Mr. Tennisball

In der Nachbarschaft unseres Hauses gibt es eine ganze Menge Hunde, die zu mehr oder minder großen Anteilen ihrer Zeit die Hauseinfahrten und die Häuser selbst bewohnen. Einer davon ist derjenige, den ich mit „Mr. Tennisball“ bezeichnen möchte.

Ursprünglich fand ich ihn nur lästig. Jedes, wirklich jedes Mal, wenn ich an seiner Hofeinfahrt vorbeilaufe, stürmt er still bis an das dann geschlossene Tor und bellt dann von kaum einen Meter neben meinem Knöchel, dass ich schlagartig 10bpm erhöhten Puls bekomme. Nicht, dass der Hund mal in Vorfreude bellen würde, wenn ich auf den Hof zulaufe, oder dass er bellend vom hinteren Teil des Hofs heranläuft. Nein, er kommt still, aber mit Karacho auf das Tor zu, bremst davor ab, schwenkt in meine Laufrichtung ein und kläfft genau dann los, wenn er am nächsten an mir dran ist. Und ja: Er freut sich, dass da jemand ist. Der wedelnde Schwanz und die Miene des Tiers sprechen eine eindeutige Sprache. So hat es aufgrund der – aus Menschensicht – ambivalenten Verhaltensweise von „Mr. Tennisball“ eine Weile gedauert, bis ich die namensgebende Eigenschaft bemerkte.

„Mr. Tennisball“ verbellt einen nämlich niemals mit leerem Maul. Nein, im Gegenteil! Das einzige Mal, dass er mich nicht maßlos erschreckte, lag das an mangelnder Bellvorbereitung. Der Tennisball, mit dem er einen normalerweise in einer Backe ankläfft, lag irgendwo und er musste ihn erst holen. Stille im Hof. Dann: Tennisball im Maul und los ging das Theater! Ganz langsam wurde das Tier daraufhin für meinen Mann, dem ich die Eigenschaft besagten Hundes stolz präsentierte, als wir dort vorbeijoggten, und für mich zum Kult. Ich habe ihn nun dreimal ohne Tennisball im Maul erlebt, den guten „Mr. Tennisball“. Dreimal Stille. Die unzähligen anderen Male: Perfekt zeitlich mit dem maximalen Effekt abgestimmtes Loskläffen, und stets konnte man den Tennisball in einer Backe des Tiers sehen – von außen als Beule, von innen als gelben Rund.

„Mr. Tennisball“ eben.

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Sie sind da!

Mein Mann hat heute den Zoll für mich bezahlt, denn die tollen Teile kamen aus den USA. Nun sind sie da! Natürlich habe ich ihm das Geld zurückgegeben …

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Ihr seht: Saurianischen Brandy und Romulanisches Ale. Naja, Whiskey (Single Malt!) und Gin Tonic mit etwas Blue Curaçao natürlich, aber hey – es sieht schon nicht übel aus, oder?

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Mann-Schuhe

Vor einiger Zeit hat mein Mann meine Altra Escalante mal anprobiert und zum gemeinsamen Laufen ausgeführt, während ich in Fivefingers neben ihm her lief. Nach etwa anderthalb Kilometern erklärte ich ihm, dass er – ohne es zu merken – wesentlich vorfüßiger lief und außerdem 90 Sekunden schneller auf den Kilometer als üblich. Pausen kamen auch bis dahin keine – also waren wir beide der Ansicht, dass seine Mizunos – genau habe ich gerade nicht im Blick, welche es sind, auf jeden Fall welche mit Wave-Platte – vielleicht durch etwas wie die Altra Escalante ergänzt werden sollten. So weit, dass ich zum Ersetzen raten würde, wäre ich nicht gegangen und werde so weit auch nicht gehen.

Entsprechend dieser Erkenntnis gingen wir nun gestern mit der Absicht, ein zweites Paar Altra Escalante (neben dem, das ich fleißig belaufe) für meinen Mann zu kaufen. Da er etwas kleinere Füße hat als ich, waren ihm meine etwas zu groß – außerdem sind das meine! Wir fuhren also zum rennwerk nach Karlsruhe, wo ich ohnehin noch meine Preise vom KM-Fresser-Wettbewerb des Ladens abzuholen hatte. Dieses Mal wurden wir nicht von Petar beraten, sondern von einer seiner Kolleginnen, mit der ich noch ein nettes Gespräch über meinen Lauf in Prag zum Metronom hatte. Auch der Chef schaute noch vorbei – er war mit meinem Gewinn für meinen 15. Platz in der Sachpreiskategorie und einer hübschen kleinen Medaille vom rennwerk-Laden in Pforzheim nach Karlsruhe gekommen. Wie soll ich sagen: Escalante in den zierlichen Kategorien der Füße meines Mannes (er hat mit 42 ein bis anderthalb Schuhgrößen weniger als ich!) waren nicht mehr verfügbar, also bekam er die untenstehenden Topos empfohlen. Sein Lauf sah super darin aus, während er sich in einem alternativ angebotenen Modell von Saucony merklich unwohl fühlte – was nicht an den Schuhen, sondern am Zusammenspiel Schuh-Fuß-Mensch lag. Wie soll ich sagen: Nun hat auch mein Mann zwei Paar hoffentlich aktiv belaufene Laufschuhe und ich bin super-gespannt, wie er sich auf den Topos macht. Der Beschreibung nach will ich diesen Schuh auch irgendwann mal antesten.

