[KuK] Mobilität im Wald

Heute auf meiner Laufroute zwischen Elchesheim und Bietigheim gesehen – ein mobiler Hochsitz.

Ich sehe mobile Hochsitze immer häufiger. Mein Großvater väterlicherseits war Jäger – und auch wenn ich die Notwendigkeit der Bestandskontrolle beim Wild einsehe, da der Mensch die Räuber zurückgedrängt oder ausgerottet hat, waren die zwei Mal, die ich meinen Großvater begleitete, genug für mich. Wie gesagt, ich sehe die Notwendigkeit ein, es wäre aber so richtig gar nichts für mich.

Bisher habe ich allerdings auch eher stationäre Hochsitze gesehen. Vor kurzem tauchte ein solcher Hochsitz-Anhänger auf den Feldern auf der Hardt auf. Nun habe ich den hier zwischen Elchesheim und Bietigheim, in der Nähe des Wasserwerks gesehen.

Scheint ein Trend zu sein.

Navi spielen

Unser Besuch hat ein größeres Auto als wir, wenn wir also durch die Gegend fahren, bietet es sich an, mit dem Auto des Besuchs zu fahren. Der Fahrer kennt sich bei uns natürlich nicht so gut aus, außerdem sind ja wir da, die uns auskennen …

Und so spiele ich immer das Navigationsgerät. Bei dieser Aktion versuche ich dann immer, wie das Navi zu sprechen. Kaum ist das Auto an, wir müssen aber ausparken, wenden und in die andere Richtung durch unsere Straße, da sage ich: „Bitte wenden!“. Ich gestehe, mit dem Abschätzen der Distanzen ist es noch nicht so gut, manchmal sind’s sicher eher 80 Meter, wo ich dann sage: „Nach 120 Metern links abbiegen!“

Aber ich habe das die meisten Fahrten gestern durchgezogen: Auf der Fahrt nach Rastatt, um im Kino „Spiderman“ anzuschauen, dann wieder auf der Fahrt nach Rastatt, um später am Abend japanisch essen zu gehen. Ich hatte unheimlichen Spaß daran und das hat man auch gemerkt!

Natürlich blieben die Sprüche nicht aus: „Aber du bist doch gar nicht sehr groß und blau“, meinte mein Nennbruder. „Oh, wir haben ein Tallytom!“, kam von meinem Mann. Aber sowas begrüße ich dann ja! Damit habe ich ganz offiziell Navigationsgerät gespielt – und Spaß dran!

[KuK] Es ist wieder soweit…

Vor ca. einem Jahr habe ich Talianna zum Campus Run begleitet und sie anschließend mit nach Karlsruhe genommen. Auf der Fahrt hat sie in meiner Musiksammlung ein bestimmtes Lied gefunden, welches sie unbedingt hören musste (und sich wie ein kleines Kind gefreut hat).

Heute morgen fuhr ich zur Arbeit, hing so auf der A8 meinen Gedanken nach und stolperte dabei auch über den heute wieder stattfindenden Campus Run… und in just diesem Moment spielte das Radio besagten Song. Ich sag nur…

…we got to move these refrigerators, we gotta move these color TVs…

…bis später Tally und danke Radio BOB!

Was – soll – das?

Heute auf dem Heimweg vom Fitnessstudio kamen mein Mann Holger und ich aus dem Wald auf die Straße zwischen der einen Seite des Dorfes und Festplatz sowie Sportplätzen. Das ist eine Straße innerhalb des Dorfes, müsste ein Tempo-30-Bereich sein, es sind enge Kurven, Häuser mit Familien mit Kindern daran, eine schmale Brücke über den Bach, Waldwege für’s Joggen und Radfahren in der Nähe, für viele Kinder und Erwachsene des Dorfes der Weg zum Sportverein – Handball, Fußball, Turnverein und Schützenverein sind dort. Außerdem hat’s dort die Glas- und Altkleidercontainer. Eine Gegend, in der ich immer besonders vorsichtig mit dem Auto fahren würde, da Kinder, Radfahrer, sonstige Fußgänger … eben diverse schwächere Verkehrsteilnehmer in Legion unterwegs sind, oft hinter der Kurve durch eine Hecke versteckt.

