Ein Gedanke…

…setzt sich langsam in meinem Kopf fest.

Denn: Seit April diesen Jahres fahren mein Mann und ich für alle regelmäßigen, alltäglichen Tätigkeiten kein Auto mehr. Wofür haben wir das Auto seit dem benutzt?

  • Sperrige, größere Abfälle zur Deponie bringen
  • Urlaubsfahrt

Eine kurze Aufzählung? Ja, sonderlich lang ist sie nicht. Bevor wir den Fahrradanhänger hatten, gab es noch regelmäßig Fahrten zum Einkaufen, dazu ein paar wenige Fahrten bei schlechtem Wetter zu Vorträgen, aber das würde ich sicher auch mit dem Fahrrad machen, wenn kein Auto da wäre, oder halt mit ÖPNV-Fahrrad-Hybrid-Lösungen.

Dann habe ich mir überlegt, dass ich für unser Auto einen ganzen Batzen Geld an Versicherung, einen (deutlich kleineren, da kleiner Motor) Batzen Geld an Steuer unabhängig von allen Aktionen zahle, dazu Wartungskosten – und das, ohne dass das Ding bewegt wird. Dann kommen noch Spritkosten dazu und auch vom Rumstehen wird das Gefährt nicht besser, auch wenn die anderen, bei regelmäßiger Bewegung anfallenden Verschleißeffekte am Ende teurer sind.

So ganz langsam stellt sich dann die Frage, ob es nicht nur ökologisch sinnvoll und platzsparender, sondern auch ökonomisch sinnvoll wäre, für die wenigen verbleibenden Fahrten auf ein flexibles Modell aus Mietwagen, Carsharing und Taxi zu setzen. Denn ganz offen: Sogar Taxifahren kann man für den Mindestsatz Haftpflichtversicherung eine Menge, und dann ist noch keine Spritersparnis eingerechnet.

Freilich ist das Ganze noch nicht spruchreif, aber ich muss gestehen, dass vom ersten Mal laut und in Beisein anderer diese Idee formulieren bis zu einem recht konkreten Planen des „Wie“ statt nur des „Ob“ verblüffend wenig Zeit verging. Der Boden ist also bereitet. Mal sehen, wie sich der Gedanke weiter entwickelt.

Sportfazit Juli

Am Ende eines Monats habe ich dann immer was zu bloggen. Freilich fällt mir auch sonst meist irgendwas ein, aber manchmal scheitert’s auch an der Zeit. Für das Monatsfazit nehme ich mir aber meistens dann doch die Zeit… und im Juli lief’s wie folgt:

Zusammenfassend lässt sich sagen: Ich habe alle beabsichtigten Sportarten betrieben, ich bin bei allen weiterhin auf dem Weg zur Zielerreichung oder habe das Jahresziel bereits erreicht oder überschritten. Allerdings blieb manches trotz Sommermonat hinter der „Monatserwartung“ zurück:

  • Rad gefahren bin ich rund 624 Kilometer – vier mehr als die angesagten „20 pro Tag im Schnitt“.
  • Geschwommen bin ich sogar 6,7 Kilometer, mein Ziel sagte nur „1000 Meter pro Tag im Schnitt“. Daher habe ich beim Schwimmen auch mein Jahresziel von 12 Kilometern schon erreicht – im ersten Jahr, in dem ich das Schwimmen wieder betreibe und auch erfasse. Das heißt aber nicht, dass ich nicht weiter schwimmen will – im Herbst hoffe ich auf ausreichend niedrige Inzidenzen, um einen Kraulkurs belegen zu können.
  • Beim Skaten kamen mir Urlaub, Wetter und auch teils ein bisschen die Motivation in die Quere – vorsichtige eintausend Meter pro Tag im Jahresschnitt sind angesagt, da bin ich gut davor – aber im Juli habe ich nur insgesamt 10 Kilometer drauf gebracht. Naja, kommt wieder.
  • Auch beim Laufen habe – wenn auch knapp – das auf den Monat runtergebrochene Jahresziel verfehlt: Nur 290 Kilometer standen am Ende auf der Liste. Allerdings habe ich mit 4250 Höhenmetern den steigungsintensivsten Monat meiner Laufkarriere absolviert, den größten Teil davon im Urlaub an den Anstiegen des rechtsrheinischen Ufers des Mittelrheins.
  • Mit 59,5 Stunden Sport im Juli lag ich etwas unter den zwei pro Tag, die ich angesetzt habe, beim Eigengewichts-Krafttraining, Balance-Board und Dehnen ist aber alles gut im grünen Bereich.

