[KuK] Mumien überall!

Zur Zeit kommt bei uns eine spezielle Richtung von „Horror“ an vielen Stellen zusammen. Mumien!

Wir lesen gerade den dritten Teil von Tanya Huffs Reihe über Vicki Nelson und den Vampir Henry Fitzroy, und da geht es deutlich absehbar um eine Mumie, die in Toronto wieder erwacht. Die Folge von „Voyage to the Bottom of the Sea“, die mein Mann gerade eingelegt hat, heißt „The Mummy“ – und im Moment liegt, unter anderem wegen des Blogbeitrags zu Mumien bei Fantastische Antike das Buch „Mumien: Die Wiedergeburt“ auf meinem Schreibtisch.

Kommt vieles zusammen. Sogar unsere unsichtbaren, außerirdischen Mauzen albträumen von Mumien – während die beiden Arzt-Katzen gelegentlich, wenn es uns nicht gut geht, uns bandagieren, um uns zu helfen, und im nächsten Moment panisch von Mumien mauzen.

Manchmal … kommt alles zusammen. Aber da bin ich nicht böse drum. Die Albträume wegen Mumien sind bei mir selbst zum Glück in meiner Kindheit zurückgeblieben.

Warum ich keine Katze habe

Mir wurde heute von der Nachbarskatze sehr eindrucksvoll demonstriert, warum ich keine Katze habe.

Ich LIEBE Katzen, ich mag das weiche Fell, ich mag das Kuschelverhalten, die Unabhängigkeit dieser Tiere. Ich mag das alles so sehr, dass ich mich selbst quasi als „Katze“ identifiziere. Analog zum Kinderbuch „Die kleine Mau“ bin ich bei uns in der Beziehung die kleine Mau, während mein Mann der kleine Wolf ist – letzterer hat allerdings nichts mit dem Kinderbuch zu tun. Wir haben unsere 25 unsichtbaren (ich darf nicht imaginär sagen, sonst beschweren sie sich) Mauzen, und das Bett bezeichne ich als „mein Körbchen“.

Als heute allerdings Mauzi, die Nachbarskatze, beim Lüften eine Invasion unserer Wohnung startete und sich dann auf meinem Schoß niederließ, bekam ich mal wieder mit, warum eine echte Katze in unserem Haus keine gute Idee ist. Wie Katzen das manchmal tun, schmierte Mauzi ihren Speichel und ihre Augenflüssigkeit in meine Ellenbeuge, an meinen Unterarm und mein Handgelenk. Hübsch juckende, kleine Hubbel waren die Folge, die sich auch ein bisschen rötlich verfärbten und nun langsam am abklingen sind. Klar, man könnte sich zu immunisieren versuchen, aber ob das so 100% funktioniert? Mal davon abgesehen wäre unser Lebensstil manchmal nicht ganz katzenfreundlich, und das möchte ich einem solch tollen Tier dann auch nicht antun.

Und während ich dies schreibe, erklären unsere 25 unsichtbaren Mauzen ganz stolz, dass sie antiallergen seien und wir dankbar seien sollten, dass wir sie haben. Mauzi liegt derweil faul in einem Karton zwischen Lautsprechern und Holzofen, benetzt sich überall mit Allergenen, die der kleinen Mau zusetzen und genießt, bei uns im Warmen sein zu dürfen. Nebenan ist das Wasser-Körbchen frisch bezogen und von gluckernder Luft befreit. Da fühle ich mich dann mit Gast-Katze sehr wohl. So lange, bis sie auf’s Sofa zu springen und es geruchsmäßig an sich anzupassen versucht oder wieder ihre Allergene an mich ranschmiert. Und trotzdem hab‘ ich sie lieb.

Mein Hof!

