Der Oktober – gelaufen

Der Oktober ist rum. Ich war im abgelaufenen Monat teils sehr gestresst, wobei ich gar nicht so genau sagen kann, warum – vielleicht einfach, weil das Pensum nach dem Kranksein hoch war und ich eine Auszeit brauchte. Ende Oktober hatte ich diese – und verbrachte sie unter anderem bei einem Kurs: Seit 25.10. bin ich mit einem C-Trainerschein für’s Laufen nach der LaufCampus-Methode ausgestattet. Aber auch sonst ging sportlich einiges – es war recht gutes Wetter, so dass ich den größten Teil meiner Arbeitswege noch mit dem Rennrad fahren konnte. Aber der Reihe nach:

Laufen

Insbesondere beim Laufen ging einiges. Der Anteil an Lauf-Technik-Übungen wuchs! Sechs Lauf-ABC-Übungen kannte ich und betrieb ich vor jedem Tempo-Training. Vom Trainerkurs kam ich mit elf Übungen zurück, von den für mich neuen sind mindestens drei sehr wertvoll, um mein Tempo zu steigern. Hopserlauf, Sprunglauf und Steigerungslauf kommen nun regelmäßig zum Einsatz.

Insbesondere das Technik-Training wuchs bei mir an. Auch recht deutlich ist, dass ich zunehmend vom Altra Escalante zum Altra Escalante Racer weiter wandere – und viel auf FiveFingers trainiere.

Radfahren

Recht große Anteile meiner Radkilometer im Oktober waren Arbeitswege – aber das ist ja meistens so. Besonders ist, dass ich in einem Herbstmonat noch so viel mit dem Rennrad fahren konnte. Das fand ich extrem befriedigend, es macht einen riesigen Spaß, den „Green Scooter Killer“ einfach laufen zu lassen.

Wahrscheinlich wird der „Red Flash“ nun wieder dominantes Rad – aber immerhin: Ich bin dieses Jahr mehr Kilometer mit dem Rennrad als mit dem Alltagsrad gefahren, bis zum heutigen Tag. Das ist deswegen ungewöhnlich, weil mir ab Juli eigentlich der größte Teil der Rennradsaison fehlt… wegen Corona und Fingerbruch. Aber im Oktober ging noch viel mit dem Rennrad, wie man sieht!

Sonstiges

Beim Ausgleich war im Oktober tatsächlich mehr Yoga und Dehnen dabei als zuvor, dafür habe ich beim Krafttraining etwas kürzer getreten. Aber auch das kommt wieder. Yoga war wichtig, um ein bisschen aus dem aufgeregten Alltag rauszukommen – und es hat geklappt.

Verlauf

Laufen und Radfahren kommen wieder in die Gänge, ich mache mehr Yoga – klingt sehr gut, finde ich. Zudem habe ich mit dem Trainingsplan für den Marathon nächstes Jahr begonnen, am Samstag laufe ich den ersten ernstgemeinten Nach-Corona-Wettkampf. Trainingsmethoden, die ich gelernt habe, wende ich auf mein alltägliches Training an. Es geht voran!

Die Leistungsschätzer habe ich erstmal noch weggelassen. Noch geht da nicht viel voran – aber das ist auch klar, ich musste erstmal wieder zurück auf die Strecke kommen beim Radfahren und Laufen. Corona und der Fingerbruch im Sommer haben mich ganz schön reingeschlagen. Aber wenn ich die Zeichen richtig deute und das konsequenter geplante Training (durch Trainerschein und auch durch mittlerweile ins Tagebuch eingebaute Plan-Tool) auch konsequent umsetze, dann wird das schon, denke ich – dann gehen bald auch PRAPP und PRAGQ wieder runter!

[KuK] And so it begins…

Heute beginnt mein Trainingsplan für das Highlight der kommenden Saison. Völlig gefüllt ist das alles noch nicht, aber manchmal muss man ja auch nachjustieren. Am Montag der ersten Woche ist natürlich noch nichts eingetragen… aber das hier ist, wie ich künftig meinen Plan nachverfolge.

Sicher gibt es andere Tools, vielleicht bessere. Aber das hier ist selbstgestrickt und erfüllt völlig meine Anforderungen, berücksichtigt auch meine Krankheitsbilder. Es greift auf meine lieb gewonnene, nach Sportart, Anlass, Trainingsart und Sportgerät aufgeschlüsselte Trainingstabelle zurück.

