Situationsunkomik

Es ist Corona-Zeit. Daran kann kein Zweifel bestehen. Dass das Virus anders als normale Erkältungsviren auch vor Einsetzen der Symptome und von vollkommen symptomfrei Infizierten weitergetragen wird, wissen wir inzwischen auch.

Und so entwickeln sich die Dinge. Ich bin heute im Homeoffice gewesen und habe in der Mittagspause statt meines Radpendelns zur Arbeit und nach Hause eine Mittags-Radrunde gedreht, 32 Kilometer um den Block. Mein Mann arbeitet im Bereich von Prüfung und Instandsetzung, kann nicht ins Homeoffice und macht sich Sorgen um den sorglosen Umgang mancher seiner Kollegen mit der Situation. Meinen Science-Fiction-DVD-Abend, den Trek Monday, habe ich vorsichtshalber abgesagt, zu dem Zeitpunkt unter Berufung auf die Zahlen vom Freitag. Da die Mail dann erst Sonntag an die Leute ging, kam prompt zurück, dass meine Zahlen falsch seien… aber an der Konsequenz ändert das nichts, denn wir haben schon aufgrund der Zahlen am Freitag abgesagt und derzeit kennen in Baden-Württemberg die Infektionszahlen kaum einen anderen Trend als „aufwärts“.

Mir fällt der Umgang mit der Situation schwer. Ich möchte mich gerne sicher fühlen, aber mir ist klar, dass wo immer ich hin rausgehe, meine Mund-Nasen-Bedeckung mehr ein Schutz für die anderen als ein Schutz für mich selbst ist. Nicht nur die Sorge um das Virus setzt meinem Mann zu, sondern auch die Konsequenzen, die das für unser Leben hat – eingeschränkte Möglichkeiten der Freizeitgestaltung, Virtualisierung der ohnehin nicht SO vielen physischen Kontakte, keine Wettkämpfe für mich, und die Tendenzen in Zahlen und Handlungen machen wenig Hoffnung, dass es was anderes als schlimmer werden wird, den ganzen dunklen, kalten, nassen Winter über. Es wird auch sicher immer Leute geben, die nicht dran glauben, dass all das real ist – und die Maßnahmen unterlaufen, so dass es noch drastischere braucht.

So stellte ich meine Füße auf meine Wärmflasche, arbeitete im Homeoffice, behalf mir mit Tee, Kaffee und warmem Essen als Trost. Sport hilft auch, ich hoffe nur, dass der Sport allein oder in kleiner, abstandhaltender Gruppe draußen nicht auch noch den steigenden Zahlen zum Opfer fällt. Denn dann drehe ich wirklich am Rad!

2 Kommentare zu „Situationsunkomik

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.