Hybrid-Dienstreise

Die Strecken meiner „Hybrid-Dienstreise“, zumindest die mit dem Fahrrad.

Wie vorgestern schon angerissen, habe ich gestern Außentermine mit dem Fahrrad und der Bahn erledigt. Mit der Bahn allein wäre das nicht möglich gewesen – denn die beiden Termine, die ich hatte, waren doch ein ganzes Stück auseinander. Also brauchte ich ohnehin ein Fahrrad – und konnte mir somit den Transfer zu Fuß zum Bahnhof in unserem Ort und per S-Bahn nach Karlsruhe sparen. Nur die vollen 50 Kilometer von Zuhause zum Zielort, die wollte ich nicht am Morgen vor dem Termin radeln. Daher wurden es 22 km zur Bahn, ca. 25 km mit der Regionalbahn und 5 km von der Bahn zum ersten Termin, dann nochmal in der Mittagspause in zwei Abschnitten 5 km zum zweiten Termin – und schließlich fast 55 Kilometer nach Hause.

Die einzige Alternative, wie die Termine schaffbar gewesen wären, wäre mit dem Auto gewesen. Mit halbwegs guter Erreichbarkeit mittels ÖPNV wäre mir das als Verschwendung vorgekommen – und so war das Rad in Verbindung mit dem ÖPNV doch die effizienteste Alternative.

Ich muss gestehen, etwas skurril fühlte es sich schon an, eine Dienstreise mit dem Fahrrad zu machen. Das habe ich zwar schonmal gemacht, da ging es aber um „nur“ zehn Kilometer vom Büro aus, und das fühlte sich nicht ganz so verrückt an. Ich weiß allerdings gar nicht, WARUM es sich so verrückt anfühlen sollte, denn ich hatte all mein nötiges Zeug dabei: die fraglichen Dokumente, Wegbeschreibungen, persönliche Schutzausrüstung, Wechselklamotten (Radsachen und „gute“ Kleider für die Interaktion mit denen, die ich besuchte). Es ist nur so unglaublich „drin“, dass man Dienstreisen mit dem Auto macht, schon bei Dienstreisen oder Dienstgängen mit dem ÖPNV denke ich manchmal: „Hmm, das ist super-komfortabel, ökologisch sinnvoll und nicht falsch, warum fühlt es sich dann so an, als würde ich was Skurriles tun?“ Beim Radeln zu Terminen ist das noch ausgeprägter.

Wahrscheinlich geht es nicht nur mir so. Freilich, mit dem Rad da anzukommen, die vom Helm zerzausten Haare zu kämmen und zusammenzubinden und irgendwo zwischendrin von sportlich nach seriös zu wechseln, in der Klamottenhülle, das ist ungewohnt. Zumindest aber, wenn es um geistige Arbeit geht – egal, ob nun behördliche wie bei mir oder Beratertätigkeit – ist nicht viel zu transportieren, das schwer oder unhandlich wäre. In diesem Sinne: Das mache ich mal wieder! Man lernt ja mit der Zeit auch dazu, wie man „trotz des Radelns“ das professionelle Auftreten beim Außentermin noch mehr optimieren kann.

Nach nunmehr 87 Gesamtkilometern gestern, zwei mehrstündigen Außenterminen und einer kurzen Pause dazwischen war ich allerdings brotfertig und freute mich sehr auf mein Bett. Mental fertig bin ich aber ohnehin nach Terminen in fremder Umgebung, wo man auf so viel achten und sich auf neue Leute einstellen muss – und das habe ich mit dem Rennradfahren nach Hause fast schon weggesportelt gehabt. Radfahren und Laufen lüften einfach den Kopf ganz schön aus!

3 Kommentare zu „Hybrid-Dienstreise

    1. Danke! Es ist aber auch ökologisch sinnvoll, statt mit dem Auto zu fahren – und mein Renner ist ja in Regierungsfarben: Grüner Rahmen, schwarze Komponenten.

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