Xues und Rockys großes Abenteuer

Leider bin ich noch immer nicht so richtig fit. Am Wochenende kamen noch mehr Problematiken dazu und so hatte ich heute ein Stelldichein mit der Ambulanz der Augenklinik des Vincentius-Klinikums in Karlsruhe. Da ich immer noch ein großes Kind bin, hatte ich neben meiner Krankenkassenkarte, einem kurzen Ausdruck mit einem Abriss meiner Krankengeschichte und meiner Überweisung auch noch einen Beutel mit zwei Stofftieren dabei: Der Schneeleopardin Xue und dem Tiger Rocky. Xue sprang meinen Freunden in die Arme, als wir in Karlsruhe im Zoo waren, Rocky kam mal mit meinen Eltern zu mir, als ich mich furchtsam auf das Vordiplom in Physik vorbereitete.

Und so schleppte ich mich durch drei Untersuchungen und eine längere Besprechung mit zwei Ärzten, knuddelte hin und wieder beim Warten meine beiden plüschigen Begleiter. Ich war ziemlich durch den Wind, als ich das Krankenhaus verließ…

Ich ging also zum Treffpunkt, an dem mein Mann mich nach dieser Ochsentour abholen wollte, setzte mich vor das „Ratatouille“ nahe der Europahalle und guckte nochmal Nachrichten auf meinem Handy nach. Bei der Gelegenheit reagierte ich auf eine Email des Köhlbrandbrückenlaufs, der verlegt wird… später wartete ich noch kurz vor dem Carl-Kaufmann-Stadion, und dann tauchte mein Mann auf, um mich abzuholen. Und dann… wir waren schon an Ettlingen vorbei… der Schock! Der gelbe Beutel mit den beiden Tierchen war nicht da!

Indessen vor dem „Ratatouille“

„Du Rocky“, sagte Xue, „wo ist denn die Mau hin?“ Der kleine Tiger dachte kurz nach. Dann schüttelte er den Kopf: „Ich weiß es nicht. Sie war ziemlich verwirrt wegen der Krankenhaus-Sache, oder?“ Xue nickte. Die beiden dachten einen Moment nach. Xue fragte dann: „Diese runde Skulptur da, die man durch die Öffnung des Beutels sieht, ist ganz schön groß, nicht?“ Rocky nickte. Dann dachten die beiden wieder einen Moment nach. „Ist schon eine ganze Weile, seit wir hier in dem Beutel sitzen und die Mau nicht mehr da ist, oder?“, fragte Rocky. Xue nickte betreten. Dann flüsterte sie: „Ob sie uns… vergessen hat, weil sie so durch den Wind und krank ist?“ Rocky seufzte: „Das wäre aber doof. Dann wären wir hier allein – und die Mau wäre nicht nur krank, sondern bestimmt auch traurig und hätte ein sehr schlechtes Gewissen wegen-„

Abrupt brach der kleine Tiger ab. Beide Tierchen wurden ganz starr. Da schaute jemand in den Beutel! Xue wisperte fast unhörbar: „Wir – müssen – so – tun – als – wären – wir – ganz – normale – Plüschtiere.“ Die beiden gaben sich eine unglaubliche Mühe, dass der, der da in den Beutel schaute, nicht bemerkte, dass sie sich die ganze Zeit unterhalten hatten und sie nur für Stofftiere hielt. Der junge Mann verlor schnell das Interesse.

Er ging wieder zu dem E-Auto, das er und seine Freunde gerade aufluden. Ich stieß ein Quietschen aus! Nachdem mein Mann und ich in Malsch umgedreht hatten, vor dem Carl-Kaufmann-Stadion nach dem Beutel gesucht hatten und danach gefragt haben, waren wir nun zum „Ratatouille“ zurückgekehrt, und ich sah endlich den vermissten gelben Beutel. Aus dem Beutel heraus sprangen mich die beiden Tierchen schon fast an.

Nun sitzen die beiden hier und erzählen unseren anderen Plüschtieren von ihrem großen Abenteuer. Der Typ vom E-Auto wurde mittlerweile zu einem Ganoven, den Rocky in die Flucht geschlagen hat, um Xue zu beschützen – sie hat nur leise Zweifel daran angemeldet, ob das genau so war. Glücklich sitzen sie zusammen, kuscheln noch ein bisschen. Denn morgen begleiten mich Xue und Rocky nochmal ins Krankenhaus und bleiben für ein paar Untersuchungen mit mir dort. Dieses Mal werde ich sie aber im Rucksack mitnehmen, nicht in einem Beutel, den ich irgendwo vergessen könnte.

9 Kommentare zu „Xues und Rockys großes Abenteuer

    1. Ich war sehr beruhigt, als ich die beiden wieder gefunden habe. Sie begleiten mich heute wieder – heute gibt’s ein Kopf-MRT. Sozusagen nun Tallys großes Abenteuer.

        1. Ich gratuliere mir. Es ist ein unauffälliger Befund. Aber ein scharfes Bild. Irgendwas mit den Halswirbeln war drin, aber ich gucke mal, ob ich den Befund kriege. Jedenfalls probieren sie jetzt, was sie tun, wenn sie nichts gefährliches finden, aber auch so nicht weiter wissen: Cortison, Orthopäde und Internist hinzuziehen y

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