Da ich aber vor dem Juli bereits einige „Vorleistungen“ erbracht habe, bin ich bei allen meinen Zielen dem Soll voraus und werde zum Jahresende meine Ziele erreicht haben, wenn es auch nur vage so weiter geht:

Highlights des Juli lagen vor allem in mehr Höhenmetern – vor allem beim Laufen, aber auch beim Radfahren wage ich mich wieder an mehr Steigungen. Bei den Radfahrten halte ich das erst für den Anfang, bei den Höhenmetern wird der August ziemlich sicher ein „Back to Normal“ bringen.

Schwimmen wird bei mir langsam auch ein Teil der Routine, das kam aber vor allem in Juni und Juli, wie man unten sieht:

Schwimmkilometer und Schwimmzeit.

Was der August nun bringen wird? Keine Ahnung. Schwimmen, Radfahren, Laufen, beim Skaten wieder sicherer werden und Bremstechniken lernen – das wäre schon nett. Auch die Höhenmeter beim Radfahren hochzuschrauben wäre mir ein Anliegen, aber das mache ich Stück für Stück. In jedem Falle sind viele Intervalltrainings geplant, denn im September soll meine Bestzeit im Halbmarathon unterboten werden.

Ein bisschen mehr bloggen würde ich allerdings auch gerne wieder, aber irgendwas ist ja immer.

[KuK] Berglauf-Urlaub

Urlaubsbilanz bisher.

Hochgebirge ist zwar anders, ich bin schließlich am rechten Ufer des Mittelrheins, aber die Hänge zum westlichsten Ausläufer des Westerwalds hoch und wieder runter erlauben pro Anstieg über 100 Höhenmeter… und man kann ja mehrfach drüber laufen.

Und so renne ich schnell die Hänge hoch und schleiche feige und langsam wieder runter, nur um dann wieder mit Power hochzutrailen. Spaß macht’s, und es hat den Juli bereits zu meinem höhenmeterstärksten Laufmonat gemacht – vielleicht knacke ich bis Samstag erstmals die 4000 Lauf-Höhenmeter in einem Monat. Bei 3217 Metern diesen Monat bin ich schon – mit weniger als 200 Metern pro Tag komme ich klar, wenn man sich so anschaut, was ich in den ersten drei Tagen hier veranstaltet habe.

Freuden- und Rührungstränen

Ich bin nah am Wasser gebaut. Das weiß ich, das weiß so ziemlich jeder in meinem Umfeld. Ich heule aber nicht nur, weil es mir schlecht geht, weil ich verzweifelt oder traurig bin – natürlich auch deswegen, aber noch nicht einmal hauptsächlich beziehungsweise am häufigsten aus diesen Gründen. Weit häufiger vergieße ich Tränen, weil ich glücklich, gerührt, überwältigt, erfreut oder stolz bin. Im Ziel nach meiner Halbmarathon-Bestleistung von 1:27:02 im August 2019 habe ich geheult und gegrinst, bei meinen Geburtstagsfeiern geht regelmäßig, wenn es an Glückwünsche, wundervolle und humorvolle Reden meiner Freunde und an Geschenke geht, das große Geheule los. Aber auch Geschichten, sowohl fiktionale als auch reale, gehen mir unter die Haut und lassen meine Augen überlaufen. Gestern war es mal wieder so weit:

Wir saßen im Urlaub bei Freunden auf dem Sofa, zu dritt zuerst, später zu viert. Im Fernsehen lief das olympische Straßenrennen der Frauen. Eine Ausreißergruppe aus Omer Shapira, Anna Plichta und Anna Kiesenhofer fuhr weit vor dem Feld, in dem die Niederländerinnen, die Deutschen und die weiteren Teilnehmerinnen nicht so recht eine organisierte Verfolgung auf die Reihe bekamen. Dann versuchte Annemiek van Vleuten auszureißen, aber der Vorsprung von ursprünglich 10 Minuten schmolz langsam zusammen, aber nicht schnell genug. Ich hatte schon recht früh den Verdacht, dass der Ausreißversuch von Shapira, Plichta und Kiesenhofer gute Chancen hatte, denn der Vorsprung blieb einfach zu lange zu hoch. Natürlich rückte dann auch immer mehr in den Fokus, wer da vorne fuhr… und spätestens, als Anna Kiesenhofer sich an einem Anstieg von Plichta und Shapira absetzte. Die Kommentatoren und mein Smartphone lieferten Informationen: Kein Profi ist sie, hat mal ein Jahr in ein Profi-Team geschnuppert, sich dann aber für ihre Forscherkarriere an der ETH Zürich entschieden, promovierte Mathematikerin… ehemalige Triathletin, die jedoch mit dem Laufen ihre Probleme hatte. Dann fand ich noch heraus, dass Anna Kiesenhofer wohl nicht so die große Peloton-Fahrerin ist, lieber Einzelzeitfahren und Berge fährt… immer mehr überrollte mich eine Welle der Sympathie für eine Frau, die mir in einigem ähnlich ist.

