Ziele

Inspiriert von diesem Beitrag auf laufzeile.de habe ich mich mal mit Zielen beschäftigt. Denn ein Ziel kann so vieles sein… 

Ich habe mich dann gedanklich mal darauf eingelassen, was ein Ziel überhaupt ist, und bin dabei auf den Punkt gekommen, dass Ziele verschiedenen Kategorien angehören, die man als solche benennen kann. Diese können dann helfen zu verstehen, wie man das Ziel angehen sollte. Folgende Aspekte sind mir dabei eingefallen: 

  1. Motivation:
    Der Fokus liegt hierbei darauf, warum ich etwas tue und warum ich etwas erreichen will bzw. was ich damit genau erreichen will. Beim Laufen gibt es da eine Menge verschiedene Möglichkeiten. 

    1.a. Gesundheits-Aspekte: Ich möchte verhindern, dass ich krank werde, und mich so über das Laufen fithalten. Vielleicht möchte ich auch ganz konkret meinen Rücken entspannen, um weniger Kopfschmerzen zu haben, oder Stress (und damit Stresshormone) abbauen, um meine chronisch entzündliche Darmerkrankung in den Griff zu kriegen. Das waren nun von meiner Situation inspirierte Ziele. Bei anderen geht’s vielleicht darum, Fettpolster abzubauen, um einen niedrigeren Cholesterinspiegel zu haben, Herzerkrankungen vorzubeugen, Gelenke wieder beweglich zu bekommen… 

    1.b. Andere Selbstverbesserungs-Aspekte: Ich möchte schlanker oder hübscher aussehen und laufe daher, um Fett zu verbrennen oder einen knackigeren Hintern zu bekommen (auch wenn da Krafttraining sicher besser geeignet ist), oder ich möchte den antrainierten Muskel-Sixpack am Bauch von seiner Unterhaut-Fettgewebe-Polsterverpackung befreien (wofür Laufen wieder ganz gut funktioniert). Eventuell möchte ich auch den Alltag besser bewältigen und mir dafür Kondition anlaufen – vielleicht auch besser schlafen. 

    1.c. Wettkampf-Aspekte: Ich möchte eine gewisse Strecke laufen können, oder eine gewisse Strecke schneller als eine bestimmte Zeit bewältigen. Eventuell möchte ich auch Siege erlaufen oder einen bestimmten Konkurrenten schlagen. Mir persönlich sind die Wettrennen gegen mich und meine Ziele wie auch die Vorbereitung darauf sympathischer und letztlich haben sie mich über die Zeit auch mehr motiviert. Wer genau auch beim nächsten Wettlauf sein wird und ob man dann dort siegen kann oder nicht, hängt ja auch vom anderen ab. 

    1.d. Freude am Laufen: Spricht wohl für sich selbst, ist aber auch die Erreichung in sich selbst.

    Dieser ganze Block 1 bildet Ziele orientiert an der dahinterstehenden Motivation ab. Da wir für vieles erstmal die Motivation, gegebenenfalls (insbesondere im wettkampforientierten Bereich) sogar eine Menge Hingabe brauchen, ist die Frage, warum wir uns ein Ziel setzen, durchaus eine bedeutende. Insbesondere bei ambitionierten Zielen kann es eine Menge Hingabe sein, die gefordert ist…
  2. Ambition:
    Wie schwierig ist das Ziel zu erreichen? Das hängt natürlich auch von der Ausgangsposition ab. Sehr schwer zu erreichende Ziele brauchen eine stärkere Motivation, mehr Hingabe, als einfach zu erreichende. Oftmals ist es hilfreich, ein realistisches Ziel zu formulieren – was ich ganz einfach erreiche, ist eigentlich kaum ein Ziel, das mir Fokus und Richtung gibt, was unmöglich zu erreichen erscheint, demotiviert mich eher. Ein Weg, den ich für mich als überaus sinnvoll und hilfreich erlebt habe, ist es, Ziele abzustufen. Man kennt das zum Beispiel vom Crowdfunding: Es gibt das Mindestziel und Stretch-Goals, eventuell sehr verschiedene Stretch-Goals. Das Konzept ist auf vieles anwendbar: Laufe ich, um abzunehmen, so kann ich mir als Mindestziel definieren, die über den Grundumsatz hinaus vertilgten Kalorien per Ausdauersport wieder rauszuhauen, als Soll, ein bestimmtes Kaloriendefizit für den Tag zu bestimmen und als Stretch-Goal ein höheres Defizit ansetzen. Auch beim Erreichen von bestimmten Wettkampfzeiten kann ich mir Stufen definieren: „Mindestens will ich die 44 Minuten unterbieten – unter 42 Minuten beim Zehner-Wettkampf wären das Soll, wenn’s gar unter 41 geht, dann muss das aber gefeiert werden!“ Gerade diese Ambitionsabstufung hat mir oft sehr geholfen, nicht ganz den Fokus zu verlieren, wenn es mal nicht so lief. 
  3. Dimension:
    Wie groß ist das Ziel eigentlich? Es kann ein kurzfristiges Ziel sein – eine gewisse Zahl von Kilometern in der Woche oder gar nur am Tag. Dann kann es ein mehrwöchiger Trainingsplan sein, eine Anzahl von Intervalltrainings in einem gewissen Zeitraum, so und so viele Kilometer im Jahr – oder gar ein langfristiges Ziel wie einen Ultramarathon oder beispielsweise den Marathon unter drei Stunden zu laufen.

Die Motivation gibt mir oft die Idee, wie ich andere Ziele organisiere. Geht es mir um die Regelmäßigkeit beim Laufen, um als Basisziel regelmäßig unterwegs zu sein und damit – „Soll“ – meine Kopfschmerzen vorbeugend einzudämmen, und als „Stretch-Goal“ akut bei Ansätzen zu Verspannung morgens nicht liegen zu bleiben, sondern aufzustehen und den beginnenden Schmerz wegzulaufen? Da geht es nicht um die großen Bögen. Hier wähle ich einen Bottom-Up-Ansatz: Jeden Tag ein bisschen laufen, und wenn’s nur ein bisschen ist. Kein komplexes Ding. Das große Ziel fügt sich aus vielen, kleine, gleichartigen Zielen zusammen.

Geht es mir um den Marathon in drei Stunden, dann werde ich mir einen Plan schreiben. Das Ziel erfordert, Stück für Stück aufzubauen – mein großes Ziel wird zerlegt in eine Steigerung, bestehend aus mittelfristigen Wochen- oder Vierwochenzielen, die wiederum aus kleinen Stücken bestehen, also Top-Down.

Egal wie, es hilft auf jeden Fall, sich klar zu machen, warum man etwas will – dann kann man es besser in Ziele, Teilziele, Mindest-, Teil- und Vollerfolgsanforderungen zerlegen und so über Klärung von Motivation und Ambition mit der Berücksichtigung des Realismus mittels angemessenem Verfahren (meist Top-Down oder Bottom-Up) sein großes Ziel in viele Kleine zerlegen (Trainingsplan) oder das große Ziel aus dem immer wiederholten kleinen (Gewohnheit) aufbauen. Und vielleicht, vielleicht, greift ja auch beides plötzlich mit Synergie ineinander!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..