Wir kamen also aus dem Wald heraus, sahen uns an der T-Kreuzung zwischen Waldweg mit Containern zwischen Kreuzung und Eingang zum Wald auf der abknickenden Dorfstraße um, wollten die Straßenseite wechseln – und hielten inne.

WRRRRRRRRUUUUMMMM!

Ein schwarzes, tiefergelegtes Fahrzeug, das sich massiv in die Kurve legte und nach „keine volle Kontrolle mehr“ aussah, schoß um die Ecke mit Hecke, schlug andersrum ein, am Steuer ein junger Typ, schoß um die nächste Ecke, an der wir gerade auf die Straße wollten. Ein Glück waren wir noch nicht ganz normal dort lang gefahren beziehungsweise gelaufen – mein Mann auf dem Fahrrad , ich auf Laufschuhen. Der Typ hätte nicht bremsen können, wir wären nicht weggekommen. Wo nun drei Blitzsäulen auf der Hauptstraße im Dorf stehen, muss scheinbar auf den noch mehr von Fußgängern und Kindern frequentierten, noch unübersichtlicheren Seitenstraßen gerast werden wie irre … der Typ hat doch einen Peperoni dort stecken, wo die Sonne nie scheint!

… und der Zweite, scheinbar vernünftigere, kam langsamer direkt hinterher, bis er an der Kurve war, dort quietschte und krachte es, als er grausam runterschaltete und beschleunigte wie auf dem Hockenheimring.

Reminiszenz

Gestern habe ich die A8 erlebt – seit langem mal wieder zu Pendlerzeiten. Ich war allerdings nur Beifahrerin. Es ging vom Karlsruher Dreieck bis Leinfelden/Echterdingen und zurück, im Rahmen der Fahrt zu einer Besprechung in Tübingen.

Es gibt eine Baustelle im Anstieg von der Rheinebene auf den nördlichsten Ausläufer des Schwarzwalds, der übliche Stau vor Pforzheim-Ost in beiden Richtungen existiert noch. Um das Leonberger Dreieck herum herrscht der übliche Wahnsinn. Alles also noch da – die erste der beiden Brücken bei Pforzheim-Ost, die für den sechsstreifigen Ausbau neu gebaut werden müssen, spannt sich bereits über die volle Breite der künftigen Autobahn. Ich fühlte mich wie eine Touristin.

Dann las ich dem Kollegen am Steuer die „Ode an die A8“ vor. Er fand sie ziemlich gut! Lange habe ich sie nicht gelesen, deswegen …

Ode an die A8

Oh holdes Band aus schwarzem Stein,
Oh Straße die führt weg vom Rhein,
Bist ständig hier und da in Bau,
Doch auch der Unfall führt zum Stau.

Führest über Berg und Tal,
Im Stau ist es ’ne wahre Qual.
Doch bist Du frei, die Sonne lacht,
Könnt ich Dich lieben, oh A8.

Oh holdes Band aus dunklem Stein,
Oh Straße die führt hin zum Rhein,
Hunderttausende von Wagen,
Sich auf Dir täglich weiter plagen.

Doch rollen meines Autos Reifen,
Oft ruhig und schnell auf Deinen Streifen.
Ich schätze Dich, bei Tag und Nacht,
Sei bitte frei, Autobahn Acht.

Ob das etwas nützt?

Auf meinem Weg vom Büro zur Bahn wurde ich heute Zeugin eines Gesprächs, das mir im Gedächtnis blieb. Ein Autofahrer stand an der Ampel der Markgrafenstraße auf die Fritz-Erler-Straße und stritt mit einer Radfahrerin. Mir wurde erst, als ich schon in der Bahn saß, so richtig klar, dass es möglicherweise einen ernsten Anlass gegeben haben könnte. So wirkte das recht skurril …

Sie (in moderatem Badisch): „Wo isch rechts?“

Er: „Sie haben keine Ahnung!“

… und dann wieder von vorne. Nach einem Moment wechselte sie, nach mindestens sechs Wiederholungen, auf: „Es gilt rechts vor links!“ Was er erwiderte, verstand ich nicht, da er von mir abgewandt aus seinem Autofenster heraus stritt. Das fruchtlose Gespräch aus stupider Wiederholung auf beiden Seiten währte garantiert anderthalb Minuten.