Vor einiger Zeit hatten wir bei uns einen Sushi-Abend – Freundinnen und Ex-Kolleginnen in Personalunion, jeweils mit Partnern, waren zu Gast bei uns. Diese Sushi-Abende sind immer damit verbunden, dass wir unser Sushi gemeinsam selbst machen. Mir war allerdings ein Malheur passiert: Ich hatte Frischkäse gekauft. Ich war mir ganz sicher. Zu Rollen mit Avocado passt der Frischkäse ganz gut und einige Leute in der Runde mögen auch zu anderen Zutaten in den Maki ganz gerne Frischkäse – also war das ein vitaler Bestandteil der Zutaten. Aber wie das Leben so spielt: Der gekaufte Frischkäse war unauffindbar. Wahrscheinlich stand er noch rum, als ich eine Aufräum-Wut bekam und ich habe ihn vor lauter Schusseligkeit weggeworfen – unbemerkt und ungeöffnet.

Als ich da so panisch saß, weil kein Frischkäse da war, brach mein Mann – der gar kein Sushi mag und zu dem Zeitpunkt auch nicht ganz fit war – einfach nochmal auf, um Frischkäse zu besorgen! Ich habe eigentlich gesagt gehabt, ich würde selbst fahren, aber er ließ es sich nicht nehmen, mich bei meinen Gästen zu lassen und mir Frischkäse zu kaufen. Da ich so verzweifelt wirkte, wie er sagte, brachte er mir eine kleine Halloween-Glubschi-Katze mit: Schwarz, mir rosa-glitzeriger Superhelden-Maske und grellgrünen Öhrchen und grellgrüner Schwanzspitze.

Wie man sieht, hat das possierliche Tierchen schon seinen Platz in unserem Haushalt gefunden: Hier beobachtet sie den Hof und die Einfahrt. Die 25 unsichtbaren Mauzen im Haus mögen das Tier auch, denn als „Glitzerkatze“ ist sie mittlerweile eine der Superheldinnen im Supermau-Universum, aus dem es jeden Abend für meinen Mann eine Einschlafgeschichte gibt. Glitzerkatze kann natürlich nicht die ganze Zeit Superheldentaten vollbringen, also ruht sie sich entweder auf unserem Fensterbrett oder beim nächtlichen Bewachen meines zugeklappten Laptops aus. Hübsch ist sie, nicht wahr?

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So gemütlich!

„So gemütlich“, das ist der Ausruf, den mein Mann und ich starten, wenn wir unter unseren Decken auf dem Sofa liegen. Eigentlich ist es sogar eine ganz spezielle Betonung, die den Ausruf für uns so charakteristisch macht. Natürlich legen wir diesen Satz auch unseren 25 Mauzen gelegentlich in den Mund – aus deren Mund klingt es freilich nur wie „Mau!“

Eine perfekte Illustration dieses Ausrufes lieferte uns eine Katze, die wir auf einem Spaziergang sahen – aber seht selbst:

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Phantastische Mitbewohner

Das ist nun vielleicht ein bisschen skurril für manche von Euch, aber …

Mein Mann und ich fuhren vor einigen Jahren gemeinsam in den Urlaub – es war der erste gemeinsame Urlaub. Eher unspektakulär: wir besuchten verschiedene Freunde an verschiedenen Orten, guckten uns ein Musical an … Damals waren wir auch noch nicht verheiratet, auch wenn wir im Musical für ein Brautpaar gehalten wurden, da wir uns ziemlich rausgeputzt hatten.

Nun muss ich dazu sagen, dass sowohl mein Mann als auch ich Katzen und ihre Eigenheiten lieben, aber beide leicht allergisch sind, also keine Katzen halten sollten. Zudem habe ich noch ein Faible für das Kinderbuch „Die kleine Mau“. Somit ersetzten wir auf dieser Reise so ziemlich jedes Wort, das uns spontan nicht einfiel, durch „Mauze“ oder „Mauzen“. So kam es, wie es kommen musste – auf der Fahrt nach Hause, es war auf der A61 irgendwo zwischen dem Kreuz Bliesheim und dem Kreuz Meckenheim fragte ich nach der Temperatur. Mein heutiger Ehewolf, damals noch mein Freund und Wolf, erklärte, draußen habe es 25 Mauzen. Zufällig hatte es auch 25°C laut Außentemperaturfühler am Auto, aber solche zufälligen Koinzidenzen passieren eben. Wenn da nun 25 Mauzen an der Autobahn stehen und trampen, wer bin ich, sie stehen zu lassen? Also nahmen wir die kleinen Anhalter mit.