In diesem hier gezeigten Fenster wird die aktuelle Trainingswoche in Übersicht mit ihren Einheiten gezeigt, dazu der Gesamtstand nach Phasen in Zahlen und Graphik. Die aktuelle Woche ist in die Diagrammen schwarz umrahmt. Über allem schwebt das Ziel, der Saisonhöhepunkt.

Und so beginnt es, sagt Botschafter Kosh.

Treffen der Generationen

Wir schreiben das Jahr 2022… auf der Fitness-Matte im Hause Mau&Wolf durchfliegt ein Lego City Raumgleiter die unendlichen Weiten, als plötzlich ein altbekanntes Signal auf der Navigationskonsole auftaucht…

Überrascht meldet der Astronaut im Cockpit: „Zentrale! Es kommt noch ein Schiff auf uns zu… es ist der Galaxy Explorer! Orbiter.“ Hektische Aktivität entfaltet sich in der Zentrale, Magnetbänder aus Monochrom-Display-Zeiten werden eingelegt und Daten ausgelesen, während der Raumgleiter sich dem fremden und doch vertrauten Schiff nähert.

„Orbiter! Nennen Sie die Kennung des Objekts! Auf keinen Fall unautorisiert nähern… Zentrale!“ Doch es ist schon zu spät. Der Astronaut hat die Cockpithaube geöffnet und schaut sich das Ganze näher an. „Zentrale… LL 928 ist die Kennung des Objekts. Besatzung aus vier Personen… klassische Ausrüstung zu erkennen. Aber es ist groß – wirklich GROSS! Ich nehme Kontakt auf. Orbiter.“

„Orbiter! Gehen Sie vorsichtig vor… wir wissen nicht, was Sie da entdeckt haben… Kennung LL 928 ist bekannt, aber der Transpondercode des Objekts auf unserem Radar lautet 10497. Zentrale. Kommen, Orbiter! Zentrale!“ Doch der Astronaut vergisst alle Funkdisziplin: „Es ist… voller Noppen!“

„Wir waren lange da draußen… haben viel reparieren und verbessern müssen. Aber wir kommen in Frieden!“ Der Astronaut schlägt begeistert ein, als der Classic-Space-Commander des Galaxy Explorer ihm seine raumanzug-behandschuhte Hand reicht. Während die Zentrale fragt, wer da im Funk spricht, ist das Treffen der Generationen bereits in vollem Gange!

[KuK] Was meine Datei nun kann!

Dadurch, dass ich Anlass und Trainingsform voneinander abgetrennt habe, kann ich nun herrlich auch über Sportartengrenzen hinaus aufschlüsseln, weshalb ich unterwegs war und in welcher Form ich trainiert habe. Das ist sehr befriedigend und auch ein bisschen überraschend. Ich wusste, dass ich viel mit dem Rad zur Arbeit und zurück bzw. auch auf Dienstreisen unterwegs bin – und es IST eine Menge. Dass es aber nur knapp mehr als ein Viertel meiner Aktivstunden ausmacht, hat mich ein bisschen überrascht.

Die unterschiedliche Menge an „Wettkampf“ in Anlass und Form kommt übrigens daher, dass ich den Baden-Marathon zum Anlasse einer Wettkampf-Veranstaltung gelaufen bin, aber eben nicht mit dem Druck eines Wettkampfes, sondern als langen Lauf (hier als „Lang“ aufgeschlüsselt). Unter „Lang“ werden übrigens auch Greif’sche Endbeschleunigungen gehandhabt werden.

Planspiele

In den Jahren seit 2014, spätestens 2017, in denen aus mir von einer Anti-Kopfweh-Läuferin eine ambitionierte Hobbyläuferin wurde, habe ich das eine oder andere Buch gelesen – nicht nur, aber eben auch zum Laufen. Darunter waren bzw. sind:

  • „Laufen!“ von Lutz Aderhold und Stefan Weigelt
  • „Das große Laufbuch“ von Herbert Steffny
  • „Greif – for Running Life“ von Peter Greif
  • „Halbmarathon“ von Andreas Butz
  • „Die Laufbibel“ von Matthias Marquardt

Dass ich das göttliche „Born to Run“ von Christopher McDougall hier auslasse, hat einen Grund. Für das, über was ich hier schreiben möchte, waren tatsächlich zwei Sequenzen aus „Radsportberge und wie ich sie sah“ von Geraint Thomas sowie „Sokrates auf dem Rennrad“ von Guillaume Martin wichtiger als „Born to Run“. Tatsächlich schwebt zwar das Natural Running, die Idee des Langstreckenlaufs als große Idee, die FiveFingers, die Liebe zur Natur und das grundsätzlich ohne Kopfhörer laufen über allem, was ich in dem Bereich tue, aber mit dem Trainingsplan-Tool, um das es hier geht, hat das auf deutlich abstraktere Weise zu tun. Bei „G“ und bei Guillaume Martin habe ich nämlich „en passant“ die Rad-Intervalle kennengelernt – 20-40-Intervalle und 30-30-Intervalle. Diese waren doch recht bedeutend für die Idee, meinem in Excel geführten Trainingstagebuch einen grundlegenden Refit zu geben.