Ich gewann den Eindruck, dass er ihr dann auf einem Tablet, nunmehr ausgestiegen, etwas zeigte. Ich vermute, dass es um ein Einbiegen der Radfahrerin von rechts ging, und er der Ansicht war, aufgrund des geradeaus Fahrens (falsch) oder einer Bordsteinkante (richtig) davon ausging, sie habe keine Vorfahrt gehabt. Sie dagegen war natürlich ebenfalls von ihrer Vorfahrt überzeugt.

Aufgrund des Verhaltens beider gehe ich von einem Fast-Unfall aus, jedoch nicht von einem tatsächlichen Unfall. Wissen kann ich es natürlich nicht. So blöd es ist, wenn es einen Fast-Unfall gab – einander aufgebracht mit einem einzigen Satz niederschreien und nicht ausreden lassen bringt gar nichts zur Klärung.

Irgendwie schon krass, wie sehr sich sowas aufheizen kann!

In der Mitte

Lange Zeit war ich ja für weit mehr als 90 Prozent der Zeit, die ich in Autos verbrachte, die Frau am Steuer. Bei 86 Kilometern zur Arbeit und 86 Kilometern zurück, fünf Mal die Woche, wundert das nicht. Auch jetzt, da ich nicht mehr viel fahre, ist der Platz vorne links immer noch ganz typisch der meine.

Heute allerdings war ich mit der Bahn bei einer Besprechung bei den Kolleginnen in Heidelberg. Den Hinweg absolvierte ich per S-Bahn – zuerst S7/S8 des KVV, dann die S3/S4 des RNV von Karlsruhe nach Heidelberg. Für die Hinfahrt war das einfach günstiger, als zum Büro oder einem Treffpunkt zu fahren. Für die Rückfahrt zum Büro bat ich dann um eine Mitfahrgelegenheit, und im Auto der Chefin war noch ein Platz. Wir waren zu fünft – der Individualverkehr wurde hier also maximal mit Passagieren ausgenutzt, so dass die Pro-Kopf-Ökobilanz für das Auto verhältnismäßig gut war. Allerdings saß ich dann hinten in der Mitte. Das ist ziemlich ungewohnt, allerdings ist „hinten in der Mitte“ in meinen Augen besser als allein auf der Rückbank. Im Auto gibt’s nämlich Kommunikationszonen. Auf der Rückbank hört man wegen der schalldämmenden Sitze, der Reflexion des nach vorne Gesagten durch die Windschutzscheibe auf’s Armaturenbrett und der Sprechrichtung „nach vorne“ recht schlecht, was Fahrer und Beifahrer sagen – erst recht, weil Fahrer und Beifahrer naturgemäß ihre Lautstärke eher aneinander als an die außerhalb des Blickfeldes sitzenden Mitfahrer anpassen. Im Gegenzug sind die Hinteren vorne schlechter zu verstehen als hinten. Es gibt also die Gesprächszone „Fahrer&Beifahrer“ und die Gesprächszone „Rückbank“. Es ist schön, mit Leuten in derselben Zone zu reden, statt dauernd konzentriert nach vorne zu lauschen und sich gegebenenfalls mit erhobener Stimme zu Wort zu melden.

Die Gespräche drehten sich um viele tolle Dinge – laufen, eine Reise und ein Star-Trek-Zitat („If something’s important, you’ll make the time“). Schön für mich, hoffentlich auch schön für die Mitfahrer!

Da (in Star Trek) der Platz in der Mitte der Platz des Captains ist … wie in Star Trek: The Motion Picture Kirk sagt: „Ich übernehme den Platz in der Mitte!“, fühlte ich mich zumindest wie der Captain des Gesprächs. Ich kann nicht leugnen, dass mir das gefiel!

