Unverbrüchlich

Das Wort „unverbrüchlich“ verbinde ich immer mit einer Treueforderung, die in ihrer Intensität fast schon fanatisch ist, und zugleich auf Zeiten hindeutet, in denen solche Treueforderung mit düsterer Ideologie zu tun hatte. Aber eventuell ist das nur, wie der Begriff für mich konnotiert ist.

Unzerbrechlich hingegen hat sich meine kleine Zehe gezeigt. Am Donnerstag hatte ich einen „kleinen“ Unfall mit unserem Glastisch im Wohnzimmer. Nachdem ich ausgeschlafen hatte und beschloss, die Radfahr- und Schwimmaktion, die ich am Donnerstag geplant hatte, auf Freitag zu verschieben, wollte ich noch rasch den Tisch abräumen… verhakte meine kleine Zehe mit dem Tischbein und ging beherzt los.

Die Sirenen in meinem Kopf gingen dann auch beherzt los. Über den Tag hinweg bildete sich ein wahrhaft beeindruckender Bluterguss, begleitet von einer spektakulären Schwellung. Da ich die kleine Zehe weiterhin normal bewegen konnte und auch der Schmerz nicht besonders groß war, zudem keine unnatürliche Haltung auftrat, war ich recht zuversichtlich, dass das Teil nicht gebrochen war – aber durch doch ein wenig Schmerz und eben die spektakuläre Natur von Schwellung und Bluterguss ging ich dann am Freitag zum Arzt. Gebrochen ist die Zehe nicht, die Schwellung geht schon zurück, der Bluterguss ist erheblich besser und verteilt einen blau-roten Schimmer entlang der Zehengelenke.

Vier Tage nach dem Unfall. Große und lange Zehe haben die Verfärbungen der Nägel von früheren Lauf-Blessuren, die eigentlich längst der Vergangenheit angehören, aber Zehennägel vergessen nicht so schnell.

Aber gebrochen ist nichts. Meine unzerbrechliche kleine Zehe hält mir die unverbrüchliche Treue. Sowas braucht man doch!

5 Kommentare zu „Unverbrüchlich

  1. Statistisch bricht sich jeder im Leben viermal den kleinen Zeh bei solchen Aktionen. Das wird aber vom körper nicht so wahr genommen.
    Deiner dürfte gebrochen sein oder hast du es röntgen lassen?
    Machen kann man dagegen eh nichts.

    1. Ich hab‘ ihn nicht röntgen lassen. Der Arzt hat mich die Zehe bewegen lassen, auch im Vergleich zum anderen, und getastet. Dass man damit nicht JEDEN Bruch detektieren kann, weiß ich. Daher habe ich gefragt, wie lange ich schonen soll. Er meinte, ich kann das tun, was ich (keine Schmerzmittel vorausgesetzt) weitgehend schmerzlos tun kann. An der Stelle ist mir wurscht, ob der Zeh gebrochen ist – allerdings sagte der Arzt, es sei nicht gebrochen. Da es von den Auswirkungen her gleich ist, habe ich das nicht hinterfragt. Ich war heute schmerzfrei schon wieder laufen (mit den Schuhen mit großer Zehenbox), schmerzfrei mit Zehen-Badeschuhen im Wasser und mit Klick-Schuhen Fahrradfahren. Alles ohne Schmerzen. Insofern…

        1. Das ist bereits gegeben 🙂 Wo am Donnerstag Nachmittag (ich wollte unbedingt ans Wasser) der Klickschuh für’s Radfahren noch echt heftig drückte – war auch vielleicht eine eingeschränkt gute Idee 😉 – war’s gestern gar kein Problem. Wir sind nämlich an den Rhein geradelt. Ich habe sogar ohne Schmerzen, nur ein bisschen vorsichtig, in meine Badeschuhe wechseln können und ein bisschen im Rhein waten, dann auch wieder problemlos in die Klickschuhe zurück wechseln können. Läuft also 🙂 Die Schwellung ist SEHR schnell zurückgegangen.

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