Zuerst hatte ich all die Daten, die ich erhebe, mittele, monatsweise aufzeichne, eine neue Sortierung gegeben: Summen von „realen“ Daten, Kinetik (also Bewegungsdaten, ohne die Dynamik zu berücksichtigen), rein physikalische Dynamik und Bewegungseffizienz (hier sind Tritt- und Schrittfrequenzen, aber auch die Leistung verortet), Physiologie (Herzschlag, verbrauchte Kalorien, Atemfrequenz…) und schließlich abgeleitete Leistungsschätzer (wie die geleistete Arbeit pro Herzschlag und pro Tritt, die Schritte oder Tritte pro Atemzug und vor allem die zusätzlichen Herzschläge pro zurückgelegter Strecke, die sich für mich als wichtigster Formschätzer erwiesen haben).

Danach ging es an etwas, das „klein“ erscheint, etwas, das ganz wesentlich von der Idee beseelt war, dass Laufen zwar mein Hauptsport, die anderen Sportarten aber nicht nur „irgendwas“ sind: Ich habe Anlass und Trainingsform voneinander getrennt. Zuvor erfasste ich beim Laufen die Form meines Trainings, beim Radfahren den Anlass der Fahrt, während Schwimmen, Inliner Fahren und sonstige Dinge gemeinhin unter „Alternativtraining“ fielen. Hier wird klar, warum Guillaume Martins und Geraint Thomas‘ Beschreibungen von Radintervallen für die Überarbeitung so wichtig waren: Rad-Intervalle sind eine Trainingsform! Zugleich spielte eine Rolle, dass mein längster Tempodauerlauf (als Element aus dem Greif-Countdown für meine Teilnahme beim Dämmer-Marathon in Mannheim) auf dem Arbeitsweg stattfand. Also trennte ich das Feld „Anlass/Trainingsform“ auf und schuf zwei neue: Anlass und Trainingsform.

Wo ich schonmal dabei war, kassierte ich die aus einer Schnapsidee entstandene Registerkarte für Verfolgung von Streak-Running in meiner Datei und setzte an deren Stelle eine Registerkarte für einen Trainingsplan. Diese gestaltete ich so, dass ich einerseits die Makrozyklen nach Marquardt (Vorbereitung I, II und III, Wettkampfphase und Regeneration) unter bekam, aber auch die Wochen intern strukturieren und den für mich sehr erfolgreich verlaufenen Greif-Countdown in der Vorbereitung III eintragen konnte.

Das Panorama.

Zentrum des Trainingsplans sollte das Ziel sein, der Saisonhöhepunkt, der Hauptwettkampf. Deswegen steht er oben links, und ist fixiert – wenn ich also scrolle, sehe ich trotzdem immer, wohin die Reise gehen soll. Die Makrozyklen sind bis zu zehnwöchig vorgesehen, nach zunehmender Wettkampf-Konkretisierung von Grün nach Orange gefärbt, die anschließende Regeneration ist in Blau abgesetzt. Ganz unten hängt die Trainingsformenliste – hier sind Abkürzungen, die ich für mich verwende, definiert und erklärt. Die Länge der Makrozyklen wird über eine Wochenzahl eingestellt, Dreh- und Angelpunkt der Datums-Berechnung ist der Beginn der Wettkampfphase, typischerweise der Montag zwei Wochen vor dem Marathon. Alle anderen Datumsangaben werden basierend auf der Länge der Makrozyklen daraus berechnet.

