Neunziger-Referenz

Die Zeit, die mein Radsport-Fansein am meisten geprägt hat, waren die Neunziger. Damals habe ich mit Bjarne Riis, Erik Zabel und Jan Ullrich gefiebert, und als ich für die Sommerferien 1997 im Krankenhaus lag, bekam ich Trikots des Teams Deutsche Telekom geschenkt, als Genesungs-Wunsch-Geschenk. Natürlich war’s ein Radunfall gewesen, der mich ins Krankenhaus brachte – was auch sonst.

Aber in der Retrospektive haben Fahrer und Teams meinen Blick auf den Radsport mehr geprägt, oder sind zumindest in der Retrospektive für mich wichtiger geworden. Wie man an früheren Posts zu Retro-Trikots sehen kann, hatte ich ein Faible für das Design der Trikots des Teams ONCE, aber auch ein ziemliches Faible für das Team. Laurent Jalabert, nicht ganz so sehr Alex Zülle, dann wieder ziemlich Joseba Beloki und natürlich auch Jörg Jaksche.

Mir unvergessen aber sind zwei Bergankünfte an ein und demselben Berg, zwei Jahre auseinander, die ebendiesen Berg für eine ganze Weile wesentlich mehr „Legende“ für mich waren, als es die klassischen „legendären Berge“ damals gewesen sind. Nicht l’Alpe d’Huez, nicht der Col du Tourmalet, nicht der Mont Ventoux, nicht der Col du Galibier machten mir Gänsehaut, sondern die Bergankunft in Lourdes Hautacam. 1994 fieberte ich da mit, Luc Leblanc mit Miguel Indurain am Hinterrad die allererste Bergankunft in Lourdes Hautacam gewann, den krankheitsgeschwächten Toni Rominger sowie eine Gruppe von vier oder fünf Bergfahrern das Tempo von Indurain nicht mit konnten. Welch anderes Bild dann 1996, wo Indurain, wie einst sein Dauerkonkurrent Rominger, auf den späteren Toursieger viel Zeit verlor – auf Bjarne Riis, der dort aus einer Fünfergruppe, allesamt durchaus gute Bergfahrer, von der Spitze der Gruppe zum Etappensieg attackierte…

Verbunden sind diese beiden Erinnerungen an Etappen nach Lourdes Hautacam mit einem ganz bestimmten Trikot – dem Banesto-Trikot, in dem Indurain 1994 an diesem Berg schon nicht mehr fuhr (er fuhr da schon in Gelb), 1996 aber eben genau in diesem Trikot der Geschlagene war. Ein Trikot, in dem ich auch Abraham Olano sah, aber erstmals auf dem Bildschirm kam er mir unter, als er eben nicht das Banesto-Trikot trug, sondern das des Weltmeisters… wie dem auch sei:

9 Kommentare zu „Neunziger-Referenz

    1. …vorhin, als wir irgendwie auf den Satz „Here we are“ bzw. „Here I am“ kamen, spielte ich auf dem Handy meinem Mann die Scorpions vor – „Here I am – rock you like a Hurricane!“, mein Mann dagegen kam mit der ersten Strophe von „Princes of the Universe“ von Queen daher 😀

    1. Naja. ONCE und Banesto sind Teams ALTER Zeiten gewesen und ich bin sicher keine Profi-Radlerin – Laufen ist mein persönlicher Schwerpunkt. Aber Fan bin ich eher vom Radsport 🙂

    1. Öh… ich bin Jahrgang 1979, geboren im Dezember. Ich habe Indurains viertem Sieg mit 14 bei seiner Attacke mit Luc Leblanc in Lourdes Hautacam hinterhergefiebert. Mit 17 musste ich unbedingt noch die Etappe nach Fribourg zu Ende schauen, hatte es dann eilig und habe mich von einem Geländewagen erwischen lassen – im Krankenhaus durfte ich mir die Schlussetappe auf den Champs Elysées anschauen und Ullrich auf dem Siegerpodest. 2004, mit 24, war ich nach der letzten Hauptdiplomprüfung mit dem Auto (übernachtend in meinem alten Mercedes 200D, den ich von meiner Oma bekommen hatte, als sie ein neues Auto kaufte) beim Contre la Montre in l’Alpe d’Huez. Die Ära Indurain habe ich nicht voll mitbekommen… aber die letzten zwei der fünf Siege durchaus verfolgt. Ich werde dieses Jahr 42.

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