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Bei uns wird der Schuhschrank allmählich echt sehr … sportlich aussehen, vorausgesetzt, wir (eher: Ich, die ich die meisten Schuhe – Laufschuhe und andere – in diesem Haus besitze) bringen ihn mal in Ordnung.

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Romulan Ale

Seit ich auf meine Star-Trek-Gläser warte, reift in mir immer mehr der Wunsch, auch romulanisches Ale daraus zu trinken. Mit dem charakteristischen Blau des berüchtigten, in der Föderation verbotenen Erzeugers von Mörder-Kater bei Menschen und auch anderen Humanoiden liegt nahe, sich bei der Simulation an Blue Curaçao zu vergreifen. Einige Rezepte schlagen vor, hier mit eben jenem Blue Curaçao, Vodka und Zitronenlimonade zu arbeiten. Mir persönlich reicht aber eigentlich die Optik, ich brauche nicht den heftigen „Schlag“ des Vodkas. Also habe ich mal ein bisschen herumgespielt – da auch beim Gin gelegentlich blaue Flaschen auftreten, kam mir als erstes ein leicht blau eingefärbter Gin Tonic in den Sinn. Dazu kam noch die Idee von einfach nur Blue Curaçao mit Tonic …

Beide Varianten habe ich in nachvollziehbarem Mischverhältnis und dafür geeigneten Gefäßen in teils sehr passender, teils eher nicht ganz so passender Atmosphäre ausprobiert:

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Mein Mann merkte völlig richtig an, dass beides durchaus noch in etwas verdünnter – also links mehr Tonic, rechts mehr Gin Tonic – als korrekt gefärbtes romulanisches Ale durchginge. Außerdem fiel der Satz: „Romulanisches Ale auf dem Todesstern? Da wird Babylon 5 ganz sicher draufgehen!“

Was ich konkret probiert habe:

  • Zwei Teile (beim vorliegenden 50ml-Becherglas: 10ml) Blue Curaçao,
  • Acht Teile (also hier 40ml) Tonic Water und
  • im etwas volleren der Gläser 5-7ml, also knapp ein Teil Gin.

Beides fand meinen Applaus – der Vollständigkeit halber habe ich aber noch folgendes probiert:

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Schon etwas ausprobiert auf der linken Seite: Die Blue Curaçao Gin Tonic Variante, daneben ein Mix aus 10ml Blue Curaçao und 40ml Bitter Lemon. Sieht auch gut aus und ist für etwas anders gestrickte Zungen sicher akzeptabler als Tonic, das nun doch manchen Leuten nicht so schmeckt – mir inzwischen aber schon.

Nun können die Gläser und die Nerd-Parties kommen!

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Mein Hof!

Vor einiger Zeit hatten wir bei uns einen Sushi-Abend – Freundinnen und Ex-Kolleginnen in Personalunion, jeweils mit Partnern, waren zu Gast bei uns. Diese Sushi-Abende sind immer damit verbunden, dass wir unser Sushi gemeinsam selbst machen. Mir war allerdings ein Malheur passiert: Ich hatte Frischkäse gekauft. Ich war mir ganz sicher. Zu Rollen mit Avocado passt der Frischkäse ganz gut und einige Leute in der Runde mögen auch zu anderen Zutaten in den Maki ganz gerne Frischkäse – also war das ein vitaler Bestandteil der Zutaten. Aber wie das Leben so spielt: Der gekaufte Frischkäse war unauffindbar. Wahrscheinlich stand er noch rum, als ich eine Aufräum-Wut bekam und ich habe ihn vor lauter Schusseligkeit weggeworfen – unbemerkt und ungeöffnet.

Als ich da so panisch saß, weil kein Frischkäse da war, brach mein Mann – der gar kein Sushi mag und zu dem Zeitpunkt auch nicht ganz fit war – einfach nochmal auf, um Frischkäse zu besorgen! Ich habe eigentlich gesagt gehabt, ich würde selbst fahren, aber er ließ es sich nicht nehmen, mich bei meinen Gästen zu lassen und mir Frischkäse zu kaufen. Da ich so verzweifelt wirkte, wie er sagte, brachte er mir eine kleine Halloween-Glubschi-Katze mit: Schwarz, mir rosa-glitzeriger Superhelden-Maske und grellgrünen Öhrchen und grellgrüner Schwanzspitze.