Zoom-In…

Am Beispiel der ersten zwei Wochen von Makrozyklus „Vorbereitung II“ möchte ich noch auf ein paar Aspekte eingehen. Die Wochenzahl bei den Makrozyklus-Eckdaten ist einstellbar, im weißen Feld unter „Beschreibung“ bei den Makrozyklus-Eckdaten ist Freitext vorgesehen, um zu beschreiben, was in diesem Zyklus passieren soll, was die Ziele und Ideen sind. Die Tage, die ich im Makrozyklus insgesamt und in den jeweiligen Wochen krank bin, werden aus meinem Schmerz- und Krankheitstagebuch automatisch erfasst. Dieses Tagebuch hat zwar den Hauptzweck, Strukturen zu erkennen und zu sehen, was mir gut tut und was eher schädlich für meine Kopfschmerzen, meine Colitis ulcerosa usw. ist, aber natürlich kann man krank nicht ambitioniert trainieren, und deswegen hat die Trainingsplan-Verfolgung die Information darüber zu enthalten. In den konkreten Wochen schließlich kann in den weißen Feldern unter „Form“ die Trainingsform ausgewählt werden – beschränkt auf die für den Trainingsplan niedergelegte Formen-Liste per Drop-Down-Menü (oder manueller Eingabe, aber mit Fehlermeldung, wenn’s keine vorgesehene Trainingsform ist). Was konkret gemacht werden soll, kann im dahinterliegenden Freitextfeld beschrieben werden – hier zum Beispiel die Tempofixierung für die Winterlaufserie als „Wdh“, womit konkret fünf Wiederholungen von 1500m im Zehner-Renntempo im Hinblick auf den Wettkampf am Ende der Woche gemeint sind. Schließlich folgt noch die Abfrage, ob ich das Training ausgeführt habe und ob es erfolgreich war.

Ausschnitt aus dem Trainingstagebuch – mit eher zu Testzwecken ausgefüllten Feldern zur Trainingsplan-Verfolgung. Natürlich waren die Arbeitswege am 07. bzw. 08.10. keine langen Läufe oder hochintensiven Intervalltrainings, aber ich brauchte Testdaten.

In meinem Trainingstagebuch sehe ich nun vor, dass die Trainingsform gemäß Trainingsplan angegeben werden kann. Zwar ähneln die Trainingsformen, denen ich langfristig jede meiner Aktivitäten zuordnen möchte und über deren jeweilige Anteile ich Buch führe, jenen Trainingsformen, die im Trainingsplan vorgesehen sind, das muss aber nicht deckungsgleich sein. Daher habe ich eine statische, für die „Ewigkeit“ gemachte Trainingsformenliste, der ich jede meiner Aktivitäten zuordne, und konkrete, auf den aktuellen Trainingsplan bezogene Trainingsformen, die im Trainingsplan definiert, in der Wochenplanung benutzt und bei der Trainingsplan-Verfolgung im Trainingstagebuch angegeben werden können. Im Trainingsplan-Tab wird dann geprüft, ob die entsprechende Trainingsform in der fraglichen Woche durchgeführt wurde und ob sie erfolgreich war – kann ja immerhin sein, dass ich einen Tempodauerlauf gemacht habe, das Tempo aber nicht halten konnte – das ist dann durchgeführt, aber nicht erfolgreich. Auch das sagt mir was, und kann zur Anpassung der Ziele führen. Dass ich nicht tagesscharf, sondern nur wochenscharf erfasse, ob ich die Trainings meines jeweiligen Wochenplans durchgeführt habe, hat einen Grund: Ich bin kein Profi. Es gibt einen Alltag, es gibt Notwendigkeiten außerhalb des Sports. Also schiebt man manchmal, und da will ich nicht jedes Mal im Plan korrigieren müssen. So viel Schlauheit traue ich mir selbst zu, dass ich nicht Greifs Treppe, Greifs TDL und die Endbeschleunigung auf Freitag-Samstag-Sonntag zusammenschiebe, wenn sie Dienstag, Donnerstag und Sonntag vorgesehen sind.

Das alles erscheint ziemlich cool, aber unübersichtlich für die konkrete Woche? Finde ich auch! Deswegen habe ich mir den konkreten Wochenausschnitt sowie eine Zusammenfassung des Gesamtstands auf einer Excel-Registerkarte zusammengefasst:

Die konkrete Planung mit Zusammenfassung des Stands. Oben links die „aktuelle Woche“, unten links der Gesamtstand – schwarz für „alles“, farbig nach Makrozyklen aufgeschlüsselt, mit dunkelgrün Kranktage-Erfassung. Oben rechts das große Ziel, der Saisonhöhepunkt, darunter in graphischer Darstellung die Erfüllung der Makrozyklen wochenweise: Blauer Balken für Durchführung, grüner Balken für erfolgreiche Durchführung, jeweils als Prozent-Balken. Der schwarze Kasten umrandet die aktuelle Woche. Ich habe ein bisschen mit Debug-Testdaten gearbeitet, damit man was sieht.

