Der Traumzug

Jeden Abend gibt es bei uns ein festes Ritual. Dafür muss ich erstmal definieren, wer „wir“ sind:

Wir, das sind Holger und ich als der Wolf und die Mau, die nach außen hin für Menschen gehalten werden, sowie die in unserem Bett schlafenden sichtbaren und unsichtbaren Tiere: Der Tiger Rocky, der Wolf Ruanjik, die Schneeleopardin Xue, die Mäuse Sidney Maus und Indiana Maus, die Badetigerin Amaya, die 25 außerirdischen Mauzen vom Planeten Saha’schlau und die von den Mauzen konstruierten Cyberwölfchen – ebenfalls 25 davon. Dann sind da noch die Schildkröte Schildi, der Pinguin Fritjof und die beiden Kätzchen Glitzi und Kitty auf meinem Nachttisch und ein Haufen mehr Tierchen. Wir alle bilden eine Wohngemeinschaft – und unser Einschlafritual möchte ich nun beschreiben.

Als erstes gibt es stets eine Supermau-Geschichte. Supermau ist eine Katzen-Superheldin mit Teflon-Schwanzschoner und schwarzer Maske, ihre Superkraft ist das „Wusch!“, mit dem sie unheimlich schnell durch die Gegend flitzen kann. Unterstützt wird sie bei der Rettung von Katzen von ihren Mitstreitern der Katzen-Liga-der-Gerechtigkeit, namentlich Spidercat, Cybercat, Dunkelkatze und Glitzerkatze. Nach der Supermau-Geschichte folgt dann für alle das „Püh!“, denn nur mit einem „Püh!“ kann man gut einschlafen. Wenn einzelne von uns nachtaktiv sein wollen, nehmen wir einander ein „Püh!“ auf.

Mit dem „Püh!“ steigen wir aber auch in unser Traum-Gefährt: In den Traumzug. Der Traumzug hat seinen Startbahnhof in unserem Bett, im Hauptbahnhof „Körbchen“. Er fährt dann immer über die Brücke ins Traumland, hält in Schlafhausen, manchmal macht er auch einen Zwischenhalt, um nachträglich ins Bett gekommene, nachtaktive Mitfahrer einsteigen zu lassen oder für eine Toilettenpause. In Tiefschlafstadt macht er auch Halt… die kleine Schneeleopardin Xue ist die Schaffnerin des Traumzugs, sie verteilt auch immer die Umhängetickets für den Traumzug.

Und so fahren wir jede Nacht mit dem Traumzug…

Ich bin gar nicht sicher, ob ich ohne die Fahrt im Traumzug schlafen könnte. Naja, vielleicht die Augen schließen und mich erholen, mit REM-Phasen und Tiefschlafphasen, aber SCHLAFEN kann man das nicht nennen, wenn man nicht zuvor in den Traumzug gestiegen, sein Ticket bei Xue vorgezeigt und ein „Püh!“ bekommen hat!

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