Und dann zeichnete sich mehr und mehr ab, dass sie durchkommen würde. Freilich spielte da auch mit, dass wohl das Peloton nicht gut informiert war und insbesondere die an einer konsequenten Nachführarbeit gegen Ausreißer interessierten Niederländerinnen nicht wussten, dass und vor allem wie weit vor ihnen da eine Österreicherin um olympisches Gold fuhr.

Aber dass auch das Glück der schlechten Kommunikation der Abstände und der Rennsituation auf Anna Kiesenhofers Seite war, ändert nichts daran, dass sie mit einer unglaublichen, beeindruckenden, begeisternden, rührenden Flucht in Fluchtgruppe, später Soloflucht verdient olympisches Gold gewann. Ich habe Freuden- und Rührungstränen und ein bisschen aus Schock geheult, als sie die Sauerstoffschuld des Finales abkeuchte, rücklings auf dem Boden des Motodroms liegend. Nur noch Freuden- und Rührungstränen waren’s, als sie dann aufstand, realisierte, dass sie wirklich gewonnen hatte. Noch mehr Sympathie überkam mich bei ihrem Blick zu den Niederländerinnen, die die Köpfe zusammensteckten und sich wohl damit befassten, dass sie nicht mitbekommen hatten, dass da eine einzelne Fahrerin, die nicht mal Profi ist, vor dem Feld gefahren war uns sie sie nicht eingefangen hatten. Da konnte ich mir gut vorstellen, dass sie sich kurz doch ausgeschlossen fühlte, auch wenn ihr zuvor eine Dänin die Schulter getätschelt und ein „Well done!“ zugerufen hatte.

Gleich wie: Ich war gerührt und habe mich gefreut, und ich bin es immer noch. Und irgendwie bin ich nun schlagartig ein Fan dieser Wissenschaftlerin und Amateur-Radfahrerin geworden, die freilich sehr, sehr viel besser ist als ich, aber nichtsdestotrotz in vielem Gemeinsamkeiten mit mir zu haben scheint, die in mir eine warme Welle der Sympathie zum aufwallen bringen.

Herzlichste Glückwünsche zu diesem beeindruckenden Ritt, liebe Dr. Anna Kiesenhofer! Egal, ob Du (unter Sportlerinnen, freilich ganz unterschiedlicher Leistungsstufe, setze ich einfach mal das „Du“ voraus“) das liest, es war mir ein Anliegen, dies hier zu schreiben, auch wenn’s sicher fast mehr über mich aussagt als über eine Olympiasiegerin, die ich vorgestern nichtmal kannte und nun mich ihr Fan nenne.

Urlaub – natürlich nicht ohne Laufen

Inzwischen ist mein Urlaub in seine zweite Phase gegangen – der Besuch ist weg, nun sind wir der Besuch. Wir sind nun bei Freunden im Mittelrheintal, allerdings natürlich nicht in der Hochwasser-Region, sondern auf der anderen Rheinseite. Hier ist‘s nicht so weit zum Anstieg wie bei uns – man kann quasi direkt hoch.

Genau das habe ich heute gemacht: Auf der schon länger wieder freien Rheinpromenade von Unkel nach Erpel und dann hoch auf die Erpeler Ley – dreimal. Das hat Spaß gemacht! Ein Halbmarathon für den Spendenlauf zugunsten der Flutopfer war‘s auch, muss ich nachher noch hochladen:

One done, nine to go

Mein Zielerreichungs-Dashboard in meinem Trainingstagebuch, Stand gestern.

Ich habe mir für dieses Jahr Ziele definiert – gewohnt ambitioniert für’s Laufen, inzwischen auch ambitioniert beim Radfahren: zehn Kilometer Laufen am Tag im Jahresschnitt und zwanzig Kilometer Radfahren pro Tag, ebenfalls im Jahresschnitt. Bei beiden Zielen bin ich gut auf dem Weg. Auch die Gesamtstrecke und auch die Zeit, die ich mit Sport verbringen will, wird durch laufen und radfahren dominiert: zwei Stunden am Tag würde bei 10 km/h zu Fuß und 20 km/h auf dem Rad genau mit meinen Zielen an Kilometern korrespondieren. Ich bin freilich etwas schneller als das… aber es kommen ja weitere Sportarten dazu. Diese bedingen auch, nach vorsichtiger Zielsetzung, dass die Gesamtkilometer pro Tag im Jahresschnitt ein wenig über den 30 Kilometern pro Tag liegen, die sich aus meinen beiden Hauptsportarten ergeben.