Im Moment gibt es noch einen kleinen Fehler bei der Erfassung der erfolgreichen Trainings, aber das debugge ich wohl noch heute. Mit diesem System sollte ich aber nun bereit sein, am 31.10.2022 mit dem Kickoff für mein Training auf den Dämmer Marathon 2023 zu starten – und diesen recht langen Zeitraum mit vielen manchmal mehr, manchmal weniger konkretisierten Trainings im Bereich Ausdauer, Tempo, Kraft, Technik und Regeneration zu verfolgen und auch ggf. abzuschwächen, wenn Krankheit eingreift.

Ist dann am Ende doch ein ziemliches Mammut-Projekt geworden!

[KuK] Xue und Rocky auf Reisen

Xue und Rocky auf Hohenwart.

„Du Rocky?“, fragte Xue. „Ja, Xue?“ antwortete der kleine Tiger. „Die Mau hat gesagt, wenn wir mit dem Rad da wären, hätten wir uns anmelden müssen. Zum Glück ist die Mau gelaufen und hat uns getragen.“ – „Stimmt, das ist ja der Selfie-Spot vom kleinen Elefanten in Fahraddmordor!“

Sport-Wiederaufbau: September

Das Tal der Wehklagen ist durchschritten. Nun geht es wieder aufwärts! Im Juli und im August war ich dank Covid-19, Fingerbruch und Zahnschmerzen nicht auf dem Damm, nun baue ich langsam wieder auf. Das äußert sich in einer Steigerung der sportlichen Aktivität, einer Steigerung des körperlichen Wohlbefindens und inzwischen auch in einer Steigerung des mentalen und emotionalen Wohlbefindens. Die Form ist noch irgendwo im Urlaub, aber das ist ja auch kein Wunder, nach zwei Monaten Aussetzer.

Juli und August bildeten von den absolvierten Kilometern auf Laufschuhen und Rad ein Tal der Tränen. Nun geht es wieder aufwärts! Im Bild: Kilometersummen nach Aktivität, monatsweise für die letzten zwölf Monate.

Was auch passiert ist: Ich habe meine Sport-Datei neu aufgebaut – oder eher: Ich habe sie mit einer „Operation am offenen, schlagenden Herzen“ überarbeitet. Die alte Datenerfassung wurde massiv erweitert, aber erst ab dem Monat August. Dadurch werden Kranktage erfassbar und dienen, um Jahres- und Trainingsplanziele abzustufen, wobei ich dieses System erst richtig nutzen können werde, wenn ich auch die Trainingsplan-Verfolgung fertig implementiert habe. Wichtig war mir die Aufschlüsselung meines Trainings nach Anlass UND Trainingsform, das war vorher ein Mischmasch. Nun ist es entfaltet. Aus Anlass und Trainingsform herausgezogen habe ich zudem die Frage, ob es sich um ein mit einer anderen Aktivität gekoppelte Sport-Aktion handelte, also ob ich zum Beispiel direkt nach dem Laufen auf’s Fahrrad stieg oder ein Krafttraining mit einem Lauftraining gekoppelt habe. Wie gehabt erfasse ich mein Training auch nach Trainingsbereichen und nach Gesamtzeit.

Laufen

Der September sollte eigentlich der zweite Saisonhöhepunkt werden. Aus gegebenem Anlass war das nicht der Fall. Allerdings war da noch eine Startnummer für den Baden-Marathon. Die habe ich genutzt… für einen langen Trainingslauf mit Verpflegung. Daran sehe ich schon, wie sehr mich begeistert, nun Anlass und Trainingsform separiert zu haben: Die 42,55 Kilometer, die ich beim Baden-Marathon absolviert habe (mit zum Start laufen aus dem Block sowie Transfers nach dem Ziel) tauchen im Anlass als Wettkampf auf, da ich sie aber nicht als Wettkampf mit Power gelaufen bin, in der Trainingsform als „Lang“, also als langer Lauf. Bei den Schuhen fällt meine Rebuilt-typische Fokussierung auf FiveFingers auf, außerdem wandert meine Vorliebe zunehmen vom Altra Escalante zum leichteren, direkteren Altra Escalante Racer.

Insgesamt bin ich etwas über 280 Kilometer in knappen 28 Stunden gelaufen, diesen September, hatte zwei harte Intervalltrainings auf der Bahn und den genannten einen langen Lauf. Das dritte Intervalltraining war eine Test-Einheit, ob ich es wieder kann, als ich im Lauftreff allein war und die Zeit für einen Versuchsballon nutzte.

