Fazit: Der Oktober ist gelaufen

Wie jeden Monat habe ich auch diesen wieder ein Sport-Fazit zu ziehen. Leider funktioniert das Wortspiel mit „Der Oktober ist gelaufen“ ja nicht mehr ganz, da ich auch Rad fahre. Aber das macht ja nichts.

Im Oktober hat das Laufen aber tatsächlich mal wieder den größten Teil der Zeit eingenommen. Fast 41 Stunden habe ich auf Laufschuhen verbracht, etwa 37 Stunden im Oktober im Sattel. Jeweils im Schnitt mehr als eine Stunde Laufen und Radfahren pro Tag? Ja, das ist wohl so. Natürlich kann man in 37 Stunden weiter radeln als man in 41 Stunden laufen kann, und so war das auch bei mir. Die Radlerin hat die Läuferin an Kilometern mal wieder geschlagen, wie das seit März 2020 stets der Fall war.

99,6 % des aus Gewicht, Körpergröße und Alter abgeschätzten Grundumsatzes habe ich zusätzlich beim Sport verbraucht, 76:20 im Oktober beim Sport verbracht. Das ist ein Stück weniger als im September, aber immer noch der zweitintensivste Monat überhaupt – mit Abstand nach dem September und ganz knapp vor dem August. Anders als in August und September lief’s aber mit dem Balance- und Krafttraining nicht so, aber vielleicht bekomme ich das im November wieder auf die Kette.

Die Läuferin

Der Oktober 2020 war in Sachen „Laufen“ bei mir fast durchweg ein Monat der Superlative. Einzig die meisten Höhenmeter und die schnellste Geschwindigkeit überhaupt waren nicht besser als in allen früheren Monaten. Nach bisher maximal 38 Stunden und 12 Minuten (Dezember 2019) habe ich erstmals über 40 Stunden, nämlich 40:43:16 beim Laufen verbracht im Oktober 2020. In dieser Zeit habe ich mit 460,23 Kilometern 35 Kilometer mehr als im Dezember 2019 zurückgelegt. Zugleich war ich auch noch schnell – im Schnitt 5:19 pro Kilometer. Nur im Monat meines letzten Marathon-Wettkampfes, September 2019, war ich mit 5:19/km im Monatsmittel schneller. Drei Sonntagsläufe oberhalb der Marathondistanz (42,3 bis 45,0 Kilometer) sowie der „Zwanzig-Zwanzig-Modus“ mit Radfahrt zur Arbeit und Heimlaufen, umgekehrt am nächsten Tag, sorgten für eine ganz schöne Steigerung der mittleren Streckenlänge auf über 18 Kilometer!

Tempotraining im eigentlichen Sinne habe ich im Oktober allerdings nicht gemacht. Es waren ein paar Tempoläufe dabei, aber der größte Teil waren mit 74 % Dauer- oder Regenerationsläufe, weitere 11 % machten Radfahr-Lauf-Kombinationen aus, teils im Duathlon-Format (Laufen-Radeln-Laufen), teils im Format Radeln-Laufen-Radeln. Rund 76 % meiner Läufe absolvierte ich auf meinen „Dauerbrennern“ Altra Escalante und Vibram Fivefingers. Wegen miesen Wetters war ein 45er auf den Trailschuhen Saucony Peregrine dabei, die kamen auch bei einem trailigen Lauf auf den Mahlberg mit den Michaels aus dem Lauftreff zum Einsatz. Erste Tests mit dem minimaleren Escalante Racer waren auch drin, und natürlich Läufe auf den anderen Tempo-Schuhen.

Das ausgerufene Ziel für das Jahr 2020, nämlich im Mittel 10 Kilometer am Tag, ist wieder erreichbar geworden. Ich stehe am 31.10.2020 bei 3001 Kilometern, 660 Kilometer in 61 Tagen, 330 pro Monat oder auch elf Kilometer am Tag sind für mich definitiv erreichbar.

Die Radlerin

Nach furiosen 1400 Kilometern im September trat die Radlerin im Oktober etwas kürzer. Neben einem Platten am Rennrad auf dem Arbeitsweg am 16.10. und einem Sturz am 23.10. spielte dabei vor allem der Fokus auf das Laufen, Stichwort „Zwanzig-Zwanzig-Modus“, und die Aufforderung zur Nutzung des Homeoffices eine Rolle. Mit 840 Kilometern bin ich aber definitiv immer noch viel gefahren.

Erkennbar ist, dass der Arbeitsweg etwas weniger als drei Viertel der Strecken einnahm, was sich teils mit der Homeoffice-Geschichte erklärt. Dazu hatte ich den einen oder anderen Trainingsduathlon drin. Das Jahresziel von 7500 Kilometern ist mit weniger als 375 Restkilometern pro Monat (aktueller Stand: 6762 Kilometer) spielend leicht zu erfüllen.

Fazit

Ich habe ein Niveau wie vor meiner Verletzung Ende März erreicht und sollte wohl – um einen Ausfall wie in April und Mai zu verhindern – im November ein bisschen mehr Fokus auf Regeneration legen. Das nicht ganz so hochintensive Radfahrtraining sowie die vielen langen Läufe zielen im Moment eher auf einen Aufbau einer starken Grundlagenausdauer ab, die wohl eher nach „Ultra“ aussieht als nach Marathon. Allerdings ist mein Ziel, diese starke, für den Marathon eigentlich zu lange und langsame Grundlagenausdauer als Basis für das Projekt „Marathon unter drei Stunden“ zu nutzen. Es hat mir schon immer gut getan, im Training etwas mehr als die gewünschte Distanz zu laufen, auch wenn die Trainingspläne davon abraten. Vor einem potentiellen Wettkampf würde ich natürlich runterfahren. Aber in diesem Winter, der noch dazu durch die Pandemie beeinflusst ist, kann ich mich hemmungslos einem eigentlich zu langsamen Grundlagenausdauertraining widmen, das Potential für Ultra hätte – um dann, wenn absehbar ist, dass es wieder Wettkämpfe gibt, die langen Läufe „von oben“ einem Marathontrainingsplan anzunähern und dazu sorglos Tempotraining machen zu können.

Nun hoffe ich, dass zumindest keine Ausgangssperre kommt, so dass Sport im Freien, und sei es ganz ohne Lauftreff allein, zumindest noch hemmungslos zu betreiben ist.

6 Kommentare zu „Fazit: Der Oktober ist gelaufen

    1. Ich auch nicht. Aber die Situation ist dynamisch und dramatisch. Und nicht immer sind die Entscheider vor blindem Aktionismus gefeit. Ich erinnere nur an die Äußerungen in Italien im Frühjahr: „Es sind zu viele Jogger unterwegs!“ Das kam von einem norditalienischen Politiker… aber ich habe viel Vertrauen, dass es nicht so weit kommt, dass bei uns solche Äußerungen kommen, und erst recht, dass bei uns niemand aus blindem Aktionismus Entscheidungen in dieser Richtung trifft.

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