Ich will zum Mond!

Seit einer Weile trage ich diese Idee mit mir herum. Ich will zum Mond!

Ist sie nicht ein bisschen alt, um zur Astronautin umzuschulen, fragt Ihr? Ist es nicht ein weiter Schuss, wo schon seit 1972 kein Mensch mehr auf dem Mond war und die bisherigen Planungen für einen erneuten bemannten Mondflug – nun, eher vage sind?

Ja, alles richtig. Der Satz „Ich will zum Mond!“ ist ein wenig metaphorisch zu verstehen, denn ich möchte nicht in einer Raumkapsel zu unserem Erdtrabanten reisen. Was hat das also mit dem Mond zu tun, was ich hier will?

Es ist ganz einfach – oder zumindest fast ganz einfach. Seit einiger Zeit erscheint es mir erreichbar, mit Muskelkraft in absehbarer Zeit die äquivalente Strecke einer Erdumrundung zu erreichen: 40.000 Kilometer. Mit meiner Lauferei habe ich knappe 13.000 Kilometer, dazu kommen inzwischen deutlich über 8.000 Kilometer auf dem Rad. Letztere werden schneller anwachsen, so dass ich realistischerweise irgendwann 2022 mit Rad- und Laufkilometern zusammengenommen den Erdumfang erreichen kann, 2025 wohl an Radfahrkilometern die 40.000 gesammelt haben könnte und bis Ende des Jahrzehnts wohl auch mit reinen Laufkilometern der Erdumrundung nahe kommen werde. Freilich, das sind langfristige Fleiß-Ziele, aber alle erreichbar innerhalb meines aktuellen Lebensjahrzehnts.

Deswegen habe ich mir nun eine neue Distanz gesucht, die ich danach noch anstreben kann: Die Entfernung Erde-Mond. Ich möchte also im übertragenen Sinne mit Muskelkraft zum Mond, also eine Strecke mit dem Rad, auf Laufschuhen, mit Inline-Skates, beim Schwimmen… erreichen, die eben dieser Entfernung entspricht. Nun gibt es nicht „die“ Entfernung Erde-Mond, denn wie die Erde um die Sonne vollführt auch der Mond um die Erde eine Ellipsenbahn. Mit rund 363.300 Kilometern kommt der Mond in seinem Perigäum der Erde am nächsten, maximal entfernt ist er mit 405.500 Kilometern in seinem Apogäum. Als Physikerin könnte ich nun einerseits die mittlere Entfernung wählen, aber ich nehme lieber eine wesentliche Größe der Bahndaten: Die große Halbachse der Bahnellipse. Das sind dann 384.400 Kilometer.

Ich werde mir also irgendwann die Tage all meine Strecken als Summe zusammenführen und mir jeweils anzeigen lassen, welchen Bruchteil des Erdumfangs ich mit einzelnen Aktivitäten und der Summe zurückgelegt habe – und als Gesamtziel, welchen Bruchteil der Entfernung Erde-Mond (große Halbachse) ich bereits hinter mir habe. Das ist dann freilich ein Lebensziel. Mit rund 22.400 Kilometern habe ich seit 2017 zwar bereits eine Menge Strecke absolviert, aber es sind gerade erst etwas mehr als 5% der Distanz zum Mond. Durch das Wiederentdecken der Radlerei ist es nicht ganz so hoffnungslos, wie es in der Extrapolation (1% pro Lebensjahr) erscheint, aber ein Weilchen wird’s schon dauern. Wenn ich aber, wie der Schwiegervater meiner Schwester, bis jenseits der 70 laufe und auch Rad fahre, dann kann es klappen. Und irgendwann kann ich dann vielleicht sagen: Ich habe zwar nicht buchstäblich, aber zumindest im übertragenen Sinne den Mond erreicht. Das wäre doch mal was!

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