Radfahren

Ein Anliegen war mir, Anlass (dominant der Arbeitsweg) und Trainingsform beim Radfahren voneinander abzutrennen. Warum? Weil ich mal Intervalle auf dem Heimweg gefahren war. Das habe ich diesen September nicht getan – aber mehrfach waren es eher Tempotrainings als Grundlagenfahrten auf dem Heimweg, das kann ich nun erfassen. Das Wetter war noch echt rennradfreundlich, was man an der Nutzung meines „Green Scooter Killer“, des Focus Izalco Race, für mehr als die Hälfte der Kilometer sieht.

Am Ende und sonst so…

Was man nicht, vielleicht noch nicht so richtig sieht: Das Dehn-, Entspannungs- und Athletik-Training habe ich wieder fokussiert. Das muss ich vielleicht noch besser in Diagramme überführen.

Ansonsten geht’s wieder aufwärts und ich hoffe, mit meiner Trainingsplan-Verfolgung, die nun ein (noch nicht voll implementierter) Bestandteil der Trainingstagebuch-Excel-Datei ist, einen weiteren Schritt vorwärts machen zu können. Tatsächlich habe ich unter dem Eindruck von „Greif – for running life“ und der „Laufbibel“ von Marquardt die Trainingsplan-Verfolgung in einer Weise gestaltet, dass sie so kleinräumige, eher kurze Phasen wie Greifs „Countdown“, aber auch die voll Breite von Marquardts Makrozyklen abdecken kann. Aber dazu mehr, wenn’s funktioniert. Wenn alles klappt, MUSS es bis zum 31.10. funktionieren, weil dann der erste Vorbereitungszyklus (nach Marquardts drei Vorbereitungs-Zyklen, einem Wettkampf- und einem Erholungs-Zyklus) beginnt – mit Ziel Dämmer-Marathon in Mannheim nächsten Mai.

Aber bis dahin ist ja noch etwas Zeit.

Sport-Statistik Refit First Glance

Ich habe mein Trainingstagebuch, das ich ja in einer Excel-Datei führe, nun aufgebohrt und neu aufgebaut. Zuerst hatte ich die verschiedenen Spalten für die Daten logischer aufgebaut – zuvor war das wie Kraut und Rüben. Jetzt kommen zuerst Summenwerte über den Monat (Distanz, Dauer, Höhenmeter), danach Mittelwerte (Geschwindigkeit, Steigung, mittlere Länge der Aktivität), Effizienz- und Leistungswerte (Schritt-, Tritt- oder Zugfrequenz, Schritthöhe, Bodenkontaktzeit, Leistung), physiologische Werte (vor allem Herz- und Atemfrequenz sowie verbrauchte Kalorien) und dann Leistungsschätzer wie mein heißgeliebtes PRAPP für’s Laufen, der PRAGQ für’s Radfahren und das PRASPP für’s Schwimmen. Danach hatte ich etwas korrigiert, das auch historisch gewachsen war: Beim Radfahren erfasste ich vor allem den Anlass, beim Laufen die Trainingsart, beim Schwimmen und anderem war es ein Hybrid. Das habe ich ausgemerzt, nun werden Anlass UND Trainingsart für ALLE Aktivitäten erfasst.

Ich habe zwar eine gewisse Kompatibilitätsberechnung mit den früheren Daten erstellt, aber die Kilometer auf der Laufbahn beim Laufen und wohl auch die Intervalle beim Radfahren sind untererfasst. Ab 2023, wenn die Daten alle in neuer Manier notiert sind, wird das besser.

Im Moment fehlen noch Trainingsplan-Nachverfolgung und ein paar Dinge zu meinen Krankheiten, die ich auch mit eingebaut habe. Ansonsten ist das Ding so weit – und ich freue mich, viele Dinge eingebaut zu haben, die mir dringend ein Anliegen waren!

Atruvia Baden-Marathon 2022

Nachdem ich außer Form bin – dank Corona im Juli, Fingerbruch Anfang August und Zahnschmerzen Ende August – habe ich ernsthaft überlegt, meine bezahlte Startnummer für den Baden-Marathon einfach sausen zu lassen. Mein Drang, hinzugehen und zu laufen, wurde von der bereits früher beschriebenen, im Newsletter verkündeten Favoritenrolle nicht gerade größer, da ich ja wusste, dass ich diese Rolle definitiv nicht ausfüllen hätte können.