Car-Freitag

Es geht mir heute schon wieder besser – der Höhepunkt der Erkältung war am Donnerstag. Der Karfreitag ist aber auch immer der Car-Freitag, an dem wir zu meinem Vater auf den Campingplatz fahren. Er lädt immer dann ein, weil die Schwiegerfamilien seiner beiden Töchter – die meines Mannes und die des Mannes meiner Schwester – typischerweise am Ostersonntag oder Ostermontag einladen. Die Schwiegerfamilie meiner Schwester braucht aus Gründen mehrerer Fraktionen meist mehrere Tage, meine Schwiegerfamilie ist recht spontan unterwegs – auch der Tatsache geschuldet, dass mein einer Schwager Berufsfeuerwehrmann ist und daher etwas krass Dienst hat – zumindest nach den Vorstellungen von Leuten, die wochentags täglich ca. acht Stunden arbeiten und dann durch sind.

Zu meinem Vater zu fahren, das ginge auch so halbwegs per Bahn – würde aber sehr lange dauern. Es hieße, von uns nach Karlsruhe, von dort nach Eppingen und dann weiter mit der S-Bahn des VRN. Es wäre auch noch ein ganzes Stück zu Fuß von der nächsten Station zu meinem Vater. Also fahren wir mit dem Auto, meistens haben wir auf der Strecke Stau. Komisch: Am Karfreitag um die Mittagszeit habe ich schon einen Haufen Staus erlebt. Jedes Mal fahren wir nach Walldorf und dann weiter Richtung Sinsheim, fast stets stehen wir bei Bruchsal und dann am Walldorfer Kreuz. Vermutlich werden wir nachher stattdessen über die B293 durch das Kraichgau fahren und ganz lässig den Frühling anschauen, auf unserem Weg. Einmal haben wir das gemacht, es dauert zwar länger als über die freie Autobahn, geht aber schneller, relaxter und vor allem zuverlässiger in der prognostizierten Zeit als über die verstaute Autobahn.

Es ist also Car-Freitag. Und wir fahren. Mit meinem Aygolein, das diese Ostern das erste Mal unser Aygolein ist, da wir nur noch ein Auto haben.

Tristesse

Draußen regnet es. Nicht sehr, aber doch. Heute habe ich unser Auto für einen Außendienst gebraucht, ausgerechnet an einem Tag, an dem solches Wetter ist und mein Mann so nicht die Möglichkeit hat, vom Ebike zur Arbeit auf das Auto auszuweichen. Der Himmel ist grau, es ist kühl, und ich merke, dass ich erschöpft bin.

An solchen Tagen, gerade wenn man schon den Frühling gespürt hat, fühlt sich diese kühle, graue Wettertristesse und dass man dabei trotzdem den Alltag bewältigen muss, irgendwie unerträglich an.

Ich war schon deutlich tiefer in diesem Gefühl drin. Ich weiß, dass ich in Sachen Stimmung, Laune und auch Gesamtsituation auf hohem Niveau jammere. Erschöpfungssyndrom ist’s nicht, das ist anders, Depression auch nicht. Ersteres kenne ich aus eigener Erfahrung, letzteres kenne ich nur ansatzweise selbst, aber eben auch von Freunden.

An solchen Tagen, wenn es einen anfällt, habe ich dem Gefühl einen Namen gegeben: „Zuhause sitzen und sich wünschen, zu hause zu sein.“

Ganz analog dazu meint eine Freundin in solchen Situationen manchmal: „Ich will auf den Arm!“

Es ist dieses Gefühl, dass doch jemand da sein muss, der es richtet, einen tröstet, einem sagt, dass es nicht so schlimm ist. Jemand mit der tröstenden Autorität von Eltern. Aber da ist keiner. Ich bin ein erwachsener Mensch, auch wenn ich mich nicht immer so benehme und fühle. Ich ziehe mich an den eigenen Haaren aus dem Sumpf, wie Münchhausen. Ich kann das. Wie schön wär’s aber, es manchmal nicht zu müssen. Zum Glück gibt es Freunde, Ehepartner, Familie, die einem helfen können. Aber das Verhältnis „Eltern zu Kind/Jugendlichem“ ist weg. Ein Glück für die Eltern. Diese Verantwortung ist heftig!