Überlegungen…

Mein Projekt LAToyA CoRE, der Lego-Teilchenbeschleuniger mit vier Experimenten und einer Therapie-Einrichtung, nimmt ja allmählich Gestalt an. Freilich ist der Kern des Ganzen immer noch der Lego-Teilchenbeschleuniger von JK Brickworks. Allerdings ist die Erweiterung auf zwei gegenläufige Ringe, der Aufbau von Erweiterungen, die Physik-Experimenten nachempfunden sind, die Ergänzung eines Ionentherapiesystems… das ist natürlich noch etwas ganz eigenes.

Mehrfach bin ich nun schon gefragt worden, ob ich Bilder von der fertigen Anlage und Videos vom Betrieb machen und dem jeweils Fragenden verlinken/schicken würde. Klar, mache ich gerne. Eine Frage bildet sich aber auch zunehmend heraus: Die Frage, ob an LAToyA CoRE vielleicht nicht nur spielerisch Begeisterung für Beschleunigerphysik geweckt werden kann, sondern vielleicht auch die Maschine als Vehikel für die Erklärung berühmter oder wichtiger Experimente dienen kann.

Es ist natürlich schwierig – mit den Bällen im Ring und den optisch realen Detektoren nachempfundenen Experimenten kann man zwar gewisse Elemente zeigen, aber anderes fehlt. Dennoch bin ich natürlich Feuer und Flamme für die Idee. Allerdings wird es natürlich schwierig – vermutlich werde ich zusätzlich zu Bildern und Videos der Anlage noch andere Erklärung-Mechaniken erfinden müssen, um das Ganze passend zu LAToyA CoRE zu illustrieren. Ob ich das umgesetzt bekomme – keine Ahnung. Aber es wäre schon was, solche Meilensteine wie die Entdeckung des Higgs-Teilchens, die Idee hinter er Präzisionsmessung von CP-Verletzung am B-Mesonen-System, die Idee von Transmutation mit beschleuniger-getriebenen Systemen oder die Nutzung von Synchrotron-Strahlung für die Forschung zu erläutern. Wobei ich wahrscheinlich mit der Entstehung von Synchrotron-Strahlung, mit der Idee hinter der Funktion eines Synchrotrons, mit der Art, wie man Signaturen zu entdeckender Teilchen aus dem Wust an Signalen filtert, die bei der Kollision vieler Protonen (wie am LHC) oder Protonen und Antiprotonen (wie am Tevatron) herausfiltert.

Aber eine Idee wäre es sicher, und bestimmt auch eine, an der ich Spaß hätte – vielleicht sogar eine, an der andere Leute Spaß hätten. Deswegen überlege ich das hier auch „laut“, obwohl ich weiß, dass ich es schwierig finden und höchstens sehr langsam umsetzen können werde. Ein paar Sachen habe ich auch so lange nicht mehr „richtig“ physikalisch betrachtet, dass ich sie erstmal wieder angucken muss, bevor ich sie halbwegs gut und fachlich richtig, aber in Nicht-Physiker-Sprech erklären kann. Wir werden sehen.

Eine Idee wäre auf jeden Fall schon einmal, auf LAToyA CoREs einzelne Komponenten jeweils einzugehen und mit gezeichneten Bildern und einer gesprochenen Erklärung ein paar Dinge zu erklären. Ob ich Stop-Motion-Teilchenreaktionen mit Lego-Tiles und Lego-Plates auf einer Grundfläche hinbekomme, darüber will ich gar nicht spekulieren – denn es ist auch immer eine Frage der Kraft, die man da rein investieren kann. Das habe ich in den letzten Wochen im Kranksein recht deutlich gemerkt.

LAToyA CoRE dafür einzusetzen, die Freude an und das Verständnis von Physik zu verbreiten, das reizt mich aber dennoch. Ich bin gespannt, was ich irgendwann draus mache, wenn ich das Ding aufgebaut und erstmal die grundlegenden Funktionen getestet und in Videos gezeigt habe. Man wächst ja auch mit dem Fortschritt eines Projektes.

5 Kommentare zu „Überlegungen…

    1. Danke! Es wäre auf jeden Fall sehr befriedigend, so etwas aus der Lego-Beschleuniger-Idee zu machen. Aber es ist halt auch schwer, es gut zu machen – denn man muss es auf ein Level herunterbrechen, das auch die verstehen, die’s nicht ohnehin schon wissen, aber dennoch nicht so vereinfachen, dass es falsch wird. Das ist bei so komplexen und alltagsfernen Dingen nicht einfach.

      Aber wenn es klappt, ist es das wert. Zum Glück drängt mich ja keiner.

        1. Ja, das wird – wie der Dreistundenmarathon – ein Langzeitprojekt. Kann gut sein, dass es länger als fünf Jahre anhält. Erst „wie geht Beschleunigung“, Zyklotron und Synchrotron. Dann so ein bisschen, was bei Kollisionen passiert, was Synchrotronstrahlung ist. Und dann irgendwann die Experimente…

          Schon moderne Elektronik („wie funktioniert ein Handy“) ist leider recht weit weg vom Alltagswissen der Menschen. Damit meine ich nicht, wie Graphik-Chip, Touchscreen, Prozessor und Speicher zusammenwirken, sondern schon an der Basis, die kleinste Einheit: Diode, Transistor, Feldeffekt-Transistor, dann wie man draus eine kleines Speicher-Einheit (Stichwort „Flipflop“) baut…

          Ich möchte nicht, dass vieles um uns herum gemäß des dritten Clarke’schen Gesetzes zu Magie wird und zur Domäne nur ganz weniger „Magier“, aber die Komplexität der Technik in der Welt, in der wir leben, ist enorm. Ich gebe mir Mühe, mir die Basis zu erhalten, um im Zweifel die nächsten ein, zwei Komplexitätsstufen nachlesen zu können – aber wenn ich mir teils meine Umgebung (nicht nur die jungen Leute) angucke, dann stelle ich fest, dass die durchschnittliche Kluft zwischen „Komplexität der Technik, die ich benutze“ und „Komplexität der Technik, die ich verstehe“ wächst.

          Ach genau, das dritte Clarke’sche Gesetz: „Jede hinreichend fortschrittliche Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden.“

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