Ich habe es auch nicht getan – also die Favoritenrolle ausgefüllt. Gelaufen bin ich. Vor Beginn des Laufes habe ich – bei jedem, der es hören wollte, und vielleicht auch einigen, die es nicht hören wollten – mein Ziel ausgerufen: Voller Erfolg ist, alle Verpflegungsstationen zu sehen, am besten an allen was nehmen, vor allem überall, wo’s Bananen gibt, Bananen zu essen. Halber Erfolg ist, wenn ich die erste Hälfte der Verpflegungsstationen…

Ich glaube, Ihr versteht das Konzept: Ich wollte durchlaufen. Zeit war mir völlig wurscht. Das habe ich noch mehr kultiviert, da diverse Leute mich begrüßten und viele fragten, ob ich wieder so ein Feuerwerk abbrennen würde wie in Mannheim. Den Zahn habe ich denen allen dann gezogen. Über Fotos machen, Zeug abgeben und andere Dinge verging die Zeit wie im Flug.

Los geht’s!

Trotz meiner Favoritennummer (16! Wo ich mir doch eigentlich die 1701 gewünscht hatte!) ordnete ich mich im dritten Startblock ein, zwischen den 4:00-Pacern und den 4:15-Pacern. Nummer und Startblock-Einteilung hin oder her, wenn ich nicht in den Bereich von unter 3:20 laufen kann, habe ich nichts zu suchen zwischen oder gar vor den Leuten, die es können. Ich traf noch Manu und Yvonne im Startblock, auch noch Stephanie, erstere kenne ich aus der Facebook-Laufgruppe, letztere von bei uns im Ort. Kalt war’s, wirklich saukalt, zumindest im Kontrast zu diesem heißen, trockenen Sommer, aus dem wir gerade kommen. Aber als ich loslief, wurde es dann schnell warm. Recht flott kristallisierte sich heraus, dass 4:15 auf dem Marathon vielleicht doch Understatement gewesen waren, aber ich stand niemandem im Weg und viel Stress beim Überholen hatte ich auch nicht. Auf dem Ostring lief ich langsam an die 4:00-Pacer heran, auf der Brücke über die A5 kamen sie in greifbare Nähe. Ich traf Michael vom Oberwald parkrun hinter den 4:00-Pacern, er war aber ein bisschen am Kämpfen. Im Umfeld der 4:00-Zugläufer, irgendwo in Durlach, bildete ich dann ein Team mit Mona vom Oberwald parkrun. Wir unterhielten uns nett – ich hatte ein bisschen mehr Puste als sie, aber ganz so einseitig war’s nicht. Es machte Spaß, zusammen zu laufen, bei Mona zu bleiben ließ mich nicht überpacen. Nach dem ersten Lauf über den Schlossplatz sahen wir die für die zweite Runde geltende Markierung „37 Kilometer“. Da fiel bei mir die Entscheidung, Mona auch über die Marathonweiche hinweg zu begleiten. Das Gedränge der nächsten fünf Kilometer ist mir gar nicht mehr so präsent, nur nervig war’s, weil es allmählich wirklich eng wurde – die Straßen sind breit, aber nicht so breit wie zuvor, und das merkte man deutlich.

Baden-Marathon. Die Überschrift kommt daher, dass ich gefragt wurde: „Sage, was Du am Wochenende tun wirst, aber tue es im Stil der Folge „Darmok“ aus der fünften Staffel von Star Trek: The Next Generation. Siehe dazu auch, auf welche Weise der Marathonlauf für die ersten modernen Olympischen Spiele 1896 in Athen geschaffen wurde.

Der zweite Teil

Ich analysierte schon, was ich um mich hörte. Für meine Begriffe atmete Mona etwas schneller, so dass ich schon dachte, das würde nun gleich etwas langsamer. Tatsächlich ließen wir die 4:00-Pacer zunehmend ziehen, aber das war zwischen uns auch so angekündigt. Als ich den Freibrief bekam, schneller zu laufen, lehnte ich ab – peinlicherweise noch mit einem lockeren Spruch: „Nein, ich lasse Dich jetzt nicht allein. Das kommt erst, wenn es wirklich hart wird.“ Dreimal habe ich mich entschuldigt, aber Mona war’s scheinbar egal, dass ich mein loses Mundwerk mal wieder nicht unter Kontrolle hatte, wir liefen gemeinsam und einig weiter. Durch Bulach, dann rüber ins Weiherfeld und nach Rüppurr blieb das auch so, Staffelläufer überholten uns, auch ein paar Marathonis, aber es war alles cool. Bananen hatten wir auch schon genommen. In Rüppurr war’s dann so weit. Mona musste etwas länger gehen und es wurde wirklich hart für sie, nachdem uns zuvor Patricia, auch von Monas Lauftreff, überholt hatte. Zwar mit Monas Zustimmung, aber eben doch genau wie angekündigt, als es wirklich hart für sie wurde, lief ich dann doch weiter und ließ sie allein.

