Der Lauf-AKW und mein „Dagegen“

Wenn Leute von ihren Läufen schreiben, steht da oft sowas wie „RDL“, „LDL“, „ADL“, „TDL“ oder „HIIT“. Ich weiß inzwischen freilich so halbwegs, was das bedeuten soll – muss aber eingestehen, dass die Abkürzung aus dem Trainingsplan, nach dem der Läufer oder die Läuferin läuft, für mich eigentlich nicht unbedingt aussagekräftig ist. Tatsächlich ist mir bei all den Dauerläufen „irgendwas-DL“ meist nicht ganz klar, welcher Pulsbereich gemeint ist – und in dem Falle kann die Person gerne auch die Abkürzung weglassen.

Dieser Abkürzungswahn („AKW“) ist nicht schlimm. Schließlich muss ich ja nicht lesen, wenn die Leute auf Facebook oder Strava ihre Läufe dergleichen benennen, sondern kann mich einfach über den geposteten Lauf freuen und ein motivierendes „Like“ dort lassen. Dennoch finde ich es irgendwie irritierend und es ist nicht meine Sprache, wenn jemand (ich oder weranders) eine für andere nicht aussagekräftige Abkürzung über die Trainingsart in einen Post reinpackt, der merklich eher zum Vorzeigen oder Motivation Abholen gedacht ist denn als Trainingstagebuch. Da passt dann ein Bild oder ein ausgeschriebenes Adjektiv in meinen Augen viel besser. Aber das bin nur ich…

Da ich aber für mich schon eine nicht ganz unwichtige Person bin, habe ich mir nun vorgenommen, die Abkürzungsgeschichte ein bisschen auf die Schippe zu nehmen. Ich bin noch nicht sicher, ob ich es den ganzen Dezember durchhalten werde, aber der Plan ist, die eigenen Läufe und Radfahrten mit ein wenig lustigen Abkürzungen zu belegen, die direkt danach erklärt werden. Ich habe bereits die folgenden:

  • LIAR – Low Intensity Athletic Recovery,
  • MIRidT – Medium Intensity Run in the Dark,
  • BAT – Band Aktivität auf Tempo und
  • NaDA – Nachmittags-Dunkelheits-Ausfahrt.

Ich bin mal gespannt, was mir über den Dezember noch so alles einfällt. Einen ADL („Ausdauerlauf“ – für mich ist ADL eher die Allianz Deutscher Länder, der Nachfolgestaat der Bundesrepublik Deutschland im Rollenspiel „ShadowRun“), LDL („Langsamer Dauerlauf“, war das nicht eher eine Cholesterinart) oder ein HIIT („Highly Intensive Intervalled Training“, von mir ganz schnöde als „Intervalltraining“ referenziert) werde ich sicher nicht so benennen – fände ich nun nicht so den HIT, wo ich dann doch erstmal in den Trainingsplänen nachlesen müsste, was verschiedene Trainingsplan-Schreiber unter der jeweiligen Bezeichnung (und Abkürzung) verstehen.

Vielleicht will ich ja auch einfach nur auf Krampf anders sein, nicht?

[KuK] Eloquenz und Eleganz

Eloquenz.

Mein Mann hat eben Bilder auf seinem Handy angeschaut.

Es waren einige Bilder dabei, die er von mir gemacht hat, und es waren auch ein paar dabei, die meine schillernde Persönlichkeit, die Brillanz und das Strahlen meines Geistes und die geschmeidige Gewandtheit meiner Physis in adäquater Weise zur Geltung bringen.

Die Erkenntnis, welch ephemeres Wesen hier schreibt, konnte ich Euch in meiner maßlosen Eitelkeit nicht vorenthalten.

Und so erschauert unter meiner Eloquenz (siehe Bild oben) und Eleganz (siehe Bild rechts).

Eleganz.

Ich hab’s erst hinterher gemerkt…

Gestern überlegte ich mir aus Albernheit ein kleines wortspielerisches Multiple-Choice-Witzchen. Ich bastelte es zusammen, postete s wo, bekam Feedback. Heute habe ich es den Kollegen ausgedruckt und erweitert zur Ermunterung in die Fächer gelegt: in dieser durchaus etwas düsteren Zeit – Herbst, November, Terror, Corona… US-Wahl…

Ich führe es hier einfach mal vor:

Wo eine Planierraupe ist, ist später… (zutreffendes bitte ankreuzen)
[ ] immer noch eine Planierraupe.
[ ] keine Planierraupe mehr.
[ ] eine verpackte Planierraupe mit einer Unterschrift von Christo drauf.
[ ] ein Planierschmetterling.
[ ] eine Planierpuppe.
[ ] ein Flachwitz.

Natürlich IST das Ganze ein Flachwitz. Deswegen hatte ich diese Option eingebracht. Dass „flach“ und „Planierraupe“ gut zusammenpassen, das kam mir erst heute im Laufe des Tages, als sich die Leute auch über genau diese Option – den Flachwitz – köstlich amüsierten.

Aber ich geb’s ehrlich zu: Alle anderen Wortspiele und Flachwitze waren beabsichtigt. Das mit dem planierten Flachwitz nicht, ich hab’s selbst erst hinterher geschnallt.

[KuK] Verbrannte Erde – Erster Versuch

Heute wollte ich „Verbrannte Erde“ beim Laufen spielen. Das bedeutet, dass ich keine Strecke zweimal, aber möglichst weit durch meinen Heimatort laufen wollte. Leider habe ich aus Gedankenlosigkeit zweimal gefoult:

Mein erster Versuch „Verbrannte Erde“.

Bei Foul 1 habe ich einfach nicht daran gedacht, dass ich den mit der türkisen „1“ markierten Weg schon gelaufen bin, eigentlich wollte ich die türkis markierte Alternativstrecke laufen. Bei Foul 2 bin ich zu spät abgebogen, das war dann die Sackgasse statt des Weges um die Turnhalle.

Im Süden lässt sich vielleicht noch ein bisschen was rausholen, im Westen des Dorfes ist es schwierig. Aber wenn ich das Industriegebiet im Osten mitnehme, komme ich wahrscheinlich auf 20 Kilometer. Das obige Muster mit den zwei Fouls waren 14,46.

Der Glastisch

In unserem Wohnzimmer steht vor dem Sofa ein Glastisch. Immer wieder verstecken sich unsere 25 unsichtbaren Mauzen unter dem Glastisch und sind der festen Überzeugung, dass man sie nicht sieht – sie verstecken sich ja unter dem Glastisch.

Die Nachbarskatze tut das auch gelegentlich, um sich dem Hinauskomplimentiertwerden zu widersetzen. Ob die Katze davon ausgeht, unter dem Glastisch nicht gesehen zu werden oder ob sie sich dessen bewusst ist, dass sie sich damit dem Zugriff entzieht, kann ich nicht beurteilen.

Ich jedenfalls habe mir heute den Kopf am Glastisch angestoßen, während ich mich für Crunches auf dem Boden zurechtlegen wollte, um während der Übung ein Video auf dem Bildschirm des Rechners meines Mannes zu sehen. Das lag nicht daran, dass der Tisch aus Glas und daher unsichtbar wäre. Es lag auch nicht daran, dass der Tisch undurchsichtig wäre – was er nicht ist. Es lag daran, dass ich hinten keine Augen habe.

Am Ende sind es doch die banalen Gründe, auch wenn es ein wirklich smarter Move ist, sich unter dem Glastisch zu verstecken.