Überall glitzert’s

Nein, ich meine nicht das Reifglitzern, weil wir auch in der Rheinebene nachts wieder Frost haben. Das finde ich eigentlich ganz nett, zumal man sich doch inzwischen recht sicher sein kann, dass es eher nicht mit Straßenglätte verbunden ist – nur die Pfützen sind morgens teils gefroren, aber die kann man mit dem Rad dann ja umgehen.

Aber die Eigenschaft als Radfahrerin gehört zu den Dingen, die mich hier über das Glitzern, das ich meine, ungehalten sein lassen. Es geht um das leidige Thema Glasscherben, das ich ja schon das eine oder andere Mal hier hatte.

An einem eher vom Dorf entfernten Vereinsheim: Glitzern von Glasscherben in der Wiese, manchmal auch auf dem Geteerten. In der Umgebung der Glascontainer, zur Zeit vor allem in der Wiese und im Bereich der dreckigen Rinne zwischen Straße und Wiese: unendlich viele Glasscherben glitzern einen an, auch einige auf dem Weg. Unterhalb des Friedhofs im Ort: Glasscherben, teils auf dem Weg. Ein halber Flaschenboden fiel mir auch schon auf. Manchmal hebe ich was davon auf und schleppe es zum nächsten Abfalleimer oder so. Eine Tüte mitzunehmen, um das Zeug einzusacken und daheim selbst zu entsorgen, daran denke ich leider nicht ganz so oft. Aber um ehrlich zu sein kapituliere ich inzwischen auch vor der schieren Menge: Es ist so unheimlich viel!

Glasscherben in Wiesen und auf Wegen sind nicht nur für Radfahrer ein Reifentod, sondern auch eine Gefährdung von Tieren – nicht nur Wildtieren, die nachts dort vielleicht lang laufen, sondern eben auch Hunden, die dort Spazieren geführt werden. Auch die Kinder, die fallen und sich auf ihren Händen abstützen. Von der absurden Idee, im Sommer mal barfuß durch die Gegend zu laufen, möchte ich gar nicht reden.

Mir ist nicht klar, was das soll. Klar, es kann schonmal in der Gegend des Glascontainers eine Flasche aus Versehen so runterfallen. Das zumindest notdürftig wegräumen wäre anständig, aber naja, was soll’s. Das liefert mir aber keine Erklärung für die schiere Menge an Scherben und die große Vielfalt von Orten, wo Scherben in Massen auf Wegen, in Wiesen, sonstwo herumliegen. Hängt’s vielleicht am Feiern draußen, weil man in Corona-Zeiten nicht im Innenraum miteinander feiern möchte, sondern zur Vermeidung von Ansteckung lieber im Freien einen gemeinsamen Platz sucht? Andererseits würde man doch in der Regel auch nicht all die Bierflaschen, die man bei einer Vor-Corona-Party zuhause oder im Garten geleert hat, einfach so zerschlagen! Oder treffen die Leute den Glascontainer nicht mehr? Fällt’s mir, da ich nun Rad fahre und mir Gedanken um die Integrität meiner Reifen mache, mehr auf, oder ist das tatsächlich eine neue Qualität?

Fragen über Fragen. Am Ende bleibt’s dabei: Leute, schmeißt doch Euer Glas nicht einfach in die Landschaft! Zerschlagt’s nicht! Lasst die Glasflaschen nicht rumliegen, wo das nächste Auto oder der nächste Traktor drüberfährt und es in tausend Stücke zersplittern lässt!

8 Kommentare zu „Überall glitzert’s

  1. Ich glaube – ich hoffe – das ist nur lokal bei euch so.
    Hier in der Gegend sieht man praktisch keine Scherben. Allerdings ist mir vermehrt Verpackungsmüll, Papier, Plastik aufgefallen, der teilweise weit verteilt auf Wiesen und Feldern herumliegt.
    Und natürlich jede Menge Hundehaufen – teils in Tüten, teils ohne.
    Eine Schweinerei ist das in jedem Fall.

    1. Ich beobachte, dass das während der Pandemie-Maßnahmen mehr geworden ist, mit den Scherben. Den Müll beobachte ich schon seit geraumer Weile – Hundehaufen haben zumindest bei uns auf den Gehewegen, die stellenweise wirklich nicht mehr begehbar waren, in den letzten zwei Jahren mächtig abgenommen.

      Ich denke auch, dass man mit einem gewissen Fahrrad-Fokus die Scherben aus Sorge um die Reifen eher wahrnimmt.

    1. Ja. Und das ist wirklich ätzend 😦 Wir sägen schon genug an dem Ast, auf dem wir sitzen, durch unseren Energieverbrauch, durch unsere pure Menge, durch anderweitige Veränderungen. Das Zeug achtlos in die Gegend zu werfen, das setzt der Sache echt die Krone auf 😦

        1. Freilich. Wahrscheinlich bringt es auch nichts, es zu monieren, den Leuten ist es schlicht egal, vielleicht fühlen sich aber manche getreten und lassen’s künftig.

          Davon, dass man’s wegräumt, lassen sie’s nämlich nicht. Ich trage hin und wieder mal was bis zum nächsten Abfalleimer, nehme mir vor, eine Tüte zum spazieren gehen mitzunehmen, vergesse es aber häufiger, als ich es tue. Das ändert kaum etwas an der Menge an Müll, die rumliegt, zumindest mein einzelnes Engagement.

          Am Ende des Tages bin ich nicht bereit, einfach nur still hinzunehmen, dass das Zeug rumliegt, weil es achtlos fallengelassen zu werden. Es aufzuheben kann Teil der Lösung sein, wenn viele das machen. Aber wenn man einfach still aufsammelt und/oder sich ärgert, lachen sie nur. Der eine oder die andere, die sich davon getreten fühlen, dass ich das „einfach wegwerfen“ oder „einfach zerschlagen“ moniere, lassen es vielleicht beim nächsten Mal.

          Das Pendel ist zu sehr in Richtung derer geschwungen, die das Zeug in die Landschaft werfen. Nur selbst aufheben und hoffen, dass mehr wegräumen als wegwerfen, das reicht nicht. Es soll (und sei es nur durch anprangern) unbequem für die Wegwerfer werden.

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