Vorsichtig definiert habe ich die Streckenziele, die im vergangenen Jahr gar nicht beackert wurden: Schwimmen und Inlineskaten. Bei ersterem habe ich extrem vorsichtige 1000 Meter pro Monat definiert – und die sind mit den gestrigen Kilometern erfüllt. Beim Skaten bin ich recht weit, ein Kilometer im Schnitt pro Tag ist aber auch ein sehr vorsichtiges Ziel. Vorsichtige Ziele sind aber bei Dingen, die man nicht einschätzen kann, gute Ideen, finde ich.

Was Krafttraining, Dehnen und Balance angeht, bin ich auch auf einem guten Weg und das kann ich auch recht gut einschätzen.

Aber am Ende des Tages ist erstmal zu feiern, dass ich mein erstes Jahres-Mengenziel bereits 23 Tage nach der Jahresmitte erreicht habe. Ich werde dennoch weiter schwimmen gehen – im Herbst ist, sofern die Auswirkungen der Delta-Variante es zulassen, sogar noch ein neu zu erlernender Schwimmstil, nämlich kraulen geplant. Ich hoffe, der Kurs wird stattfinden. Ich schwimme zwar schon solide über 2 km/h Brust, aber Kraulen ist halt doch ein deutlich schnellerer Stil – und den würde ich gerne lernen.

[KuK] SOS

Dreimal kurz, dreimal lang, dreimal kurz – Morsezeichen für SOS. Ich interpretiere das mal als „Schwelle, Oh Schwelle“ und nicht als „Save Our Souls“. Welche Schwelle? Naja, die anaerobe! Um diese Schwelle zu trainieren, läuft man Intervalltrainings… und ich habe mir neben den steigernden „Brandungs-Intervallen“ (wenige, lange, langsame Tempophasen am Anfange, dann immer kürzer, immer mehr, immer schneller) schon seit langem eine Form zurechtgelegt, die ich gerne praktiziere: Die SOS-Intervalle. Eigentlich ganz simpel: Ich laufe dreimal 400 Meter, dreimal 1200 Meter und dreimal 400 Meter, mache jeweils eine Pause in Form einer langsam gelaufenen 400-Meter-Stadionrunde (ca. 10 km/h). Die schnellen Stadionrunden liegen stets deutlich über, die Dreifachrunden knapp unter 15 km/h. Das sieht dann so aus:

Es ist nicht das erste Mal, dass ich SOS-Intervalle laufe. Dieses Mal waren es 3:38/km bis 3:16/km für die schnellen 400er und schneller als 4:10/km für die flotten 1200er. Ich habe eben auch mal ein solches Training vom 22.08.2020 herausgekramt – da lief ich die 1200er ein bisschen schneller als jetzt, aber die 400er waren durchweg über 20 Sekunden pro Kilometer langsamer als heute!

Mal sehen, ob ich die 1200er nächstes Mal auch wieder schneller laufe… muss mal für mich analysieren, wie es für mich am meisten bringt.

Eine Frage…

Radwege sollen schön sein, durch die Natur führen, dort geht dann natürlich keine Bodenversiegelung und die Radwege sind eher geschottert.

In der Konsequenz kann man darauf nicht gut mit schmalen, leichtgängigen Reifen und nicht schnell fahren. Man kommt langsamer voran, muss mehr Kraft für dasselbe Tempo aufwenden, braucht eine Federung, wird eher dreckig als auf Asphalt. Man braucht also eine Dusche und eine Umkleide, um nach dem Radtransfer zur Arbeit, zur Dienstreise, zum Kunden wieder „seriös“ auszusehen. Zu zeigen, dass man das Klima schont, indem man per Rad kommt, ist also unseriös.

Was sagt das über die Idee aus, eine Verkehrswende auch außerhalb der Stadt über Fahrradfahren voranzutreiben? Was sagt das über das Fahrrad als Verkehrsmittel statt als Sportgerät oder Freizeitgefährt aus?

Dritter GemeinsamRun, Take 1

Heute ging’s wieder mit dem Lauftreff auf den GemeinsamRun, nun der dritte Lauf „Lauf Richtung Ettlingen“. Ich hatte ja nach der Zweitimpfung am Donnerstag gestern einen Test gemacht, ob mein System schon wieder belastbar ist. Die Antwort war ein „Ja“, also bin ich heute flott gelaufen – noch nicht am Limit, lange nicht, aber eben doch druckvoll. Um 9:30 trafen meine Laufpartner und ich uns an der Lauftreffhütte, dem Start, und dann ging es los. Der Lauf überquerte leider drei Straßen – jeweils zweimal. Das ist nicht so toll, die Strecke im nördlichen Hardtwald war eindeutig schöner und besser.

Das Ergebnis für Streckenerkundung und noch schonenden Umgang mit mir selbst nach der Impfung ist dennoch ziemlich cool – 1:38:02 sind wir gelaufen, meine Uhr zeigte zwar nur 20,83 Kilometer, die meiner Laufpartner diagnostizierten aber jeweils ziemlich präzise Halbmarathon.