Reiselauf

Ich war gestern und heute auf einer Fortbildung in Stuttgart. Das war sehr gut und brachte auch einiges, wahrscheinlich werde ich über die Zeit noch mehr daraus mitgenommen haben, als ich jetzt denke.

Natürlich lohnt es sich nicht, von Stuttgart Zentrum täglich nach Hause zu fahren … halt, Moment! Ich bin zeitweise täglich, mit dem Auto nach Stuttgart gependelt, anderthalb Stunden oder mehr eine Strecke! Das ist erst ein Jahr her – und es fand über sieben Jahre hinweg statt. Unglaublich, wie sehr das Bewusstsein sich ändert, wenn die Dinge sich ändern. Aber heute bin ich der Ansicht, dass es sich nicht lohnt, von Stuttgart wieder heimzufahren, wenn man zwei Tage für eine Fortbildung da ist.

Natürlich wollte ich – wie fast jeden Dienstag – auch heute laufen. Während der Fortbildung geht das schlecht, denn die Mittagspause bei solchen Kursen reicht kaum zum laufen und duschen, mal davon abgesehen, dass man sich ja mit den anderen Teilnehmern unterhalten möchte. Also ging ich morgens laufen, vor dem Frühstück im Hotel. Mein Hotel und auch die Kursstätte waren in Steinwurfweite vom Hauptbahnhof, so dass die nächste Grünfläche der Schlossgarten war. Also stand ich morgens um sechs auf, verließ das Hotel und lief zum Schloss, dort in den oberen Schlossgarten und dann über die Stuttgart-21-Baustelle hinweg in den mittleren und schließlich den unteren Schlossgarten, drehte eine Runde um Schloss Rosenstein und lief noch ein paar Umwege, drehte auf dem Rückweg eine Extra-Runde im mittleren Schlossgarten und kehrte zum duschen ins Hotel zurück, bevor ich beim Frühstücken feststellte, dass zwei weitere Lehrgangsteilnehmer ebenfalls im Hotel waren. Mit denen frühstückte ich dann.

Das Stuttgarter Zentrum hat ja den Ruf, mit Feinstaub und Stickoxiden belastet zu sein. Dazu die Baustellen – und tatsächlich: Beim Laufen roch es mal nach zermahlenem Stein oder aufgewühlter Erde, dann wieder nach Abgasen. Aber zu meiner Irritation gab es noch einen Geruch, den ich so im Schlossgarten in Karlsruhe noch nie in der Intensität abbekommen habe. Es roch im Umfeld fast aller nicht-Jogger im Park, auch im Bereich der Radfahrer, recht offensiv nach Parfum! Das fand ich auch sehr unangenehm, vor allem aber auch ein bisschen überraschend.

Morgens, halb acht in Deutschland

Ich fahre gerne Bahn. Weiterhin.

Heute allerdings frage ich mich mal wieder, was der Mist nun soll. Ich bin nach der SuperBowl-Party bei Freunden nach Hause, habe eine Stunde geschlafen und bin nun am Karlsruher Hauptbahnhof, um auf eine Fortbildung nach Stuttgart zu fahren. Dank Vorschlafen am Sonntagnachmittag hält sich die Müdigkeit in Grenzen. Um meinen Fernzug nicht zu verpassen, bin ich mit einer frühen S-Bahn in die Stadt gefahren. Oft steht die S-Bahn ein paar Minuten vor Durmersheim und dann etwas vor dem Albtalbahnhof. Daher habe ich lieber auf 7:30 in Karlsruhe geplant als auf um 7:45. Mein IC fährt um 8:06. Theoretisch. Praktisch hat er 10 Minuten Verspätung, die bereits 25 Minuten vor Einfahrt in Karlsruhe angezeigt werden – Potential für mehr – und kommt in umgekehrter Wagenreihung an.

Es erweist sich mehr und mehr, dass der ÖPNV auch ohne Berücksichtigung der höheren Taktung zuverlässiger ist als der Fernverkehr. Ich hoffe, auch im Interesse der Umwelt, dass die Bahn das mal in den Griff bekommt!