Wie man sieht, hat das possierliche Tierchen schon seinen Platz in unserem Haushalt gefunden: Hier beobachtet sie den Hof und die Einfahrt. Die 25 unsichtbaren Mauzen im Haus mögen das Tier auch, denn als „Glitzerkatze“ ist sie mittlerweile eine der Superheldinnen im Supermau-Universum, aus dem es jeden Abend für meinen Mann eine Einschlafgeschichte gibt. Glitzerkatze kann natürlich nicht die ganze Zeit Superheldentaten vollbringen, also ruht sie sich entweder auf unserem Fensterbrett oder beim nächtlichen Bewachen meines zugeklappten Laptops aus. Hübsch ist sie, nicht wahr?

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Eff-de-de

FdD … das ist eine Abkürzung, die ich zur Zeit gelegentlich benutze. Wie in meinen Statistiken zu sechs Monaten Laufen zu sehen war, befand sich über die Lauferei, die Frühstücksumstellung und dergleichen mein Gewicht im freien Fall, ebenso wie der Körperfettanteil in grober Abschätzung. Der Trend hat sich fortgesetzt:

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Beim Fettanteil habe ich nun wirklich nichts dagegen, aber 63kg sind wirklich die untere Grenze dessen, was ich wiegen möchte. Da die Waage nun auch schon einmal unter 63kg anzeigte, wurde mir immer klarer: So geht das nicht weiter. Da ich aber sehr gerne Sport betreibe, konnte ich kaum am Kalorienverbrauch etwas ändern. Also muss ich jetzt darauf achten, dass ich mehr esse. Kurz: Ich bin in der komfortablen Situation, wo andere FdH („Friss die Hälfte“) machen, sollte ich zumindest bis zum Abfangen meines Gewichts FdD („Friss das Doppelte“) machen. Das hat sich nun auch schon bewährt – innerhalb der Oktoberdaten schwankt das Gewicht nun um 64kg herum, während der Körperfettanteil noch immer eine Tendenz nach unten aufweist. Damit kann ich gut leben – wenn von Oktober auf November die lila Gewichtskurve ausflacht und die gelbe Körperfettanteils-(Abschätzungs)-Kurve weiter absinkt, wäre das genau das, was ich haben möchte. Und bis dahin werde ich zwar weiter darauf achten, WAS ich in mich hineinschaufle, der zweiten Portion aber durchaus nicht abgeneigt sein … bevor’s wieder über die 67kg hochgeht, kann ich ja mit mehr Sport und/oder weniger Essen gegensteuern.

Ich weiß, dass viele Menschen eher das gegenläufige Problem haben – auch deswegen kommt mir meines hier so skurril vor. Nichtsdestotrotz fände ich unter 63kg, gar unter 60kg zu fallen, bei meinen 174cm Körperhöhe schlichtweg indiskutabel.

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Broad Peak

Der Falchan Kangri oder auch Broad Peak ist mit 8051 Metern Höhe der zwölfthöchste Berg der Welt. Er bildet mit zwei anderen Achttausendern (Hidden Peak und Gasherbrum II) die Gasherbrum-Gruppe im Karakorum, an der Grenze zwischen Pakistan und China. Größer eingeordnet ist er Teil des Gebirgszuges Baltoro Muztagh, zu dem auch der nördlich vom Broad Peak gelegene K2 gehört.

Mir dient er aber gerade als Illustration für eine Eigenschaft des Straßenverkehrs. Die Fahrzeit von meinem Zuhause zu meiner Arbeit am Morgen hat nämlich auch einen ziemlich breiten Gipfel, der mit der vom „Peak“ suggerierten „Spitze“ nichts mehr zu tun hat. Ich möchte das wie untenstehend gezeigt illustrieren:

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Bildoriginal von Svy123 (Own work) (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0), via Wikimedia Commons. Achsen, Achsenbeschriftung und rote Linie von The Highway Tales.

Ohne Verkehr dauert die Fahrt etwa 55 Minuten – mit dem derzeitigen Umweg durch Baustellen vielleicht eine Stunde. Die rote Linie, welche die Konturen des Fotos vom Broad Peak nachzeichnet, ist natürlich keine akkurate Messung, die aus Fahrzeiten und mit statistischen Methoden abgeleitet wurde, sondern eine gefühlte Linie, deren Ähnlichkeit mit der Silhouette des Falchan Kangri natürlich rein zufällig ist.

Vielleicht, wenn ich um halb fünf aufstehen und um sechs losfahren würde, könnte ich vor dem breiten Gipfel der Fahrzeit zur Arbeit kommen. Da mein Biorhythmus aber eher zum Aufstehen gegen sieben oder acht tendiert und schon um sechs aufstehen ziemlich anstrengend für mich ist, kommt das nicht in Frage. Auf dem Abstieg auf der späten Seite ist es aber definitiv zu spät für die Arbeit. Mir bleibt also kaum eine andere Wahl als jeden Tag über den Gipfelgrat des „Broad Peak“ zu steigen; mit fiesen Anstiegen der Reisezeit in den Baustellen bei Rastatt und Stuttgart, vor allem aber einem recht giftigen Steilhang der Fahrtdauer vor Pforzheim Ost.

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