LAToyA Phase II – Und so beginnt es

Der Lego Assembled Toy Accelerator LAToyA (The Highway Tales berichteten) wurde in seiner Phase I als Speicherring getestet. Phase II sollte eigentlich recht schnell kommen, aber wie so oft in der Wissenschaft fehlte es an Geld und Personal (bzw. Zeit des Personals), so dass die geplanten Erweiterungen und auch das zusätzliche Signal-Equipment nicht ein paar Wochen, sondern eineinhalb Jahre brauchten, bis eine Umsetzung in Reichweite rückte. Inzwischen sind die in Stud.io geschaffenen Pläne wegen eines Festplattentauschs abhanden gekommen, aber die gerenderten Bilder und die Teileliste hatte ich noch…

Und nun geht es los mit LAToyA Phase II.

Die Baustelle für LAToyA Phase II. Der Kran ist auch schon da.

Noch hängen ein paar vitale Bauteile für das Collider-Experiment, die Synchrotron-Strahlungs-Beamline und das Injektor-Zyklotron im Zoll (da ich bei einem BrickLink-Store auf der anderen Seite des Atlantik bestellt hatte), aber das Projekt wird schon langsam sehr konkret. Ich bin gespannt, ob mit geänderten/rekonstruierten Plänen Teile fehlen, aber das kriegen wir schon hin. Bis zu LAToyA Phase III wird’s wahrscheinlich nicht ganz so lange dauern, denn die Idee eines Forschungsreaktors, der im Rahmen eines Accelerator Driven Systems mit LAToyA gekoppelt ist und damit das dritte Großexperiment an LAToyA bilden wird, ist schon recht konkret…

10 Kommentare zu „LAToyA Phase II – Und so beginnt es

    1. Collider-Experimente sind nicht gefährlich, die Weltzerstörung durch teilchenkollisionsbedingte schwarze Löcher hätte längst stattgefunden, wenn es sie gäbe – die Natur beschleunigt besser als wir. Synchrotronstrahlung ist auch nix mehr sooo besonderes. Und die ADS (Accelerator Driven Systems) verbrennen Zeug, das nicht kritisch werden kann – weil es nicht mit langsamen Neutronen spaltbar ist. Dafür braucht man ja den Beschleuniger. Die Idee ist, langlebige Alpha-Strahler, die durch Neutroneneinfang in Spaltungsreaktoren entstanden sind, in kurzlebige Beta- und Gamma-Strahler zu verwandeln, die das Endlagerproblem in der Zeitskala mal rasch um Faktor 100 verkürzen. Allerdings gibt’s einen Haufen ungelöste technische Probleme dabei, unter anderem die Frage: Wie baue ich einen Beschleuniger, der genug schnelle Teilchen produziert? Dafür eine Test-Einrichtung an LAToyA dranzuflanschen wir mir Spaß machen.

      1. Da werden Kindheitsträume zur Frontier Science. Also der Faktor 100 bei einer Halbwertszeit von 24000 Jahren ist noch nicht so sehr der Bringer denke ich. Aber trotzdem ne spannende Sache.

        1. Ich habe mit dem Faktor 100 auch eher konservative Angaben gemacht. Pu-239 mit seinen 24 ka Halbwertszeit könnte ich nun mit typischen Spaltprodukten wie Cs-137 und Sr-90 vergleichen, jeweils ca. 30 a Halbwertszeit. Da sind wir näher bei Faktor 1000 als bei Faktor 100. Der wesentliche Aspekt ist aber: Im Endlager wird die Halbwertszeit nicht kürzer, bei Transmutation im Accelerator Driven (Subcritical) System aber schon. Und das langlebige Zeug ist DA. In Massen – auch bei uns. Selbst mit allen Reaktoren abgeschaltet geht es nicht schlagartig weg, sondern wird nur nicht mehr mehr. Daher finde ich Transmutation durchaus bedenkenswert.

        2. Es ist natürlich nicht ganz so einfach. Kritikalitätsunfälle gibt es mit so einem Ding freilich nicht. Beschleuniger aus heißt Spaltung bzw. Spallation aus. Aber Nachwärme gibt’s auch bei ADSS. Und selbst wenn wir uns schlagartig trotz aller uns bewussten und auch der noch nicht entdeckten Probleme jetzt darüber einig wären, dass wir sowas wollen, wär’s immer noch ein langer Weg mit vielen in der Entwicklung zu klärenden Fragen.

          Aber ich muss ja auch nicht den Einsatz eines Konzepts gutheißen, um es als Konzept spannend zu finden und in Lego zu bauen 🙂

    1. Oh, ich bin auch sehr neugierig, ob ich die Bauten wieder zusammenkriege. Die Stud.io-Datei ist wie gesagt abhanden gekommen – aber ich habe die Renderbilder und detaillierte Vorstellungen, was ich bauen wollte. Vermutlich werde ich erstmal die zwei zusätzlichen Konnektoren (Kopien der Stege, die die Zentrale, den Ring und das Teilchen-Reservoir verbinden), die Synchrotron-Strahlungs-Beamline (das Ding außerhalb des Rings) und den Vorbeschleuniger aufbauen und mich dann an den Collider-Detektor wagen, in dem doch ein paar mehr „innere“ Teile sind.

      Insgesamt wird die Konstruktion dann auch stabiler, weil der Ring dann über Collider-Detektor, zwei Konnektoren, die Zentrale und das Motor-Modul verbunden und so stabilisiert wird.

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