Dann gucke ich raus, als wir am Tivoli in die Rüppurrer Straße fahren und wir stehen für mein Gefühl zu weit vorne. Auf der Rüppurrer Straße dann die Gewissheit: Da ist kein Wagen mehr vor meinem!

Das große „Huch?“: Da wurde der erste statt des letzten Wagens abgehängt? Hat der Fahrer das gesagt? Warum habe ich es nicht mitbekommen?

Gleichviel: Ich kam gut an. Das Fragezeichen steht mir aber immer noch im Gesicht.

Countdown [0]: Los geht’s!

Der Rucksack war gestern schon gepackt, die Uhr wurde geladen. Das habe ich schon gestern Abend erledigt. Um 9:00 treffe ich mich mit meinen Leuten vom Regierungspräsidium gegenüber dem ADAC Nordbaden für’s Gruppenfoto, bis dahin habe ich hoffentlich meinen Rucksack abgegeben und alles so weit auf die Reihe bekommen – ohne dabei zu sehr zu frieren.

Obwohl wir die Startnummer schon gestern abgeholt haben, fahren wir sehr rechtzeitig in die Stadt, sind eine Stunde vor dem Gruppenfoto da. Warum? Nun, 9:00 ist der Foto-Termin, 9:30 ist der Start. Vom Albtalbahnhof sind’s laut Google Maps 17 Minuten zu gehen und wir können entweder 7:44 oder 8:44 am Albtalbahnhof sein. Sprich: 8:44 wäre dann echt zu knapp geworden, wenn auch das Geringste beim abgeben des Gepäcks nicht funktioniert, und Zeit für einen Gang auf die Toilette sollte auch noch sein. Der Beschluss fiel gestern um 22:00, dass wir doch früher fahren müssen – kurz, bevor ich dann ins Bett gegangen bin.

Ich bin so gespannt, wie es am Ende laufen wird, so tierisch gespannt. Halbmarathon und vor allem Zehner sind für mich halbwegs berechenbar, aber mangels Erfahrung und durch die enorme Länge der Strecke bin ich beim Marathon immer noch am zweifeln, wie weit die Pläne funktionieren werden. Aber ich werde mein Bestes geben und mich freuen, wenn ich etwas erreichen kann. Das Wetter ist immerhin optimal: Sonnig, windstill, nicht zu kalt – 10°C wird nicht unterschritten. „Nicht zu warm“ werde ich nicht anführen, denn bei Höchsttemperaturen von 23°C am heutigen Sonntag ist „zu warm“ für mich weiter weg als das Ziel beim Marathon, viel weiter weg.

Beachten Sie die Zugtrennung …

Ich habe, glaube ich, schon einmal über die Zugtrennung meiner S-Bahn am Albtalbahnhof gesprochen. Drei Fahrzeuge fahren von Rastatt bis nach Karlsruhe an den Albtalbahnof, aber aufgrund der Länge der Stationen in der Stadt, die nicht für drei Wagen reicht, wird der dritte Wagen am Albtalbahnhof abgehängt. Will man – wie ich – tiefer in die Stadt, so muss man umsteigen. Zumindest, falls man im dritten Wagen sitzt.

Heute früh musste ich unbedingt noch das Ende des Bahnsteigs erkunden, mir ansehen, wie viele Wege vom Bahnsteig zum Parkplatz führen. Auf dem Hinweg, also am Bahnsteig Richtung Karlsruhe in meinem Heimatort Bietigheim, brauche ich zumeist nur den Zug zu erreichen und zudem ist das die „andere“ Seite der Bahn im Dorf, nicht die, auf der ich wohne. Es ist also unwahrscheinlich, dass ich den Bahnsteig dort anders als über die Unterführung betrete. Aber der Parkplatz liegt weiter hinten und es gibt tatsächlich drei weitere Wege auf den Bahnsteig, von der Treppe in Richtung Rastatt, und nicht nur einen, wie ich eigentlich dachte. Das mag völlig bedeutungslos sein, da ich eh nicht dort entlang komme, aber ich war neugierig. Somit stand ich recht weit hinten – im Koordinatensystem des Zuges – als er einrollte und musste in den hinteren Wagen einsteigen, wenn ich den Zug nicht aufhalten oder eventuell nicht mehr mitkommen wollte. Also saß ich im hinteren Wagen und durfte am Albtalbahnhof nach vorne umsteigen.

Eigentlich ganz banal – aber dennoch. Ich habe das das erste Mal gemacht. Und irgendwie fühlt es sich gar nicht so banal an, wie es ist. Seltsam, oder?

[KuK] Jeden Morgen (wenn ich den frühen Zug erreiche) …

… wird der drei Straßenbahn-Einheiten lange Zug der S8 am Albtalbahnhof geteilt, weil drei Wagen zu lang für die Haltestellen in der Stadt sind. Für die Mitteilung darüber gibt’s keine automatische Ansage, also muss der Wagenführer ran.

Es gibt lustige, laute, nuschelnde, gutgelaunte, genervte, stark akzentbehaftete …

Manchmal wird’s einmal gesagt, ich habe aber auch schon vier Wiederholungen gehört. Irgendwie bleibt diese Ansage am stärksten in Erinnerung, von der ganzen Fahrt …

Knotenpunkt

Seit ich öfter mit dem ÖPNV zur Arbeit fahre – und auch privat häufiger mit der Bahn nach Karlsruhe unterwegs bin – ist er mir zu einem bekannten Anblick geworden: Der Albtalbahnhof.

Als Übergabepunkt zwischen dem Bereich den Anlagen der Verkehrsbetriebe Karlsruhe und der Albtalverkehrsgesellschaft sowie als Knoten vieler Gleise südwärts aus der Stadt hinaus kommt man (fast) unvermeidlich hier durch. Es gibt einen Weg nach Süden aus der Stadt, der über den Karlsruher Hauptbahnhof statt über den Albtalbahnhof führt: Die S71 und S81 entlang der B3 nach Rastatt. Alles andere läuft unter diesen beiden runden Dächern hindurch:

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Karlsruhe Albtalbahnhof, Blick nach Süden.

In meinem Rücken laufen von rechts die Gleise aus der Karlstraße und Brauerstraße über die Ebertstraße ein, von links die Gleise aus Ettlinger Straße und vom Tivoli über den Bahnhofsvorplatz. Der linke Strang nach Südosten führt mit S1 und S11 nach Ettlingen und dann weiter nach Bad Herrenalb („Albtalbahn“) und Ittersbach, der rechte Strang mit S7 und S8 nach Südwesten bis zur B36 und dann an ihr entlang nach Rastatt.

Unabhängig davon, dass der Albtalbahnhof als Knotenpunkt, als Mittler zwischen den zwei wichtigen Betreibern des Karlsruher und regionalen ÖPNV und Depot fungiert, finde ich ihn in seiner schlichten Zweckmäßigkeit auf schnörkellose Weise schön.