Daten-Daten-Daten

Dass ich ein Daten- und Statistik-Nerd bin, ist den Lesern dieses Blogs wohl hinreichend bekannt. Nun habe ich mich – gerade, da ich mich mit dem Trainingsbereich-Abkürzungswahn überworfen und ein „Dagegen!“-Schild hochgehalten habe, doch nochmal mit den Abkürzungen befasst. Eine Sache ist mir zumindest aufgefallen, die ich mir mal anschauen wollte. Es geht dabei um die Pulsbereiche. Wenn ich mein Lauftraining in „Regenerationslauf“, „Dauerlauf“, „Tempodauerlauf“, „Intervalltraining“, „Wettkampf“ und „Spezialtraining“ unterteile, dann geht das recht stark nach Gefühl und teils auch Anlass. Dennoch arbeite ich mich immer wieder an der Trainingslehre ab und gucke, dass ich zumindest nicht wesentlich von einem halbwegs sinnvollen Training abweiche. Das war der kompliziertere Teil, auf den ich nach dem einfacheren nochmal zurückkomme. Denn ich habe nicht nur EIN neues Diagramm gebaut, sondern gleich ZWEI!

Zeit bei Sportarten

Das war im Verhältnis simpel. Aus meiner Excel-Datei kann ich recht einfach extrahieren, mit welcher Sportart ich wie viele Stunden verbracht habe. Das ist simpel, es funktioniert gut und es steckt auch keine statistische Magie, es stecken keine Tricks drin.

Bei verschiedenen Sportarten im Jahr 2020 verbrachte Zeit.

Man sieht: Geschwommen bin ich nicht, auch wenn ich meine Datei dafür fit gemacht habe. In Zeiten von Corona war der logistische Aufwand dann doch zu groß, zumal ich das Radfahren schon wieder neu in den Alltag integrieren musste. Die Quelle von „Sonstigem“ aus dem letzten Jahr, nämlich die Wanderung beim Betriebsausflug des Regierungspräsidiums, fiel dieses Jahr auch wegen der Pandemie aus. Vielleicht kommt bald doch wieder eine „Sonstiges“-Aktivität dazu (neben der durchaus nicht ausgeschlossenen Möglichkeit, dass ich mal an sich wieder wandern gehe), aber dazu sage ich erst was, wenn ich es probiert habe. Ein wenig bestürzt hat mich allerdings schon, dass Radfahren MEHR Zeit in Anspruch genommen hat im ablaufenden Jahr als das Laufen! Mal sehen, ob ich das bis Silvester noch rumreißen kann, denn eigentlich bin ich vor allem Läuferin.

Zeit in Trainingsbereichen

Da ich beim Laufen einen Hybriden aus empfundener Belastung und Anlass als „Trainingsform“ angebe, beim Radfahren sogar nur den Anlass („Arbeitsweg“, „Alternativtraining“, „Multisport“), also ganz andere Einordnungen als beim Laufen verwende, interessierte mich mal, wie sich mein Sport über verschiedene Trainingsbereiche verteilt. Dafür benutzte ich die (Pulsbereichs-)Definitionen aus dem Ausdauersport: Regeneration (bis 60% der maximalen Herzfrequenz), Grundlagenausdauer 1 (60-75%), Grundlagenausdauer 2 (75-85%), Entwicklungsbereich (85-95%) und Spitzenbereich (mehr als 95% der maximalen Herzfrequenz). Ich setzte meine experimentell ermittelte maximale Herzfrequenz (aus einem steigernden Tempolauf) ein und erhielt die Bereiche.

Nun stand ich aber vor einem Problem! Bei Intervalltrainings zeichne ich üblicherweise ab zuhause auf – Einlaufen, Belastungsphasen, Erholungsintervalle, Auslaufen in einer Aktivität. Die mittlere Herzfrequenz dieser Aktivität sagt natürlich gar nichts darüber aus, wie die Belastungsverteilung war. Also schaute ich mir einige meiner aufgezeichneten Intervalltrainings an… und stellte fest: Wenn ich das Einlaufen, die erholenden Trabrunden im Stadion und das Auslaufen mit dazu nahm, verbrachte ich ca. 65% der aufgezeichneten Aktivität im ruhigen Bereich, die restlichen 35% stellten das belastungsintensive Feuerwerk hoher Intensität dar. Diese Phasen hatten dann ca. 20 bis 30 Schläge in der Minute mehr als der Durchschnitt der Aktivität. Also splittete ich für die Erstellung des Diagramms meine Intervalltrainings in 35% der Zeit bei 25 Schlägen in der Minute mehr als der Aktivitätsdurchschnitt und 65% bei 13,3 Schlägen in der Minute weniger auf und sortierte diese Bruchstücke in die Pulsbereiche ein – e voilà:

Meine Trainingsbereichverteilung – alle Sportarten – im Jahr 2020.

Viele Intervalle bin ich dieses Jahr nicht gelaufen, und nur einen Wettkampf. Da das aber ein 20er war, war ich aber nicht im Spitzenbereich. Beim Zehner mit neuem Rekord habe ich den Spitzenbereich aber nur knapp verfehlt. Mein Gefühl, dass ich 2020 viel für die lange Langstrecke (also für den Marathon und die Grundlagenausdauer) getan habe und wenig für’s superschnelle Tempo, sehe ich hier also bestätigt. Radfahren hat auch den grünen Bereich GA1 weiter verstärkt. Nun schauen wir mal, wie das dann 2021 wird. Vielleicht kommen dann ja auch noch das Schwimmen und der oben angesprochene weitere Versuch hinzu.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.