Die „echte“ zweite Hälfte

Marathon hat zwei Hälften, und die zweite, harte beginnt bei Kilometer 30, sagte mir mein Begleiter vor einigen Monaten in Mannheim. Ich lief allein und fand’s gar nicht hart, feuerte Leute an, vor allem auf der Rampe zur Brücke über den Güterbahnhof taten sich einige Leute durchaus schwer – ich hoffe, mein Zuspruch hat geholfen und nicht genervt. Dann verging die Zeit aber auch wie im Fluge – mein zweiter Durchlauf am Schloss, bei der Marke zum Kilometer 37, war von laut und SEHR motiviert anfeuernden Oberwald parkrunnern begleitet. Am Schloss waren sie für mich am präsentesten, aber sie hatten schon zuvor zweimal an der Strecke ein wirklich sympathisches Anfeuer-Theater veranstaltet. Ich rief ihnen zu, sie sollten bei Mona noch lauter sein, sie brauche das – und ich weiß inzwischen von beiden Seiten, dass sie auf mich gehört haben! Im Zuge dieser Kommunikation ist ein toller Schnappschuss entstanden!

„Hey, bei Mona müsst Ihr NOCH lauter sein!“ – Bild: Dorothee Langenbach.

Im Ziel erwartete mich dann, fünf Kilometer weiter, Michael vom Oberwald parkrun, um ein Bild von mir zu machen. Daher kommt hier gleich das nächste:

Im Ziel. Bild: Michael Ayala Vizan.

Ein bisschen überlaufende Augen kriegte ich dann schon auf der Zielgeraden, das ist einfach ein großartiges Gefühl, nach 42 Kilometern in ein Stadion mit jubelnden Menschen einzulaufen. Ein wenig bedrückend war nur, dass ich kurz vor dem Ziel bereits einen anderen Läufer gesehen hatte, um den sich bereits gekümmert wurde – der hatte sich wohl total übernommen. Auch im Ziel sah ich gleich noch eine solche Szene. Das ist dann natürlich heftig.

Am Ende…

Mit 4:11:11 als Nettozeit kam ich als 51. Frau von insgesamt 100 Finisherinnen… Finishsies… wie auch immer ins Ziel. Bananen habe ich mir überall geholt, Getränke nicht jedes Mal. Viele Leute habe ich auf dem Weg getroffen, geredet, mich gefreut. Es war wunderschön, so viele liebe Leute vor, während und nach dem Lauf zu treffen und sich auszutauschen.

Mit der erklärten Zielzeit von 3:05, die ich vor Corona und Fingerbruch anvisiert hatte, hätte’s tatsächlich sogar eine Erfüllung der Favoritenrolle ergeben. Sabrina, die gewonnen hat, brauchte etwa 3:15. Mein Lauf- und Vereinskumpel Nobse stellte sie mir später dann noch vor.

Insgesamt war der Baden-Marathon für mich ein Erfolg – auch sportlich. Ich habe gelernt, dass ich die Strecke noch bewältige, habe den Kickoff für neue Longruns gesetzt. Ein Personal Best konnte ich nicht setzen, aber hey, das war auch nicht (mehr) das Ziel. Schön war’s, danke allen, denen ich begegnen und ggf. auf die Nerven gehen durfte!

Berlin-Marathon

Jetzt wundert Ihr Euch, was?

Nein, ich laufe nicht in Berlin mit. Ich bin dem Blog auch noch den Bericht vom Baden-Marathon in Karlsruhe schuldig. Aber ich hatte Anfang dieser Woche anderes zu tun. Warum ich den Berlin-Marathon dennoch erwähne: Vor einigen Tagen erreichte mich eine Umfrage, die ein anderer Laufblogger zum Berlin-Marathon startete, und daran habe ich teilgenommen. Die Ergebnisse und auch, was ich dazu geschrieben habe, findet Ihr in seinem Beitrag:

Umfrage bei „Der Mensch läuft“ zum Berlin-Marathon. Auch meine Antworten sind dabei.

Ich hoffe, mein Fazit zum Baden-Marathon gibt’s morgen – kann aber auch noch ein Momentchen dauern. Schöne Bilder habe ich dank zweier Lauffreunde vom Oberwald parkrun auf jeden Fall dafür!