Zwei Ausfahrten später erklärten die 25 Mauzen sehr entschlossen, sie hätten noch was zu tun und ließen sich absetzen. Aber offenbar hatte es den possierlichen Tierchen, die übrigens außer meinem Ehewolf und mir nur von sehr wenigen Leuten gesehen werden können, bei uns recht gut gefallen: wenig später hatten wir eine Mauzen-Invasion zuhause, und die 25 Mauzen zogen bei uns ein.

Wir haben mittlerweile das eine oder andere über die Mauzen herausgefunden: sie sind unsichtbar, verspielt und sehr intelligent. Außerdem sind sie sehr verfressen. Während wir uns die Serie Babylon 5 anschauten, eröffneten uns die Mauzen, sie seien außerirdische Invasoren von Saha’Schlau, dem Katzenplaneten. Sie seien von dort gekommen, um sich die Erde anzuschauen, auf der ja schon viele Kolonisten von Saha’Schlau lebten – denn alle Katzen seien irgendwann von Saha’Schlau auf die Erde gekommen. Eigentlich sind die Katzen auch keine Besucher oder Kolonisten, sondern sie haben die Erde „invasiert“, wurde uns eröffnet. Auf die Frage, wie das den ginge, erklärten die Mauzen, Katzen seien eben sehr schlau, sie würden unschuldig gucken und kuschelig sein, und so hätten sie die Weltherrschaft übernommen. Diese unbestreitbar logische Erklärung brachte uns dann zu der – zugegeben kleinkarierten – Frage, wie die Katzen denn von Saha’Schlau zur Erde gereist seien. Ganz klar: mit Hilfe eines weltraumtauglichen Gefährts namens „Katzenflugzug“, betrieben mit Schnaufen und Mauz-Geräuschen.

Wie das genau funktioniert, wollten uns die Mauzen nicht beantworten: „Geheimnisvoll!“, so war die Erklärung. Mittlerweile ist uns der Verdacht gekommen, dass die Mauzen so ziemlich alles, was sie selbst nicht verstehen, total begeistert als „geheimnisvoll“ bezeichnen.

Inzwischen haben mein Ehewolf und ich uns mit den 25 Invasoren in unserem Haus arrangiert. Die Mauzen haben auch Aufgaben in unserem Haushalt übernommen: sie fressen den Kühlschrank leer, passen auf das Bett auf, wenn wir nicht drin liegen und achten allgemein auf viele Dinge, für die wir zu beschäftigt sind. Eine gewisse Arbeitsteilung gibt es bei den Mauzen auch. Da wir ihre Namen nicht aussprechen können, haben sie Halsbänder mit Nummern drauf an – Nummer 1 ist zum Beispiel Chef der Mauzen. Damit es für uns Erdbewohner einfacher ist, haben die Mauzen auch darauf geachtet, dass alle Mauzen mit ungerader Nummer Kätzchen sind und die mit gerader Nummer Katerchen. Eine ganz wichtige Aufgabe kommt Nummer 3 zu, denn sie ist die Vernünftige, was bei unseren Chaos-Mauzen durchaus eine Beruhigung ist. Heute Morgen hingen Nummer 16 und Nummer 18 an den gestern vom Fahrradfahren beanspruchten Beinen des Ehewolfs – denn Nummer 16 und Nummer 18 sind die Muskelkater.

Letztlich schreibe ich das hier vor allem, weil die Mauzen mich gefragt haben, ob ein Blog der 25 unsichtbaren, außerirdischen Mauzen vielleicht auch im für die Menschen sichtbaren Internet gut wäre – im Katzen-Internet sind sie bereits große Blog-Stars, sagen sie zumindest.

Wahrscheinlich haben die Mauzen mich vor allem deswegen gefragt, weil sie eine Übersetzerin brauchen. Denn was die Mauzen so erzählen, das klingt für uns meistens nur wie ein „Mau“, auch wenn es so viel bedeuten kann. Eigentlich dürfte es längst beschlossene Sache der Mauzen sein, dass sie auch das Internet der Menschen … „invasieren“ werden.